Eine Tote bei Brand in Seniorenheim

Es ist ein schreckliches Unglück, die sich gestern Abend in einem Seniorenheim im nordhessischen Bad Sooden-Allendorf ereignet. Bei einem Brand kann sich eine Bewohnerin nicht mehr aus den Flammen retten und kommt ums Leben. Und das Tragische: Die Polizei schließt fahrlässige Brandstiftung nicht aus.

 

Ein Großaufgebot von 170 Einsatzkräften muss bis in den späten Montagabend vor dem Seniorenzentrum Nettling anrücken. Im Zimmer einer 84-Jährigen ist ein Feuer ausgebrochen und greift schnell um sich. Das Zimmer im Erdgeschoss brennt vollkommen aus, Menschen in zwei Stockwerken geraten in Gefahr.
Christian Sasse, Kreisbrandinspektor
„Durch den Brand ist leider Brandgas, also Rauch ausgetreten und hat zwei Flurbereiche völlig verqualmt. So dass wir insgesamt 27 Bewohner aus dem verqualmten Bereich retten mussten.“
Elf Bewohner und Pflegekräfte müssen wegen möglicher Rauchgasvergiftungen in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Für die 84-Jährige, in deren Zimmer das Feuer ausbrach, kommt jede Hilfe zu spät. Ein Großteil der über 100 Bewohner muss aus dem betroffenen Gebäudetrakt evakuiert werden. Für die Rettungskräfte aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis und angrenzenden Landkreisen eine Mammutaufgabe.
Christian Sasse, Kreisbrandinspektor
„Besonderheit ist natürlich die hohe Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner aus diesem Seniorenzentrum. Die natürlich auch nicht alle mobil waren, so dass es auch viele mobilitätseingeschränkte Personen gab. So dass eine Vielzahl der Personen durch die Feuerwehrkräfte nicht nur bekleidet, sondern tatsächlich auch gerettet werden musste.“
Erst nach drei Stunden kann der Brand gelöscht werden. Die Kriminalpolizei aus Eschwege schließt nach ersten Ermittlungen eine vorsätzliche Brandstiftung aus. Der Verdacht: Fahrlässigkeit, aber auch ein technischer Defekt kommt als Brandursache in Frage. Der betroffene Gebäudetrakt ist vorerst nicht bewohnbar. Einige Senioren können in andere Zimmer des Altenzentrums umverlegt werden, andere müssen vorrübergehend von ihren Familienangehörigen in Obhut genommen werden. Den entstandenen Sachschaden schätzen die Ermittler auf mehrere hunderttausend Euro.