Der 17:30-Sporttalk mit Thorsten Arnold

Die nächsten Spiele der Bundesligisten aus dem Sendegebiet – unter die Lupe genommen von unserem Sportreporter.

Markus Appelmann, Moderator: Wir blicken zurück auf das Bundesliga-Nachholespiel Mainz 05 gegen Union Berlin diese Woche. Auf tiefem, nassen Rasen haben die Mainzer zumindest einen Punkt auf der Habenseite. Darüber sprechen wir als erstes mit Thorsten Arnold aus der Sportredaktion. Thorsten, es geht um den 21. Spieltag in der Fußballbundesliga und der Blick zurück Mainz gegen Union Berlin, 1:1. Dieses Spiel wirkt immer noch nach.
Arnold: Na klar. Also die Mainzer, die haben sich ja furchtbar geärgert über diesen nicht gegebenen Elfmeter in der zehnten Minute. Vor allem die Videoassistenten haben ein ganz schlechtes Bild abgegeben, haben nicht mal den Schiedsrichter rausgeschickt zum Monitor. Ja, Ludovic Ajorque, der Mainzer Stürmer, der wurde durch einen Tritt ins Gesicht so schwer getroffen, dass das Nasenbein gebrochen ist. Jetzt läuft es mit diesem Videokeller schon so lange, also, dass so was noch übersehen wird, das ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Aber da dieses Bild des blutenden Ludovic, das soll so als Sinnbild jetzt für die nächsten Spiele eingehen, für die Mainzer.
Jan Siewert, Trainer 1. FSV Mainz 05
„Also ich muss schon sagen, dass die Situation mit Ludo irgendwie bezeichnet ist, mit seinem gezeichneten Gesicht runter ist. Das ist Abstiegskampf pur! Diese Mentalität braucht jeder, da ist er im Spiel auch vorangegangen. Da muss jeder auch an diese Situation anknüpfen, dass wir einfach erkennen, es geht darum, den Fight rein zu legen und ich habe den Eindruck, dass wir da über das Training heute wieder ganz gut reinkommen werden.“
Arnold: Ja, und jetzt geht es am Sonntag zum VfB Stuttgart. Da ist die Rollenverteilung klar. Stuttgart der klare Favorit, aber so diese Underdog-Rolle, die liegt ja den Mainzern. Wollen wir mal gucken, was sie da mitnehmen und holen.
Appelmann: Gar nichts geholt beim letzten Auswärtsspiel in Köln hatte Eintracht Frankfurt. 0:2 hieß es am Ende, zwei Platzverweise, und jetzt beim Spiel gegen Bochum wächst ganz klar der Druck auf Trainer Dino Toppmöller. Der hat ein richtig teuren Kader, aber es läuft nicht so richtig. Warum?
Arnold: Stimmt ja gar nicht, sagt der Trainer. Das läuft durchaus. Die letzten fünf Spiele, sagt er, drei Siege, ein Unentschieden, seine Mannschaft steht auf dem Europapokal-Platz. Und dieses ewige “Hosianna!” und “Kreuzigt ihn!” im Wechsel, das geht ihm ein bisschen schnell.
Dino Toppmöller, Trainer Eintracht Frankfurt
„Nach dem Leipzig-Spiel wurde ich nach Champions League gefragt, nach dem Darmstadt-Spiel waren wir hinten raus die Deppen. Nach dem Mainz-Sieg hieß es wieder: Wollt ihr Champions League angreifen? Jetzt waren wir wieder die Deppen. Wir haben supertolle Neuzugänge, die richtig gut sind, die uns extrem helfen werden in den nächsten Monaten. Aber es ist halt im Moment leider nicht so, dass sie in der Verfassung sind, dass sie uns sofort die Sterne vom Himmel spielen.“
Arnold: Tja, “in Monaten”, sagt er, aber morgen kommt schon der VfL Bochum und der stellt sich nicht nur hinten rein wie in der Vergangenheit, sondern der spielt ganz aktiv nach vorne, setzt auf Konter und wenn die Eintracht da in der Tat in Probleme kommt, dann wird die Luft um Dino Toppmöller tatsächlich ein bisschen dünner.
Appelmann: Thorsten, wir schauen noch zu unserem dritten Erstligisten im Bunde, der SV Darmstadt 98. Der bekommt es mit einem ziemlich ausgeschlafenen Gegner zu tun.
Arnold: Ja, Borussia Mönchengladbach, die sollten ja eigentlich am Mittwochabend DFB-Pokal spielen. Lilien-Trainer Thorsten Lieberknecht, der wollte da noch so die letzten Eindrücke sammeln, aber es kam eben anders.
Torsten Lieberknecht, Trainer SV Darmstadt 98
„Ich selbst habe es auch noch nicht erlebt, dass man dann so kurzfristig das Spiel absagt. Ich hatte mich gefreut auf einen Fußball-Abend, Pokal-Abend und musste dann das Programm ändern. Habe dann alte Spiele von Gladbach geguckt. Ha, ja, nicht so alt jetzt mit Rainer Bonhof oder Günther Netzer. Ich war schon aktuell.“
Arnold: Okay, wollen wir gucken, ob es was gebracht hat. Also 1.200 Lilien-Fans begleiten ihre Mannschaft. Mal gucken, was da in Gladbach drin ist.
Appelmann: Noch schnell der Blick in Liga zwei, denn in Wiesbaden geht es gleich los. Da kommt ein Traditionsklub in die hessische Landeshauptstadt.
Arnold: Ja, halb sieben ist Anpfiff und es kommt der erste FC Nürnberg, immerhin neunmal Deutscher Meister. Und Wetter ist nicht so gut, aber das Stadion, das wird sich trotzdem gut füllen. Und der Trainer, der schaut auch schon nach vorne.
Markus Kauczinski, Trainer SV Wehen Wiesbaden
„Ich freue mich drauf, auch wieder zu Hause zu spielen, vor unseren Fans. Da haben wir noch alle das letzte Spiel in Erinnerung gegen Hertha, so dass wir uns alle freuen auf das Spiel. Wir können glaube ich selbstbewusst da ran gehen. Aber Nürnberg hat auch gezeigt, dass sie gefährlich sind und deswegen rechne ich mit einem total attraktiven Spiel.“
Arnold: Ja, total attraktiv. Und weniger attraktiv der Gegner – zumindest vom Namen – SC Paderborn für den 1. FC Kaiserslautern. Aber die Paderborner, die stehen immerhin in der oberen Hälfte, die roten Teufel ja unten. Schwieriges Spiel für Dimitrios Grammozis und seine Mannschaft, endlich mal die Punkte einzufahren. Aber diesmal muss es wirklich klappen, sonst wird es auch für ihn eng.
Appelmann: Danke schön, Thorsten Arnold, für deinen Ausblick auf das Fußball-Bundesliga-Wochenende.
Arnold: Gerne.