Wissenschaft

  • Mehr Geld für Grundschullehrer gefordert

    Mehr Geld für Grundschullehrer gefordert

    Der Fachkräftemangel macht Schulen aktuell schwer zu schaffen. Besonders betroffen sind Grundschulen. Damit der Beruf attraktiver wird, zahlt Hessen Grundschullehrern künftig mehr Gehalt. Rheinland-Pfalz nicht. Um das zu ändern, möchte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nun mit einer Petition Druck auf die Landesregierung ausüben. 6.500 Stimmen für eine bessere Bezahlung. Unter dem Motto „Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit“ möchte die GEW, dass auch Grundschullehrkräfte in Rheinland-Pfalz mehr Gehalt bekommen. Aktuell erhalten diese ihren Lohn nach Tarifstufe A12. Das wären nach 15 Jahren Berufserfahrung circa 4.300 Euro. Die GEW fordert für Grundschullehrer Tarifstufe A13, in diesem Fall 500 Euro mehr. Und genauso viel wie Lehrende in weiterführenden Schulen. Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender GEW Rheinland-Pfalz „Es geht eigentlich um Anerkennung. Das Geld spielt natürlich auch eine Rolle. Aber für die Grundschullehrkräfte ist es einfach wichtig, dass sie gezeigt bekommen, ihre Arbeit ist genauso viel Wert, wie die Arbeit in anderen Schularten. Und wollen dann einfach, dass die Arbeit an kleinen Kindern auch in unserer Gesellschaft höher bewertet wird.“ Zwölf von 16 Bundesländer entlohnen Grundschullehrer bereits nach Tarifstufe A13 oder haben diese Änderung angekündigt. Für angehende Grundschullehrer wie Leonard Rosch ein Grund, sich eher dort zu bewerben als in Rheinland-Pfalz. Leonard Rosch, Referendar in Mainz „Ich wohne hier in Mainz, ich bin schnell nach Hessen rüber gelaufen, schneller als zu meiner Schule gefahren. Und dann ist es natürlich für mich schon attraktiv dann rüber zu gehen, eventuell nach Hessen. Um dann das Geld dann auch mitzunehmen. Weil man da die Anerkennung kriegt, die wir uns, finde ich, schon verdient haben.“ Denn an seiner Schule sind so wenige Lehrkräfte, dass er bereits im Referendariat eine Klasse übernehmen musste. Auch die rheinland-pfälzische CDU möchte Grundschullehrer so wie in Hessen schrittweise besser bezahlen. Sonst würden mehr Lehrkräfte in Nachbarbundesländer abwandern. Marion Schneid (CDU), Abgeordnete Landtag Rheinland-Pfalz „Vielleicht […]

  • ESA-Sonde zum Jupiter gestartet

    ESA-Sonde zum Jupiter gestartet

    Es ist eine wirklich bahnbrechenden Mission, die heute Mittag gestartet ist: Die Suche nach außerirdischem Leben. Am Nachmittag hat sich die Raumsonde Juice auf den langen Flug Richtung Jupiter gemacht. Gesteuert wird die Sonde aus dem europäischen Kontrollzentrum der ESA in Darmstadt. Eigentlich sollte es gestern schon so weit sein, doch da hatte das Wetter den Forschern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Gewitterrisiko war zu groß. Umso spannender waren die Minuten vor dem Start der Rakete heute. Heute geht alles glatt. An Board einer Ariane-5-Trägerrakete hebt Juice um 14:14 Uhr in Französisch Guayana ab. Es ist der Start einer langen Reise. 2031 soll die Sonde am Jupiter ankommen – am größten Planeten unseres Sonnensystems. Freude und Erleichterung bei der Europäischen Weltraumorganisation in Darmstadt. Angela Dietz, Leiterin Missionskontrolle „Juice“: „Heute Morgen sah es noch nicht ganz so gut aus. Das Wetter war also wieder bewölkt und es gab wieder Gewitterwolken in der Nähe und das ist echt eine Erleichterung, dass sich das noch aufgeklart hat und dass wir dann wirklich launchen konnten. Das fühlt sich sehr seltsam an für uns. Das ist jetzt wirklich, der fliegt. Also ganz toll.“ Bruno Sousa, Flugdirektor ESA : „Das ist die Mission der Jahrzehnte für ESA, das ist eine der größten Missionen überhaupt, die wir jemals durchgeführt hatten.“  Neben dem Jupiter liegt der Fokus der Reise auf drei der fast 100 Monde des Gasriesen. Die Sonde soll die Eismonde Europa, Ganymed und Kallisto umkreisen und erforschen. Unter den dicken Eisschichten vermuten die Wissenschaftler flüssiges Wasser. Für die Sonde heißt es dann: Daten sammeln. Daten, aus denen die Forscher Rückschlüsse auf die Entstehung des Sonnensystems und die Entstehung von Leben ziehen wollen. Doch vorher muss Juice ordentlich Schwung holen. Deshalb fliegt die Sonde erst noch einmal um die Venus, dann dreimal um die Erde, […]

  • Gestiegene Energiekosten belasten Hochschulen

    Gestiegene Energiekosten belasten Hochschulen

    Kürzere Öffnungszeiten in den Bibliotheken, eine längere Weihnachtspause, kalte Hörsäle. Angesichts der Energiekrise mussten auch die rheinland-pfälzischen Universitäten in den letzten Monaten kreativ werden. Energiesparen wo es geht, war die Ansage. Dass die Energiekosten trotzdem explodieren, war abzusehen. Jetzt erhalten die Hochschulen Unterstützung vom Land. Rund 8 Millionen Euro mehr werden in diesem Jahr auf der Energierechnung der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz stehen. Mit fast 12 Millionen Euro mehr hat die Rheinland-pfälzisch technische Universität Kaiserslautern-Landau zu rechnen. Alle 12 rheinland-pfälzischen Universitäten und Hochschulen müssen aktuell mehr Geld Energie ausgeben. Geld, das die Bildungseinrichtungen nicht mal eben aus der Portokasse nehmen können. Die rheinland-pfälzische Landesregierung springt ein und kommt zu 100% für die zusätzlichen Kosten durch gestiegene Energiepreise in den Jahren 2022 und 2023 auf. Denis Alt, SPD, Staatssekretär Wissenschaftsministerium: „Wir hatten einen gewissen Rückenwind von der Bundesebene durch die Preishilfen. Wir haben vor allem aber sehr viel Landesgeld in die Hand genommen, über 40 Millionen Euro für die Jahre 2022 und 2023 und haben es damit geschafft, dass Forschung und Lehre nicht leiden müssen unter hohen Energiekosten.“ Die finanzielle Last hat die Landesregierung den Universitäten genommen. Das Ziel, 15% Energie einzusparen, gibt sie aber weiter vor. An vielen Universitäten sind die Öffnungszeiten der Bibliotheken deshalb noch immer eingeschränkt, große Hörsäle werden nicht geheizt, die Beleuchtung wird gedimmt oder auf LED umgestellt. Große Energiefresser sind allerdings die teils sehr alten Gebäude, die nicht von jetzt auf gleich energetisch saniert werden können. Und schon jetzt ist der Investitionsstau an den deutschen Hochschulen beträchtlich. Der Wissenschaftsrat hat im letzten Jahr ermittelt, dass in Deutschland 60 Milliarden Euro für die Sanierung der Universitätsgebäude fehlen. Prof. Michael Jäckel, Präsident Universität Trier: „Und diesen Investitionsstau erleben wir ja überall. Also hätten wir beispielsweise schon eine Photovoltaikanlage, die uns pro Jahr eine Millionen Kilowattstunden produziert, hätten wir […]

  • Hessische FDP wirbt für synthetische Kraftstoffe

    Hessische FDP wirbt für synthetische Kraftstoffe

    Es war eigentlich schon beschlossene Sache: Ab 2035 sollten in der Europäischen Union keine neuen Autos mit Verbrennungs-Motor mehr zugelassen werden. Doch Volker Wissing, der Bundes-Verkehrsminister aus der Pfalz, ist noch einmal dazwischen gegrätscht. Sein Credo: Der Markt entscheide, welche Technologie sich durchsetze. Und so kämpft er für E-Fuels, synthetische Kraftstoffe, mit denen man Autos mit Verbrennungs-Motor klimaneutral bewegen kann. Unterstützung kommt auch aus Hessen. Der FDP-Spitzenkandidat, Stefan Naas, tankt heute schon den Sprit von übermorgen – zumindest für den Wahlkampf. Fortbewegung – umweltschonend und klimaneutral – synthetischer Kraftstoff speicherbar und überall verfügbar. Für die FDP ist das mehr als nur eine Vision. Stefan Naas tankt hier heute in seinen alten Diesel synthetischen Kraftstoff, der unter anderem aus Pflanzen gewonnen wurde und nahezu klimaneutral ist – sozusagen die Vorstufe der komplett CO2-neutralen E-Fuels. Stefan Naas, FDP-Spitzenkandidat Landtagswahl Hessen „Ja wir finden das eine große Chance, eine große Chance auch um die Verbrenner-technologie weiter am Laufen zu halten und weiter zu befördern, wir glauben, dass wir, wenn wir technologie-offen sind, dass wir dann auch natürlich weiter mit dem Diesel fahren können.“ Doch egal, ob synthetische Kraftstoffe aus Pflanzen oder aus Wasserstoff hergestellt werden, es wird dafür sehr viel erneuerbare Energie benötigt. Das kann zum Beispiel Strom sein, den Windräder oder Solaranlagen liefern. Mit diesem Strom kann aus Wasser durch eine sogenannte Elektrolyse Wasserstoff gewonnen werden. Dieser Wasserstoff lässt sich mit Kohlendioxid verbinden, der aus der Umgebungsluft genommen wird. Daraus entsteht am Ende unter anderem synthetisches Benzin, synthetischer Diesel und synthetisches Kerosin für Autos, Schiffe und Flugzeuge. Karsten McGovern, Geschäftsführer der Landesenergie-Agentur Hessen hält den Einsatz von E-Fuels in der Zukunft ebenfalls für sinnvoll – jedoch weniger im herkömmlichen Straßenverkehr. Karsten McGovern, Landesenergie Agentur  „E-Fuels sind wichtig für die Decabonisiseurng des Verkehrsbereichs, also um das klimaneutral zu machen, dadurch, dass sie aber […]

  • Start der ESA-Sonde zum Jupiter verschoben

    Start der ESA-Sonde zum Jupiter verschoben

    Es soll eine bahnbrechende Mission auf der Suche nach außerirdischem Leben werden: Am Nachmittag sollte die Raumsonde Juice – gesteuert aus dem europäischen Kontrollzentrum in Darmstadt – auf den langen Flug in Richtung Jupiter aufbrechen. Sollte – denn das Wetter hat den Forschern heute einen Strich durch die Rechnung gemacht. So hätte der Start heute aussehen können. Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, dann hätte sich die Juice jetzt schon im Weltraum auf eine acht Jahre lange Reise zum Jupiter gemacht. Dem größten Planten in unserem Sonnensystem. Doch aus Sicherheitsgründen musste der Start heute ausfallen. Bernhard von Weyhe, Pressesprecher ESA „Der Start der Ariane 5 Rakete heute musste verschoben werden, nicht aus technischen Gründen, sondern einfach weil es ein Rot gab für die Wetter Situation. Vor Ort in Kourou in Französisch-Guyana war ein relativ hohes Gewitterrisiko und es war wohl eine Gewitterzelle zu nah am Startplatz dran und dementsprechend wurde das in letzter Minute abgebrochen.“ Neben dem Jupiter selbst sind das Hauptziel drei der fast 100 Monde des Gasriesen. Ab 2031 soll die Sonde die Eismonde Europa, Ganymed und Kallisto umkreisen und erforschen. Unter den dicken Eisschichten vermuten die Wissenschaftler flüssiges Wasser. Die Forscher wollen wissen, ob dort Leben möglich ist oder war. Simon Plum, Leiter Missionsbetrieb ESA „Wir fliegen nicht dorthin, um zu zeigen, dass wir dort hinfliegen können, sondern wir fliegen dorthin, weil wir wirklich Sensordaten aufsammeln wollen von vielen verschiedenen Instrumenten. Und mit den Sensordaten in einer wirklich globalen Community, diese Daten der globalen Community zur Verfügung zu stellen. Die dann auch an Universitäten an Instituten diese Ergebnisse auswerten und dadurch neue Rückschlüsse auf die Entstehung des Sonnensystems, die Entstehung von Leben zu schließen.“ Doch dafür muss sich bis morgen das Wetter verbessern. Dann versucht die ESA erneut um viertel nach zwei die Juice auf die lange […]

  • Technik der Antike

    Technik der Antike

    In der Antike gab es sie nicht, die Trennung zwischen Technik und Kunst. Bei den alten Griechen zum Beispiel steht der Begriff „techne“ für alle Künste, ob Ingenieurs- oder Baukunst. Wissenschaft, Forschung und Kunst waren eins. Und in der Antike war man bereits erstaunlich weit mit Forschung und Wissenschaft. Ein Roboter? Kein Problem für die Römer! Das zeigt die Ausstellung ‚Maschinenraum der Götter‘ im Frankfurter Liebieghaus. Eine automatische Dienerin. Bereits im 3. Jahrhundert vor Christus wird sie in Texten erwähnt. Ein Roboter der Wein serviert. Auch im „Goldenden Haus“, dem Palast von Kaiser Nero servieren dreihundert Jahre später Roboter aus Bronze. In einem Speisesaal der sich Tag und Nacht dreht. Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann, Kurator der Ausstellung „Der drehende Bankettsaal des Kaiser Nero ist mehrfach beschrieben in den antiken Quellen, die uns gut überliefert sind. Die wir schon immer kannten. Also wir kannten die Phänomene aus den antiken Büchern, aber noch nicht das Original. Und das ist auch die Sensation, dass es dem französischen Archäologen gelungen ist, die Konstruktion und den Mechanismus wiederzuentdecken, der diesen Speisesaal angetrieben hat und am Ende dieses Umtrunks hat man nicht nur doppelt gesehen, sondern an einer ganz anderen Position, die wandert.“ Durch Funde des Unterbaus des „Goldenen Haus“ konnte der Antriebsmechanismus rekonstruiert werden. Drehende Speisesäle, bewegte Bilder. Und zwar nicht aus dem 19. Jahrhundert. Das Kino im alten Rom funktioniert wie ein kompliziertes Karussell. Auch das belegen Funde. Wie mehrere Skulpturen eines Kindes, das ein Rebhuhn jagt. Sie unterscheiden sich kaum. Die Wissenschaftler konnten das antike Kino-Karussell nachbauen. Es erzeugt die Illusion einer Figur, die sich tatsächlich bewegt. Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann, Sammlungsleiter der Antike im Liebieghaus „Es geht immer um das, was die Griechen die Mimesis genannt haben, nämlich die Illusion von Wirklichkeit. Die Sinne täuschen und Wissenschaft ist auch zum großen Teil, […]

  • Landeswettbewerb Jugend forscht

    Landeswettbewerb Jugend forscht

    Gipfeltreffen der besten Jungforscher in Rheinland-Pfalz. Die haben sich heute beim Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen getroffen, um beim Nachwuchswettbewerb Preise abzuräumen. Dabei zeigte sich: Nachhaltigkeit ist den Forschern von morgen besonders wichtig. Man nehme ein Blatt, verteile etwas Elektrolytlösung darauf, lege es zwischen zwei Objektträger und schließe Kabel an – auf diese Weise lässt sich tatsächlich Strom erzeugen. Das haben Baran und Elias aus Worms herausgefunden. Die Entdeckung haben sie bei Jugend forscht eingereicht. Baran-Kaan Mansur, 15 Jahre alt, Jugend forscht-Teilnehmer „Wir haben eben eine Vision. Wir würden gerne ein Gerät herstellen, das jeder benutzen kann und das ist mega günstig, was wir dann eigentlich an einem Baum befestigen können und dann könnte jeder, egal wo er ist, sein Handy aufladen an einem Baum und es wäre 100 Prozent klimaneutral, und wir denken, das ist einfach die Zukunft für erneuerbare Energie.“ Ein paar Stände weiter präsentieren Keerthna und Michelle eine Heizung, die mit einem speziellen Salz betrieben wird. Keerthna Chandrasekar, 15 Jahre alt, aus Koblenz „Bei der Reaktion mit Wasser wird halt Wärmeenergie freigesetzt und mit dieser Wärmeenergie wollen wir dann unser Heizungswasser erwärmen und es wäre dann auch so, dass die Reaktion sich auch wieder rückgängig machen lässt.“ 55 Grad warm wird das Wasser mit ihrer Erfindung. Ideal zum Beispiel für eine Fußbodenheizung. Beim Wettbewerb können die Jugendlichen mit Naturwissenschaften, aber auch Informatik und Technik punkten. Darunter ein treppensteigender Staubsaugerroboter aus dem 3D-Drucker. Für diese Erfindung räumt Benedikt Eberle aus Lahnstein gleich zwei Preise ab: Den 1. Platz in der Kategorie Technik und den Sonderpreis der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig. Im Fach Biologie kann sich Julian Hoidn aus Montabaur über den Sieg freuen. Bei seinem Projekt „Protein aus Plastikmüll“ hat er herausgefunden, dass Larven Styropor, auch Polystyrol genannt, fressen können. Genauer gesagt: Die Larve der Wachsmotte. Sie ist ein […]

  • Weitere Nachrichten im Überblick

    Weitere Nachrichten im Überblick

    Tarifverhandlungen mit der Bahn unterbrochen — Kosten für Teilchenbeschleuniger steigen weiter — Hessen prüft Drogenscanner in Gefängnissen — Römerausstellung doppelt erfolgreich Anmoderation: Bei einem Zusammenprall zwischen einem Auto und einem Kleinbus auf einer Landstraße bei Kefenrod im Wetteraukreis sind acht Menschen verletzt worden. Zwei davon – der 75-jährige Fahrer des Autos und seine elfjährige Beifahrerin – mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wie die Polizei berichtet soll das Auto aus noch unbekannten Gründen in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn geraten sein. Und damit zu weiteren Nachrichten von heute: Tarifverhandlungen unterbrochen In Fulda hat heute die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Deutschen Bahn bereits nach zwei Stunden vertagt. Wie die Gewerkschaft mitteilte, werde sie die Gespräche erst dann wieder aufnehmen, wenn die Deutsche Bahn ein Angebot vorlege. Die EVG fordert 12 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 650 Euro mehr pro Monat für die rund 180.000 Beschäftigten. Sie schloss Warnstreiks nicht aus. Die Deutsche Bahn kritisierte die frühe Unterbrechung der Verhandlungen. Die EVG sei nicht bereit gewesen über Inhalte zu sprechen. Kosten steigen weiter Die Internationale Teilchenbeschleuniger-Anlage in Darmstadt wird laut Medienberichten deutlich teurer. Zuletzt lag die geplante Investitionssumme bei rund 3 Milliarden Euro. Nun müssten der Bund und das Land Hessen insgesamt 600 Millionen Euro mehr zahlen als vorgesehen, damit es mit dem Bau weitergehen könne. Gründe für die höheren Kosten seien unter anderem die Folgen der Corona-Pandemie, die gestiegenen Energiepreise und der Ukraine-Krieg. Mit der Anlage soll die Entstehung des Universums erforscht werden. Außerdem können neue Anwendungen in Technik und Medizin entwickelt werden. Hessen prüft Drogenscanner Im Kampf gegen den Drogenschmuggel in den Justizvollzugsanstalten könnten bald auch in Hessen spezielle Scanner eingesetzt werden. Nach Angaben des Justizministeriums prüft das Land momentan, ob es sich dem bereits bestehenden Projekt von Rheinland-Pfalz anschließen soll. Der Drogenscanner war zunächst […]

  • WhatsApp der Antike – Trierer Forscher digitalisieren uralte Papyrus-Texte

    WhatsApp der Antike – Trierer Forscher digitalisieren uralte Papyrus-Texte

    An der Universität Trier schlummert ein Schatz. Und zwar aus Papyrus. Das war das Papier im Alten Ägypten. Mehr als ein Tausend Papyrus-Texte werden in Trier aufbewahrt. Damit Forscher weltweit einen einfachen Zugang zu ihnen bekommen, werden die Papyrus-Texte jetzt digitalisiert. Eine spannende Reise in die Lebenswelt der Antike. Prof. Patrick Reinard, Papyrologe Universität Trier „Papyri sind im Prinzip das Papier der Antike. Papyrus ist eine Kulturpflanze, die vor allem in Ägypten gewachsen ist und die man in Ägypten schon sehr früh, lange vor der griechisch-römischen Zeit, bearbeitet hat, und aus der Staude dieser Pflanze konnte man Papyrus-Schriftträger herstellen, die dann Jahrhunderte sehr, sehr wichtig waren. Nicht nur in Ägypten, sondern in der ganzen Mittelmeerwelt.“ Und genau diese Welt will Patrick Reinard genauer erforschen. Zunächst wählt er Papyri aus, die heute gescannt werden sollen. Prof. Patrick Reinard, Papyrologe Universität Trier „Ich habe hier noch zwei Briefe aus dem vierten Jahrhundert nach Christus, die wir auf jeden Fall auch scannen müssen. Es sind Briefe, die gut erhalten sind, und die Handschriften sind vergleichbar mit vielen der kleineren Fragmente, und da können wir die noch nicht so gut einordnen. Aber diese Briefe bieten sehr gutes Material.“ Das Material wird dann ins benachbarte Institut getragen. In die Geo-Informatik. Prof. Patrick Reinard, Papyrologe Universität Trier „Wir nehmen alle Texte momentan mit Hyper-Spektral-Kameras auf. Wir führen Scan-Arbeiten durch, um bestmögliche Abbildungen zu haben, die für die weitere Erforschung aber auch für den Einsatz in der universitären Lehre geeignet sind.“ Eine Hyper-Spektral-Kamera. Wo das menschliche Auge versagt, da geht es für diese Kamera erst so richtig los. Dr. Henning Buddenbaum, Geo-Informatik Universität Trier „Während das menschliche Auge nur drei Wellenlängenbereiche des elektromagnetischen Spektrums sehen kann, nämlich rotes, grünes und blaues Licht, kann dieser Scanner das Spektrum vom sichtbaren Licht bis zum nahinfraroten Licht in 160 verschiedene […]

  • Künstliche Intelligenz hilft bei Herstellung von Ahler Wurscht

    Künstliche Intelligenz hilft bei Herstellung von Ahler Wurscht

    Land und Leute kennenlernen, egal wo auf der Welt, das läuft immer auch übers Essen und Trinken. Auch in unserer Region, in Hessen oder Rheinland-Pfalz, hat jede Gegend ihr ganz eigenes Nationalgericht. Was dem Frankfurter sein Äbbelwoi und Handkäs und dem Pfälzer sein Saumagen, das ist dem Nordhessen seine Ahle Wurscht. „Ahle“ steht für alt – wegen der langen Reifung. Und genau bei diesem langen, aufwändigen Produktionsprozess soll nun künstliche Intelligenz helfen. Egal ob Stracke, Runde oder Feldkieker – die Ahle Wurscht hat in Nordhessen Kultstatus. Bis zu 50.000 von ihnen hängen hier im Caldener Wurschtehimmel. Ganz nach alter Machart – langsam gereift in traditionellen Lehmkammern und dadurch haltbar gemacht. Schlaues Rezept, könnte man sagen. Und jetzt kommt auch noch künstliche Intelligenz dazu. Katharina Koch, Metzgermeisterin „Also es geht um Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung usw. und wir haben mit viel ausprobieren und langjähriger Erfahrung jetzt herausgefunden, welche die optimalen Bedingungen sind für den Reifeprozess einer Ahlen Wurscht. Aber es ist halt ein komplexer Prozess, der von vielen Faktoren abhängig ist, auch vom Wetter usw. und es ist halt hilfreich, wenn man das mal irgendwie festhält, dieses Wissen, und dann raus auch Erkenntnisse ziehen kann.“ Das Ziel: Der Intuition und Erfahrung Daten zur Seite stellen. Die Sensoren in den Würsten unterstützen so die Sinne des Metzgers. Momentan lernt die KI noch, sie sammelt jede Menge Daten, erst später wendet sie ihr Wissen an, versucht Muster und Zusammenhänge zu erkennen, um am Ende der Handwerkerin unter die Arme zu greifen. Immanuel König, Informatiker Uni Kassel „Da steckt einfach super viel Wissen drin der Handwerker, die das schon Hunderte Jahre machen, die Nase ist ja schon super geschult, der riecht das. Jetzt muss jeden Tag jemand hier hoch, muss lüften muss schließen und das mehrmals am Tag. Da wär‘s natürlich toll, wenn man das […]

  • Neues Großrechenzentrum in Hanau

    Neues Großrechenzentrum in Hanau

    Frankfurt ist die Daten-Hauptstadt von Deutschland. Hier steht das fünftgrößte Rechenzentrum der Welt. Nun will die Nachbarstadt Hanau nachziehen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky gab dort heute gemeinsam mit dem französischen Unternehmen „Data4“ den Startschuss für ein neues Großrechenzentrum. Auf dem Gelände einer ehemaligen US-Kaserne rollen bereits auf über 20 Hektar die Bagger. Spätestens 2025 soll hier das erste Modul in Betrieb genommen werden, der gesamte Bau soll 2032 fertig sein. Über eine Milliarde Euro will „Data4“ hier investieren. Das französische Unternehmen betreibt bereits 29 Rechenzentren in Frankreich, Italien, Spanien, Polen und Luxemburg. Claus Kaminsky , SPD, Oberbürgermeister Hanau „Die Hanauerinnen und Hanauer profitieren zum einen durch eine stabile wirtschaftliche Lage ihrer Stadt mit ganz vielen Möglichkeiten, soziale, ökologische, kulturelle Standards. Zum anderen entstehen hier 500 Arbeitsplätze. Die kommen nicht nur Hanauerinnen und Hanauern zu Nutze, sondern der gesamten Region. Es wird eine Zusammenarbeit mit der TH Aschaffenburg, mit der TH Darmstadt geben und, und, und … Also es ist ein europäisches Projekt in Hanau, aber es nutzt der ganzen Region.“

  • Schüler wollen Satelliten ins All schicken

    Schüler wollen Satelliten ins All schicken

    Rund 5.500 aktive Satelliten umkreisen momentan die Erde. Mit dem nächsten Raketenstart vom amerikanischen „Kennedy Space Center“ wird wieder einer hinzukommen und der wurde nicht etwa von der NASA oder der ESA gebaut, sondern von Schulkindern aus dem hessischen Lich. Lagebesprechung in der „Weltraum-AG“ an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Lich. Bernhard Krenig verteilt die Aufgaben. Ein Prototyp soll zusammengebaut werden, außerdem müssen die Schüler noch recherchieren, mit welcher Lackierung ihr Satellit möglichst wenig Licht reflektiert, um die Teleskope auf der Erde nicht zu blenden. Routiniert gehen die Kinder aus den Jahrgangsstufen fünf bis zehn ans Werk. Seit mehr als zwei Jahren arbeiten sie daran, einen „Cube-Sat“, also einen zehn mal zehn mal zehn Zentimeter großen Satelliten ins Weltall zu schicken. Das dieses Ziel jetzt zum Greifen nah ist, erfüllt die Schüler sichtlich mit Stolz. Adriana Huf, 8. Klasse „Die meisten haben es mir nicht geglaubt und das ist auch kein Vorwurf, weil, ich glaube, ich selbst würde auch niemandem glauben, wenn mir jemand erzählen würde: Ey unsere Schule, wir schießen da einen Satelliten in den Weltall. Da würde ich auch sagen: Spinnst du?“ Pascal Wolf, 10. Klasse „Das ist ja mal etwas Einzigartiges. Das fand ich auch relativ cool, weil das habe ich jetzt noch nie gehört, dass das eine Schule gemacht hat. Die haben mal so einen Wetterballon hochgeschickt, das habe ich schon öfter mal gesehen, aber so was finde ich schon relativ krass, das ist schon einmalig. Das würde man vielleicht auch später bereuen, wenn man es nicht gemacht hätte.“ Angefangen hatte alles mit einer fixen Idee von Lehrer Krenig. Er hatte von „Cube-Sats“ gelesen und sich vorgenommen, das Projekt in einer AG umzusetzen. Einziges Problem: Der Startplatz in einer Rakete für einen solchen Nano-Satelliten kostet ca. 140.000 Euro. Bernhard Krenig, Physiklehrer Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich „Da haben wir dann wirklich […]

  • Universität Koblenz seit 1. Januar eigenständig

    Universität Koblenz seit 1. Januar eigenständig

    Die Universität Koblenz-Landau gibt es nicht mehr. Denn zum Jahreswechsel wurde der Zweckverband zwischen den beiden Standorten aufgelöst. Während die Uni Landau jetzt mit der in Kaiserslautern kooperiert, leitet die Universität Koblenz ihren Betrieb fortan eigenständig. Für die Uni ein wichtiger Schritt zur Stärkung von Studium, Forschung und Lehre. Doch der Neustart bringt auch so manche Herausforderungen mit sich. Vorlesung im Audimax der Universität Koblenz. Die Zahl der Studierenden hat sich hier in den letzten 20 Jahren verdoppelt – auf nunmehr über 9.400. Und es sollen noch mehr werden. Dank ausgebautem Studienangebot und weiteren Professuren. Die Zeichen stehen also auf Wachstum. Doch die Universität hat ein Platzproblem. Prof. Dr. Stefan Wehner, Präsident Universität Koblenz „Und das ist natürlich etwas, was jetzt sich ändern muss. Wir brauchen mehr Gebäude, mehr Raum, mehr Laborfläche, mehr Vorlesungssäle, mehr Büros. Kurzfristig werden wir’s über Anmietungen lösen, aber langfristig wünschen wir uns vom Land, dass hier eben ein Gebäude oder mehrere Gebäude steht.“ Grünes Licht gab es bereits von der Stadt Koblenz mit einem geänderten Bebauungsplan. Die zentrale Universitätsverwaltung, bisher in Mainz, zieht nun schrittweise nach Koblenz um. Kürzere Wege sollen künftig für mehr Tempo und eine bessere Abstimmung sorgen. Die Mittel aus dem Landeshaushalt seien zwar fair zwischen Koblenz und Landau aufgeteilt worden, durch die Trennung seien nun aber die Kosten für Buchlizenzen gestiegen. Prof. Dr. Stefan Wehner, Präsident Universität Koblenz „Das geht nach Köpfen der Studierenden. Und die Preise steigen nicht linear damit. Das heißt, für eine kleine Universität ist es teurer, die gleichen Bücher vorzuhalten, wie für eine große Universität. Das wird immer billiger, je größer sie werden. Und dadurch haben wir natürlich jetzt eine besonders angespannte Situation.“ Die neue Autonomie – sie bringt Vor- und Nachteile mit sich. Die Studierenden sind geteilter Meinung. Nina Littke, Lehramts-Studentin „Das einzige, was bei uns […]

  • Fast menschlich – Roboter Emah aus Kaiserslautern

    Fast menschlich – Roboter Emah aus Kaiserslautern

    In vielen Science-Fiction-Filmen sind sie eine Bedrohung: von uns programmierte, menschlich wirkende Roboter, die die Weltherrschaft anstreben. Das ist natürlich Blödsinn, aber der an der Technischen Universität Kaiserslautern entwickelte Roboter Emah, der sieht so menschlich aus, da kann einem schon ein wenig das Gruseln kommen. „Guten Tag, schön dich hier zu sehen“ Guten Tag zurück, Emah. Das rote Licht im Hinterkopf ist ein schlechtes Zeichen. Der Roboter ist zornig und zeigt uns das auch gleich! Da hilft nur eins, Emah braucht ein wenig Lob und die richtige Frage: Du bist doch bestimmt ein wahnsinnig intelligenter Roboter, oder etwa nicht? Emah, humanoider Roboter „Ja, ich glaube schon. Jedenfalls ist das eine schwierige Frage für mich zu beantworten. Aber ich habe einige Fähigkeiten. Zum Beispiel menschliche Emotionen verstehen, mathematische Berechnungen, Grammatikkorrekturen und so weiter. „ Emah übertreibt da etwas. Aber in Zukunft soll der Roboter diese Fähigkeiten besitzen. Die Menschen hinter all den Kabeln und Sensoren sind Karsten Barns und sein Assistent Sarwar Paplu. Seit 2006 entwickeln die Informatiker der Technischen Universität Kaiserslautern die Software für Roboter, die ausgesprochen menschlich wirken. Prof. Karsten Barns, Informatiker TU Kaiserslautern „Die Idee ist, dass der Roboter ganz natürlich mit dem Mensch interagieren soll, mit Mimik, mit Emotionsgesten beispielsweise, die er durch den Arm und die Hand darstellen kann, damit wir uns nicht an den Roboter anpassen müssen bei der Interaktion.“ Emah hat Kameras in den Augen, die so programmiert sind, dass sie ihr Gegenüber verfolgen können. Einen Smalltalk mit Informatiker Sarwar Paplu hat der Roboter schon drauf. „Wie ist das Wetter heute?“ – „Derzeit ist es 3 Grad Celsius in Kaiserslautern.“ Robin ist Emahs Vorgängerin. Der neue Roboter sieht deutlich menschlicher aus und er soll auch in Zukunft menschliche Tätigkeiten ausführen können. Emah, humanoider Roboter „Zum Beispiel sollen Service-Roboter im Haushalt helfen. Die Bedienung solcher […]

  • Granatäpfel sollen gegen Krebs helfen

    Granatäpfel sollen gegen Krebs helfen

    Gesunde Ernährung – ein ganz wichtiges Thema, das leider viel zu oft vernachlässigt wird. In Obst und Gemüse stecken jede Menge Vitamine und Spurenelemente, die unser Körper zum Funktionieren braucht. Wer viel davon isst, lebt in der Regel gesünder und bekommt weniger Krankheiten. In einer exotischen Frucht haben Forscher jetzt sogar einen Stoff entdeckt, der bei Krebstherapien helfen kann. Süß, lecker und sehr gesund. Wenn wir einen Granatapfel essen, bildet unser Körper ein Stoffwechselprodukt namens „Urolithin A“. Diese Substanz kann unser Immunsystem verjüngen – und dadurch sogar gegen Krebs helfen. Das haben Forscher des Georg-Speyer-Hauses in Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität herausgefunden. Das Team beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie Tumore es schaffen, nicht vom Immunsystem angegriffen zu werden. Dr. Dominik Denk, Erstautor der Studie „Und haben hierbei herausgefunden, dass ein Stoffwechselprodukt vom Granatapfel die Immunzellen verbessert und verstärkt, sodass diese den Tumor besser attackieren können und bekämpfen können und das gerade im Darmkrebs. Das ist insofern dann spannend, weil unsere Therapie nicht den Tumor selbst angreift, sondern das Immunsystem einfach verbessern soll, da wo es auch am meisten hakt bei vielen Tumorerkrankungen.“ Normalerweise entdeckt das Immunsystem eine entartete Zelle und bekämpft sie. Bleibt jedoch mal eine unentdeckt, kann sie sich vermehren – es entsteht Krebs. Ab einer bestimmten Größe kann der Tumor sich gegen das Immunsystem wehren. Ihn umgibt ein sogenanntes Tumormikromilieu – dieses schafft es, die Immunzellen gezielt zu unterdrücken. Der Tumor kann ungestört weiter wachsen. Hier kommt der von den Forschern entdeckte Stoff zum Einsatz: Er „verjüngt“ die Immunzellen sozusagen, damit sie sich gegen die Abwehr des Tumors durchsetzen und ihn bekämpfen können. Neben Chemo- und Strahlentherapie gibt es für Patienten mit bestimmten Krebsarten seit einigen Jahren auch vielversprechende Immuntherapien. Hier könnte der Stoff aus dem Granatapfel zum Einsatz kommen, erklärt der Leiter des […]