Wirtschaft

  • Flughafenbetreiber Fraport zieht Bilanz

    Flughafenbetreiber Fraport zieht Bilanz

    Corona war auch an Deutschlands größter Arbeitsstätte das beherrschende Thema der vergangenen zwei Jahre. Am Frankfurter Flughafen stand zu Beginn der Pandemie fast alles still und auch jetzt fliegen bei Weitem noch nicht so viele Menschen wie früher. Immerhin: Zuletzt sind die Passagierzahlen um ein Drittel gestiegen, aber vom Vor-Corona Niveau ist der Flughafenbetreiber Fraport noch meilenweit entfernt. Gähnende Leere am größten deutschen Flughafen. Der Grund ist heute allerdings nicht Corona, sondern ein Streik des Sicherheitspersonals. Gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di demonstrieren draußen Hunderte Flughafenkontrolleure für eine Lohnerhöhung. Guido Jurock, ver.di Hessen „Wir hoffen, dass morgen und übermorgen bei den Verhandlungen ein Ergebnis von den Arbeitgebern vorgeschlagen wird, ein Angebot gemacht wird, auf das wir auch realistischerweise eingehen können. Ansonsten haben wir noch mehr Luft zum Streiken, die Stimmung ist gut.“ Am Flughafen bedeutet der Streik: Fast jeder sechste Flug fällt aus, mehr als 20.000 Passagiere sind betroffen. Dennis König „Ich hab’s jetzt erst erfahren. Wahrscheinlich müssen wir dann jetzt nochmal über ’nen anderen Weg dann… also, wahrscheinlich umbuchen oder so.“ Antonia Beck „Ich hab‘ genug Zeit. Ich wusste, was auf mich zukommt, deshalb hab ich mal genug Zeit eingeplant.“ Nicht jeder sieht die Flugausfälle so entspannt. Den fast ganztägigen Streik hält der Flughafenbetreiber Fraport für überzogen. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender Fraport AG „Für originäre Passagiere ist ein Abflug heute nicht möglich und das ist schon ein sehr, sehr harter Eingriff. Wenn man auch weiß, wie nah die Verhandlungspartner beieinander sind, dann habe ich dafür kein Verständnis.“ Doch Flughafen-Chef Stefan Schulte hat auch erfreuliche Nachrichten. Fraport hat 2021 nach einem dicken Vorjahres-Minus einen kleinen Gewinn von knapp 83 Millionen Euro erzielt. Nach dem Rekordjahr 2019 mit erstmals über 70 Millionen Passagieren sorgte Corona für einen Einbruch auf 18,8 Millionen. Vergangenes Jahr waren es immerhin 6 Millionen mehr, doch immer noch deutlich […]

  • 50 Jahre Terminal 1 am Frankfurter Flughafen

    50 Jahre Terminal 1 am Frankfurter Flughafen

    Und jetzt gehen wir noch an Deutschlands größten Airport, den Frankfurter Flughafen. Auf den Tag genau heute vor 50 Jahren wurde Terminal 1 eröffnet. Das damals einzigartige Gebäude stieß im Lauf der Zeit an seine Grenzen und musste mehrfach ausgebaut werden. Zum Jubiläum blicken wir zurück und voraus. Von Anfang an herrschte ein wuseliges Treiben im damals modernsten Terminal Europas. Dichtes Gedränge am Tag seiner Eröffnung anno 1972. Ganze sieben Jahre hatte der Bau des Mammutprojekts gedauert. Erstmals von der Ankunft im neuen Regionalbahnhof bis zum Einchecken in den Flieger alles unter einem Dach. Wo im ersten Jahr 12 Millionen Passagiere gezählt wurden, waren es im Rekordjahr 2019 fast 60 Millionen allein im Terminal 1. Auch langjährige Mitarbeiter schwärmen bis heute vom zentralen Flughafenbau. Edgar Stejskal, ehemaliger Aufsichtsrat Fraport „Das Terminal selbst ist sozusagen der Kern, wo sich Menschen begegnen, sich vielerlei Länder und Kulturen kennenlernen. Und von daher ist das natürlich eine faszinierende Anlage.“ Wolfgang Schwalm, ehemaliger Fraport-Sprecher „Was mich in erster Linie erstaunt, ist die Tatsache, dass dieses Gebäude heute immer noch zeitgemäß wirkt. Nach 50 Jahren Betrieb.“ Die automatische Gepäckförderanlage war damals weltweit einmalig und ist inzwischen auf eine Länge von 80 Kilometern angewachsen. Doch heutzutage verlangt der Fluggast mehr, als nur schnell zu seinem Gate zu kommen. Inzwischen gibt weit über 100 Geschäfte und Restaurants allein im Terminal 1. Der Einzelhandel, in Fachkreisen „Retail“ genannt, wirft heute doppelt so viel ab wie der reine Transport. Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Frankfurt University of Applied Sciences „Der Retail-Bereich ist für den Flughafen extrem wichtig. Also hier wird eigentlich jetzt das Geld verdient. In dem reinen Aviation-Bereich, also dem Luftverkehr, kann man leider gar nicht mehr so gut Geld verdienen.“ Das Terminal hat aber auch schon schlechtere Zeiten gesehen. Vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie herrschte dort gähnende Leere. […]

  • Treibstoffpreise bremsen Spediteure aus

    Treibstoffpreise bremsen Spediteure aus

    Der Krieg in der Ukraine treibt bei uns die Kraftstoff- und Gaspreise in die Höhe. Das trifft insbesondere die Transportbranche, die uns mit den täglichen Verbrauchsgütern versorgen. Schlagartig sind selbst jene Speditionen von Existenzängsten betroffen, die auf alternative Antriebe setzen. Mit tiefgekühltem Flüssiggas angetriebene LKW, das galt bis vor kurzem als die kostengünstige und klimafreundliche Alternative zum Diesel. Alexander Steinberg hat für seine Spedition nahe Limburg in den vergangenen Jahren 50 Gasfahrzeuge angeschafft. Vergangenen Dezember hat das Transportunternehmen für über eine Million Euro eine eigene Tankstelle gebaut. Doch inzwischen sind die Kosten für Flüssiggas, kurz LNG, dermaßen explodiert, dass die Spedition trotz voller Auftragsbücher in ihrer Existenz bedroht ist. Alexander Steinberg, Spedition Edgar Graß „Das ist eine wirklich perfide Situation. Wir haben einen vernünftigen Kundenstamm, haben solvente Kunden. Ich habe nur eine Kostenart und das sind nun mal die Spritkosten, fie dermaßen aus dem Ruder laufen, dass das ganze Finanzierungskonzept wie ein Kartenhaus in sich zusammenklappt.“ Anfang Februar lag der LNG-Preis pro Kilo noch unter 2 Euro, bis April dürfte er laut Experten auf über 4 Euro ansteigen und wäre damit fast doppelt so teuer wie beim zuletzt auf Rekordhöhe geschossenen Diesel. Sollten durch den Krieg in der Ukraine weitere Sanktionen ausgesprochen werden, dürften Gas und Kraftstoffe noch knapper und teurer werden. Zuletzt drohte Russland, dem Westen den Gashahn ganz abzudrehen. Und Alternativen dürften schwer zu finden sein, denn andere internationale Lieferanten stoßen bereits jetzt an ihre Grenzen. Kurz vor Kriegsbeginn hatte Alexander Steinberg eigentlich zehn weitere Flüssiggas-LKW geordert, diese aber jetzt kurzerhand abbestellt. Nun will er in den sauren Apfel beißen und lieber auf Diesel zurückgreifen. Alexander Steinberg, Spedition Edgar Graß „Für den April werden wir unsere 50 LNG-Autos an die Seite stellen. Ich suche gerade händeringend in ganz Deutschland Dieselzugmaschinen, die wir ab April ersatzweise einsetzen können. Wenn […]

  • Transportgewerbe erwartet Unterstützung von der Politik

    Transportgewerbe erwartet Unterstützung von der Politik

    Eva Dieterle spricht mit dem Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Prof. Dirk Engelhardt Eva Dieterle, Moderatorin: Guten Abend. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher BGL: Guten Abend. Dieterle: Herr Engelhardt, das Transport-Gewerbe leidet massiv unter den explodierenden Treibstoff-Preisen. Was erwarten Sie in dieser Situation von der Bundesregierung? Immerhin besteht der Dieselpreis zu mehr als der Hälfte aus Steuern und Abgaben! Engelhardt: Ich habe eine solche Situation, wie wir sie im Moment haben, im Markt noch nie erlebt. Wir brauchen im Moment händeringend Unterstützung für das mittelständische deutsche Transportgewerbe. Ich habe die ganzen Corona-Wellen jetzt mitgemacht, kann aber sagen, die Lage war noch nie so angespannt wie im Moment. Die extremen Preissprünge im Diesel fressen schlichtweg die Liquidität unserer Mittelständler auf. Viele Unternehmen sagen, sie können so nicht weiter am Markt agieren und sie sind gezwungen, ihre Fahrzeuge stehenzulassen. Und deswegen brauchen wir hier dringend temporär, das heißt zeitlich begrenzt Unterstützung seitens der Politik. Dieterle: 7 Prozent aller auf unseren Straßen eingesetzten LKW-Fahrer sind Ukrainer. Verschärft sich durch den Krieg in ihrem Land der Fahrer-Engpass – den es bei uns sowieso schon gab – jetzt so richtig? Engelhardt: Der Fahrermangel ist ein aktuell akutes Problem. Unabhängig vom Ukrainekrieg fehlen in Deutschland 80.000 Fahrer, Tendenz weiter steigend. Jedes Jahr kommen 15.000 weitere fehlende Fahrer hinzu. Erschwert wird das Ganze jetzt durch die Ukrainekrieg. Das sind vornehmlich polnische Frachtführer, die ihre Transportdienstleistungen in Europa anbieten, und allein in Polen sind 103.000 Ukrainer beschäftigt. Ungefähr bei jedem dritten polnischen und litauischen Fahrzeug, was in Deutschland eingesetzt wird, ist ein ukrainischer Fahrer im Einsatz. Wenn die jetzt noch wegbrechen, belastet das die Transportketten zusätzlich. Das Hauptproblem, was wir aber aktuell haben, ist eben nicht der Fahrermangel. Das ist auch ein ganz, ganz wichtiges Thema, aber im Moment sind wir ganz akut von den explodierenden Dieselpreisen betroffen […]

  • Explodierende Benzinpreise treffen Pendler und Verbraucher

    Explodierende Benzinpreise treffen Pendler und Verbraucher

    Der russische Angriff auf die Ukraine und die Wirtschaftssanktionen gegen Moskau bekommen auch die Verbraucher in Hessen und Rheinland-Pfalz zu spüren. Der Ölpreis ist auf dem höchsten Stand seit 14 Jahren und der Gaspreis ist um ganze 60 Prozent gestiegen. Die Folge sind neue Rekorde an den Tankstellen. Experten fordern jetzt die Politik zum Handeln auf. Wo man auch hinschaut: Die Preise für Benzin und Diesel steigen immer weiter. Wer in diesen Tagen seinen Wagen volltanken will, muss tief ins Portemonnaie greifen. Wie hier in Frankfurt ist der Preis nahezu überall über zwei Euro pro Liter. Und das ohne Aussicht, dass es in den kommenden Wochen wieder abwärts geht. Michael Faust, Lkw-Fahrer „Da muss man ja mehr verdienen, aber wir verdienen nicht mehr. Die Preise steigen und verdienen tun wir nicht mehr. Der Lohn bleibt gleich und die Ausgaben: Immer höher.“ Jutta Seitz-Clement „Ich kann es mir leisten, immer noch. Sonst würde ich nicht weiter fahren. Und Ansonsten sage ich: Die Ökosteuer muss weg.“ Begründet werden die horrenden Preise mit dem Krieg in der Ukraine. Dass die USA als mögliche weitere Sanktion davon sprechen, den Import von russischen Öl zu stoppen, hat die Preise heute noch einmal in die Höhe schnellen lassen. Die Händler spekulieren also mit einer möglichen Rohstoffknappheit. Die Folge dürfte nicht nur an den Tankstellen zu spüren sein. Auch Heizen und Strom dürften deutlich teurer werden. Und nicht zuletzt haben die Spritpreise Auswirkungen auf die Spediteure. Wenn der Transport von Waren teurer wird, werden es die Waren selbst auch – die Inflation wird weiter angeheizt. Die Politik könnte an einigen Stellschrauben drehen, um die Preise nicht ständig weiter steigen zu lassen, nämlich an dem Teil des Preises, der politisch bestimmt wird – den Steuern und Abgaben – und somit die Folgen für die Verbraucher zumindest etwas abfedern. […]

  • Es darf wieder getanzt werden

    Es darf wieder getanzt werden

    Tanzen und feiern – für viele Jugendliche und junge Erwachsene gehört das eigentlich zum Leben dazu – doch in Pandemie-Zeiten war das oft nicht möglich. Seit Freitag ist das endlich wieder anders, denn da sind die neuen Lockerungen des Corona-Stufenplans in Kraft getreten. Dadurch dürfen in Hessen und Rheinland-Pfalz die Clubs und Diskotheken dürfen wieder öffnen. Feiernde müssen geimpft oder genesen sein und zusätzlich einen Booster oder einen aktuellen Coronatest nachweisen. Für viele Clubbesitzer ein lang herbei gesehnter Tag, denn in den vergangenen zwei Jahren durften sie ihren Betrieb nur für wenige Wochen überhaupt öffnen. Endlich wieder tanzen bis spät in die Nacht. Den Gästen des Mainzer Rockclubs „Caveau“ sieht man an: Das Feiern hat ihnen in den letzten zwei Corona-Jahren ziemlich gefehlt. Angelina Weber „Bei mir war die ganze Studiumszeit Corona und jetzt kann ich endlich einen Mainzer Club besuchen.“ Jan Pastor „Also, wir Studenten haben seit zwei Jahren immer alle Regeln befolgt, wir haben uns impfen lassen, dreimal, wir testen uns dreimal die Woche mindestens, und es ist einfach schön, mal wieder das alte Gefühl zu haben, dass es so ist, wie damals.“ Drei Stunden zuvor. Besitzer Wieland Wittmeier brieft seine Mitarbeiter für die Wiedereröffnung. Nach der langen Schließung fehlt die Routine. Die meisten Angestellten konnte Wittmeier zum Glück behalten. Trotzdem startet er mit gemischten Gefühlen in den Abend. Wieland Wittmeier, Besitzer „Caveau“ Mainz „Wir können endlich wieder aufmachen – zwei Jahre zu mit sechs Wochen Unterbrechung – und können endlich wieder eine Party machen. Gleichzeitig hab ich kein gutes Gefühl wegen dieser Ukrainekrise. Ich hab‘ es auch auf Facebook geschrieben, dass ich irgendwie, ja, Kopf gegen Herz gerade geht ein bisschen. Aber ich glaub‘ auch, dass es wichtig ist, dass man mal den Kopf frei kriegt, dass man mal was unternimmt, dass man mal weggeht.“ Dass für […]

  • Ukraine-Krieg belastet Aussichten der Lufthansa

    Ukraine-Krieg belastet Aussichten der Lufthansa

    Die Lufthansa hat auch im vergangenen Jahr wieder einen Milliardenverlust eingefahren. Nach einem Minus von 6,7 Milliarden Euro im Jahr 2020 lag der Fehlbetrag im abgelaufenen Geschäftsjahr aber nur noch bei 2,2 Milliarden Euro. Ein deutlicher Aufwärtstrend also. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie und Dauerkrise wollte der Kranich in diesem Jahr eigentlich wieder richtig durchstarten. Doch wegen des Kriegs in der Ukraine drohen der Lufthansa weiterhin schwierige Zeiten. Corona, Corona und nochmals Corona: Für die Lufthansa waren die vergangenen zwei Jahre die bislang schwierigsten ihrer Nachkriegs-Geschichte. Doch inzwischen zieht es die Menschen offenbar wieder in die Ferne: Ein starkes viertes Quartal 2021 und der Blick in volle Auftragsbücher sorgen bei Lufthansa-Chef Carsten Spohr für Optimismus. Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender Lufthansa AG: „Nach zwei Jahren weltweiter Pandemie, die mit zahlreichen Reisebeschränkungen verbunden waren, ist der Nachholbedarf an Freizeit- und Geschäftsreisen. Die Menschen wollen wieder reisen. Wir erwarten da ein starkes Wachstum für all unsere Group-Airlines im Frühjahr. Und ein noch stärkeres Wachstum in den Sommermonaten. Schon jetzt ist die Nachfrage nach Flügen zu Ostern und in den Sommermonaten enorm hoch. Die Zahl der Neubuchungen liegt schon bei fast 85 % des Vorkrisen-Niveaus.“ Erklärtes Ziel der Lufthansa: Am Ende des Jahres wieder schwarze Zahlen schreiben. Für Luftfahrt-Experten durchaus möglich – aber alles andere als sicher. Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Frankfurt University of Applied Sciences: „Es bleibt einfach sehr spannend und schwierig. Weil – Corona ist noch nicht fertig. Es kann natürlich auch im nächsten Herbst wieder ne neue Welle kommen. Und die aktuelle Weltsituation drückt natürlich auch auf die Stimmung der Konsumenten.“ Zwar macht das Geschäft mit Russland- und Ukraine-Flügen nur etwa ein Prozent des Gesamtumsatzes bei der Lufthansa aus. Sollten der Krieg und die Sanktionen gegen Russland aber die Energiepreise immer weiter steigen lassen, könnte sich das nicht nur auf die Kaufkraft der […]

  • Hoch stellt Corona-Lockerungs-Fahrplan vor

    Hoch stellt Corona-Lockerungs-Fahrplan vor

    Obwohl die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiterhin hoch ist, haben Bund und Länder im Februar beschlossen, die Schutzmaßnahmen stufenweise zu lockern. Die Zugangsbeschränkungen im Einzelhandel und viele Kontaktbeschränkungen für Geimpfte und Genesene sind bereits weggefallen. Die zweite Stufe der schrittweisen Öffnung steht jetzt am Freitag an und in Rheinland-Pfalz fiebern vor allem Gastronomen und Hoteliers der neuen Freiheit entgegen. Der März ist für die Betreiber des Mainzer Parkhotels normalerweise ein Monat zum durchschnaufen. Zwischen dem anstrengenden Fastnachtsgeschäft und dem Ansturm an Ostern war es hier immer ein bisschen ruhiger. Nur: von dieser Ruhe haben Julia Barth und ihr Team in der Pandemie mehr als genug gehabt. Nachdem das Fastnachtsgeschäft in diesem Jahr erneut ins Wasser gefallen ist, bauen sie hier jetzt auf die Lockerungen, die am Freitag in Kraft treten, denn dann gilt in Hotels statt 2G nur noch 3G. Dann dürfen auch wieder Ungeimpfte mit einem negativen Corona-Test hier übernachten. Julia Barth, Leitung Favorite Parkhotel Mainz „Es ist natürlich schon mal ein kleiner Schritt mit 3G gemacht. Wir freuen uns, gerade wirtschaftlich, im Tagungsbereich, im Hotelbereich natürlich auch. Es ist besonders wichtig die 3G-Regelung.“ Die gilt ab Freitag nicht nur in Hotels, sondern auch in Gaststätten; das hat der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch heute verkündet. Darüber hinaus gibt es weitgehende Lockerungen für alle. Clemens Hoch, SPD, Gesundheitsminister Rheinland-Pfalz „Für alle Menschen gilt, im normalen gesellschaftlichen Leben, immer dann, wenn ich eine Kontrollstelle habe, an der mein Impfstatus oder mein Teststatus überprüft wird, gilt danach wieder weitestgehend Normalität. Wenn Sie also ins Restaurant gehen werden Sie also nach dem Impf- oder Teststatus kontrolliert, brauchen danach aber dann keine Maske mehr.“ Clubs und Diskotheken dürfen ab Freitag endlich wieder öffnen. Für sie gilt dann die 2G+-Regel. Eingelassen werden also nur Geimpfte und Genesene, die einen negativen Corona-Test oder eine Boosterimpfung nachweisen können. […]

  • Der Krieg in der Ukraine belastet die Wirtschaft

    Der Krieg in der Ukraine belastet die Wirtschaft

    In der Ukraine tobt der Krieg. Auch heute haben uns wieder dramatische Bilder erreicht. Am Morgen hat es erneut schwere russische Angriffe gegeben. Außerdem soll ein kilometerlanger Konvoi aus russischem Militärfahrzeugen vor der Hauptstadt Kiew stehen – so zeigen es Satellitenbilder. Beobachter rechnen mit einer weiteren Eskalation. Hier in Deutschland bereitet man sich parallel auf Kriegsflüchtlinge vor. Außerdem gibt es viele Spenden – und Hilfs-Aktionen. Und auch die Unternehmen hier sind in großer Sorge. Dieser Krieg wird auch unmittelbare Auswirkungen auf sie haben. Nach der ohnehin sehr angespannten Situation durch Corona, Chip-Mangel und explodierende Energie-Preise verschärft sich die Lage jetzt nochmals. Experten warnen bereits, dass Liefer-Ausfälle bei wichtigen Rohstoffe aus Russland wie Nickel und Aluminium weitere Störungen in den Lieferketten, zum Beispiel in der Automobil-Produktion, auslösen können. Wir reden gleich darüber mit dem Haupt-Geschäftsführer der Landes-Vereinigung der Unternehmer-Verbände in Rheinland-Pfalz – mit Karsten Tacke – doch zuerst sind wir in Sembach bei Kaiserslautern. Der Krieg in der Ukraine ist auch in Sembach zu spüren. Hier produziert die Unternehmensgruppe Heger seit 1902 die verschiedensten Gussteile – wie sie zum Beispiel für Motoren und Windkraftanlagen gebraucht werden. Gerade Windkraftanlagen würden immer wichtiger werden – auch wegen des Krieges. Johannes Heger, Geschäftsführer HegerGuss: „Was wir hier sehen sie Gussteile für die Freiheit – es sind Rotornaben für neue Windränder, und wenn diese Windräder Strom erzeugen, dann müssen wir weniger Strom aus Russland importieren.“ Doch diese Zukunftsvision helfe in der Gegenwart nicht – denn der steigende Strompreis bereitet auch HegerGuss steigende Sorgen. Johannes Heger, Geschäftsführer HegerGuss: „Wir schmelzen mit Strom. Das Gießen ist arbeitsintensiv und energieintensiv. (…) Das macht in einem Monat bei uns zuletzt im letzten Jahr etwa 150.000 aus, aber das ist im Januar schon angestiegen auf 500.000 Euro.“ Durch diesen Strompreis sei es unmöglich, lange weiter zu produzieren. Die Arbeitsplätze des […]

  • Streit um queere Weinkampagne

    Streit um queere Weinkampagne

    Queer – das ist ein Sammelbegriff für all diejenigen Menschen, die nicht heterosexuell sind. Laut Umfragen trifft das in Deutschland auf mehr als sieben Prozent in der Bevölkerung zu. Das entspricht rund 6 Millionen Menschen, die zwar überall in der Gesellschaft vertreten, aber nicht überall auch sichtbar sind. Die Rheinland-Pfälzische Landesregierung wollte deshalb jetzt ein besonderes Augenmerk auf die queeren Weinerzeuger im Land werfen und hat dabei mehr Gegenwind bekommen als erwartet. 11 Hektar Reben bewirtschaftet das Weingut Boudier Koeller im Rheinland-Pfälzischen Stetten. Hier werden Weißweine und Rosé erzeugt, es gibt eine Gastronomie und Platz für Hochzeiten und andere Veranstaltungen. Robert Boudier und Elmar Koeller betreiben das Weingut seit mehr als zehn Jahren und machen kein Geheimnis daraus, dass sie schwul sind. Eigentlich sollte das im Jahr 2022 selbstverständlich sein, aber: Elmar Köller, Winzer „Die Weinwelt ist sehr, sehr konservativ. Das liegt natürlich an diesen Mehrgenerationen-Modellen, die ja Geschäftsprinzip vieler Weingüter sind und insoweit haben natürlich auch viele Weingüter oder Weinmacher Angst, queer zu erscheinen. Das haben wir nicht. Wir haben das vor fast zwölf Jahren gestartet. Bei uns war jedermann klar, dass wir schwul sind.“ Zwei ihrer Weine haben die Winzer jetzt nach Mainz geschickt, denn da hat David Profit, der Landesbeauftragte für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Landesregierung die Initiative „QueerWein Rheinland-Pfalz“ gestartet. David Profit, B90/Grüne, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration „Bei repräsentativen Anlässen verschenke ich Wein und die Weine, die ich aussuche, die erzählen alle eine Geschichte. Und mir ist aufgefallen, dass ich keinen Wein bislang verschenkt habe, von queeren Winzerinnen oder Winzern, also von schwulen oder lesbischen oder transidenten Winzerinnen und Winzern, und das wollte ich ändern.“ Dafür können alle queeren Winzer des Landes ihre Weine einschicken. Das Ministerium will sich dann für einen der Bewerber entscheiden und 500 Flaschen ankaufen. Eine eigentlich kleine […]

  • Wirtschaft wegen Ukraine-Krieg im Krisenmodus

    Wirtschaft wegen Ukraine-Krieg im Krisenmodus

    Dass dieser Krieg nicht weit weg von uns ist, sieht man zum einen beim Blick auf die Landkarte. Die Luftlinien-Distanz von Mainz oder Wiesbaden nach Kiew ist zum Beispiel kleiner als die nach Portugal. Zum anderen ist da die Unsicherheit bei Verbrauchern und Unternehmen beim Thema Energie. Russland könnte als Gegenmaßnahme für die Sanktionen der EU den Erdgaspreis erhöhen oder Lieferungen aussetzen. Wie es dann weitergeht, weiß zum jetzigen Zeitpunkt keiner so wirklich – auch nicht das größte Unternehmen in Rheinland-Pfalz, die BASF in Ludwigshafen. Großer Gewinn, aber keine große Freude bei Martin Brudermüller. Der Chef der BASF verkündet heute mehr als 5 Milliarden Euro Gewinn für das laufende Geschäftsjahr und doch: Die Unsicherheit aufgrund des Ukraine-Krieges ist groß, obwohl der Umsatz der BASF in den betroffenen Staaten gering ist. Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender BASF: „Die Geschäfte in der Ukraine und Russland, das ist für Russland ein Prozent des BASF-Umsatzes und für die Ukraine 0,2 Prozent des Umsatzes. Da sind die Märkte natürlich nicht so groß, dass die einen größeren Einfluss auf uns haben können. Ich glaube, was man sagen kann ist, dass die Energiepreise sicherlich mittelfristig eher höher bleiben und sich nicht schnell erholen werden. Wie sich das dann wirtschaftlich auswirkt, ich glaube, das ist noch nicht abzusehen. Ich glaube, wir müssen jetzt einfach ein paar Tage warten, bis wir wissen, was das Sanktionspaket ist.“ Ein endgültiger Stopp der Nordstream-2-Gaspipeline hätte auch unmittelbare Auswirkungen auf die BASF, die mit ihrem Tochterunternehmen Wintershall Dea an dem Projekt beteiligt ist. Noch ist die Energieversorgung in Rheinland-Pfalz und Hessen nach Einschätzung von Experten aber nicht gefährdet und auch einen kurzfristigen Preisanstieg müssten viele Unternehmen erstmal nicht befürchten. Horst Meierhofer, Geschäftsführer Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen / Rheinland-Pfalz: „Weil man ja über Monate oder oft auch über Jahre Lieferbeziehungen hat und auch die […]

  • Stadt Hanau übernimmt Spielzeugladen

    Stadt Hanau übernimmt Spielzeugladen

    Ein-Euro-Shops, Handyläden, Nagelstudios – solche Läden prägen mittlerweile das Bild vieler Innenstädte. Ziemlich öde, finden viele Einwohner und oft auch die Städte selbst. In Hanau setzt man offenbar viel daran, um das zu verhindern. Damit ein traditionsreiches Spielzeuggeschäft in der Innenstadt bleibt, hat die Stadt es einfach selbst gekauft und will es künftig auch selbst betreiben. Die Stadt als Spielzeughändler? Klingt ungewöhnlich und kommt nicht überall gut an. Bunt und verspielt. Der Spielzeugladen Brachmann ist über Generationen hinweg in Hanau bekannt, ein Farbklecks in der Innenstadt. Im Sommer machen die jetzigen Betreiber nach drei Jahrzehnten Schluss, aus Altersgründen. Ihr letzter Wunsch: Edgar Lülow, Inhaber Spielzeugladen Brachmann: „Für uns war absolut vorrangig, dass das Spielwarengeschäft weiter betrieben wird. Die 175-jährige Tradition, die wollten wir halt weitergeführt wissen.“ Doch die Suche nach einem Nachfolger verläuft zunächst ohne Erfolg. Die Inhaber wenden sich an die Stadt Hanau und es kommt zu einer ungewöhnlichen Lösung: Denn auch die Stadt will ihr buntes Aushängeschild nicht verlieren und kauft das Gebäude kurzerhand selbst. Ab Juli soll die stadteigene Marketinggesellschaft den Spielwarenladen betreiben. Aus Sicht von Oberbürgermeister Claus Kaminsky tut das der gesamten Innenstadt gut. Claus Kaminsky (SPD), Oberbürgermeister Hanau: „Hier nicht einfach mit anzusehen, wie Nutzungen entstehen, wie wir sie schon vielfach in der Stadt haben, wie wir sie auch nicht mehr brauchen, das war sozusagen das Motiv für die Stadt zu sagen: ‚Danke, Herr Lülow, dass sie auf uns zugekommen sind. Und jetzt lassen sie uns reden, wie wir an diesem attraktiven Standort Zukunft ein Stück gestalten können.‘“ Möglich macht die Übernahme ein Vorkaufsrecht, das sich die Stadt 2019 selbst eingeräumt hat. Damit sollen Spekulanten abgehalten und das Bild der Innenstadt beibehalten werden. Kritik kommt vom Bund der Steuerzahler. Der Kauf des Spielzeugladens verzerre den Wettbewerb unter den Händlern und sei zudem riskant. Joachim Papendick, […]

  • Ukraine-Krise belastet Wirtschaft in Rheinland-Pfalz

    Ukraine-Krise belastet Wirtschaft in Rheinland-Pfalz

    Nachdem Russland die Separatistengebiete in der Ostukraine rechtswidrig als unabhängige Staaten anerkannt hat und mit Truppen unterstützen will, hat die Ukraine heute angekündigt, den Ausnahmezustand auszurufen. Die Europäische Union berät über erste Sanktionen gegen Russland. Hierzulande machen sich hessische und rheinland-pfälzische Unternehmen Sorgen wegen der Zuspitzung des Konflikts. Denn mögliche Sanktionen könnten den Im- und Export kräftig durchschütteln.

  • Ukraine-Krise belastet Wirtschaft – im Interview: Karsten Tacke

    Ukraine-Krise belastet Wirtschaft – im Interview: Karsten Tacke

    Über die angespannte Lage spricht Eva Dieterle mit Karsten Tacke, dem Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmerverbände in Rheinland-Pfalz. Eva Dieterle, Moderatorin: Guten Tag, Herr Tacke! Karsten Tacke, Landesvereinigung Unternehmerverbände RLP: Ich grüße Sie. Hallo! Dieterle: Herr Tacke, wie bedrohlich ist der Ukraine-Konflikt für die Unternehmen in Rheinland-Pfalz? Tacke: Es erfüllt uns zunächst natürlich immer mit Sorge, wenn auf europäischem Boden eine Grenzziehung mit Gewalt wieder möglich zu sein scheint. Böse ist so was natürlich selbstverständlich immer für beide Seiten, sowohl für die Bevölkerung vor Ort als auch für unsere Mitarbeiter der Unternehmen, die dort vor Ort sind. Aber auch natürlich für die Lieferketten hier. Unsere Unternehmen liefern in die Ukraine wichtige Produkte der Daseinsvorsorge, die reichen von Landmaschinen bis zu Medikamenten. Ich sage immer: Für beide Seiten ist das sehr unschön. Dieterle: Wie schwer wird denn die Wirtschaft durch die Sanktionen belastet, die die Europäische Union jetzt durchsetzen will? Tacke: Sanktionen sind immer eine Belastung für die Wirtschaft. Allerdings glaube ich, dass in einem ersten Schritt die Wirtschaft in ihrer vollen Breite noch nicht betroffen wird. Umso mehr setzen wir unsere Hoffnung jetzt sehr umfangreich auf die Diplomatie und hoffen hierzu auf eine sehr befriedigende Lösung für alle Seiten. Am Ende des Tages schaden Sanktionen beiden Seiten. Dieterle: Viele Unternehmen blicken mit Sorge auf die Energiepreise. Die sind jetzt schon sehr hoch. Was befürchten Sie für die Zukunft, sollte sich die Lage weiter zuspitzen? Tacke: Die Energiepreise sind in der letzten Zeit schon besorgniserregend gestiegen. Durch diese Krise werden sie weiter steigen. Das erhöht den Druck auf die Unternehmen. Steigende Energiekosten belasten unsere Wirtschaft sehr. Hier wird sich der Handlungsdruck auf die Politik erhöhen, schnell für energiepreisesenkende Maßnahmen zu sorgen. Dieterle: Vielen Dank Harr Tacke für das Interview! Tacke: Gerne!

  • Stellantis legt Jahresbilanz vor

    Stellantis legt Jahresbilanz vor

    Vor wenigen Wochen noch gab es wieder einmal negative Schlagzeilen zu Opel. Da versuchte der Mutterkonzern Stellantis das Werk in Rüsselsheim aus dem Konzern auszugliedern, doch der Plan scheiterte an heftigen Protesten. Umso spannender ist die Frage, wie der Konzern eigentlich dasteht. Heute hat Stellantis seine erste Jahresbilanz vorgelegt und die fällt überraschend aus – überraschend gut. Genau genommen fällt sie sogar sehr gut aus. Der erst vor einem Jahr gebildete Autoriese Stellantis machte 2021 einen Gewinn von 13,4 Milliarden Euro. Damit übertrifft der Opel-Mutterkonzern auch die optimistischsten Erwartungen. Anfang 2021 war Stellantis aus einer Fusion von Peugeot-Citroen und Fiat-Chrysler hervorgegangen. Die starken Zahlen sind auch deshalb bemerkenswert, weil das vergangene Jahr auch Probleme mit sich brachte. Jürgen Pieper, Autoanalyst Bankhaus Metzler „Selbst wenn wir Russland mal kurz ausblenden, dann sind das vor allem Lieferprobleme letztes Jahr gewesen, die sehr hohen Rohstoffkosten, die Chipknappheit, und was aber auf der andern Seite zu sehen war, das war nach Corona eben eine sehr, sehr starke Nachfrage nach Autos. Wir haben also völlig ausgefüllte Auftragsbücher und wir haben steigende Autopreise. Was für uns Konsumenten nicht gut ist, ist für die Hersteller natürlich letzen Endes ein sehr gutes Umfeld.“ Zwar weist die Bilanz keine eigenen Zahlen für den Tochterkonzern Opel aus, aber die Rüsselsheimer dürften ihren Teil zu der guten Bilanz beigetragen haben. Knapp eine halbe Million Autos hat Opel 2021 im europäischen Kernmarkt verkauft. Und konnte damit im Gegensatz zur Konkurrenz das Niveau halten. Das dürfte die Standorte in Rüsselsheim Kaiserslautern und Eisenach erstmal stärken. Jürgen Pieper, Autoanalyst Bankhaus Metzler „Ich denke, ja, die Mitarbeiter können definitiv beruhigter sein. Bei einem guten Umfeld, Opel kommt auch mit einer ganzen Anzahl von neuen Produkten raus, der neue Astra kommt jetzt an den Markt, das ist, glaube ich, nach wie vor das wichtigste Modell für […]