Diskussion um Minijobs
Für viele Menschen sind sie ein wichtiger Zuverdienst – und für Unternehmen eine flexible Unterstützung – die Mini-Jobs. In Hessen sind mehr als eine halbe Millionen Menschen derzeit in diesem Arbeitsmodell beschäftigt. Doch das Modell könnte sich bald verändern. Die Renten-Kommission der Bundesregierung schlägt vor, die bisherigen Sonderregeln weitgehend abzuschaffen. Was das für Beschäftigte und Arbeitgeber bedeuten würde, zeigt das Beispiel von Marta aus Frankfurt. Marta arbeitet seit sechs Jahren neben ihrem Hauptberuf als Krankenpflegerin an zwei bis drei Tagen die Woche in einer Boutique in Frankfurt. Das zusätzliche Gehalt ist für sie unverzichtbar. Marta Chamielec, Minijobberin „Weil ich alleine wohne, ich habe hier eine Wohnung und hab hohe Kosten, die ich jeden Monat bezahlen muss. Deswegen schätze ich es sehr, dass ich hier zusätzlich mein Geld verdienen kann.“ So wie Marta arbeiten in Hessen circa 87.000 Menschen im Handel. Damit ist die Branche für Arbeitnehmer am beliebtesten. Darauf folgen 75.000 Beschäftigte in Sonstigen Dienstleistungen, wie beispielsweise in Sicherheits- oder Reinigungsunternehmen und auf Platz 3 Beherbergung und Gastronomie mit 63.000 Minijobbern. Doch: Minijobs könnten ihren Sonderstatus verlieren: Nach einem Vorschlag der Rentenkommission müssten Beschäftigte künftig Sozialversicherungsbeiträge zahlen – und hätten dadurch am Ende des Monats weniger Geld. Ausnahmen soll es nur für Schüler geben. Die Hoffnung: mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, eine bessere Absicherung der Beschäftigten und zusätzliche Einnahmen für die Sozialkassen. Auch Arbeitsmarktforscher begrüßen die Reformpläne. Bernd Fitzinger „Die Minijobs sind aus meiner Sicht kein Auslaufmodell, aber sie sind kein Modell, das weiterwachsen sollte. Sie sind gefördert, steuerlich privilegiert mit niedrigen Sozialabgaben belegt und deshalb haben sie Probleme, weil sie die Weiterentwicklung in umfangreichere Beschäftigungsverhältnisse verhindern.“ Stattdessen sollten sich Unternehmen anpassen und beispielsweise mehr Teilzeit und Vollzeitbeschäftigung möglich machen. Für Martas Chef sind Minijobber aber unverzichtbar. Sie springen dann ein, wenn der Arbeitsaufwand besonders hoch ist – an gut besuchten Wochenenden […]


