Wirtschaft

  • Batteriewerk in Kaiserslautern wird doch nicht gebaut

    Batteriewerk in Kaiserslautern wird doch nicht gebaut

    Es sollte ein Leuchtturmprojekt der europäischen Elektromobilität werden – doch jetzt ist es Fakt: Das geplante Batterie-Zellwerk in Kaiserslautern wird nicht kommen. Der Batteriehersteller ACC zieht endgültig den Stecker. Der Grund: die schwache Nachfrage nach E-Autos in Europa. Tausende Jobs in der Westpfalz werden also nicht entstehen. Ein Schock für die Region. Das Gelände rund um das ehemalige Opel-Werk in Kaiserslautern. Es liegt brach. Die Bagger rollen hier schon lange nicht mehr. Seit Mai 2024 liegt das Projekt auf Eis. Das Projekt, dessen Start hier in Rüsselsheim Anfang 2020 noch groß gefeiert wurde. Und das mit rund 440 Millionen Euro Steuergeld gefördert werden sollte. Peter Altmaier (CDU), damaliger Bundeswirtschaftsminister, am 07.02.2020 „Weil es dazu führt, dass wettbewerbsfähige Arbeitsplätze entstehen, die gut bezahlt sind.“ Malu Dreyer (SPD), damalige Ministerpräsidentin RLP, am 07.02.2020 „Natürlich wird auch dieser Forschungsstandort profitieren, von dieser Zukunftstechnologie. Und darüber hinaus ist es auch so, dass wir zusätzliche Arbeitsplätze hier dann schaffen werden.“ Rund 2.000 Arbeitsplätze sollten hier entstehen. Doch jetzt ist das Aus für das Batteriewerk besiegelt. Ein harter Schlag für die Westpfalz. Beate Kimmel (SPD), Oberbürgermeisterin Kaiserslautern „Ich fand, Kaiserslautern war prädestiniert mit der Forschungs- und Entwicklungslandschaft hier das ganze Knowhow zu stützen, also es war wirklich ein großer Moment exakt vor sechs Jahren, als hier die Entscheidung für den Standort gefallen ist und entsprechend bitter war natürlich die Entscheidung des Unternehmens jetzt davon Abstand nehmen zu wollen.“ Der Batteriehersteller ACC ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis, Mercedes Benz und Total Energies. Die Entscheidung gegen das Batteriezellwerk in Kaiserslautern folgt auf einen historischen Kurssturz beim Opel-Mutterkonzern Stellantis. Die Aktien des Konzerns mit Deutschlandsitz in Rüsselsheim waren am Freitag um über 20 Prozent eingebrochen, nachdem Stellantis angekündigt hatte, die Entwicklung von Elektrofahrzeugen deutlich zurückzufahren. Im FDP-geführten rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium meldet sich auf unsere Interviewanfrage heute niemand. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident […]

  • Kommentar zum Batteriewerk-Aus

    Kommentar zum Batteriewerk-Aus

    Eine Entscheidung, die heute hohe Wellen geschlagen hat und die die Frage nach der politischen Verantwortlichkeit aufwirft. Eine klare Meinung dazu hat unser 17:30 Sat.1 live-Chefredakteur Philipp Stelzner. Keine Batteriefabrik! Keine neuen Arbeitsplätze! Für den Wirtschaftsstandort Kaiserslautern  ist das eine Katastrophe! Und für die Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP sechs Wochen vor der Landtagswahl ein schwerer Schlag. Schuld daran sind Politiker, die starrsinnig Elektroautos in den Markt drücken wollen. Obwohl sich die Kunden wegen hoher Preise, geringer Reichweiten und fehlender Ladesäulen zurückhalten. Schuld daran ist auch der frühere Stellantis-Chefs Carlos Tavares. Der galt lange als großer Visionär, bis er als Versager gefeuert wurde. Seine Strategie, Stellantis zum E-Auto-Konzern umzubauen, ist krachend gescheitert. Er hat insbesondere die Tochterfirma Opel in Rüsselsheim mit Vollgas in eine Sackgasse gesteuert. Die Stellantis-Aktie ist abgestürzt. Der neue Vorstandschef muss jetzt hektisch das Steuer herumreißen, um den Konzern zu retten. Doch der IG Metall fällt nichts anderes ein, als den Klassenkampf gegen die angeblich bösen und unsozialen Unternehmer zu schüren. Sie bezeichnet die Entscheidung gegen eine Batteriefabrik in Kaiserslautern als irrational und verantwortungslos. Doch was stellt sich die Gewerkschaft eigentlich vor? Soll ACC Batterien produzieren, die keiner braucht? Sollen die Eigentümer eine Fabrik betreiben, die nur Verluste einfährt? Das wäre betriebswirtschaftlich unvernünftig. Das wäre gegenüber den Aktionären von Stellantis, Mercedes und Total Energies verantwortungslos. Die IG Metall muss endlich begreifen: Im Bereich der Elektromobilität entstehen nur sichere Arbeitsplätze, wenn die  E-Autos die Kunden überzeugen. Je besser sie technisch werden, desto mehr steigt die Nachfrage. Ohne staatliche Zuschüsse und ohne Verbrenner-Verbot. Die Antriebssysteme werden sich ändern. Aber über das Tempo sollten nicht ideologisch verbohrte Politiker und willfährige Manager entscheiden, sondern kreative Ingenieure und kluge Autokunden.

  • Zu Gast bei der Hochschule der Bundesbank

    Zu Gast bei der Hochschule der Bundesbank

    10 Billionen Euro – so viel Geld haben die privaten Haushalte auf der hohen Kante. Diese Zahl erfasst die Bundeszentralbank in Frankfurt. Und darüber hinaus hat sie noch weitere Aufgaben, ist zum Beispiel für die Aufsicht der Geschäftsbanken oder den elektronischen Zahlungsverkehr zuständig. Ausgebildet werden die künftigen Bundesbänker seit 1980 dort, wo einst die Grafen von Sayn herrschten: auf Schloss Hachenburg im Westerwald. Wir haben einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen dürfen. Vorlesung an der Hochschule der Deutschen Bundesbank. Heute geht es darum, wie sich die Bonität eines Kreditnehmers berechnen lässt – und damit das Risiko eines künftigen Zahlungsausfalls. Die Modelle zu verstehen ist entscheidend für die angehenden Bundesbanker, die dann unter anderem Geschäftsbanken beaufsichtigen. Unter ihnen ist die 19-jährige Hadise Rahimi aus Bayern. Hadise Rahimi, Studentin Hochschule der Deutschen Bundesbank „Man kann ja nirgendwo anders in Deutschland Zentralbankwesen studieren. Und das ist halt das, was mich angelockt hat. Auch wenn ich nicht hundertprozentig wusste, was auf mich zukommt. Und ich bin ja noch hier, deswegen: Es macht Spaß und es ist auch wirklich interessant. Und es hat einen großen Realitätsbezug.“ Wer das Bachelor-Studium erfolgreich abschließt, landet in der Regel hier: Bei der Deutschen Bundesbank mit Hauptsitz in Frankfurt, als Beamter im gehobenen Bankdienst. Die Grundlagen von Bankwesen, Finanzsystemen und Geldpolitik werden im Westerwald gelegt. Um in der Berufspraxis zu bestehen, kommt es vor allem auf eines an: Abstraktionsvermögen. Annabelle Kehl-Beckmann, Professorin Hochschule der Deutschen Bundesbank „Das ist letzten Endes auch vielleicht sogar wichtiger als ein konkretes Modell zu kennen. Denn diese Modelle, die auch übrigens dem Bereich KI zuzuordnen sind, die wachsen so schnell, die verändern sich so schnell. Wichtig ist da, glaube ich, die Fähigkeit, sich in komplexe Sachverhalte einarbeiten zu können.“ Das wird hier an der Hochschule geübt, drei Jahre lang. Kleine Gruppen von maximal 40 […]

  • Frankfurter Messe präsentiert Weihnachtstrends

    Frankfurter Messe präsentiert Weihnachtstrends

    Wahrscheinlich haben Sie gerade ihren Weihnachtsbaum entsorgt – doch Weihnachten startet jetzt schon wieder. Zumindest für die Menschen, die mit Weihnachten Geld verdienen. Die weltweit führende Messe Christmasworld ist jetzt in Frankfurt gestartet. Knallig leuchtend und bunt zeigt sich Weihnachten 2026 – zugleich aber auch dezent und metallisch. Kupfer, Silber und Chrom prägen die Dekoration, besonders in Kombination mit Holz. Auch der Baumschmuck wird dieses Jahr persönlicher: Julia Uherek, Messe Frankfurt „An den Baum kommt darüber hinaus alles, was eine Geschichte erzählt. Ganz viel Nostalgie neu interpretiert. Also nicht nur einfach die rote Kugel oder grüne Kugel in Nuancen, sondern der Baum als kleine Plattform, um eine interessante Geschichte zu erzählen.“ Pelikane, Palmen und Cocktails in schrillen Farben lassen die Besucher staunen – Weihnachten mal ganz anders. Die Tropical Bounty World ist eines der Highlights: Statt klassischer Weihnachtsbäume zeigt sie karibische Weihnachten und bringt festliche Stimmung aus tropischen Ländern nach Europa. In der Christmasworld präsentieren mehr als 660 Aussteller aus über 60 Nationen ihre Ideen. Und auch in diesem Jahr gibt es wieder zahlreiche Neuheiten zu entdecken. Julia Uherek, Messe Frankfurt „Was außerdem neu ist, dass wir uns nicht nur auf Weihnachtsdekoration für den Endverbrauchern konzentrieren, sondern wir blicken mal darauf, wie Städte inszeniert werden könne, Shopping Center oder Bahnhöfe, Flughäfen. Also die Großflächige Dekoration mit Beleuchtung, da haben wir einen ganz besonderen Fokus in diesem Jahr darauf.“ Der Handel steht aktuell vor großen Herausforderungen: gestiegene Kosten, Regulierungen und Bürokratie setzen viele Unternehmen unter Druck. Trotzdem sind heute viele Händler hier, auf der Suche nach frischen Ideen. Monica Burkhardt, Kaufhaus Birkenmeier Frankental „Wir suchen Inspirationen für unsern Weihnachstaufbau, bisschen was vielleicht noch für Frühjahr, Sommer und Ostern. Aber generell geht’s einfach darum, emotionale Artikel zu finden. Weil im Moment ist der Einzelhandel gerade nicht so spannend. Und wir brauchen Dinge […]

  • FDP fordert Abschaffung von Verbandsklagen

    FDP fordert Abschaffung von Verbandsklagen

    Jahrzehntelang wurde zu wenig in Straßen, Brücken und Schienen investiert. Die neue Bundesregierung will das unbedingt ändern: Mit einem gigantischen Schuldenprogramm von über 500 Milliarden Euro soll das Land so schnell wie möglich fit gemacht werden für die Zukunft. Doch allzu oft verzögern sich Großprojekte um Jahre oder gar Jahrzehnte, weil Umweltverbände wie zum Beispiel der BUND gerichtlich dagegen vorgehen. Möglich macht das das so genannte „Verbandsklagerecht“ – doch das steht gerade auf dem Prüfstand. Die Autobahn 1 bei Kelberg in der Eifel: Seit fast 50 Jahren endet die A1 hier quasi im Nichts. Wer nach Blankenheim in Nordrhein-Westfalen will, von wo aus die Autobahn in Richtung Ostsee weiterführt, muss sich von hier aus über die Dörfer quälen: Genau 25 Kilometer fehlen zum Lückenschluss – ein großes Ärgernis für Autofahrer UND Anwohner. Grund für den jahrelangen Stillstand: Eine Klage des Bunds für Umwelt- und Naturschutz, kurz BUND, der durch den Autobahnbau seltene Tier- und Pflanzenarten in Gefahr sieht. Kleine Kröte, große Wirkung: Wenn es nach der FDP in Rheinland-Pfalz geht, soll es das in Zukunft nicht mehr geben. So fordert etwa Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt eine Einschränkung des Verbandsklagerechts: Denn in den langwierigen Planungsverfahren für Großprojekte würden auch Umweltinteressen bereits vorab ausreichend berücksichtigt. Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin RLP „Wenn dann darüber hinaus noch durch weitere Klageverfahren das Projekt immer wieder verzögert wird, dann beobachte ich, dass einerseits Menschen den Glauben daran verlieren. Aber andererseits Investoren auch sagen, okay – dann gehe ich woanders hin. Und deswegen ist das Thema Tempo und Geschwindigkeit auch ein wichtiger Standortfaktor.“ Das sieht man beim BUND Rheinland-Pfalz ganz anders: Wenn die Projekte gleich von Anfang an richtig und unter Berücksichtigung sämtlicher Umweltaspekte geplant worden wären, müssten die Umweltverbände gar nicht klagen. Sabine Yacoub, Vorsitzende BUND RLP „Es gibt eine Studie, die mal untersucht hat: Wie erfolgreich […]

  • LVU-Präsident Heger: „Verbandsklagerecht muss vollständig weg“

    LVU-Präsident Heger: „Verbandsklagerecht muss vollständig weg“

    Darüber spricht er mit unserem Moderator Markus Appelmann. Markus Appelmann, Moderator: Wir möchten noch einen weiteren Blickwinkel zum Verbandsklagerecht einbringen und schalten zu Johannes Heger, Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz. Guten Tag. Johannes Heger, Präsident LVU RLP: Guten Tag, Herr Appelmann. Appelmann: Herr Heger, die Umweltverbände sprechen beim Thema Verbandsklage von einer „rechtsstaatlichen Kontrolle“. Was ist die Verbandsklage für Sie? Heger: Wir begrüßen sehr den Vorschlag der FDP, die Verbandsklage abzuschaffen als Instrument. Es ist für uns etwas, was Sachen sehr langsam macht, aber nicht zu besseren Entscheidungen führt. Es hemmt Investitionsentscheidungen. Es hemmt dann vor allem in der Phase, wo Investitionen weiter vorbereitet werden, die Rechtssicherheit zu haben, Dass es auch so kommt. Appelmann: Lassen Sie kurz an diesem konkreten Beispiel aus dem Beitrag bleiben – der Autobahn 1 in der Eifel. Bis zum offiziellen Baustart hat es ein halbes Jahrhundert gedauert. Wie viel schneller hätte der Baustart ohne die Verbandsklage kommen können? Heger: Ein wirklich kurioses Beispiel, so was, wie Sie es schildern Tatsächlich war es rechtssicher geplant und von allen Betroffenen in der Region genau so gewollt. Und trotzdem ist es nicht gekommen. Wie viel schneller das hätte gehen können, darüber kann man nur mutmaßen. Aber hier ist das Tempo vollständig verloren gegangen und das gegen das Interesse aller Beteiligten zum Stillstand gebracht worden. Appelmann: Nun hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, der selbst aus der Eifel kommt, angekündigt, das Verbandsklagerecht straffen zu wollen – es steht sogar im Koalitionsvertrag. Haben Sie Vorschläge, was Ihrer Meinung unbedingt geändert werden müsste? Heger: Das Verbandsklagerecht muss vollständig weg. Wer sagt, Bürokratie soll abgebaut werden, findet hier das allerbeste Beispiel, wo wir anfangen können. Es bleibt in Deutschland trotzdem dabei, dass jeder Berechtigte und Beteiligte seine Meinung in einem Planungsprozess einbringen kann. Es ist ein demokratischer Prozess, ist ein rechtsstaatlicher Prozess. Das […]

  • Streik im öffentlichen Dienst

    Streik im öffentlichen Dienst

    Nach dem Streik ist vor dem Streik. Gestern standen Busse und Straßenbahnen in der Region still weil die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr ihre Arbeit niedergelegt haben und heute ging’s direkt weiter, unter anderem mit Lehrern, Erziehern und Polizeiangestellten, die am Mittag durch Mainz gezogen sind. Über 1000 Menschen demonstrieren heute  unter und aus ihrer Sicht auch –wegen- ungemütlicher Bedingungen, beispielsweise in den Kitas und Schulen des Landes. Emma, Pädagogische Fachkraft  an einer Förderschule in Bad Kreuznach „Wir sind komplett auf uns allein gestellt, machen die komplette Arbeit von einer Förderschullehrerin und kriegen halt nicht mal im Ansatz das Gehalt oder die Vorbereitungszeit und das wird einfach so hingenommen, das kann nicht sein.“ Die Gewerkschaften fordern aktuell sieben Prozent mehr Lohn aber mindestens 300 Euro mehr. Insgesamt geht es in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder um mehr als zwei Millionen Beschäftigte, weil der Tarifabschluss üblicherweise auch auf Beamte übertragen wird. Hessen verhandelt separat. Während viele Politiker aktuell stärkeren Arbeitseinsatz fordern, sehen die Gewerkschaften ihre Forderungen als gerechtfertigt. Kathrin Gröning, Landesvorsitzende GEW RLP „Ich glaube, wenn man hier eins sieht,  dann dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ganz schön leidensfähig sind, sonst würden sie nicht heute bei uns bei diesem Wetter auf dem Streik sein. Sie machen hervorragende Arbeit, der Fachkräftemangel greift um sich  , gerade im öffentlichen Dienst der Länder. Er muss konkurrenzfähig bleiben mit anderen Tarifverträgen und anderen Arbeitsfeldern, deswegen sind unsere Forderungen absolut berechtigt.“ René Klemmer, stv. Landesvorsitzender Gewerkschaft der Polizei RLP „Wir haben aktuell einen Reallohnverlust, in der Hauptsache in den unteren Entgeltgruppen, also das sind Handwerker, die bei uns sind in den Werkstätten, in allen möglichen Bereichen, in den Küchen auch die kochen für die Einsatzkräfte. Wir verlieren Fachkräfte, die wir dringend in der Polizei brauchen in die Privatwirtschaft, weil da besser bezahlt wird.“ […]

  • Jahresempfang der Wirtschaft

    Jahresempfang der Wirtschaft

    Deutschland steckt tief in der Wirtschaftskrise: kaum Wachstum, explodierende Sozialausgaben, eine Politik, die Reformen sehr zaghaft angeht. All das war gestern Abend Thema beim größten Jahresempfang der regionalen Wirtschaft in Deutschland. Als Hauptredner kam der ehemalige EU-Kommissionschef Jean Claude Juncker nach Mainz – neben vielen wirtschaftlichen Themen outet sich Juncker auch als Fastnachts-Fan. So langsam kommt an ihr in Mainz niemand mehr vorbei: der Fastnacht. Vielleicht ist auch deshalb die Stimmung am Montagabend beim Jahresempfang der Wirtschaft ausgelassen. Was nicht bedeutet, dass die Themen nicht auch ernst sind. Marcus Walden, Präsident Industrie- und Handelskammer Rheinhessen „Paar Herausforderungen wiederholen sich. Wird jetzt auch langsam Zeit, dass wir die gelöst bekommen.“ Gemeint sind Fachkräftemangel, hohe Energiepreise und Bürokratie. Allesamt seit langer Zeit bekannt – doch ohne einen Kurswechsel in der Politik für Unternehmen unlösbar. Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident RLP „Ich habe jetzt allein in meiner bisherigen Amtszeit als Ministerpräsident schon zwei Bürokratieabbauprogramme auf den Weg gebracht. Man muss es nur wollen und man muss es machen. Und man muss es zur Chefsache machen, wie ich es gemacht habe.“ Ganz so überzeugt ist Marcus Walden von der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen nicht. Marcus Walden, Präsident Industrie- und Handelskammer Rheinhessen „Was sich geändert hat, ist schon, dass die Erkenntnis da ist, dass sich was ändern muss. Bei der Umsetzung haben wir noch nicht die Geschwindigkeit, die wir haben müssen. Das muss sich beschleunigen. Wir erkennen durchaus an, dass erste Schritte unternommen sind. Aber wenn die Frage ist, ob das in der Breite der Betriebe ankommt, aktuell noch nein.“ Ehrengast an diesem Abend ist Jean-Claude Juncker, ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission. Er kritisiert vor allem die Politik von Donald Trump. In dessen erster Amtszeit habe er mit ihm Verhandlungen geführt. Damals sei der Umgang mit dem US-Präsidenten noch leichter gewesen. Jean-Claude Juncker, Präsident Europäische Kommission […]

  • ÖPNV-Streik sorgt für Pendlerstress

    ÖPNV-Streik sorgt für Pendlerstress

    Für Millionen Menschen war dieser Montagmorgen besonders stressig. Warnstreiks im Nahverkehr haben Rheinland-Pfalz und Hessen lahmgelegt. Busse, Straßen- und U-Bahnen standen still. Die Gewerkschaften fordern vor allem kürzere Arbeitszeiten. Bislang ist eine Einigung mit den Arbeitgeberverbänden in weiter Ferne. In Frankfurt bleiben die Straßenbahnen heute früh in den Depots, die streikenden Fahrer rühren sich nicht vom Fleck. Großes Gedränge an den S-Bahnen, die nicht vom Streik betroffen sind. Immerhin fahren hier auch die städtischen Busse, doch viele Pendler müssen umplanen. Petra Mäser „Normalerweise fahre ich mit der U-Bahn. Die streikt, also habe ich die S-Bahn genommen. Halbe Stunde länger, also circa das Doppelte muss man an Weg einrechnen.“ Rabbani Hamurtas „Ich habe jetzt  eine Stunde und vierzig Minuten gebraucht, um meinen kleinen Jungen nach Gallus in die Schule zu fahren. Er geht auf eine spezielle Schule und jetzt muss ich halt gucken, wie ich nachhause komme. Ich frag jetzt hier, wie ich nach Bornheim komme und die Busfahrer wissen es auch nicht.“ Eine kaputte Schiene an der Konstabler Wache sorgt für weitere Probleme, gleich acht S-Bahn-Linien fahren nur eingeschränkt. Während die Gewerkschaften in anderen Bundesländern 12 Prozent mehr Lohn fordern, geht es in Hessen und Rheinland-Pfalz vor allem um die Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft ver.di fordert kürzere Wochenarbeitszeiten und längere Ruhepausen. Jochen Koppel, Gewerkschaftssekretär ver.di Hessen „Die Arbeitsbelastung ist so hoch, dass der Krankenstand mittlerweile auch steigt. Die Leute fahren halt am Wochenende und sind teilweise zehn Stunden unterwegs. Und wir wollen ganz einfach, dass die Leute mehr Freizeit haben und die Schichten so zugeschnitten werden, dass es besser funktioniert.“ Roland Ebert, Straßen- und U-Bahnfahrer „Wenn man tagtäglich zwei Stunden Arbeitsweg hat, dazu achteinhalb Stunden Arbeiten, dann weiß man, was da übrig bleibt. Die Kollegen kommen nach Hause, legen sich ins Bett, stehen morgens auf und gehen wieder auf die Arbeit. […]

  • Technologiecampus in Neustadt eröffnet

    Technologiecampus in Neustadt eröffnet

    Wenn Sie durch ein Kaufhaus oder durch ein größeres Bürogebäude spazieren, dann verlaufen über Ihnen an der Decke oft Hunderte Kabel und Leitungen. Ohne Metallgerüste, sogenannte Kabeltragsysteme, würden die Kabel kreuz und quer hängen und könnten ein Sicherheitsrisiko sein. Einer der weltweit größten Hersteller solcher Kabelverlegesysteme hat seinen Sitz in Linz am Rhein – und hatte heute großen Besuch: Der Bundeskanzler war da. Das nächste Großprojekt der Firma Niedax findet am Boden statt – genauer an Gleisen. Gemeinsam mit Partnern arbeitet das Unternehmen in Neustadt an der Wied im nördlichen Rheinland-Pfalz am Aufbau eines Glasfasernetzes entlang von rund 33.000 Kilometern Bahnschiene. Und das sorgt für neue Jobs am Hauptsitz. Bruno Reufels, Geschäftsführer Niedax „Wir werden hier ein Werk bauen für diese enormen Mengen. 33.000 Kilometer, 33 Millionen Meter Kanal mit 100 Millionen Metern Kabeln, was reinkommt, werden wir circa 500 neue Arbeitsplätze am Standort errichten.“ Das Glasfasernetz ist nach Angaben von Niedax nur schwer zu hacken und mit einem Warnsystem für Unglücke, Gefahren oder Sabotageakte an der Schiene ausgestattet. Seine Technologie präsentiert das Unternehmen heute Bundeskanzler Friedrich Merz, in Begleitung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Bruder Gordon, Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Der Kanzler zeigt sich beeindruckt … Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler „… dass wir nämlich mit Glasfaserkabeln eine so gute Überwachung unserer Infrastruktur ermöglichen können, wie das hier gerade vorgeführt worden ist. Daten und Souveränität, Resilienz und Nachhaltigkeit. Diese Themen sind für uns glaube ich für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, aber auch in ganz Europa in den nächsten Jahren entscheidend.“ Mit 2.800 Beschäftigten weltweit zählt Niedax zu den führenden Herstellern von Kabeltragsystemen. Heute eröffnet der neue Technologie-Campus des Unternehmens. Hier soll künftig Forschung, Entwicklung, Produktion und Weiterbildung vereint werden. Ein neuer Standort für neue Innovationen wie die Entwicklung kleiner und mittelgroßer Datenzentren, an dem schon jetzt 100 […]

  • Gute und schlechte Nachrichten: Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank in Frankfurt

    Gute und schlechte Nachrichten: Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank in Frankfurt

    Deutschen Bank hat heute in Frankfurt starke Zahlen präsentiert. 2025 stieg der Gewinn bei Deutschlands größtem Geldhaus im Vergleich zum Vorjahr massiv an. Getrübt wird dieser Erfolg allerdings durch die Vorkommnisse von gestern. BKA-Ermittler untersuchten Gebäude der Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche. Ein Thema, an dem auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing heute bei der Bilanzpressekonferenz nicht vorbeikam. Den unangenehmsten Teil seiner Rede räumt der Deutsche-Bank-Chef heute gleich zu Beginn ab. Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank „Wie Sie wissen, hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt gestern eine Ermittlungsmaßnahme bei uns durchgeführt. Nach den Informationen, die uns vorliegen, geht es um Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018. Ausgangspunkt ist eine vorgeblich zu spät abgegene Geldwäscheverdachtsanzeige. Und auf dieser Basis prüft die Staatsanwaltschaft, ob es Anhaltspunkte für mögliche Geldwäsche gibt.“ Man unterstütze die Behörden bei der Aufklärung. Mehr will Christian Sewing heute nicht zur Razzia vom Vortag sagen. Viel lieber spricht er über die guten Zahlen seiner Bank: Mit 7,1 Milliarden Euro erzielt sie 2025 den zweitgrößten Gewinn nach Steuern der Unternehmensgeschichte. Die Kosten sind gesunken, der Aktienkurs hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt und auch die Dividende steigt deutlich. Auf 1 Euro je Aktie. Die Deutsche Bank soll zu einer globalen Hausbank werden und endlich wieder eine Führungsrolle übernehmen, so Sewing. Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bank „Wir wollen der europäische Champion sein. Das ist die Vision, die uns antreibt. Jeden Tag. Europäischer Champion zu sein heißt: Marktführerschaft in den wichtigsten Segmenten. Mit einer breiten Präsenz. Einem starken und insbesondere in dieser Welt globalen Netzwerk. Und einem erstklassigen Produkt und Beratungsmodell.“ Vorantreiben will die Bank den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Im Wettbewerb mit anderen Banken plane man mit modernsten Plattformen und den weltweit höchsten Renditen. Große Töne von Deutschlands größter Bank. Daran ändern auch die schlechten Nachrichten von gestern nichts.

  • Berechtigt oder Schnapsidee? Landtag RLP diskutiert über Teilzeit-Verbot

    Berechtigt oder Schnapsidee? Landtag RLP diskutiert über Teilzeit-Verbot

    Wir starten mit einem aktuell viel diskutierten Thema: Dem Vorstoß des CDU-Wirtschaftsflügels, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, um die Wirtschaftskraft zu stärken. Rund 40% der Erwerbstätigen haben laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung im Jahr 2025 in Teilzeit gearbeitet. Das ist die höchste Quote in der EU. Doch der Vorschlag ist stark umstritten – auch innerhalb der Union. Heute war das Thema auf der Agenda im rheinland-pfälzischen Landtag. Diffamierung der Beschäftigten, Schnapsidee, Einschränkung der Freiheit. Die Abgeordneten im rheinland-pfälzischen Landtag sind sich einig: Der Vorschlag des CDU-Wirtschaftsflügels, das Recht auf Teilzeit einzuschränken, sei kein guter. Vor allem aber sei es kein Landesthema, kritisiert die CDU. Helmut Martin (CDU), Abgeordneter Landtag RLP „Der Antrag behandelt eine Idee, die nur in der Gesetzgebungskompetenz des Bundes überhaupt umgesetzt werden könnte und der nicht einmalig zustimmungspflichtig wäre im Bundesrat.“ Außerdem habe der Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Gordon Schnieder, den Vorschlag direkt als Schnapsidee bezeichnet. Der in der Dabatte heute aber schweigt. Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Fraktionsvorsitzende Landtag RLP „Das hätten Sie hier klarstellen können. Aber ja, stattdessen schicken Sie hier den armen Dr. Martin in die Bütt, der versucht abzulenken.“ Viele Menschen könnten wegen unzureichender Rahmenbedingungen nicht Vollzeit arbeiten, sagt die FDP. Und: Steven Wink (FDP), Fraktionsvorsitzender Landtag RLP „Arbeit muss sich lohnen. Und da reden wir über Steuern und Abgaben runter. Da reden wir über Nettoanreize, zum Beispiel, dass wenn ich mehr Arbeite, ich aber weniger Geld haben, weil ich in die andere Progressionsstufe reinkomme.“ Die Grünen sprechen von einem katastrophalen Signal an die Bürger. Ebenso die AfD. Jan Bollinger (AfD), Fraktionsvorsitzender Landtag RLP „Solche Vorwürfe, meine Damen und Herren, sind eine Ohrfeige für jeden Arbeitnehmer, der tagtäglich aufsteht, sich über marode Straßen durch den Stau quält oder mit einem dysfunktionaler ÖPNV zur Arbeit fährt, um seine Arbeitsleistung zu erbringen.“ Daniel […]

  • Vor Landtagswahl in RLP: Wirtschafts-Wahlgipfel der Parteien

    Vor Landtagswahl in RLP: Wirtschafts-Wahlgipfel der Parteien

    Noch knapp zwei Monate bis zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Gestern Abend haben sich sämtliche Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien bei der Industrie- und Handelskammer in Mainz erstmals gemeinsam auf einer Bühne präsentiert. Hauptthema: Natürlich die Wirtschaft. – Wir waren bei der Elefantenrunde mit dabei – und haben uns vorher schon mal bei einem Logistikunternehmer aus Bingen erkundigt, wo unserer heimischen Wirtschaft zurzeit am meisten der Schuh drückt. Daniel Hensel führt die Firma „Hensel Logistik“ bereits in 6. Generation. Gerade erst ist er mit seinem Unternehmen und den rund 120 Mitarbeitern von Mainz nach Bingen auf die grüne Wiese gezogen. Eigentlich, so sagt er, gehe es seiner Firma gar nicht schlecht – der Blick in die Zukunft bereite ihm aber schon Sorgen. Daniel Hensel, Geschäftsführer Hensel Logistik „Was die Rahmenbedingungen angeht, wird es immer schwieriger. Mit Blick auf unsere Infrastruktur, die uns große Sorgen bereitet, sehen wir da leider etwas düster in die Zukunft. Die Logistik, die Transportwirtschaft, das ist der Blutkreislauf unserer Wirtschaft. Ohne einen Kreislauf gibt es einen Herzinfarkt. Und da steht unsere Wirtschaft gerade davor.“ Von der Politik erwartet Hensel vor allem eines: Ein glasklares Bekenntnis zur Wirtschaft und dem Standort Rheinland-Pfalz. Größtes Problem der Logistik-Branche sei derzeit der Fachkräftemangel. Wie der zu beheben sei – genau das will Daniel Hensel von den Landespolitikern wissen. In der Elefantenrunde bei der IHK – moderiert von „17:30 Sat,1 live“-Moderator Markus Appelmann  – stellen die Spitzenkandidaten aller im Landtag vertreten Parteien aber erstmal ihre Vision einer erfolgreichen Wirtschaftspolitik vor. Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident Rheinland-Pfalz „Wirtschaftspolitik nach meiner Auffassung ist nichts, was ich in der Staatskanzlei entwickle und dann über das Land werfe, sondern was ich im Dialog mit den Akteuren der Wirtschaft mache. Zuhören, agieren, immer wieder auch handeln. Und ich biete Ihnen an, dass wir diese Vision gemeinsam erfüllen.“ […]

  • Jahresausblick der Wohnungswirtschaft

    Jahresausblick der Wohnungswirtschaft

    Es ist ein Dauerthema: der Wohnungsbau steckt in einer Krise – in Hessen fehlen laut einer aktuellen Studie derzeit 86.000 Wohnungen, in Rheinland-Pfalz sogar 133.000. Das liegt vor allem daran, dass die Baukosten seit Jahren kräftig steigen. Die Situation ist besorgniserregend, sagt der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft. Wunsch und Realität, sie klaffen beim Wohnungsbau immer weiter auseinander. Um den Bedarf zu decken, müssten in Hessen bis 2030 jährlich etwa 27.000 Wohnungen gebaut werden. Doch 2024 waren es lediglich 18.000, rund 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2025 rechnet der VdW südwest mit einem weiteren deutlichen Rückgang. Axel Tausendpfund, Vorstand VdW südwest „Die Baupreise sind viel stärker gestiegen als die Mieten oder auch als die allgemeine Inflationsrate. Und das bedeutet, dass wenn heute gebaut wird, Mieten von bis zu 20 oder sogar 22 Euro pro Quadratmeter verlangt werden müssen, die sich natürlich die allerwenigsten Menschen leisten können. Das Produkt Bauen ist also viel zu teuer geworden.“ Und zwar hessenweit 37 Prozent teurer in den vergangenen fünf Jahren. Das liege an Lieferengpässen, gestiegenen Zinsen und Materialkosten, aber auch an hohen Auflagen. Der Verband begrüßt daher die jüngst vom Landtag novellierte Bauordnung. Die sieht gelockerte Auflagen etwa bei Auto-Stellplätzen vor, Dächer aufzustocken und auszubauen soll künftig leichter werden. Dennoch brauche es dringend ein zweites Baupaket mit niedrigeren Standards für Neubauten. Axel Tausendpfund, Vorstand VdW südwest „Das können Komfortstandards sein, das können Schallschutzstandards sein. Das können aber auch Standards beim Brandschutz zum Beispiel sein, auch bei der Barrierefreiheit, auch bei der Energetik. Denn diese Standards sind mittlerweile so hoch, dass es einfach gar nicht mehr möglich ist, günstig zu bauen.“ Damit der Bau-Turbo zündet, der seit Ende Oktober bundesweit beschleunigte Bauverfahren ermöglichen soll, müssten Kommunen nun ihre Spielräume nutzen. In Hessen fehle es vor allem an Sozialwohnungen, wie Zahlen aus dem vergangenen Jahr […]

  • Start-ups präsentieren sich

    Start-ups präsentieren sich

    Wie kommt man vom Geistesblitz, über die Geschäftsidee – am Ende dazu, ein Unternehmen zu gründen? Gar nicht so einfach. Genau hier will ein Studentenverband im Rhein-Main-Gebiet helfen und die Chance bieten, die eigene Idee zu ‚demonstrieren‘. „Demo Day“ hieß es in Mainz. Ob ein KI-gestütztes Pflegerufsystem, modernste Dämmungsplatten oder Produktionsroboter. Beim „Demo Day“ im rheinland-pfälzischen Landtag haben ein dutzend Start-ups die Chance, ihr Produkt einer Jury vorzustellen. Und das bitte knackig in vier Minuten! Mit dabei drei Darmstädter Studenten, die mit künstlicher Intelligenz Pflegekräfte in Krankenhäusern entlasten wollen. Profitiert haben sie bereits im Vorfeld vom Austausch mit den anderen Teilnehmern. Rostislav Iskandirov, Start-up „Mediem“ „Man hat da so ein Gemeinschaftsgefühl und mehr Motivation, zu arbeiten. Aber es gab bei ‚Launch‘ auch viele persönliche Coachings. Man konnte Coaches anfragen, die haben uns dann super geholfen bei Problemen, die wir gerade hatten.“ „Launch“ – das ist der  Dachverband der Uni-Netzwerke im Rhein-Main-Gebiet. Vor zwei Jahren gegründet, um gezielt Start-ups von Studenten zu unterstützen. Jan Fabig, Präsident „Launch Rhein-Main“ e. V. „Gerade am Anfang sind vor allem Wissensaustausch und Erfahrung Themen, von denen jedes Start-up zehren kann. Egal, wie hoch man hinaus will. Am Anfang ist es immer wichtig, dass einem Leute beiseite stehen, die in der jeweiligen Branche oder in dem jeweiligen Thema, wo man gerade eine Frage hat, unterstützen.“ Beim „Demo Day“ kündigt Ministerpräsident Alexander Schweitzer an, Bürokratie weiter abzubauen, um junge Start-ups zu unterstützen. Den ersten Platz belegt am Ende eine Gruppe der TU Darmstadt, die mit ihrem KI-Sprachassistent „Tooliip“ Parkinson-Patienten im Alltag unterstützen will. „Du hast mir heute Morgen um 8 Uhr deine letzte Medikamenteneinnahme mitgeteilt. Wie fühlst du dich gerade?“ Das Preisgeld: 10.000 Euro, die die Studenten gleich weiter investieren wollen. Max Gudzent, Start-up „Tooliip“ „Uns hilft das enorm. Wir sind gerade in den Zügen, wo wir […]