Unglück

  • 3 Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – im Interview: Cornelia Weigand

    3 Monate nach der Flutkatastrophe im Ahrtal – im Interview: Cornelia Weigand

    Über die Situation vor Ort im Ahrtal sprechen wir mit der Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand. Eva Dieterle, Moderatorin: Frau Weigand, geben Sie uns zu Beginn bitte einen kurzen Überblick. Wie würden Sie die aktuelle Lage beschreiben? Cornelia Weigand, parteilos, Bürgermeisterin Verbandsgemeinde Altenahr: Aktuell ist es ganz viel geräumt von dem ganzen Schutt, was da war. Die meisten Häuser, die betroffen sind, sind entweder leider abgerissen oder entkernt, je nachdem, wie es da weitergehen kann. Und jetzt beginnt die Phase des Bautrocknens und des Wiederaufbauens. Und da braucht es jetzt auch Gelder. Die Anträge müssen gestellt werden, die Firmen müssen gefunden werden, das Material muss gefunden werden. Und insofern kehrt an manchen Stellen – nicht überall – so ein bisschen Ruhe auf den Straßen ein, weil das eben jetzt, ich sag‘ mal vorsichtig, der Teil mit auch viel Planung dahinter ist. Wir sind froh, dass wir so weit sind, aber für jeden anderen ist es eine unterschiedliche Kraftanstrengung und es liegt einfach noch ganz ganz viel Strecke vor uns. Aber die Privaten und auch die Firmen, die im eigenen, in der eigenen Substanz wieder aufbauen dürfen und auch aufbauen wollen, die sind jetzt auch auf dem Weg und oft auch, glaube ich, auf einem guten Weg. Sie sind viel im direkten Kontakt mit den betroffenen Menschen. Das sind mit Sicherheit Gespräche zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Wie gehen Sie damit um? Weigand: Ich glaube, das ist einfach auch gut, dass ich viele verschiedene Stimmen höre. Weil es sind einfach viele tausend Menschen betroffen und damit gibt es ganz viele unterschiedliche Lebenssituationen, in denen die Menschen davon ereilt worden sind und natürlich auch ganz unterschiedliche Mechanismen, damit umzugehen. Und an der einen oder anderen Stelle gibt es dann vielleicht die Möglichkeit, entweder direkt noch eine Unterstützung zu liefern oder einfach auch […]

  • „Flutwein“-Initiative im Ahrtal sorgt für Spenden in Millionenhöhe

    „Flutwein“-Initiative im Ahrtal sorgt für Spenden in Millionenhöhe

    Während es für die meisten deutschen Winzer mit der Lese jetzt richtig losgeht, gibt es für die Betriebe im Ahrtal weniger Grund zur Freude. Jetzt, in der wichtigsten Zeit des Jahres, haben viele keine Maschinen mehr, um ihre Trauben zu ernten und zu verarbeiten – wenn das Weingut denn überhaupt noch steht. Über das Projekt „Flutwein“ ist dank rund 47.000 Unterstützern eine ordentliche Summe Spenden zusammengekommen. Verschlammte Weinflaschen als Dankeschön für die Spenden. Mit dem sogenannten „Flutwein“ haben Peter Kriechel und Daniel Koller fast 4,5 Millionen Euro gesammelt. Das Geld soll den mehr als 50 betroffenen Weingütern beim Wiederaufbau helfen. Bis zu 80 Prozent der Kosten für den Wiederaufbau will der Staat übernehmen. Peter Kriechel, Initiator „Flutwein“ „Überwältigend. Also wir haben vielleicht mit viel gerechnet, aber mit dem, was da passiert ist, definitiv nicht. Die Zahl der Unterstützer ist für uns sehr sehr wichtig. Das habe ich auch immer wieder kommuniziert: Es gibt Hoffnung, da sind Leute, die denken an uns und wir werden nicht vergessen. Und das ist vielleicht sogar noch viel viel mehr wert als im ersten Augenblick die große Summe Geld, die wir natürlich auch dringend benötigen.“ Bis zu 80 Prozent des Aufbaus will der Staat übernehmen. Darüber hinaus sollen die „Flutwein“-Spenden den Winzern unter die Arme greifen. Doch bei der Auszahlung gibt es Probleme, die die Gemeinnützigkeit kosten könnten. Daniel Koller, Aktion „Flutwein“ „Wenn wir dieses Geld Unternehmen auszahlen wollen, und zwar nicht nur wir, sondern alle NGOs, müssten wir uns eigentlich da durch Grauzonen antasten. Denn der Katastrophenerlass verbietet im Moment, aufgrund der mildtätigen Zwecke, die Ausschüttung dieser Spenden an ein Unternehmen. Wir können im Moment nur an Privatpersonen ausschütten.“ Hinzu kommt: Wenn die Initiatoren die Spenden vor den staatlichen Hilfen an die Betriebe weitergeben, wird das Geld verrechnet. Deshalb zahlen sie erst einmal nur […]

  • Bundespräsident Steinmeier besucht das Ahrtal

    Bundespräsident Steinmeier besucht das Ahrtal

    Fast drei Monate nach der verheerenden Flut-Katastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag die Region besucht. An seiner Seite waren auch die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes, Anne Spiegel, und Innenminister Roger Lewentz. Zusammen liefen sie durch die Straßen mehrerer Ortschaften, zum Beispiel durch Ahrweiler und Mayschoß, wo bei der Überflutung Mitte Juli auch Menschen ums Leben kamen. In Gesprächen mit Anwohnern erneuerte Steinmeier sein Versprechen, dass der Staat die Menschen nicht im Stich lassen werde. Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident: „Und wenn wir heute an einem sonnigen Tag durch Ahrweiler gehen, ist die Erinnerung an die Flut überhaupt nicht verblasst. Aber es wird deutlich, wie viel Arbeit auch noch vor uns liegt bis zum Wiederaufbau dessen, was zerstört worden ist. Das verlangt nicht nur Geduld, sondern von den Menschen hier vor allen Dingen ganz viel Kraft, die jetzt im Winter, wahrscheinlich viele von ihnen, ihre Häuser gar nicht bewohnen können.“ Derzeit gibt es vielerorts weder funktionierende Heizungen noch warmes Wasser.

  • Schadstoffe in Flüssen und Böden im Ahrtal – Umweltministerium stellt Zwischenergebnisse vor

    Schadstoffe in Flüssen und Böden im Ahrtal – Umweltministerium stellt Zwischenergebnisse vor

    In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Gewässer- Boden und Staub-Proben entnommen, um herauszufinden welchen Schaden das Hochwasser im Ahrtal bei Mensch und Umwelt angerichtet hat. Heute konnte die rheinland-pfälzische Umweltministerin erste Ergebnisse vorlegen. Kaum vorstellbar, dass das Ahrtal nach der Flutkatastrophe gerade noch mal an einer zweiten Umweltkatastrophe vorbeigeschrammt ist. Für die Menschen vor Ort hat Umweltministerin Anne Spiegel heute gute Nachrichten im Gepäck. Zwar sind sowohl im Wasser als auch im Boden erhöhte Schadstoffwerte nachgewiesen worden: Anne Spiegel, Bündnis 90 / Die Grünen, Umweltministerin Rheinland-Pfalz „Aber insgesamt gilt es festzustellen, nach allen uns vorliegenden Daten, dass es keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt, keine gravierenden Datenbefunde gibt und auch nicht mit langfristigen Verunreinigungen zu rechnen ist.“ Für die Menschen im Ahrtal sind das auf lange Sicht gesehen zunächst einmal beruhigende Nachrichten. Alles gut ist deshalb aber dennoch nicht. Die zerstörten Kanäle und Kläranlagen bereiten die größten Sorgen. Abwasser fließt teilweise immer noch ungefiltert in die Ahr. Der Appell der Ministerin lautet deshalb: Anne Spiegel, Bündnis 90 / Die Grünen, Umweltministerin Rheinland-Pfalz „Das Wasser der Ahr, damit soll man nicht in Berührung kommen. Man soll nicht ins Wasser rein gehen, man soll auch nicht jetzt irgendwie ans Wasser zum Spielen oder Planschen gehen. Hier gilt nach wie vor das Gebot, sich vom Wasser fernzuhalten, nicht mit der Haut in Berührung zu kommen.“ Ähnlich wie im Wasser sind auch bei Bodenproben Schadstoffe nachgewiesen worden. Die Untersuchungen haben sich dabei auf besonders sensible Bereiche wie Spielplätze konzentriert. Aber auch hier gibt es gute Nachrichten. Anne Spiegel, Bündnis 90 / Die Grünen, Umweltministerin Rheinland-Pfalz „Da ist zunächst mal die Entwarnung, auch wenn wir leicht erhöhte Werte gemessen haben. Das ist deutlich unterhalb der Grenzwerte, die es gibt. Und man muss auch wissen, bei den Spielplätzen wurde der Sand natürlich ausgetauscht. Sodass von unserer Seite […]

  • Mainz 05 gegen den FCK: Benefizspiel für Flutopfer

    Mainz 05 gegen den FCK: Benefizspiel für Flutopfer

    Die große Flutkatastrophe ist fast drei Monate her. Am schwersten getroffen wurde das Ahrtal im Norden von Rheinland-Pfalz. Dort sind immer noch viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Aber auch zum Beispiel Fußballvereine hat die Jahrhundertflut hart getroffen. Die Sportanlagen sind durch die Wassermassen völlig zerstört. Jetzt soll ein Benefizspiel helfen. Die beiden größten Vereine in der Region, Mainz 05 und der 1. FC Kaiserslautern, treffen morgen in Koblenz aufeinander. Die Einnahmen aus dem Spiel sollen den betroffenen Vereinen zu Gute kommen. Hilfe ist bitter nötig. Gerd Treffer läuft über den verwüsteten Sportplatz Gerd Treffer, Jugendleiter Ahrweiler BC „Das ist unser Rasenplatz hier. Hier liegt ja noch ein ganzer Teil Schlamm drauf. Man könnte meinen, das wär so gewollt. Nee, ist es nicht. Man sieht: Hier ist ein ganzer Haufen Schlamm drauf. Das ist alles andere als ein Rasenplatz.“ Auch die beiden Kunst-Rasenplätze: völlig zerstört. Hier liegt nur noch das Fundament. Der Verein ist heimatlos. Gerd Treffer, Jugendleiter Ahrweiler BC „Das ist eigentlich die Katastrophe nach der Katastrophe. Man kann sich das ja auch so vorstellen, dass eine mehrköpfige Familie jetzt in mehreren Häusern wohnen würde und die sehen sich gar nicht. Genauso ist das bei uns. Wir sind auf neun Spielstätten verteilt. Ich glaube auch, dass so ein Verein das nicht ewig durchhält.“ Stefan Bell versteht die Sorgen der kleinen Vereine. Der Innenverteidiger vom Bundesligisten Mainz 05 kommt selbst aus dem Eifelort Wehr. Nur wenige Kilometer vom Flutgebiet entfernt. Stefan Bell, Verteidiger 1. FSV Mainz 05 „Was ich so mitbekomme, scheitert es nicht an privaten Helfern. Da ist nach wie vor sehr viel an Unterstützung da. Es gibt unter der Woche Rentnergruppen, die helfen, und am Wochenende dann kommen Leute aus’m Ruhrgebiet, aus NRW, aus der Eifel, die dann immer noch in die Gebiete fahren. Das ist das, was ich […]

  • Hochhausbrand in Frankfurt-Niederursel

    Hochhausbrand in Frankfurt-Niederursel

    Alarm für die Feuerwehr gestern Abend in Frankfurt: In einer Wohnung eines Hochhauses im Stadtteil Niederursel bricht ein Brand aus. Feuerwehr und Rettungsdienste müssen mit großem Aufgebot ausrücken – denn das Feuer droht auf weitere Wohnungen im Hochhaus überzugreifen. Im Gerhart-Hauptmann-Ring schlagen meterhohe Flammen aus dem Fenster einer Wohnung. 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind wenige Minuten später vor Ort – sie dringen mit Atemschutzmasken zum 10. Stock vor und können verhindern, dass die Flammen auf die darüber liegende Wohnung übergreifen. Fünf Stockwerke werden evakuiert. Viele Anwohner sind geschockt – denn am Gerhard-Hauptmann-Ring brennt es nicht das erste Mal. Heiko Weise, Augenzeuge “Ja, hätte ja wieder uns treffen können. Bei mir in der Etage im gegenüberliegenden Haus hat es ja letzten Dezember gebrannt, da war der ganze Gang vernebelt, aber so stark, dass man gar nicht die Wohnung verlassen konnte im ersten Augenblick.“ Die Polizei hat bereits mehrfach wegen Brandstiftung in den Wohnhäusern in dieser Straße ermittelt. Dieselbe Wohnung wie gestern Abend brannte bereits im Mai des vergangenen Jahres. Die Ermittler gehen beim aktuellen Fall von Brandstiftung als Ursache aus. Die Höhe des Schadens kann derzeit nicht beziffert werden. Fest steht: Sechs Personen wurden verletzt und mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Die meisten Bewohner konnten nach Ende des Einsatzes zurück in ihre Wohnungen. Die Wohnungen im 10. Stock sind aber durch den Brand zurzeit unbewohnbar – genauso wie Wohnung, die direkt über dem Brandherd liegt.

  • Fast alle Häuser können im Ahrtal wieder aufgebaut werden

    Fast alle Häuser können im Ahrtal wieder aufgebaut werden

    Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal Mitte Juli fand dort gestern Abend die zweite Zukunftskonferenz statt. In Grafschaft-Ringen kamen Landesregierung, Behörden und der Kreis Ahrweiler mit Bürgervertretern zusammen, um über Fragen des Wiederaufbaus zu informieren und zu diskutieren. Viele Betroffene wollen endlich wissen, wie es für sie nun weitergehen kann. So auch Peter Schnitzler aus Dernau. Wo jetzt nur noch ein Trümmerfeld zu sehen ist, stand bis vor Kurzem noch das Hotel und Restaurant „Kölner Hof“. Peter Schnitzler leitete den Familienbetrieb in fünfter Generation über 20 Jahre lang. Doch die Flutschäden waren immens, der Abriss unvermeidbar. Jetzt möchte der 55-Jährige so schnell wie möglich an Ort und Stelle wieder aufbauen. Doch von Politik und Behörden fühlt er sich ausgebremst. Peter Schnitzler, Gastronom & Hotelier aus Dernau „Die sollen einfach klipp und klar sagen: Ihr könnt wieder ab dann und dann – und so müsst ihr’s machen. Ganz einfach, eigentlich. Dann braucht man kein Hintertürchen. Und darauf warten wir. Auf dieses ‚Okay‘ von denen. Damit wir sagen können: Jetzt können wir auch anfangen. Dann können wir auch die Planung machen, wie wir das Haus wieder machen können.“ Für Peter Schnitzler sind also noch viele Fragen offen. Antworten erhofft er sich gestern Abend von der Zukunftskonferenz, die er im Livestream verfolgt. Vor Ort herrscht dichtes Gedränge. Das Interesse und die Erwartungen sind groß. Neben den seit Montag bestehenden Wiederaufbauhilfen und möglichen Hochwasserschutzmaßnahmen besonders im Fokus: Das neu ausgewiesene Überschwemmungsgebiet. Die gute Nachricht: Fast alle Häuser sollen an Ort und Stelle wieder aufgebaut werden dürfen. Abgesehen von 34 Häusern, die in besonderen Gefahrenbereichen direkt am Ufer der Ahr liegen. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz „Mit denjenigen, die wir heute schon absehbar sagen können, dass ihr Haus zerstört ist und dass sie in der besonderen Gefahrenzone liegen, wurden schon bereits Gespräche geführt.Und wir würden […]

  • Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur wird langwierig und teuer

    Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur wird langwierig und teuer

    Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat vor allem auch die Verkehrsinfrastruktur stark beschädigt. Das Wasser hat Brücken weggerissen, Bahntrassen beschädigt, Straßen einfach weggespült. Fest steht, der Wiederaufbau wird teuer und langwierig. Hier in Bad Neuenahr fließt der Verkehr über die Ahr seit Kurzem wieder etwas flüssiger. Dank dieser Behelfsbrücke, die das technische Hilfswerk innerhalb von sieben Tagen aufgebaut hat.  Die Brücke, die einst hier stand, ist eines der vielen Bauwerke, die den Fluten zum Opfer gefallen sind. Arno Trauden, Geschäftsführer Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz „Nach der Flut waren gerade hier im Ahrtal etwa 100 Bauwerke, 100 Querungen zu untersuchen: Sind die noch standsicher, kann man den Verkehr noch drüber leiten? Also 100 Bauwerke insgesamt. 1/3 von diesen Bauwerken ist beschädigt, entweder gar nicht mehr vorhanden oder nicht verkehrssicher.“ Allein am Straßennetz ist ein Gesamtschaden in Höhe von 250 Millionen Euro entstanden, der aber zu 100% aus dem 15 Milliarden Euro schweren Wiederaufbaufonds von Bund und Ländern bezahlt wird. Aber wo fängt man an? Daniela Schmitt, FDP, Verkehrsministerin Rheinland-Pfalz „Uns ist wichtig, dass wir in der Priorisierung schauen, dass Ortschaften erreichbar sind, dass Unternehmen erreichbar sind, dass aber auch Schulen erreichbar sind. Das ist das Grundbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger, dass sie ihren Arbeitsplatz erreichen, dass die Kinder in die Schule kommen, dass man Erledigungen des täglichen Bedarfs vor Ort machen kann und das hat für uns oberste Priorität.“ Dafür hat das Land ein eigenes Projektteam eingerichtet, dass den Wiederaufbau ab heute von Sinzig aus koordiniert. Arno Trauden, Geschäftsführer Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz „Wir haben aber auch andere Aufgaben als nur schnell und möglichst einfach und in Beton. Sondern es ist auch Aufgabe von uns und unser Ziel, diesen Flair, den das Ahrtal hatte. teilweise diese historischen Bauwerke – können wir die auch wieder so in Bruchstein und in so schöner Qualität wiederherstellen?“ So […]

  • Untersuchungsausschuss zur Katastrophe im Ahrtal nimmt Arbeit auf

    Untersuchungsausschuss zur Katastrophe im Ahrtal nimmt Arbeit auf

    Im rheinland-pfälzischen Landtag hat sich heute zum ersten Mal der Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe getroffen. Der Ausschuss soll die Geschehnisse vor, während und nach der Flut aufarbeiten und klären, ob auf politischer Ebene Fehler gemacht wurden. Die CDU hatte den entsprechenden Antrag gestellt und Zustimmung von AfD und Freien Wählern bekommen. In der heutigen Sitzung wurden erst einmal Formalitäten geklärt, zum Beispiel welche und wie viele Akten herangezogen werden sollen. O-Ton Martin Haller, SPD, Vorsitzender Untersuchungsausschuss „Ohne jetzt da zu sehr ins Detail zu gehen: Physische Akten, alles was in einem Ordner quasi auf Papier ist. Dann, Sie wissen, die E-Akte ist in vielen Landesbehörden, bzw. von der Landesregierung eingeführt. Und dann natürlich digitale Kommunikation, was auch klar ist Handy-Kommunikation etc. dann mit einschließt.“ Von allen Stellen und Behörden, die zur Aufklärung beitragen könnten, sollen jetzt bis spätestens Mitte November Akten angefordert werden. Wann der Ausschuss erste Zeugen vernehmen will, das ist noch nicht bekannt.

  • Schwerer LKW-Unfall auf der A 66

    Schwerer LKW-Unfall auf der A 66

    Auf der A66 bei Fulda ist es in der Nacht zu einem folgenschweren Unfall gekommen. Mehrere LKW waren ineinander gekracht und hinterließen ein Trümmerfeld auf der Autobahn. Erst ein Brand, dann ein Crash. Die Rettungskräfte in Osthessen sind in der Nacht gleich mehrfach gefordert. Nach ersten Ermittlungen der Polizei ist am Abend ein LKW auf der A66 zwischen Neuhof und Fulda unterwegs. Plötzlich bemerkt der 45-jährige rumänische Fahrer Flammen im Motorraum und muss auf dem Standstreifen halten. Der Mann kann sich in Sicherheit bringen, der LKW samt geladenen Metallteilen brennt allerdings vollständig aus. Brandursache dürfte ein technischer Defekt gewesen sein. Etwa zwei Stunden später – während der Nachlöscharbeiten der Feuerwehr – kracht es an der Einsatzstelle. Gleich fünf Laster sind in eine Kollision am Stauende verwickelt. Sandra Hanke, Sprecherin Polizeipräsidium Osthessen „Nach uns vorliegenden Erkenntnissen, befuhr ein 50-jähriger Mann aus Polen, ein 52-jähriger Mann aus Bulgarien sowie ein 22-jähriger Mann aus Russland mit ihren Sattelzügen die A66 in Richtung Fulda. Aufgrund eines Stauendes bremsten die Fahrzeugführer ihre Sattelzüge verkehrsbedingt ab. Ein dahinter befindlicher 49-jähriger Mann aus Seligenstadt erkannte dies vermutlich zu spät und versuchte noch seinen LKW an dem vorausfahrenden Sattelzug vorbei zu lenken.“ Das aber gelingt dem Fahrer nicht. Er schiebt die drei vor ihm stehenden Lkw aufeinander. Ein weiterer 40-Tonner knallt ins Heck. Der Seligenstädter wird dabei eingeklemmt und schwer verletzt. Zwei weitere Fahrer werden leichtverletzt ins Krankenhaus gebracht. Wegen der Aufräumarbeiten und zur Erstellung des Unfallgutachtens wird die A66 in Richtung Fulda bis in den Nachmittag vollgesperrt. Rund um die Anschlussstellen kommt es zu kilometerlangen Staus. Die Polizei schätzt den Schaden durch Brand und Unfälle auf über eine Million Euro.

  • Geld für Opfer der Flutkatastrophe

    Geld für Opfer der Flutkatastrophe

    15 Milliarden Euro umfasst die Aufbauhilfe des Bundes für die vom Hochwasser betroffenen Regionen in Rheinland-Pfalz. Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen sollen damit den Wiederaufbau stemmen. Welche Kriterien und Regeln dafür gelten hat das Land heute bekannt gegeben. Doch zuvor gucken wir uns die Situation vor Ort im Ahrtal an. Kein Stein liegt mehr auf dem anderen. Familie Schnitzler aus Dernau musste ihr Hotel Kölner Hof abreißen – die Flut vom 14. Juli hatte das Gebäude komplett zerstört. Peter Schnitzler führt den Betrieb seit 1999, stand für seine Gäste selbst hinterm Herd. Peter Schnitzler, Inhaber Kölner Hof in Dernau: „Es fühlt sich schrecklich an. Also da kommen auch immer wieder die Tränen, wenn du das hier siehst. Die ganze Familie hat da – das ist seit 1896 im Familienbesitz – Herzblut reingesteckt, immer wieder n bisschen drangebaut, immer wieder modernisiert, dass es auf dem neuesten Stand war. Wir hatten in den letzten Jahren noch viel hier gemacht, damit meine Tochter das dann in einem Top Zustand übernehmen kann. Und dann – leider in einer Nacht weg.“ Ein wirtschaftlicher Totalschaden. Mit dem milliardenschweren Wiederaufbaufond wollen Bund und Land die Betroffenen nun unterstützen. Heute hat die Landesregierung in Mainz verkündet, welche Regeln dafür gelten. Bei Privathäusern sollen demnach bis zu 80 Prozent des entstandenen Schadens abgedeckt werden. Das gilt sowohl für die Instandsetzung als auch für den Neubau von zerstörten Gebäuden. Malu Dreyer, SPD, Ministerpräsidentin RLP: „Vom Grundsatz her ist es so, wenn mein Haus zerstört ist, dass der Fond es ermöglicht bis zu 80 Prozent des Wiederaufbaus zu finanzieren. Und das bedeutet eben nicht die Frage, wieviel war mein Haus vorher wert, sondern was kostet es es wieder aufzubauen nach den modernsten Standards. Die Standards, die gesetzlich eben vorgegeben sind.“ Entgangene Mieteinnahmen können ebenfalls kompensiert werden. Für Schäden am Hausrat soll es […]

  • Winzer fordern höhere Aufbauhilfen

    Winzer fordern höhere Aufbauhilfen

    Ein weiteres Thema, das noch heute Abend im Landtag diskutiert werden soll, ist die Errichtung eines Sondervermögens für die Opfer der Flut-Katastrophe. Insgesamt 30 Milliarden Euro haben Bund und Länder für den Wiederaufbau vorgesehen. Nachdem der Bund das entsprechende Gesetz schon vor zwei Wochen beschlossen hat, muss jetzt noch der Landtag zustimmen. Die Fördergelder sollen von der Flut betroffene Privat-Haushalte, Kommunen, Unternehmen, Landwirte und Winzer unterstützen. Letztere werden bei der Regelung nicht ausreichend bedacht, meint der Bauern- und Winzerverband – und warnt vor einem Höfe-Sterben in der Flutregion. Ausspülen, befüllen und rein mit dem Korken. 10.000 Flaschen Spätburgunder aus dem letzten Jahr hat Winzer Alexander Stodden gemeinsam mit seinem Team heute abgefüllt – das ist alles, was er vor den Wassermassen retten konnte. Die Abfüllmaschine: geliehen. Genau wie viele andere Geräte auch. Denn nahezu alle eigenen Maschinen, Fässer und Tanks sind der Flut zum Opfer gefallen. Insgesamt, so schätzt Stodden, liegt der Schaden auf dem Weingut bei etwa 1,5 Millionen Euro. Eine Elementarschadenversicherung hat der Winzer nicht. Trotzdem muss er den Wiederaufbau nicht ganz alleine stemmen. Der Staat ersetzt 80 Prozent des Zeitwerts des zerstörten Inventars. Alexander Stodden, Winzer aus Rech „Das große Problem ist, wenn ich den Zeitwert der Maschine nehme… Meine Presse ist mittlerweile 35 Jahre alt. Was für einen Zeitwert hat die? Wenn sie die normal verkaufen wollen, liegt die bei 2000 bis 3000 Euro. Das gleiche Modell neu kostet aber 35.000 Euro. Und ich werde es wohl austauschen müssen, weil es nicht mehr zu reparieren ist. Und wenn ich, ich sage mal, von 3000 Euro 80 Prozent abziehe, das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ Auch wenn er dankbar für jede Unterstützung ist – auf dem Großteil der Kosten wir der 48jährige sitzenbleiben. So wie ihm geht es vielen Weinbauern im Ahrtal. 65 der 68 […]

  • Vor 100 Jahren: BASF-Unglück von 1921

    Vor 100 Jahren: BASF-Unglück von 1921

    Es ist ein Szenario, wie in einem Katastrophenfilm. Aber es geschieht ganz real, heute genau vor 100 Jahren. Die Explosion eines Düngemittel-Silos im BASF-Werk im heutigen Ludwigshafener Stadtteil Oppau gilt bis heute als schlimmstes Unglück der deutschen Industrie-Geschichte. Am 21. September 1921 werden Hunderte Menschen getötet, Tausende verletzt. Isabella Blank-Elsbree, Unternehmens-Historikerin bei der BASF „In der benachbarten Gemeinde Oppau, die direkt ans Werksgelände grenzt, wurden über 1000 Gebäude völlig zerstört, 1000 Gebäude wurden stark beschädigt, es waren leider über 500 Todesopfer zu beklagen und an die 2000 Verletzte. Die starken Erschütterungen dieser Explosion wurden bis ins 300 Kilometer entfernten München in der Erdbebenwarte aufgezeichnet.“ Noch heute beschäftigt sich die Badische Anilin und Sodafabrik mit dem Unglück vor 100 Jahren. Über die Explosion des Düngemittelsilos gibt es viel Material im Unternehmens-Archiv. Die Historikerin Isabella Blank-Elsbree hat es ausgewertet. Isabella Blank-Elsbree, Unternehmens-Historikerin bei der BASF „Am 21. September 1921 um 7 Uhr 32 so schildern es Augen- und Ohrenzeugen, gab es hintereinander ganz kurz zwei Explosionen. Es stieg eine riesengroße schwarze Rauchwolke auf, die dann niederging, und es entstand eine gewaltige Druckwelle, die hier im größeren Umkreis Zerstörungen anrichtete.“ Die ganz genauen Unglücksursachen sind bis heute nicht geklärt. 4500 Tonnen Ammoniumnitrat lagern 1921 in einem Silo. Ein Dünger, der durch Sprengungen aufgelockert wird. 20.000 Mal ohne Folgen. Dann kommt es zur bis dahin weltweit größten Chemie-Katastrophe. Danach führt die Branche strengere Vorschriften ein. Isabella Blank-Elsbree, Unternehmens-Historikerin bei der BASF „Bis heute hat man alle Produkte mit Ammoniumnitrat in internationale Sicherheitsklassen eingeteilt und dafür Standards festgelegt, wie Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.“ Drei Jahre dauert der Wiederaufbau von Oppau. Die Kosten liegen bei rund 127 Millionen Reichsmark. 80 Prozent der damals eigenständigen Gemeinde werden 1921 zerstört. Udo Scheuermann ist Ortsvorsteher von Oppau. Im Rathaus hat er eine Ausstellung über die Explosion zusammengestellt. Udo Scheuermann, […]

  • Falschfahrer verursacht Horrorcrash mit 4 Toten

    Falschfahrer verursacht Horrorcrash mit 4 Toten

    Ein regelrechtes Trümmerfeld erwartete die Einsatzkräfte gestern am frühen Morgen auf der A5 kurz hinter Friedberg. Dort kam es zu einem schweren Verkehrsunfall, der vier Menschen das Leben gekostet hat. Verursacht hat ihn nach ersten Erkenntnissen ein Falschfahrer. Über mehrere hundert Meter verteilt liegen die Trümmer. Teile seien bis auf die Gegenfahrbahn geflogen. Nach ersten Erkenntnissen fährt gegen 4:40 Uhr ein 33 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Gießen mit seinem Opel Astra in verkehrter Richtung auf die Autobahn auf. Es kommt zunächst zu einem Frontalzusammenstoß mit einem Renault Clio. Darin kommen eine 19 Jahre alte Frau und ein 19 Jahre alter Mann ums Leben, zwei weitere 19 Jährige Mitfahrer schweben derzeit noch in Lebensgefahr. Auch der Unfallverursacher stirbt in seinem Fahrzeug. Ein 68 Jahre alter Mann aus Frankfurt fährt mit seinem Opel in die Unfallstelle – auch er kommt ums Leben. Schließlich rauscht ein 52 Jahre alter Mann mit seinem Aston Martin in die Autowracks. Sein Fahrzeug wird weit hinter die Unfallstelle geschleudert, der Fahrer kommt mit leichten Verletzungen davon. Ein Horror-Crash mit Toten und Schwerstverletzten – das geht selbst den professionellen Helfern nahe: Martin Schneider, Feuerwehr Rosbach vor der Höhe: „Ja, es sieht übel aus. Das sieht man nicht alle Tage. Nicht weit ist ja die Raststätte Wetterau, da war ein Notfallseelsorge-Team. Die haben zuerst die Ersthelfer betreut, die wir dahin gebracht haben. Und waren dann vorhin auch zu zweit hier an der Einsatzstelle, wo wir schon eine erste Gesprächsrunde mit den beteiligten Einsatzkräften gemacht haben.“ Sofort nach dem Unfall hatten Sachverständige begonnen, die Unfallursache zu klären. Dabei kam auch eine Drohne zum Einsatz. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten dauerten bis Sonntagmittag an.

  • CDU will Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe

    CDU will Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe

    Niemand dürfe mehr im Schlaf sterben, weil Warnsysteme nicht richtig funktioniert haben. Das sagte heute der rheinland-pfälzische CDU Fraktionschef Christian Baldauf. 134 Menschen hat die Flutkatastrophe vor acht Wochen allein in Rheinland-Pfalz das Leben gekostet. Nachdem zuerst die AfD-Fraktion einen Flut-Untersuchungsausschuss gefordert hatte, legten heute die Christdemokraten einen entsprechenden Antrag vor. Nach der Flut folgte das Aufräumen und nun die Aufarbeitung. Dafür zückt die CDU-Fraktion im rheinland-pfälzischen Landtag das schärfste Schwert, das die Opposition zur Verfügung hat: einen Untersuchungsausschuss. Dieser soll die Ereignisse und Entscheidungen vor, während und nach der Flutnacht klären. Christian Baldauf, CDU, Fraktionsvorsitzender Rheinland-Pfalz „Und das können Sie nur in einem Untersuchungsausschuss weil Sie dort die Akten beiziehen können, weil Sie dort Zeugen vernehmen können. Und die Bevölkerung, die Geschädigten, haben ein Recht darauf zu erfahren, was ist schiefgelaufen. Dafür ist der Untersuchungsausschuss da und deshalb beantragen wir ihn.“ Bereits Ende August hatte der Landtag einstimmig eine Enquetekommission beschlossen, die bis 2023 einen Bericht mit Empfehlungen, etwa zum Hochwasserschutz, vorlegen soll. Schon länger ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen den krankgeschriebenen Landrat des Kreises Ahrweiler, Jürgen Pföhler, und ein weiteres Mitglied des Krisenstabes. Dabei geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen. Der geplante Untersuchungsausschuss soll vor allem die politisch Verantwortlichen und deren mögliches Versagen in den Blick nehmen. Gordon Schnieder, CDU, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Rheinland-Pfalz „War das wirklich einfach ein schicksalbehafteter Tag mit einem Hochwasser, wo man nichts dran hätte ändern können, oder sind vielleicht doch Fehlentscheidungen getroffen worden – wissentlich oder nicht wissentlich -, die begünstigt haben, dass an dem Tag eben Menschen zu Schaden gekommen sind an Leib und Leben. Und diese Fragen müssen wir aufklären. Das sind wir den Angehörigen der Toten und den vielen Verletzten schuldig.“ Christian Baldauf, CDU, Fraktionsvorsitzender Rheinland-Pfalz „Es ist ja auffällig: Ein Innenminister fährt ins […]