Natur

  • Protest gegen das Aussetzen von spanischen Jagdhunden

    Protest gegen das Aussetzen von spanischen Jagdhunden

    In einem der liebsten Urlaubsländer der Deutschen werden jährlich bis zu 50.000 Jagdhunde, also Podencos und Galgos, aussortiert und regelrecht entsorgt, wenn sie zur Jagd nicht mehr taugen. Oft nach jahrelangem Leid. In vielen deutschen Städten – so auch in Mainz – sind am Wochenende deshalb Hunderte Menschen und Hunde auf die Straße gegangen, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen und auch um Druck auf die spanische Regierung zu erzeugen. Wir waren beim Galgomarsch mit der Kamera dabei. Bianca ist seit einem Monat in Deutschland. Der Jäger, bei dem sie bis vor kurzem auf Menorca gelebt hat, kann das zweieinhalb Jahre alte Podenco-Mädchen nicht mehr gebrauchen. Sie hat Glück, kommt zu Irina Conkel, die seit 21 Jahren eine Pflegestelle im pfälzischen Winnweiler betreibt. Irina Conkel, vermittelt  Pflegehunde aus Spanien „Das ist immer sehr, sehr aufregend. Ich habe aber Unterstützung durch die Menge meiner Podencos, weil die schätzen die Hunde vor mir ein. Und jeder findet da irgendwie seinen Partner auch zum Spielen oder zum kuscheln.“ Jeder gerettete Hund bringt seine Geschichte mit. Manchen sieht man an, dass ihnen Schlimmes widerfahren ist. Andere sind ängstlich und zurückhaltend. So auch der Podenco, den Sabrina Friedel aus dem Tierheim holt. Sabrina Friedel, Initiatorin  Mainzer Galgomarsch „Und da haben wir uns natürlich informiert, woher kommt das, woher stammt der, was ist seine Geschichte. Und dadurch kommt man in diesem Thema rein und das fesselt einen ja. Und man regt sich innerlich auf und möchte was bewegen.“ Sabrina Friedel ruft in Mainz die sogenannten Galgomärsche ins Leben. Rund 1.000 Menschen versammeln sich am Wochenende, um auf das Leid vieler spanischer Jagdhunde aufmerksam zu machen. Denn für sie gilt das Tierschutzgesetz in Spanien nicht. Zu mächtig und finanzstark sei die dortige Jagdlobby, die auf ihre lange Tradition und kulturelle Bedeutung verweist, erklärt Rafael Agudo, der […]

  • Kürbisausstellung in Kaiserslautern

    Kürbisausstellung in Kaiserslautern

    Im Herbst kommen in Kaiserslautern so richtig viele Kürbisse an. Die werden dann zu imposanten Skulpturen zusammengebaut. In diesem Jahr sind es elf bunte Kürbisfiguren und die sind noch bis Ende Oktober auf der Gartenschau zu bewundern. In diesem Jahr ist das Motto der Kürbisausstellung Feuer. Es gibt einen Feuerfisch, einen Feuersalamander und Fred Feuerstein ist auch dabei. Obwohl man es den kunstvollen Skulpturen auf den ersten Blick nicht anmerkt, sie sind nicht wirklich „Extremwetterfest“. Es floss einfach zu viel Wasser in letzter Zeit. Christine Schweigert, Leiterin Gartenschau Kaiserslautern „Ja, leider. Also eigentlich sollte der Regen, dem Kürbis nichts ausmachen. Aber es kommt einfach vor, dass die kleine Beschädigungen haben, Wenn die dann dauerfeucht sind, dann beginnt der Kürbis zu faulen, beziehungsweise bei den gehängten Kürbissen fällt dann einfach der Stiel ab. Dann muss man da noch mal ran und ersetzen.“ Fürs Ersetzen ist Alexander Pöschel zuständig. Er hat so einiges zu tun. Denn insgesamt sind hier rund 40.000 Kürbisse verarbeitet worden. Alexander Pöschel, Gärtner Gartenschau Kaiserslautern „Da hinten bei den Figuren habe ich so 15 herausgeholt. Und hier waren es jetzt vorneweg 8 oder 9. Die faulen dann von unten her.“ Es dauert über eine Woche, alle Kürbisse an den Figuren zu befestigen. Jeder Einzelne muss mit Kabelbindern angebracht werden. Viel Arbeit, die gut ankommt. „Ja, wir kommen hier aus Kaiserslautern, kommen jährlich hierher.“ „Weil die so ein schönes Muster haben.“ „Also es ist sehenswert.“ Ende Oktober schließt die Gartenschau für dieses Jahr. Die Skulpturen werden dann nicht einfach weggeworfen. In einer Biogasanlage werden die Kürbisse zu Energiespendern.

  • Wie wahrscheinlich ist ein Vulkanausbruch in der Eifel?

    Wie wahrscheinlich ist ein Vulkanausbruch in der Eifel?

    Vulkanausbrüche kennen wir eigentlich nur aus Indonesien, Hawaii oder auch aus dem Süden Europas. Doch auch hier bei uns in Rheinland-Pfalz brodelt es noch ganz tief unter der Erde. Genauer, in der Eifel. Sie zieht als Urlaubs- und Wanderregion jedes Jahr hunderttausende Besucher an. Ein Vulkanexperte sagt: Sollte ein Vulkan in der Eifel ausbrechen – wir wären auf jeden Fall überhaupt nicht darauf vorbereitet! Anflug auf den Laacher See in der östlichen Vulkaneifel, den größten See in Rheinland-Pfalz. Er ist nach einem Vulkanausbruch vor über 11.000 Jahren entstanden, als der Krater mit Wasser voll lief. Heute ein Landschafts-Idyll und beliebtes Ausflugsziel. Doch hier tut sich immer noch was! Im Uferbereich blubbern Gasblasen an die Oberfläche, deutliches Zeichen des nach wie vor andauernden Vulkanismus in der Eifel. Irgendwann wird es in der Region wieder einen Vulkanausbruch geben, da sind sich Geologen sicher. Einer von ihnen ist Vulkanismus-Experte Professor Ulrich Schreiber. Er beobachtet die Veränderungen von Gasaustritten und Bodenbewegungen in der Eifel sehr genau. Prof. Ulrich Schreiber, Geologe „Wir haben natürlich die Mess-Stationen, die uns aufzeigen, wie die Erdbeben aussehen in der Tiefe und auch in den oberflächennahen Bereichen. Diese Erdbeben können sich aber relativ schnell anders entwickeln. Das kennen wir ja, Erdbeben können wir nicht vorhersagen, wann sie stattfinden und in welcher Größe sie stattfinden. Aber es ist ein erstes Zeichen, wo man sagt: Hier verändert sich was! Und damit kann eine mögliche Magmen-Bewegung aus dem Untergrund gekoppelt sein.“ Gewaltige Lava-Ströme hatten sich in der Vorzeit von den Vulkan-Gipfeln ins Tal ergossen. Heute noch gut zu erkennen: Riesige Blöcke von Basalt-Lava, die schon die alten Römer als Baustoff nutzten. Auf den verschlungenen Wegen erkennt man im Gestein noch gut die Fluss-Richtung – hinunter ins Rheintal. Hier unterhalb der Hohen Buche bei Andernach hatte der Lavastrom sogar den Rhein erreicht. Ein Szenario, […]

  • Steinkrebse in der Mosel ausgesetzt

    Steinkrebse in der Mosel ausgesetzt

    Dass viele Flüsse und Bäche so sauber sind, liegt vor allem an dem Steinkrebs. Das rund acht Zentimeter große Tierchen ernährt sich vor allem von abgestorben Pflanzen. Das Problem: die heimische Krebsart ist vom Aussterben bedroht und die Tierchen wieder anzusiedeln ist gar nicht so einfach. Für diese kleinen Steinkrebse geht es heute in die Freiheit. Ihr neues Zuhause: ein kleiner Bach in Niederfell an der Mosel. Sechs Monate sind sie alt und werden im Rahmen eines Artenschutzprojektes ausgesetzt. Naturschützer haben sie vorher unter professionellen Bedingungen aufgezogen. Zunächst müssen sie dafür ein Muttertier  fangen und ihr die Eier abnehmen. Dr. Thomas Paulus, Referent für Schutz der Oberflächengewässer RLP/Umweltministerium „Das schwierige ist eigentlich nur die Bäche zu finden, wo Steinkrebse noch vorkommen. Und dann fängt man sie in einer Nacht und Nebel Aktion mit einem Krebskorb. Und wenn man die dann hat ist es eigentlich nicht so schwierig die zu handhaben. Die kann man auf dem Rücken anpacken und dann wird das ganz zart abgestreift. Das ist relativ einfach.///Man muss einfach ein bisschen Übung haben und ein Handling für die Tiere kriegen, dass man sie nicht zerdrückt.“ Eine Aufzuchtstation in Schleswig-Holstein bebrütet die Eier dann künstlich. Nach einigen Monaten werden die geschlüpften Krebse wieder zurück nach Rheinland-Pfalz gebracht. Beim Aussetzen der Steinkrebse ist es wichtig einen Ort zu wählen, an dem er dem Signalkrebs nicht zum Opfer fallen kann. Denn diese invasive Art aus Nordamerika  ist ein wesentlicher Grund für das Aussterben des Steinkrebses. Aber auch der Klimawandel und verbaute Ufer sorgen für  das Aussterben der Tiere. Das Land fördert das Projekt, mit jährlich rund 130.000 Euro. Für die Umweltministerin eine Herzensangelegenheit. Katrin Eder (Bündnis 90 / Die Grünen),Umweltministerin RLP „… weil die Steinkrebse einfach so wichtig sind für saubere Gewässer und saubere Gewässer braucht natürlich der Mensch für Trinkwassergewinnung. Und […]

  • Otternachwuchs im Zoo Kaiserslautern

    Otternachwuchs im Zoo Kaiserslautern

    Im Juni gab es bei der Zwergotter-Familie Nachwuchs, der sich jetzt endlich aus der Höhle traut und im Außengelände zu sehen ist. Sechs Zwergotter-Babys auf einen Schlag, drei Weibchen und drei Männchen. Und auch wenn die Namen der Jungtiere noch gesucht werden, stellen wir Ihnen den putzigen Nachwuchs schon mal vor. Und schwups – sie wagen sich endlich hinaus. Papa Max, Mama Cora und das große Geschwisterchen  / der große Bruder  Ottmar voraus. Die sechs Jungtiere munter hinterher. Ergibt…jede Menge Gewusel, um das sich die angehende Tierpflegerin Emely Kreutzberg aber zum Glück nicht alleine kümmern muss. Emely Kreutzberg, Auszubildende „Bei den Zwergottern kümmern sich beide Elternteile um die Jungtieraufzucht. Und dementsprechend, weil unser Max wirklich ein ganz toller Papa ist, passt der auch super gut auf seine Jungtiere auf.“ Auch wenn die ständige Aufsicht Papa Max manchmal müde macht. So viel Fürsorge und Zusammenhalt in der noch jungen Otter-Familie, das kommt auch bei den Besuchern an. Ilse Leonhard „Also das ist eine herrliche Sache. Junge Tiere überhaupt. Ich bewunder immer die Elterntiere, die doch so drauf fixiert sind so zusammenzuhalten. Und ganz einfach: Familie.“ Reinhard Giptner „Toll zu sehen. Das sind ja schon die Zweiten. Ich habe ja schon die erste, die andere Generation vorher auch schon gesehen. Eine tolle Sache, natürlich ja.“ Eine Besonderheit: Zwergotter gehören zur Gattung der Fingerotter und greifen ihre Beute nicht mit den Mund, sondern mit den Vorderpfoten, die einer menschlichen Hand ähneln. Und damit sich der süße Nachwuchs von klein auf an den Kontakt mit Emely gewöhnt, nimmt die Auszubildende diesen Stab mit integriertem Klicker zur Hilfe. Emely Kreutzberg, Auszubildende „Die Kugel vorne müssen die Tiere entweder mit der Nase oder den Pfoten ein Mal berühren. Und dann gibt es eine Belohnung. (…) Und wenn man das dann weiterführt, kann man dann eben auch […]

  • Sommerintermezzo - 29 Grad locken ins Freibad und zur Eisdiele

    Sommerintermezzo – 29 Grad locken ins Freibad und zur Eisdiele

    Der Sommer gibt noch einmal alles! Auch wenn der Kalender schon Richtung Herbst zeigt, erwartet uns an diesem Wochenende ein spätes Sommer-Highlight. Sonne satt, warme Temperaturen und beste Laune. Ein Klick und der Sommer ist eingefangen. Warme Temperaturen und ein Eis. Für diese Kombination können sich heute am Mainzer Rheinufer viele begeistern. Über die späten Sommertage freuen sich hier alle. Moritz: „Gerade der Juli war ja schlecht. Und jetzt hintenraus nochmal einen schönen Sommer zu haben, ein paar warme Tage. Das tut schon gut.“ Bettina: „Von mir aus könnte das immer so bleiben. Also ich kann nicht genug Sommer haben.“  Lilli: „Für mich war der Sommer viel zu kurz dieses Jahr. Es war so regnerisch und jetzt werde ich das nochmal in vollen Zügen ausnutzen.  Dennis: „Schön nochmal mit einem Eis rausgehen bei so einem Wetter. Was gibt’s besseres.“ David: „Dann ist einfach der Tag viel schöner. Ich werde vielleicht auch nochmal das Wetter möglichst am Wasser nutzen.“ Silvia: „Ich werde viel mit dem Fahrrad fahren. Das ist so mein Hobby und da freue ich mich drauf.“  Und wem Radfahren in der Sonne zu anstrengend ist, den zieht es stattdessen vielleicht ins Freibad. Bei Temperaturen bis zu 27 Grad freuen sich die Besucher hier in Eschborn heute darüber, dass das Schwimmbad noch auf hat. Denn viele andere Betriebe haben die Freibadsaison schon beendet. Elke Neumann: „Mein zweiter Wohnsitz ist das Schwimmbad. Und ich komme gerne hier nach Eschborn weil die sehr flexibel sind mit den Öffnungszeiten.“ Walter Hohmann: „Gestern war ich schon hier und heute und morgen soll es ja nochmal gut werden.“ Evelin Poppen: „Nicht zu heiß, nicht zu warm – die Sonne scheint, die Leute sind fröhlich und es blüht noch alles, es ist noch alles grün.“ Monica Linden: „Ich bin natürlich wegen des schönen Wetter hergekommen mit […]

  • Autobahn ins Nichts - Auf A1 fehlen 25 Kilometer

    Autobahn ins Nichts – Auf A1 fehlen 25 Kilometer

    Die A1 ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands. Von Saarbrücken aus führt die Autobahn über Trier, Köln und das Ruhrgebiet bis hoch an die Ostsee. Oder besser gesagt sollte das eigentlich so sein: Denn zwischen dem rheinland-pfälzischen Ort Dreis-Brück und Tondorf in Nordrhein-Westfalen fehlt seit jeher ein kleines Stück der A1. Seit etwa 50 Jahren wird in der Eifel schon über einen möglichen Lückenschluss diskutiert – Unternehmer und Anwohner sind sauer, dass seit Jahrzehnten nichts passiert. Sebastian Minninger von der Spedition Ludwig ist genervt. Wenn er vom Firmenstandort in Dreis-Brück nach Köln, Dortmund oder Essen fahren will, muss er sich durch zahlreiche kleine Dörfer in der Vulkaneifel quälen. Und weil es täglich Tausenden von Auto- und Lastwagenfahrern nicht anders geht, kann es dabei auch schon mal eng und gefährlich werden: So wie hier in Oberehe. Sebastian Minninger, Fuhrparkleiter Spedition Ludwig „Es ist anstrengend. Sowieso – der Tag ist schon anstrengend. Und dann kommen die Nadelöhre oft noch am Schluss oder am Anfang, wo man wirklich dann auch gestresst ist, genervt ist, Zeitdruck hat, Termindruck hat. Und wie man ja gesehen hat: Man steht teilweise minutenlang.“ Etwa eine Stunde dauert die anstrengende Fahrt über die Dörfer. Wäre die Lücke der A1 geschlossen, wäre das Ziel bequem in etwa 15 Minuten zu erreichen. Iris Ludwig, Spedition Ludwig „Ungefähr 70 Prozent unserer Lieferungen gehen nach Nordrhein-Westfalen. Und das heißt für uns, dass unsere Fahrer viele Umwege in Kauf nehmen müssen. Das kostet so 30 bis 45 Minuten mehr Zeit. Mehr CO2. Und sie können sich die Kosten vorstellen, die da noch on Top drauf kommen.“ Ein klarer Wettbewerbsnachteil – und doch bei weitem nicht das einzige Problem des fehlenden Lückenschlusses. Auch die Anwohner an der Ausweichstrecke brauchen starke Nerven, so wie hier im Ortsteil Brück: Bis zu eine Million Fahrzeuge im Jahr quetschen […]

  • Auswilderung von Sumpfschildkröten

    Auswilderung von Sumpfschildkröten

    Im rheinland-pfälzischen Neuburg spielt die kleine europäische Sumpfschildkröte aktuell eine große Rolle. Seit Jahren ist sie vom Aussterben bedroht. Der Naturschutzbund hat sich vorgenommen, sie durch ein des Wiederansiedlungsprojekt zu retten – und das mit Erfolg. Jetzt wurde die 500. Schildkröte freigelassen und das mit tatkräftiger Unterstützung. Für diese Sumpfschildkröte ist es ein ganz besonderer Tag, denn es geht endlich raus in die Freiheit! Seit ihrer Geburt leben  die Schildkröten im Sea Life in Speyer. Bis zu vier Jahre dauert es, bis sie groß genug für die Wildnis sind. Auf dem Weg in ihr neues zuhause bekommen sie heute Hilfe von den Schülern der Nikolaus-von-Weis-Realschule in  Speyer. Alessia, 8. Klasse „Das war voll süß man hat so gesehen wie die gelaufen ist so langsam. Die hatte zwar Schwierigkeiten bisschen am Anfang aber es war eigentlich voll süß zu sehen.“ Maximilian, 8. Klasse „Sehr cool man hat halt gefühlt dass die jetzt wirklich eine neue Freiheit haben. Und sehr cooles Gefühl.“ Mia, 8. Klasse „Es war einfach super super schön und ein tolles Erlebnis.“ Die Sumpfschildkröte ist vom Aussterben bedroht. Der Grund dafür geht bis ins Mittelalter zurück. Damals wurde sie gefangen und verspeist. Außerdem wurde ihr Lebensraum zerstört. Das Wiederansiedlungsprojekt  des  NABU gibt es seit 2008.  Die Schildkröten können es gar nicht erwarten ins Wasser zu kommen. Ann-Sybil Kuckuk, Naturschutzreferentin des NABU Rheinland-Pfalz „Sie ist eine Schildkröte, die vor allem    im Wasser lebt. Die kommt natürlich gerne raus wenn’s warm ist, dann sonnt sie sich. Sie braucht halt die Wärme um Energie zu bekommen. Aber ansonsten lebt sie im Wasser und holt auch ihre Nahrung aus den Wasser. Und macht dort im Winter auch ihre Winterruhe.“ Eine echte Wasserratte also. Die Sumpfschildkröte fühlt sich in den rheinland-pfälzischen Gewässern so wohl, dass sie für Nachwuchs sorgt und die Population am […]

  • Start der Keltersaison

    Start der Keltersaison

    Leuchtend grün oder knackig rot – so kommen sie in diesen Tagen in die Pressen der Keltereien. Wer selbst Apfelbäume besitzt, hat wahrscheinlich aktuell auch alle Hände voll zu tun – und so geht es auch den Apfelwinzern, die gerade fleißig ihre Tanks für den neuen Ebbelwoi füllen. Pünktlich zum Herbstanfang geht sie in Hessen los – die Keltersaison. Die Bäume hängen voll, der regenreiche Sommer hat für pralle Äpfel gesorgt. Nach zuletzt drei eher überschaubaren Jahren erwarten die hessischen Kelterer mit 10.000 bis 15.000 Tonnen Obst eine reiche Ernte. Martin Heil, Verband der Hessischen Apfelwein und Fruchtsaft-Keltereien „Mit jedem Sonnenstrahl wächst der Fruchtzuckergehalt. Und mit jedem bisschen Regen wächst der Apfel. Und von daher ist das einfach eine gute Kombination, dass wir jetzt schon Äpfel bekommen in den Keltereien, die viel Fruchtzucker haben ungewöhnlich viel für den frühen Zeitraum.“ Spritzig, herb-süß – so soll der Apfelweinjahrgang 2025 werden. Besser als vergangenes Jahr. Louis Walther, Kelterer in Bruchköbel „Wir hatten letztes Jahr einige Probleme damit, dass er recht hell war. Und der Säuregehalt ist dieses Jahr viel besser, weil die Sonne nicht so extrem war. Letztes Jahr zum Beispiel hatten wir sehr viel Sonne und sehr wenig Regen, d.h. wenig Obst und vor allem sehr süßes Obst“ Im Schnitt produzieren die hessischen Verbandskeltereien bis zum Saisonende Anfang November zusammen 33 Millionen Liter Apfelwein. Durch die gute Ernte sei der Anteil heimischer Äpfel dieses Jahr höher. Sorgen macht den Kelterern neben der Konkurrenz durch internationale Großkonzerne jedoch der Apfelnachschub. Martin Heil, Verband der Hessischen Apfelwein und Fruchtsaft-Keltereien „Wenn dann einer nach Feierabend keine Lust mehr hat, sich auf einer Obstwiese auszutoben, kann man das ein bisschen verstehen. Auf der anderen Seite geht man aber auch ins Fitnessstudio, naja gut, da kann ich auch auf die Obstwiese.“ Louis Walther, Kelterer in Bruchköbel […]

  • Ausstellung über Wolken in Darmstadt

    Ausstellung über Wolken in Darmstadt

    Worüber reden wir eigentlich immer am liebsten? Genau: über das Wetter. Doch was beeinflusst unser Wetter alles? Es sind zum Beispiel Wolken. Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt widmet eine ganze Ausstellung dem Thema Wolken. Kleine weiße Haufenwolken. Sie bilden sich durch aufsteigende warme Luft. Das Darmstädter Landesmuseum mit einem Schönwetterwolkenhimmel. Der ist echt. Drinnen im Museumsgebäude gibt es ganz unterschiedliche Wolkenformen. Es sind 3-D-Modelle aller Wolkenarten, die sich am Himmel bilden können. Dr. Daniela Matenaar, Kuratorin der Ausstellung „Wolken. Erleben und Verstehen“ „Man kann sich an den offiziellen internationalen Wolkenatlas halten. Es gibt gerade 29 gültige Arten und dann gibt es noch Sonder- und Begleitformen.“ Ob hohe, mittelhohe oder tiefe Wolken. Sie entstehen in der Atmosphäre. Es sind Ansammlungen von feinsten Wassertöpfchen oder Eiskristallen. Aus mächtigen Wolken können sich Unwetter bilden. Ganz selten regnet es Frösche oder Fische. Dann, wenn durch Gewitterwolken ein Tornado auf dem Wasser entsteht. Die Baldachinspinne nutzt die Kraft der Wolken. Sie lässt sich an ihren gesponnenen Fäden durch die Luft treiben. All das zeigt die Ausstellung „Wolken. Erleben und Verstehen.“ Für einige Besucher gibt es eine Wiederbegegnung mit vertrauten Wolken. Auf Fotos, die sie selbst gemacht haben. Dr. Martin Faass, Direktor Landesmuseum Darmstadt „Wir haben im Vorfeld dazu aufgerufen, uns Fotos von Wolken einzureichen. Wir waren selbst überrascht, dass ganz viele diese Gelegenheit wahrgenommen haben. Über 2000 Fotos sind uns zugeschickt worden. Das sind echt mehr, als wir erwartet haben. Und von diesen Fotos zeigen wir etwa 50 in der Ausstellung.“ Ein Spaziergang durch dichte Wolken, oder auch ein Ausflug in die Geschichte. Das Kernstück der Ausstellung ist ein 8 Meter hohes Wolkenmodell, gebastelt von Präparateuren, die sich sonst eher mit Tiermodellen beschäftigten. Noa Groß, Präparatorin  Landesmuseum Darmstadt „Das Problem, war, etwas zu finden, was weiß bleibt und nicht vergilbt über die Zeit. Und da wurde […]

  • Wissenschaftler erforschen Viti-Forst-Konzept im Weinbau

    Wissenschaftler erforschen Viti-Forst-Konzept im Weinbau

    Im hessischen Geisenheim wachsen aktuell nicht nur Reben im Weinberg, sondern auch Quitten und Esskastanien – und das ist kein Zufall. Vitiforst nennt man es, wenn Bäume die Weinpflanzen widerstandsfähiger machen – und somit den Weinberg gegen Wetterextreme schützen. In Hessen wird das Konzept Vitiforst zum ersten Mal deutschlandweit wissenschaftlich untersucht. Von oben sieht dieser Weinberg aus wie ein Schachbrett. Quadratische Rebenfelder getrennt durch Quitten- und Esskastanienbäume. So wollen Johanna Döring und ihr Team von der Hochschule Geisenheim möglichst präzise herausfinden, welchen Einfluss die Bäume auf die Weinreben haben. Sicher ist aber schon jetzt: Vielfalt im Weinberg ist gut für die Pflanzen. Johanna Döring, Professorin für ökologischen Weinbau „Denn wenn ich ein diverses System habe, kann das natürlich auf alle möglichen Ereignisse viel besser und spontaner reagieren. Und hat viel mehr Potential, unterschiedliche Wettereignisse oder andere Umwelteinflüsse ab zu puffern.“ Durch den Schatten der Bäume sinkt das Klima im Weinberg, die Trauben brauchen weniger Wasser. Außerdem wurzeln Bäume tiefer und transportieren so zusätzliches Wasser von unten nach oben. Noch unklar ist aber, welchen Einfluss das auf die Weinpflanzen hat. Yvette Wohlfahrt, Hochschule Geisenheim University „Wie tief wurzeln die Reben, um sich Wasser zu holen? Also bleiben sie eher oberflächlich oder gehen sie in die Tiefe? Das sind dann natürlich noch einmal zusätzliche Messungen. Aber vom Wasser her ist es natürlich wichtig, sind wir hier in einem Konkurrenz- oder sind wir hier in einer Austauschbeziehung?“ Dafür messen die Wissenschaftler regelmäßig die Bodenfeuchte. Zusätzliche Pflanzen im Weinberg bedeuten aber auch zusätzliche Arbeit. Doch auf lange Zeit können die Winzer mit den Früchten oder dem Holz Geld verdienen. Dabei ist nicht jeder Baum für jeden Weinberg geeignet. Johanna Döring, Professorin für ökologischen Weinbau „Wir haben uns zum Beispiel jetzt als wir unsere Versuchsplattform designt haben, gegen einen klassischen Apfel oder eine Birne entschieden. […]

  • Störche sammeln sich in Südhessen

    Störche sammeln sich in Südhessen

    Wer aktuell an Feldern und Wiesen vorbeifährt, kann es nicht übersehen: Zugvögel wie Gänse, Kraniche und Störche versammeln sich allmählich und bereiten sich vor auf ihre lange Reise gen Süden. Besonders viele Störche machen dabei Halt in der hessischen Gemeinde Büttelborn. Zusammen mit Bernd Petri vom Naturschutzbund Hessen haben wir uns mit Fernglas und Kamera rangepirscht und festgestellt – es werden jedes Jahr mehr Störche! Bernd  Petri, Ornithologe NABU  Hessen „Da sind alleine 200 Störche, circa 200 Störche in der Luft hier. Oh, fantastisch.“ Jedes Jahr aufs Neue wird Büttelborn zu einem wahren Storchen-Hotspot. Bis zu 600 Weißstörche sammeln sich aktuell in der kleinen Gemeinde im Kreis Groß-Gerau und fressen sich vor ihrem langen Weg nach Spanien und Nordafrika nochmal ordentlich satt. Bernd  Petri, Ornithologe NABU  Hessen „Das sind richtige Tankstellen. Wie, wenn wir nach Süden reisen, haben wir auch unsere Tankstellen, wo wir sagen: Oh, hier schmeckt es uns besonders gut. Und es ist eigentlich der storchenreichste, dichtbesiedelste Storchenraum in ganz Deutschland.“ Der Grund, warum es den Störchen hier so gut schmeckt, ist die nahegelegene Biomülldeponie. Wurst- und Fischreste geben ihnen besonders viel Kraft. Und die brauchen die Störche auf ihrer einmonatigen Reise ins Winterquartier. Doch immer mehr denken gar nicht daran, das Schlaraffenland Büttelborn zu verlassen. Bernd  Petri, Ornithologe NABU  Hessen „Auf jeden Fall reagieren die Störche auf ihrem Zug auf diese Klimaveränderungen, die Klimaerwärmung. Die Winter werden milder, sie finden genügend Nahrung hier. Und warum sollen sie dann weit und gefährlich reisen? Sie bleiben einfach hier und haben dann den Vorteil, dass sie ausgeruht in das Brutgeschäft ab Februar, März kommenden Jahres hineingehen können.“ Knapp 400 Störche überwintern mittlerweile in Büttelborn. Jedes Jahr kommen mehr dazu. Futter und Rastplätze gibt es in Deutschlands Storchen-Hotspot auf jeden Fall mehr als genug.

  • Kampf gegen invasiven Japankäfer

    Kampf gegen invasiven Japankäfer

    Regelmäßig gibt es Diskussionen über den Katzenwels, die Große Drüsenameise oder über den Roten Amerikanischen Sumpfkrebs. Der Grund: Sie alle sind invasive Arten, also Arten, die bei uns nicht heimisch sind – und sich ganz schön breit machen. Und nun gibt es eine weitere invasive Art, die in Südhessen gefunden wurde und dort mächtig für Ärger sorgt – der Japankäfer. Er ist nur so groß wie eine Kaffeebohne, metallisch schillernd und hat markant weiße Haarbüschel am Hinterleib. Der Japankäfer. Und er ist ziemlich gefräßig. In der Landwirtschaft kann er daher massive Schäden anrichten. Dirk Hill, zuständig für das Japankäfer-Monitoring „Der Käfer macht einen sogenannten Skeletttierfraß. Das heißt, er hat eine Massenvermehrung und frisst die Blätter der Pflanze. Er hat bis zu 400 Wirtspflanzen. Und diese Blätter können keine Photosynthese mehr machen. Und würden absterben.“ Christian Hillnhütter, Leiter Pflanzenschutzdienst Hessen „Dementsprechend kann er, wenn er sich stark vermehrt, auch große Schäden in Landwirtschaft, Gartenbau, aber auch in der Natur und auch in Privatgärten, im Rasen oder auf Fußballplätzen hinterlassen.“ In Trebur sind den Experten des hessischen Pflanzenschutzdienstes jetzt sechs Exemplare des Japankäfers in die Falle gegangen. Vermutlich als blinder Passagier ist er eingeschleppt worden und breitet sich nun aus, da er hier keine natürlichen Fressfeinde hat. Christian Hillnhütter, Leiter Pflanzenschutzdienst Hessen „Diese Population, die wir jetzt hier gefunden haben, haben wir genetisch prüfen lassen. Und da haben wir am Wochenende das Ergebnis bekommen von der Bundesforschungsanstalt, dass das eine italienische bzw. die Schweizer Population der Ursprung ist.“ Um die Ausbreitung des Japankäfers zu stoppen, wurde nun ein Aktionsplan aufgelegt. In der Befallszone – der Stadt Trebur – und einer Pufferzone im Radius von 6 Kilometern, die sich bis nach Rheinland-Pfalz erstreckt, müssen verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden. So dürfen unter anderem in der Befallszone keine Rasenflächen gewässert werden, um zu verhindert, dass […]

  • Streit um Waschbärensterilisation in Kassel

    Streit um Waschbärensterilisation in Kassel

    Kassel gilt mit geschätzt 10.000 Tieren als die Waschbär-Hauptstadt Europas, weil sich hier besonders viele der ursprünglich aus Nordamerika stammende Raubtiere niedergelassen haben. Doch leider richtet die invasive Art in Nordhessen auch eine Menge Schäden an. Anfang des Monats ist ein mit viel Hoffnung verbundenes Pilotprojekt gestartet, um die Zahl der Waschbären zu begrenzen. Prompt gab es Kritik von Jägern, seitdem liegt das Projekt auf Eis. Nächtlicher Einsatz in Kassel Anfang August. Das Ziel: Waschbären einfangen, sterilisieren und anschließend wieder freilassen. So wollte man die Waschbärpopulation in Kassel in den Griff bekommen Nannette Welk, Waschbärprojekt Kassel „Wir wollen die Tiere sterilisieren statt kastrieren, sowohl die männlichen als auch weiblichen Tiere. Bei der Kastration haben die Tiere die Hormone nicht mehr und die Rüden werden vom Rudel verstoßen, das wollen wir nicht. Wir wollen dass die Tiere, denselben Platz besetzen können wie vorher, sich nur nicht mehr vermehren.“ Nach zwei Wochen pausiert  das Regierungspräsidium überraschend das Projekt, um es rechtlich zu prüfen. Zuvor hatte die Zuständigkeit bei der Stadt gelegen. Vera Heck, Geschäftsführerin Bundesverband der Wildtierhilfen „Es hat uns natürlich betroffen gemacht, weil wir zu dem Zeitpunkt nach Recht und Gesetz gehandelt haben und immer noch handeln, weil wir von der Stadt Kassel sämtliche Genehmigungen, die wir brauchten dafür hatten.“ Heiko Lehmkuhl (CDU) Ordnungsdezernent Stadt Kassel „Ein bisschen überraschend ist es schon, da ja die Stadt Kassel vollständig keine Bedenken geäußert hat und wir auch nach wie vor davon überzeugt sind, dass die biologischen Management Maßnahmen sehr sinnvoll sind.“ Der hessische Jagdverband bezweifelt die Sinnhaftigkeit und hatte deshalb eine juristische Prüfung bei der Behörde angestoßen. Zudem sei es verboten, invasive Arten wieder auszusetzen. Markus Stifter, Landesjagdverband Hessen „Uns ging es dabei darum, dass auf der einen Seite die Wirksamkeit nachgewiesen ist. Also, dass so ein Projektvorhaben, wie die Sterilisation von Waschbären […]

  • Ausstellung erinnert an Ahr-Hochwasser

    Ausstellung erinnert an Ahr-Hochwasser

    Vor vier Jahren hat die Flut im Ahrtal eine ganze Region zerstört. 135 Menschen starben, viele Anwohner haben ihr Zuhause verloren und auch die Infrastruktur der gesamten Region wurde schwer beschädigt. Darunter über 100 Brücken. Doch die sogenannte Jahrhundertflut war nicht das erste Extremhochwasser an der Ahr. Das zeigt eine Ausstellung im Museum der Stadt Sinzig. Die Ahrbrücke Kölner Straße in Sinzig. Sie steht hier seit 1871. Der Flut vor vier Jahren hat sie standgehalten. Doch viele Brücken über den Fluss sind durch die Wassermassen im Juli 2021 zerstört oder stark beschädigt worden. Nicht zum ersten Mal. Auch hier in Sinzig ist eine Brücke dem Hochwasser zum Opfer gefallen. Sie stand an der Stelle der heutigen Sandsteinbrücke. Gabriel Heeren, Leiter des Museums der Stadt Sinzig „Nachdem die Flut im Jahr 1804 den alten historischen Ahrübergang der Aachen-Frankfurter Heerstraße hier in Sinzig zerstört hatte, hat die französische Regierung entschieden, an dieser Stelle eine Holzbrücke wieder aufzubauen. Bei der Flut 2021 sind dann zahlreiche Holzpfähle hier an dieser Stelle im Umfeld dieser Brücke von der früheren Holzbrücke freigespült worden und dann später in Sinzig an der Ahr eingesammelt worden, die wir heute im Museum zeigen.“ Der längste Holzpfeiler ist 3 Meter 80 lang. Insgesamt werden im Museum der Stadt Sinzig über 30 Brückenpfeiler ausgestellt. Aus ganz verschiedenen Orten an der Ahr, aus unterschiedlichen Jahrhunderten. Alle haben eines gemeinsam. Sie stammen von Brücken, die ein extremes Hochwasser zerstört hat. So grausam und unvorstellbar die Flutkatastrophe vor vier Jahren war, sie war nicht die erste an der Ahr. Gabriel Heeren, Leiter des Museums der Stadt Sinzig „Also, man weiß auf jeden Fall durch historische Quellen, Veröffentlichungen und Forschung dazu, dass es seit dem Mittelalter und der Neuzeit eine mindestens zweistellige Zahl von Flutkatastrophen im Ahrtal gegeben hat.“ Und wahrscheinlich gab es bereits zu römischen […]