Kriminalität

  • Bundeswehr-Fahrzeuge in Kassel angezündet

    Bundeswehr-Fahrzeuge in Kassel angezündet

    In der Nacht von Montag auf Dienstag sind in Kassel vier zivile Fahrzeuge der Bundeswehr ausgebrannt. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Hessens Innenminister Roman Poseck verurteilt die Taten aufs Schärfste. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Zunächst einmal ist das eine schwerwiegende Straftat. Angriffe auf die Bundeswehr sind Angriffe auf uns alle. Wir brauchen die Bundeswehr. Die Bundeswehr verdient unsere Rückendeckung. Und das war offensichtlich ein gezielter Anschlag auf die Bundeswehr. Täter konnten noch nicht ermittelt werden. Es spricht viel dafür, dass diese Taten einen linksextremen Hintergrund haben, aber Beweise dafür haben wir auch noch nicht. Wir setzen alles daran, dass die Täter gefunden werden können und diese verwerflichen Straftaten auch konsequent verfolgt werden.“ Die Ermittler bitten deshalb Zeugen, die Hinweise auf die mutmaßlichen Täter geben können, sich im Polizei-Präsidium Nordhessen zu melden.

  • Missbrauch in Uniklinik? - Prozess gegen Pfleger beginnt

    Missbrauch in Uniklinik? – Prozess gegen Pfleger beginnt

    Am Frankfurter Landgericht ist heute der Prozess gegen einen ehemaligen Krankenpfleger gestartet. Er soll drei Frauen mit Medikamenten beruhigt und deren bewusstlosen Zustand dann ausgenutzt haben. Mindestens eines der Opfer soll er sexuell missbraucht haben. Doch vieles ist bis heute noch gänzlich ungeklärt. Die Vorwürfe gegen Gean G. wiegen schwer. Unter dem Vorwand, Kanülen zu spülen, soll er den jungen Frauen ein Sedierungsmittel gespritzt haben. Eine der Frauen landet anschließend auf der Intensivstation. Staatsanwältin Nickel, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Konkret soll er im Frühjahr und Sommer 2023 allen drei Geschädigten sedierende Mittel verabreicht haben, sowie eine der Geschädigten in sexueller Absicht berührt haben.“ Einem der mutmaßlichen Opfer soll der Angeklagte im benommenen Zustand an die Brust gefasst haben. Gean G. bestreitet die Vorwürfe. Er habe nur ärztliche Anordnungen befolgt und die Kanülen der Patientinnen vorschriftsmäßig gespült. Auch den Vorwurf des sexuellen Übergriffs weist er zurück. Nina Seeh, Reporterin in Frankfurt „Während der Verlesung der Anklage wirkt Gean G. insgesamt ruhig und gelassen. Zur anwesenden Nebenklägerin, einem der mutmaßlichen Opfer, vermeidet er aber jeden Blickkontakt. Nach dem Verlesen der Anklage verlässt die Zeugin dann sichtlich aufgelöst den Saal. Bei der anschließenden Befragung von Gean G. kommt es danach zu weiteren Verzögerungen wegen Verständigungsproblemen. So passen seine Antworten manchmal nicht zu den gestellten Fragen und er verstrickt sich in Widersprüchen zum mutmaßlichen Tatgeschehen.“ Der Krankenpfleger hatte seit 2019 an der Uniklinik Frankfurt in der Pflege gearbeitet. Nach der Bekanntgabe der Vorwürfe wurde der Angeklagte fristlos entlassen. Nun drohen ihm auch strafrechtliche Konsequenzen. Staatsanwältin Nickel, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Für die gefährliche Körperverletzung sieht das Strafgesetzbuch eine Mindestfreiheitsstrafe von sechs Monaten vor und für den sexuellen Übergriff in der angeklagten Form eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr.“ Für das Verfahren sind vier Verhandlungstage vorgesehen.  Das Urteil gegen Gean G. soll schon in der nächsten Woche fallen.

  • Fahndung nach Supermarkt-Räubern

    Fahndung nach Supermarkt-Räubern

    Eine kalte dunkle Winternacht im vergangenen Januar beschäftigt aktuell die Frankfurter Kriminalpolizei. Es ist Mittwoch, genauer gesagt der 22. Januar 2025, als zwei maskierte Männer den Penny-Markt im Ostend überfallen. Sie flüchten mit geringer Beute und sind bis heute unbekannt, weshalb die Polizei nun mit Video-Aufnahmen an die Öffentlichkeit geht. Der Penny-Markt im Frankfurter Sandweg. Eine halbe Stunde vor Ladenschluss betreten zwei Männer die Filiale. Der erste Täter, laut Polizei circa 1 Meter 75 groß und mit normaler Statur. Er trägt schwarze Kleidung und eine rot/orangene Brille. Beide Räuber sind maskiert. Den Komplizen beschreiben die Fahnder als bullig und 1 Meter 80 groß. Er ist, wie hier zu sehen, mit einer silberfarbenen Axt bewaffnet und soll deutsch mit Akzent gesprochen haben. Zu erkennen außerdem seine hellgrauen Schuhe der Marke New Balance. Klemens Hahn, Pressesprecher Polizei Frankfurt am Main „Insgesamt waren es zwei Täter, die arbeitsteilig agiert haben. Der eine stand im Eingangsbereich Schmiere mit einer Axt in der Hand und der andere ist mit einem pistolenähnlichen Gegenstand ins Innere gegangen, hat dort Mitarbeiter bedroht. Letztendlich ist das Ganze auch schnell wieder vorbei gewesen und jetzt fahnden wir nach den beiden Tatverdächtigen.“ Die Polizei vermutet, dass es der erste Täter nicht geschafft hat, die erhoffte Beute zu bekommen und sich deshalb Waren im „mittleren zweistelligen“ Wert schnappt. Er flüchtet über einen Hinterausgang, was sein Komplize zunächst nicht bemerkt.    Dieser macht sich kurz danach durch den Haupteingang aus dem Staub. Klemens Hahn, Pressesprecher Polizei Frankfurt am Main „Wir freuen uns auf Hinweise, jeder der was gesehen, mitbekommen hat, kann etwas dazu beitragen, dass wir die Täter endgültig identifizieren und ermitteln können.“ Zeugen werden gebeten, sich unter der eingeblendeten Telefonnummer bei der Kriminalpolizei Frankfurt oder jeder anderen Polizeidienstelle zu melden.

  • Drogenspürhunde am Flughafen

    Drogenspürhunde am Flughafen

    Mit dem besten Freund jeden Tag zusammen auf die Arbeit gehen – was sich viele Hundebesitzer wohl wünschen würden, ist für die Zöllner und ihre Hunde am Frankfurter Flughafen Realität. Sie sorgen dafür, dass dort nichts geschmuggelt wird. Allein im vergangenen Jahr wurden an Deutschlands größtem Airport Drogen im Wert von 208 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen. – Der nächste Teil unserer Sommerserie über die vielen verschiedenen Berufe am Frankfurter Flughafen. Anna Schmidt, Hundeführerin „Das Besondere für mich ist natürlich der Donut. Weil der einfach der beste Kollege ist, den man sich wirklich wünschen kann. Und die Arbeit, die man in ihn reinsteckt, kriegt man hundertfach zurück. Und dieses Gefühl, wenn er dann mal was findet, ist einfach toll.“ Huch, wo geht sie denn ohne mich hin? Zollhund Donut hat sein Frauchen Anna Schmidt – wir haben ihren Namen geändert – immer fest im Blick. Und die sagt: Diese Koffer von einer Maschine aus Rio de Janeiro muss der Deutsche Schäferhund jetzt beschnuppern. Er  ist auf Rauschgift spezialisiert, kann also Drogen wie Kokain, Heroin oder Crystal Meth mit seiner Nase erkennen. Zehn Prozent eines Hundehirns sind für den Geruchssinn zuständig. Anna Schmidt, Hundeführerin „Und dann ist das denen möglich, dass die in der Luft unterscheiden können oder sagen können, nach dem Geruch suche ich jetzt. Das können wir Menschen ja nicht. Wir nehmen alle Gerüche war, aber können das nicht einzeln sondieren. Das ist wie wenn man in einer Parfümerie wäre und sagt, den und den Duft suche ich und den würde man dann auch finden. Wenn wir in einer Parfümerie sind, riechen wir wahrscheinlich alles, aber finden unseren Duft nur mit der Verkäuferin.“ Die Zollbeamten entscheiden selbst, von welchen Flügen sie Koffer untersuchen. Heute findet Donut nichts Verdächtiges. Manchmal verstecken die Beamten aber eine Attrappe, damit die  Hunde […]

  • Mutmaßlicher Dreifachörder ist tot

    Mutmaßlicher Dreifachörder ist tot

    Wir starten mit einem Thema, das die Menschen im rheinland-pfälzischen Weitefeld monatelang in Atem gehalten hat. Am sechsten April wird dort eine dreiköpfige Familie getötet. Der mutmaßliche Täter? Spurlos verschwunden! Vorgestern wird dann nur 600 Meter vom Tatort entfernt eine Leiche gefunden. Schnell wird vermutet, dass es sich dabei um den gesuchten Mörder handeln könnte. Und nun gibt es endlich Klarheit.   Er ist es. Bei der Leiche, die am Dienstag in der Nähe von Weitefeld im Westerwald gefunden worden ist, handelt es sich um den mutmaßlichen Dreifachmörder Alexander M. Das habe eine DNA-Analyse ergeben, verkündet die Staatsanwaltschaft am Nachmittag. Staatsanwaltschaft Koblenz: „Aufgrund des fortgeschrittenen Verwesungszustandes der Leiche lassen sich die Todesursache und der genaue Todeszeitpunkt nicht mehr klären. Ob der mutmaßliche Täter Selbstmord begangen hat oder an den Verletzungen verstorben ist, die er sich bei Begehung der Tat zugezogen hat, oder eine sonstige Todesursache vorliegt, lässt sich dementsprechend nicht mehr sicher feststellen.“  Anfang April wird ein Ehepaar sowie deren 16-jähriger Sohn in ihrem Wohnhaus in Weitefeld tot aufgefunden. Alles deutet auf einen Dreifachmord hin: Das Ehepaar sei durch Messerstiche und Schüsse gestorben, der Sohn erschossen worden, so die Polizei. Die Spurensuche am Tatort lenkt den Verdacht auf den einen 61-jährigen Alexander M. aus einem Nachbarort. Trotz monatelanger Fahndung – er bleibt spurlos verschwunden. Was ihn zu der Tat bewogen haben könnte bleibt offen. Vier Monate lang leben die Menschen in und um Weitefeld in Ungewissheit und Angst: Schleicht da draußen noch ein Mörder herum? Jetzt können sie aufatmen. Uwe Weinbrenner: „Ich habe Enkel, die konnten nicht mehr raus. Also schon, aber unter Aufsicht. Und auch wenn die Leute spazieren gegangen sind, die waren hier auch nicht sicher.“  Mohammed El Haddouti: „Ich bin wirklich so beruhigt. Also das war für uns schrecklich, die Zeit. Muss ich ehrlich sagen.“  Hartmut Sturm: […]

  • Leiche bei Weitefeld gefunden - ist es der mutmaßliche Dreifachmörder?

    Leiche bei Weitefeld gefunden – ist es der mutmaßliche Dreifachmörder?

    Im Kreis Altenkirchen ist gestern Nachmittag eine Leiche gefunden worden. Besonders brisant: Der Fundort liegt in der Nähe von Weitefeld. Hier wurden vor vier Monaten drei Menschen in einem Einfamilienhaus getötet. Seitdem ist der mutmaßliche Täter spurlos verschwunden. Die Polizei schließt einen Zusammenhang nicht aus und ermittelt auf Hochtouren.   Es war eine Information, die die Polizei in höchste Alarmbereitschaft versetzt hat: Am Rand eines Feldes zwischen den Orten Weitefeld und Neunkhausen ist gestern gegen 16:30 Uhr eine Leiche gefunden worden. Da den Beamten ein Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Dreifachmord im April möglich erscheint, leiten sie sofort Maßnahmen ein, die möglichst zeitnah den Leichnam identifizieren und die Todesursache bestimmen sollen. Jürgen Fachinger, Sprecher Polizeipräsidium Koblenz: „Da müssen wir ein bisschen vorsichtig sein, wir wollen uns auch da nicht an irgendwelchen Spekulationen beteiligen. Nichtsdestotrotz führen wir die Maßnahmen so durch als ob es mit der Tat in Verbindung zu bringen wäre.“ (10s) Anfang April wurde ein Ehepaar sowie deren 16-jähriger Sohn in ihrem Wohnhaus in Weitefeld tot aufgefunden. Alles deutet auf einen Dreifachmord hin: Das Ehepaar sei durch Messerstiche und Schüsse gestorben, der Sohn erschossen worden, so die Polizei. Die Spurensuche am Tatort lenkt den Verdacht schnell auf einen 61-jährigen Mann aus dem Nachbarort. Aber auch nach monatelanger Fahndung kann die Polizei ihn nicht ausfindig machen. Seit der Tat ist er spurlos verschwunden, auch in seinem Wohnort wurde er seitdem nicht mehr gesehen. Könnte es sich bei der Leiche also um diesen Mann handeln? Die Polizei macht dazu bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben. Jürgen Fachinger, Sprecher Polizeipräsidium Koblenz: „Wir gehen von einer längeren Liegezeit aus, deswegen ist es, was die Identitätsbestimmung betrifft, auch etwas schwieriger. Insofern müssen wir uns einfach die Zeit gedulden, bis wir entsprechende Ergebnisse bekommen.“ (10s) Gleichzeitig sucht die Polizei am Fundort der Leiche weiterhin nach möglichen […]

  • Polizei sucht Frankfurter Juwelenräuber

    Polizei sucht Frankfurter Juwelenräuber

    Im Juni vor zwei Jahren wurde in der Frankfurter Innenstadt ein Juwelier ausgeraubt. Bei dem spektakulären Raub konnten die Täter Schmuck und Uhren im Wert von 850.000 Euro erbeuten. Weil bis heute von Tätern und Beute jede Spur fehlt, bittet die Polizei jetzt um Mithilfe aus der Bevölkerung. Ein Mann betritt am 29.06.2023 ein Frankfurter Juweliergeschäft. Sofort zieht er eine Waffe aus einer Einkaufstasche und bedroht den Juwelier. Ein Komplize stürmt in den Laden und fängt sofort an, die Vitrinen einzuschlagen. Aufnahmen einer Überwachungskamera, die das Polizeipräsidium Frankfurt jetzt veröffentlicht hat. Die Hoffnung: die beiden Täter durch die Mithilfe der Bevölkerung nach über zwei Jahren doch noch dingfest zu machen. Sina Martin, Polizeipräsidium Frankfurt: „Wir hoffen, dass Personen eventuell das mitbekommen haben oder auch die Täter wiedererkennen und daher gehen wir jetzt an die Öffentlichkeit und die Bilder und Videos sind auf unserer Seite auch einsehbar. Wir haben eine Hinweisnummer geschaltet, das Dezernat, dass sich um den Fall kümmert ist Ansprechpartner und nimmt die Hinweise entgegen.“ Wer Hinweise zu den beiden Tätern oder zum Verbleib der Beute im Gesamtwert von 850.000 Euro hat kann sich bei der Kriminalpolizei in Frankfurt melden. Außerdem bitten die Ermittler auch um Hinweise zu den Fahrrädern, mit denen die Täter nach der Tat geflüchtet sind.

  • Immer mehr vergiftete Bäume

    Immer mehr vergiftete Bäume

    Fast jede Woche gibt es neue Fälle bei denen Bäume in Hessen gezielt mit dem Pflanzenschutzmittel Glyphosat vergiftet werden. Die neuesten Meldungen gibt es gerade aus Bad Hersfeld und dem südhessischen Riedstadt. Hier wurde eine über 200 Jahre alte Eiche Opfer der Giftattacke. Die Blätter welk und gelb, die Krone an vielen Stellen kahl. Dieser Baum stirbt gerade. So sieht die berühmte Karl-Spengler-Eiche in Riedstadt-Goddelau eigentlich aus. Doch nun haben Unbekannte den unter Naturschutz stehenden Baum vergiftet. Der Bürgermeister ist entsetzt. Marcus Kretschmann (CDU), Bürgermeister Riedstadt: „Erstmal war ich total geschockt, weil ich mir gar nicht erklären konnte, was ist so ein Antrieb für jemanden, der sowas macht. Das ist ein total unerklärlicher Vorgang. Ich kanns auch immer noch nicht glauben.“ Doch damit nicht genug. Sieben weitere Eichen sowie ein Walnuss-Baum und eine Rosskastanie in Riedstadt sind betroffen. Alle stehen mitten auf freiem Feld. Als der ungesunde Wuchs der Bäume auffällt, denken die Stadtmitarbeiter deshalb zuerst an einen Schädlingsbefall. Doch dann entdecken sie eindeutige Indizien auf eine Giftattacke. Tiefe Bohrlöcher in den Stämmen, gut getarnt mit Blättern und Reisig. Holger Schanz, Leiter Fachgruppe Umwelt Riedstadt: „Hier sieht man zum Beispiel so eins. Und das heißt es wurde einfach die Erde und das Gras bisschen auf Seite gelegt und dann halt hier mit einem 12-15 Millimeter Bohrer ein schräges Loch hineingebohrt. Etwa 20 Zentimeter tief und dann wahrscheinlich eben über eine Spritze ein Herbizid in den Baum eingebracht.“ Nach Untersuchungen steht fest. Bei dem Gift handelt es sich um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Berthold Langenhorst vom Naturschutzbund Hessen erklärt, wie das wirkt. Berthold Langenhorst, NABU Hessen: „Es ist so, dass es natürlich als Gift gedacht ist für Pflanzen, die man nicht haben möchte. Und da wirkt es ganz ganz schnell. Und im Baum ist es so, dass Glyphosat die Funktion hat, es blockiert […]

  • Fußballtrainer wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

    Fußballtrainer wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt

    Das Landgericht Frankfurt hat den ehemaligen Trainer einer Fußball-Jugend-Mannschaft aus Kelkheim heute zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass er mehrere Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren über Jahre hinweg sexuell missbraucht hat. Acht Jahre Haft für den ehemaligen Jugendtrainer der TuS Hornau aus Kelkheim: Mit diesem Strafmaß bleibt das Gericht nur knapp hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft von acht Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe zurück. Nach Ansicht des Gerichts hat sich der 29 Jahre alte Angeklagte über einen Zeitraum von fünf Jahren an mindestens sechs Minderjährigen vergangenen – neben einer Vielzahl von sexuellen Belästigungen und Übergriffen legt das Gericht dem Angeklagten auch die Vergewaltigung eines zum Tatzeitpunkt 15 Jahre alten Jungen zur Last. Die Strafe sei nur deshalb nicht noch höher ausgefallen, weil der Angeklagte im Prozessverlauf ein umfassendes Geständnis abgelegt habe. Lisa Kretzschmar, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Natürlich haben wir hier berücksichtigt, dass den Geschädigten – das wurde ja auch in der Urteilsbegründung nochmal gesagt, das habe ich auch in meinem Plädoyer gesagt – dass den Geschädigten hier einiges erspart wurde, noch mal vernommen zu werden in der Hauptverhandlung. Und ich denke, dass das angemessen berücksichtigt wurde im Urteil.“ Besonders perfide: Um die Kinder und Jugendlichen gefügig zu machen, soll sie der Angeklagte zum Konsum von Kokain genötigt haben. Das bestreitet der 29-Jährige jedoch – seine Opfer hätten das Kokain freiwillig zu sich genommen. Seine eigene Kokainabhängigkeit wertet das Gericht als strafmildernd – genau wie seine Therapiebereitschaft. Während seiner Haft soll der Ex-Trainer jetzt unter anderem  einen Suchtentzug machen. Sein Verteidiger Ulrich Endres hält eine Freiheitsstrafe von acht Jahren trotzdem für völlig unangemessen. Ulrich Endres, Verteidiger „Mein Mandant hat heute Geburtstag. Und an seinem Geburtstag das Geburtstagsgeschenk mit acht Jahren zu bekommen – da muss ich sagen: Halleluja, das ist […]

  • Zivilverfahren zum Fall der getöteten Luise

    Zivilverfahren zum Fall der getöteten Luise

    Fast zweieinhalb Jahre ist es her, dass die Leiche der zwölfjährigen Luise im Landkreis Altenkirchen im Norden von Rheinland-Pfalz gefunden wurde. Zwei ihrer Mitschülerinnen – zum Zeitpunkt der Tat 12 und 13 Jahre alt – hatten zugegeben das Mädchen erstochen zu haben. Der Fall hatte eine bundesweite Debatte darüber ausgelöst, ob die Straf-Mündigkeit von 14 auf 12 Jahre abgesenkt werden sollte. Nach wie vor gilt aber: Wer jünger als 14 Jahre alt ist, ist schuldunfähig. Einen Strafprozess gibt es deshalb nicht. Luises Familie will sich damit nicht abfinden – und klagt nun in einem Zivilverfahren auf Schmerzensgeld. Der Gerichtssaal am Koblenzer Landgericht bleibt heute leer. Anders als bei einem Strafprozess, müssen die Beklagten in einem Zivilverfahren nicht persönlich erscheinen. Die mutmaßlichen Täterinnen  sind heute per Video zugeschaltet. Die Öffentlichkeit wird von diesem Teil der Verhandlung zum Schutz der Beschuldigten ausgeschlossen. Jochen Alfes vertritt heute Luises Familie. Jochen Alfes, Anwalt von Luises Familie „Den Klägern geht es sehr schlecht. Die sind alle drei nach wie vor in traumatologischer Behandlung. Die Eltern seit Anfang an, die Schwester von Luise hat erst gedacht, sie kriegt das irgendwie selbst verbacken. Das hat sie gemerkt, dass das nicht klappt. Sie ist jetzt auch bis auf weiteres, alle drei in Behandlung.“ Luises Familie verklagt die beiden Mädchen auf Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 160.000 Euro. Einerseits für den Verlust, den sie als Angehörige erlitten haben, andererseits für die Schmerzen, die Luise vor ihrem Tod erleiden musste. Eva Maria Kahn, Gerichtssprecherin Landgericht Koblenz „Der eigene Schmerzensgeldanspruch einer getöteten Person bezogen auf die vor dem Tod erlittenen Schmerzen, ist vererbbar und kann grundsätzlich von den jeweiligen Erben geltend gemacht werden. Für die Höhe von Schmerzensgeld sind die Intensität und die Dauer der erlittenen Schmerzen von besonderer Relevanz. Für diese Fragen kann sich das Gericht auch sachverständiger Hilfe bedienen.“ […]

  • Polizei kontrolliert E-Scooter-Fahrer

    Polizei kontrolliert E-Scooter-Fahrer

    Wer mit dem E-Scooter unterwegs ist, lebt gefährlich: Im vergangenen Jahr gab es alleine in Hessen fast 1.100 Unfälle, an denen Elektroroller beteiligt waren. Die meisten davon in Frankfurt. Besonders erschreckend: In zwei von drei Fällen wurden dabei Menschen verletzt oder sogar getötet. Unfallursache Nummer eins: Ein Fehlverhalten der Rollerfahrer selbst. Hessens Innenminister Roman Poseck setzt deshalb jetzt auf mehr Kontrollen durch die Polizei. Etwa alle drei Sekunden leiht in Frankfurt irgendwer irgendwo einen E-Scooter aus. Etwa 12000 der flotten Miet-Roller gibt es inzwischen in Frankfurt. Dazu kommen Tausende in Privatbesitz – da ist Ärger offenbar vorprogrammiert. Denn noch immer scheinen Regelverstöße beim E-Roller-Fahren als eine Art Kavaliersdelikt zu gelten: Wie etwa das Fahren zu zweit. Das ist verboten – so wie auch das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss oder das Missachten roter Ampeln. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Auch für das E-Scooter-Fahren gibt es Regeln. Und die E-Scooter-Fahrer sind gut beraten, wenn sie sich an diese Regeln halten. Denn die Unfälle gehen häufig auf regelwidriges Verhalten zurück. E-Scooter-Fahren verleiht offensichtlich auch eine besonders leichtsinnige Einstellung.“ Es sind vor allem jüngere Leute, die E-Scooter nutzen. Das merkt man auch bei dieser Kontrollaktion in der Frankfurter Innenstadt: Im Minutentakt bittet die Fahrradstaffel der Frankfurter Polizei Rollerfahrer im Bereich der Goethestraße zum Rapport. In Flagranti, etwa bei einer Fahrt zu zweit oder auf einem frisierter Roller, erwischen die Beamten hier heute zwar niemanden: Sie stellen aber gleich mehrere Versicherungs-Verstöße fest. Auch das kann für die Ertappten teuer werden. Dominic McCormick, Leiter Fahrradstaffel Polizei Frankfurt „Ein Verstoß gegen das… also ohne Fahrerlaubnis und gegen das Pflichtversicherungsgesetz bedeutet im Zweifel auch: Ich kann den Führerschein nicht machen. Ich kann erst später machen. Muss noch eine teure MPU bezahlen zusätzlich zur Geldstrafe, die aus dem Strafverfahren hervorgeht. Und da sind wir auch ruckzuck mal bei […]

  • Plädoyers im Missbrauchsprozess gegen Fußballtrainer

    Plädoyers im Missbrauchsprozess gegen Fußballtrainer

    Vor dem Landgericht Frankfurt muss sich ein 28-jähriger ehemaliger Fußball-Trainer verantworten. Er soll im Main-Taunus-Kreis ein Kind und mehrere Jugendliche sexuell missbraucht haben. Der Prozess steht kurz vor dem Abschluss – heute wurden die Schluss-Plädoyers gehalten. Die Vorwürfe wiegen schwer: Der Angeklagte soll  fünf Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren sexuell missbraucht haben. Zwischen 2019 und 2024 soll er im Main-Taunus Kreis neun Taten begangen haben. Manche Opfer soll der ehemalige Jugend-Fußballtrainer zusätzlich gezwungen haben Kokain zu konsumieren. Die Anklageschrift  der Staatsanwaltschaft ist deshalb lang. Es geht um Vergewaltigung,  sexuellen  Missbrauch und Übergriffe, Exhibitionismus, Nötigung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Lisa Kretzschmar, Staatsanwaltschaft Frankfurt „Er war für die Jugendlichen und Kinder sehr nahbar. Er war ja jemand, den man kannte. Man kannte ihn auf dem Platz, als Autoritätsperson, aber man kannte ihn auch neben dem Platz. Und er hat sich natürlich sehr auf deren Ebene herabbegeben, durch Interessen wie Musikhören, Autofahren, Fußball natürlich, als Kernelement, was alle verbindet, und dadurch eben so eine Art freundschaftliche Bindung suggeriert hat, die aber natürlich von Anfang an nicht freundschaftlich war aufgrund diesen Autoritätsverhältnisses.“ Die Staatsanwaltschaft fordert heute eine Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Der Angeklagte hatte den sexuellen Missbrauch direkt zu Prozessbeginn gestanden. Die Folgen seiner  Taten  für die Minderjährigen werden wohl erst im Erwachsenenalter sichtbar, so die Nebenklage. Die Aufarbeitung könnte Jahre dauern. Gabriele Lehnert, Anwältin eines Opfers „Er will mit niemanden darüber reden. Die Mutter hat mir gesagt, der hat einen ganz guten Kumpel, mit dem er wohl ab und zu mal darüber gesprochen hat, aber ansonsten blockt er das komplett ab. Also das ist so, als ob es nicht dagewesen wäre. Ich glaube, das ist Selbstschutz, nichts anderes. Das einfach dieses Ausblenden, das ‚es war vielleicht nicht alles so schlimm‘ – in Anführungsstrichen -, um weiterzumachen.“ […]

  • Lange Haftstrafen für Geldautomatensprenger

    Lange Haftstrafen für Geldautomatensprenger

    Am Frankfurter Landgericht ist heute das Urteil gegen sechs junge Männer gefallen, die gleich serienweise Geldautomaten gesprengt haben sollen. Dabei ging es erstmals in einem solchen Prozess auch um die Frage, ob die Angeklagten für ihre gefährlichen Taten auch wegen versuchten Mordes verurteilt werden können. Denn bei mindestens zwei Geldautomatensprengungen hätten die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft zumindest billigend in Kauf genommen, dass durch ihr Handeln auch Menschen zu Schaden kommen. 13 Jahre und 9 Monate Haft für den Hauptangeklagten – seine fünf Mittäter müssen zwischen 5 und 11 Jahre hinter Gitter: Damit endet in Frankfurt ein aufsehenerregender Prozess, der für die sechs jungen Männer aus den Niederlanden und Marokko auch noch schlimmer hätte ausgehen können. Denn verurteilt werden die Geldautomaten-Sprenger nur wegen des Herbeiführens einer schweren Sprengstoffexplosion, nicht aber wegen versuchten Mordes. Die empfindlichen Haftstrafen hält die Generalstaatsanwaltschaft trotzdem für angemessen. Georg Ungefuk, Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt „Geldautomatensprengungen sind keine Kavaliersdelikte, bei denen es um Adrenalin, Geschwindigkeit, schnelle Autos geht. Man muss diese Straftaten als das benennen, was sie sind: Nämlich Sprengstoffanschläge im öffentlichen Raum, die zu erheblichen Gefahren für unbeteiligte Menschen führen können – und zu schweren Schäden.“ Bei der Frage, ob auch eine Verurteilung wegen versuchten Mordes in Frage kommt, ging es unter anderem um diesen Anschlag auf eine Bank in der Bad Homburger Fußgängerzone im Januar 2023. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätten die Angeklagten dabei billigend in Kauf genommen, dass bei ihrer Spreng-Aktion auch Passanten oder Hausbewohner ums Leben kommen. Das sieht das Gericht anders: Zum einen, weil die Explosion nicht ausgereicht habe, die Statik des Gebäudes zu gefährden – zum anderen, weil bislang bei keiner Geldautomaten-Sprengung in Deutschland Menschen zu Schaden kommen seien. Die langen Haftstrafen seien dennoch angemessen: Wegen der hohen kriminellen Energie der Angeklagten – aber auch um klarzumachen, dass organisiertes Verbrechen in Deutschland keine Zukunft habe. […]

  • Sexuelle Übergriffe in Freibad - Innenausschuss tagt

    Sexuelle Übergriffe in Freibad – Innenausschuss tagt

    Die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe von mehreren syrischen Flüchtlingen auf mindestens acht minderjährige Mädchen im Freibad Gelnhausen haben bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Innenausschuss des Landtags ist deshalb zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die AfD will von Hessens Innenminister Roman Poseck wissen, wie das Land solche Vorfälle künftig zu verhindern gedenkt – und vergreift sich dabei aus Sicht aller anderen Parteien mal wieder im Ton. Gestern Nachmittag in Gelnhausen: Eine Häufchen Demonstranten fordert ein rigoroses Durchgreifen gegen Flüchtlinge, die sich an deutschen Frauen und Mädchen vergreifen. Fast keiner der Teilnehmer stammt aus Gelnhausen – es sind angereiste Protestler, vornehmlich vom rechten Rand und aus der Querdenker-Szene. Gehör finden sie vor allem bei der AfD: Die würde die mutmaßlichen Freibad-Grapscher von Gelnhausen am liebsten direkt in den nächsten Flieger Richtung Syrien setzen. Sandra Weegels (AfD), Abgeordnete Landtag Hessen „Straffällig gewordene Ausländer haben in diesem Land nichts zu suchen. Integration ist eine Bringschuld. Wer unsere westlichen Werte und unsere Freiheit mit Füßen tritt, der hat in diesem Land nichts verloren und muss das Land dementsprechend wieder verlassen.“ Im Innenausschuss des Landtags will die AfD mehr über die mutmaßlichen Täter und mögliche weitere Vorfälle dieser Art wissen. Im Wesentlichen bestätigt der Innenminister dabei das, was ohnehin schon bekannt ist: Die 4 Tatverdächtigen sind zwischen 18 und 28 Jahre alt und zwischen 2022 und 2024 als Flüchtlinge aus Syrien nach Deutschland gekommen. Nach einem fünften Tatverdächtigen werde noch gefahndet. Auch in weiteren Schwimmbädern in Babenhausen und Darmstadt sei es in den vergangenen Tagen mutmaßlich zu sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge gekommen – das, so der Innenminister, sei absolut nicht hinnehmbar. Roman Poseck (CDU), Innenminister Hessen „Gleichzeitig dürfen wir diese Fälle nicht verallgemeinern und sie zum Anlass nehmen, Bevölkerungsgruppen zu diskriminieren. Das tut die AfD leider, indem sie Stimmung gegen Geflüchtete macht aufgrund dieser Fälle.“ Den Ton im […]

  • Schüler bekommen Einblicke in die Justiz

    Schüler bekommen Einblicke in die Justiz

    Ende vergangenen Jahres gab es bundesweit 933.000 offene Ermittlungsverfahren – das ist ein Anstieg um 30 Prozent seit 2021. Auch in Rheinland-Pfalz waren Ende 2024 rund 33.000 Fälle offen. Grund dafür ist – wie in vielen Branchen der Fachkräfte-Mangel – weswegen die Justiz jetzt neue Wege geht, um Nachwuchs zu finden. Verhandlung am Oberlandesgericht Koblenz. Die Anklage: Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Geldstrafe, die Verteidigung einen Freispruch. Doch außer dem Vorsitzenden Richter sind alle Beteiligten Zehntklässlerinnen aus Vallendar, denn die Gerichte in Rheinland-Pfalz öffnen noch bis Freitag ihre Türen für die erste „Woche der Justiz“. Mit Einblicken hinter die Kulissen und Planspielen wie hier in Koblenz sollen junge Leute für die Arbeit im Rechtssystem begeistert werden. Sophia, 16, Schönstätter Marienschule Vallendar „Ich fand das eigentlich auch ganz cool mal zu sehen, wie man so als Verteidiger da sitzt, wie man sich eigentlich fühlt.“ Finja, 16, Schönstätter Marienschule Vallendar „Man konnte halt die ganzen verschiedenen Meinungen auch hören und ich habe mich auch mit meiner Partnerin dann abgesprochen, wie wir jetzt auch den Angeklagten verurteilen und wir haben uns auch dafür entschieden, dass er schuldig ist.“ Was für die Schülerinnen Spaß bedeutet, ist für die Gerichte ernst, denn der demografische Wandel und der Fachkräftemangel sind eine große Herausforderung. Der Deutsche Richterbund sprach im Frühjahr sogar von einer drohenden „Überlastung des Rechtsstaates“. In Koblenz gibt es momentan zwar noch genug Richter und Staatsanwälte, aber auf den Ebenen darunter sieht es ganz anders aus. Jörn Müller, Sprecher Oberlandesgericht Koblenz „Wir bekommen auch sehr gute Bewerbungen für unsere Rechtspflege, aber leider nicht genug. Und für unsere Justizfachwirte und im IT-Bereich sieht es ähnlich aus. Da würden wir uns durchaus noch mehr Nachwuchs erhoffen.“ Und der soll mit Schnupperkursen von einer Karriere im Rechtssystem überzeugt werden. Ein Trainingssimulator für Zeugenbefragungen per Virtual-Reality-Brille soll beispielsweise einen […]