Kriminalität

  • Ein Toter bei Schießerei in Offenbach

    Ein Toter bei Schießerei in Offenbach

    In einer Bar in der Offenbacher Innenstadt ist am Sonntagabend ein Mann getötet worden. Eine weitere Person hat schwere Verletzungen erlitten. Der Täter ist immer noch flüchtig. Um kurz nach 20 Uhr kommt es in dieser Bar in Offenbach zu der tödlichen Schussabgabe. Mehrere Notrufe gehen daraufhin bei der Polizei ein. Doch für einen 48 Jahre alten Mann kommt jede Hilfe zu spät. Er stirbt noch am Tatort. Ein 45-Jähriger wird schwer verletzt und muss in ein Krankenhaus gebracht werden. Er kann noch nicht vernommen werden. Neben den beiden Opfern und dem Schützen sollen keine weiteren Menschen beteiligt gewesen sein und das obwohl in der Bar reger Betrieb herrschte. Das Lokal war erst vor zehn Tagen von einem bosnischen Pärchen eröffnet worden. Christopher Leidner, Sprecher Polizei Offenbach „Derzeit wissen wir, dass der Mann um Viertel nach Acht circa die Bar betreten hat, offenbar gezielt auf die Personengruppe geschossen haben soll und auch direkt im Anschluss wieder die Bar verlassen hat.“ Wie viele Schüsse gefallen sind wird noch ermittelt. Anwohner aus dem Mathildenviertel berichten von ihren Beobachtungen. Halil, Gözcem & Michael, Anwohner aus Offenbach „Ich kam nach dem Training, habe sechs Schüsse gehört. Hab mir nichts dabei gedacht. Ich dachte das wären so kleine Kiddies, die halt mit Schreckschusswaffe schießen. Und dann ging es schnell. Polizei kam, hin und her. Aber hab nix viel gesehen. Hab nich viel gesehen. Dann hab ich ein, zwei Kollegen kurz angerufen. Und das war’s. Nix besonderes.“ Nach Angaben der Polizei ist der Schütze seit der Tat auf der Flucht. Am Abend wird sofort eine Großfahndung eingeleitet. Zahlreiche Ermittler durchkämmen die Straßen, ein Polizeihubschrauber kreist über der Stadt, Zeugen werden befragt. Jedoch ohne Erfolg – der Täter bleibt verschwunden. Christopher Leidner, Sprecher Polizei Offenbach „Wir fahnden derzeit nach einem 30- bis 40-jährigen Mann. Der soll eine […]

  • Tankstellenmord: Plädoyer der Verteidigung

    Tankstellenmord: Plädoyer der Verteidigung

    Im September letzten Jahres wurde der junge Tankstellenmitarbeiter Alex W. in Idar-Oberstein erschossen. Dem mutmaßlichen Täter Mario N. wird vorgeworfen, den 20-Jährigen getötet zu haben, weil der ihn dazu aufgefordert hatte einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Im Prozess vor dem Landgericht in Bad Kreuznach haben heute die Verteidiger des Angeklagten ihre Plädoyers gehalten. Mario N. habe weder heimtückisch noch aus niedrigen Beweggründen gehandelt, als er Alex W. erschoss. Zu diesem Schluss kommt heute die Verteidigung des Angeklagten. Sie forderte deshalb nur eine erhebliche Freiheitsstrafe wegen Totschlags. Rund zwei Stunden lang begründet Verteidiger Alexander Klein, dass die Tat von Mario N. nicht in besonderem Maße verwerflich sei und deshalb auch kein Mordmerkmal vorliegen würde. Alexander Klein, Verteidiger von Mario N. „Wir wissen hier, dass der Angeklagte besonders unter den Corona-Maßnahmen gelitten hatte. Dass er seinen Vater durch eine Selbsttötung verloren hatte, seine Mutter schwer krank war, er finanziell in einer schwierigen Situation war. Er war seelisch enorm belastet zum Tatzeitpunkt. Und deswegen war die Äußerung des – dieser Disput, den es ja gab mit dem Opfer für ihn so besonders demütigend.“ Zwar hatte der Angeklagte gestanden, den jungen Tankstellenmitarbeiter erschossen zu haben, gab aber an, erheblich alkoholisiert gewesen zu sein. Er habe sich durch den Hinweis auf die Maskenpflicht provoziert gefühlt. Die Corona-Schutzmaßnahmen habe er für Unsinn gehalten. Die Verteidigung will nicht ausschließen, dass Mario N. aufgrund seiner psychischen Verfassung oder seiner Alkoholisierung vermindert schuldfähig ist. Die Staatsanwaltschaft hatte das verneint. Eine besondere Schwere der Schuld, die eine vorzeitige Haftentlassung nach wenigstens 15 Jahren nahezu ausschließt, sieht die Verteidigung jedenfalls nicht gegeben. Alexander Klein, Verteidiger von Mario N. „Angesichts der psychischen Verfassung des Angeklagten, seiner bisherigen Unbestraftheit und der ganzen Tatausführung, die nicht von besonderer Brutalität oder Tötungslust gekennzeichnet war, passt das hier überhaupt nicht auf den Angeklagten.“ Zum Abschluss des Prozesses […]

  • Urteil gegen „Cophunter“

    Urteil gegen „Cophunter“

    Urteil im sogenannten “Cophunter-Prozess“: Weil er nach den Polizistenmorden von Kusel im Internet zur Tötung weiterer Polizisten aufgerufen hat, ist ein 56-Jähriger heute vom Amtsgericht in Idar-Oberstein zu einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte zwei selbstgedrehte Videos ins Internet stellte, in denen er zur Jagd auf Polizeibeamte aufruft. Darin enthalten auch das Angebot, Polizisten gegen eine Gebühr auf einen Feldweg zu locken, wo sie dann per Kopfschuss getötet werden könnten. Eine E-Mail an die Polizeiinspektion Idar-Oberstein, in der der Absender die Beamten beleidigt und den mutmaßlichen Mord an zwei jungen Polizisten in der Nähe von Kusel gutheißt, stamme ebenfalls eindeutig von dem Angeklagten. Das hat der 56-Jährige im Prozess auch zugegeben – das Ganze sei allerdings nur ein Spaß gewesen. Wahis Afschar, Generalstaatsanwaltschaft Koblenz „Nach den rechtlichen Voraussetzungen bei diesem Tatbestand ist es nicht notwendig, dass er selber das tatsächlich ernst gemeint hat, sondern dass es eben einen ernsten Eindruck macht. Wobei aber aus Sicht der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz insbesondere aus der E-Mail, die er am Tag zuvor an die LPI Idar-Oberstein ersichtlich ist, dass dieser Hass echt ist und dieses Morden und eine Mordlust schon in dem Angeklagten drin ist.“ Zuvor hatte eine psychiatrische Gutachterin Volker S. für voll schuldfähig erklärt. Der Angeklagte habe zwar einen Drang zum Lügen und sich selbst zu überhöhen, eine paranoide Schizophrenie oder eine andere psychische Erkrankung sei bei ihm aber nicht zu erkennen. Er lebe durchaus in der Realität und könne die Folgen seines Handelns abschätzen. Die Verteidigung hatte auf eine Bewährungsstrafe plädiert: Schließlich habe der Angeklagte die Taten gestanden und sich mehrfach dafür entschuldigt. Zudem seien die Drohungen nicht ernst gemeint gewesen. Martin Nitschmann, Verteidiger „Ich werde das auf jeden Fall rechtlich klären lassen, ob das hier eine Aufforderung zum Mord […]

  • Prozess gegen IS-Rückkehrerin startet

    Prozess gegen IS-Rückkehrerin startet

    Es ist der 30. März dieses Jahres, als Sahra M. am Frankfurter Flughafen festgenommen wird. Von dort soll sie sich im Jahr 2014 auf den Weg gemacht haben, um sich der Terrororganisation Islamischer Staat anzuschließen. Heute beginnt am Oberlandesgericht Koblenz der Prozess gegen die 27-Jährige aus Idar-Oberstein. „Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung“ – so lautet die Anklage gegen Sahra M. Zwischen 2014 und 2019 soll sie Mitglied beim sogenannten „Islamischen Staat“ gewesen sein. Vor acht Jahren habe sie sich mit ihrem Bruder und dessen nach islamischen Recht verheirateten Frau auf den Weg nach Syrien gemacht, um sich der Terrororganisation anzuschließen. Dort soll sie dann drei IS-Kämpfer geheiratet und sich um den gemeinsamen Haushalt gekümmert haben. Dadurch habe sie ihren Männern ermöglicht, für den IS zu kämpfen. Zwei von ihnen sind im Gefecht gestorben, von dem anderen ließ sie sich scheiden, so die Anklageschrift. Christopher do Paco Quesado, Oberstaatsanwal „Frauen kamen im Rahmen der Struktur des Islamischen Staates eine ganz wesentliche Rolle zu, weil sie den Rückhalt für die Männer, die Kämpfen sollten, bilden sollten. Und sie sollten zugleich auch Kinder auf die Welt bringen, diese im Sinne des Islamischen Staates und der Ideologie, die diese Organisation vertritt, erziehen, um damit quasi den Nachwuchs für die terroristische Vereinigung zu organisieren.“ So habe Sahra M. in Syrien zwei Kinder bekommen, eins sei kurz nach der Geburt gestorben. Des Weiteren soll sie noch Propaganda für den IS betrieben haben. Sahra M ist die Schwägerin von Lisa R., die vor dem Oberlandesgericht Koblenz bereits wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist. Die beiden sind laut Anklage gemeinsam nach Syrien gereist und hätten auch zusammen gewohnt. Heute kündigt Sahra M. an, sich am nächsten Prozesstag zu den Vorwürfen äußern zu wollen. Michael Sertsöz, Verteidiger Sahra M. „Die Angeklagte wird […]

  • Plädoyer im Tankstellenmord-Prozess

    Plädoyer im Tankstellenmord-Prozess

    Im September des letzten Jahres wurde der junge Tankstellenmitarbeiter Alex W. in Idar-Oberstein erschossen. Dem mutmaßlichen Täter Mario N. wird vorgeworfen, den 20-Jährigen getötet zu haben, weil der ihn mehrfach auf die Corona-Maskenpflicht hingewiesen habe. Der Prozess gegen Mario N. vor dem Landgericht in Bad Kreuznach neigt sich nun dem Ende zu. Heute haben Staatsanwaltschaft und Nebenklage ihre Plädoyers gehalten. Mario N. habe den Mord heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen begangen. Zu diesem Schluss kommt heute Staatsanwältin Nicole Frohn. In ihrem rund zweistündigen Plädoyer begründet sie, dass es keinen Zweifel an der Täterschaft von Mario N. gebe. Drei Zeugen hätten beobachtet, wie er Alex W. erschoss, darüber hinaus sei die Tat auf Video aufgezeichnet worden. Nicole Frohn, Staatsanwältin „Wenn man die Tat allein nur von außen betrachtet, dann wurde hier ein Mensch getötet, weil er nichts anderes getan hat, als einen Kunden in der Tankstelle aufzufordern, die gesetzlich vorgeschriebene Maskenpflicht einzuhalten. Das steht vollkommen außer Verhältnis. Der vermeintliche Anlass und die Tat – diesen jungen Mann zu erschießen.“ Die Staatsanwältin fordert deshalb eine lebenslange Haftstrafe, sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Eine vorzeitige Haftentlassung nach frühestens 15 Jahren ist damit nahezu ausgeschlossen. Der Angeklagte Mario N. hatte im Prozess gestanden, den jungen Tankstellenmitarbeiter erschossen zu haben. Er habe sich provoziert gefühlt, weil ihn der Mitarbeiter mehrmals darauf hingewiesen habe, dass er eine Maske tragen müsse. Die Einschränkungen der Corona-Schutzmaßnahmen hätten ihn zermürbt. Den Tankstellenmitarbeiter habe er als mitverantwortlich für diese Maßnahmen gesehen. Mit dem Mord habe er ein Zeichen setzen wollen, dass nun eine Grenze erreicht sei. Mario N. hatte angegeben, vor der Tat mehr als fünf Liter Bier getrunken zu haben. Eine verminderte Schuldfähigkeit sieht die Staatsanwaltschaft deshalb aber nicht. Nicole Frohn, Staatsanwältin „Wir haben von dem Angeklagten mitgeteilt bekommen, welche Entscheidungsprozesse in ihm stattgefunden haben, die […]

  • Polizist wegen Verbreitung von Nazi-Symbolen vor Gericht

    Polizist wegen Verbreitung von Nazi-Symbolen vor Gericht

    Frankfurter Polizisten sollen in Chat-Gruppen über Jahre hinweg rassistische und volksverhetzende Inhalte geteilt haben. Nachdem die erste Gruppe Ende 2018 entdeckt worden war, wurde das Frankfurter Spezialeinsatzkommando aufgelöst, die Polizisten entlassen und angeklagt. Heute musste sich ein Polizeibeamter aus einer der Chat-Gruppen vor dem Amtsgericht Frankfurt verantworten. Und nach dem ersten Verhandlungstag ist das Urteil schon gesprochen. Das Gericht verurteilt den Angeklagten Polizisten Timo S. zu einer Geldstrafe von 6.300 Euro wegen der Verbreitung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in fünf Fällen und wegen Volksverhetzung in drei Fällen. Die Richterin sieht es als erwiesen an, dass der 31-Jährige zwischen 2014 und 2016 in einer Chatgruppe Hitler-Bilder und Nazi-Symbole geteilt hat. Dies wertet sie als öffentliche Verbreitung, da er in der Gruppe mit 57 Mitgliedern die Kontrolle über die Bilder verliere. Als Polizist habe er zudem eine Vorbildfunktion und müsse so etwas eigentlich zur Anzeige bringen. Der Angeklagte beteuert heute, dass die Bilder nur niveauloser Spaß gewesen sein und dass er kein Rechtsextremist sei. Jan Löber, Staatsanwalt „Für den Angeklagten hat im vorliegenden heute insbesondere gesprochen, dass die Taten relativ lange zurückliegen. Die Tatzeiträume waren zwischen 2014 und Mitte 2016, insofern liegen die Taten einige Jahre zurück. Darüber hinaus sprach für ihn, dass er sich glaubhaft reuig gezeigt hat, dass ihm die Taten leidtaten und dass er sich auch relativ offenkundig dafür geschämt hat.“ So drohen dem Polizisten auch keine Konsequenzen für seinen Beruf. Sein Verteidiger plädiert heute auf Freispruch, da Timo S. die Bilder in einer privaten Gruppe geteilt hat. Ob er nach dem Urteil in Revision geht, ist noch unklar. Begonnen hat alles mit Drohbriefen an die Anwältin Seda Basar-Yildiz, die Opferfamilien im Münchener NSU-Prozess vertreten hatte. Eine Spur führt zu dem 1. Polizeirevier in Frankfurt. Im Zuge der Ermittlungen tauchte die erste Chatgruppe auf, in der Polizisten rechtsextreme Bilder […]

  • Bericht zu sexuellem Missbrauch im Bistum Trier vorgestellt

    Bericht zu sexuellem Missbrauch im Bistum Trier vorgestellt

    Im vergangenen Jahr hat eine unabhängige Kommission im Bistum Trier mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen begonnen und nun einen ersten Zwischenbericht vorgestellt. Wir richten unseren Blick auf die über 500 Opfer. Sie sagen: In den letzten Jahren ist viel zu wenig passiert. Wir haben zwei Menschen getroffen, die uns ihre Geschichte erzählen. Dr. Karl-Horst Wirz (81), Missbrauchsopfer „Also, ich bin mit zehn Jahren ins Internat gekommen. Körperliche Züchtigung war von Anfang an da. Ich habe nie zuhause körperliche Züchtigung erfahren. Wurde bei jeder Gelegenheit verprügelt. Und zwar so, dass ich Wunden davontrug oder eine Trommelfellperforation. Oder später wurde ich sexuell missbraucht von einem anderen Direktor dieses Hauses, einem Priester.“ Dr. Uwe Christoffer (66), Missbrauchsopfer „Wir haben einen neuen Kaplan bekommen. Der hat also sich sexuell an den Messdienern, an sehr vielen vergangen. An mir auch einmal. Und hat dann mehrere Gelegenheiten gesucht, das zu wiederholen.“ Zwei Schicksale von vielen im Bistum Trier. Damals waren sie Kinder. Heute können Karl-Horst Wirz und Uwe Christoffer offen über ihren Missbrauch sprechen. Um anderen Opfern zu helfen und das Unrecht aufzuklären, engagieren sie sich ehrenamtlich in der „Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Verantwortungsbereich des Bistums Trier“. 513 Opfer und 195 beschuldigte oder überführte Täter hat das siebenköpfige Gremium bislang erfasst. Prof. Dr. Lutz Raphael, Kommissionsmitglied und Historiker Uni Trier „Wir wollen Strukturen analysieren, um zu verstehen, wieso dieses Geschehen eigentlich so lange ungestraft stattfinden konnte. Obwohl ja sowohl das Strafrecht als auch das Kirchenrecht solche Taten verurteilte.“ Jahrzehntelang sei der katholischen Kirche ihre Integrität wichtiger gewesen als ihr Aufklärungsinteresse. Missbrauchsfälle wurden vertuscht, Täter an andere Orte versetzt, wo sie ungesühnt weiter missbrauchen konnten. Schutz, der den Opfern verwehrt blieb. Nicht nur im Umgang mit Aufsichtspflichten sieht die Kommission Handlungsbedarf beim Bistum Trier. Prof. Dr. Gerhard Robbers, Vorsitzender Aufarbeitungskommission „Das ist etwa, […]

  • Mordfall Lübcke muss nicht neu verhandelt werden

    Mordfall Lübcke muss nicht neu verhandelt werden

    Der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat im Sommer vor 3 Jahren das ganze Land erschüttert. Der Täter, Rechtsextremist Stephan E., wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Den wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Markus H. sprach das Oberlandesgericht Frankfurt frei. Gegen diese Urteile hatten alle Prozessbeteiligten Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Heute hat der Senat entschieden, ob der Prozess um den Mord an Walter Lübcke neu aufgerollt werden muss. „Die Revisionen des Generalbundesanwalts, der Angeklagten und der Nebenkläger gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 28. Januar 2021 werden verworfen“. Es sind endgültige Worte, die der vorsitzende Richter Jürgen Schäfer heute spricht, denn gegen die Entscheidungen des BGH sind keine weiteren Rechtsmittel möglich. Das Urteil gegen Stefan E. wegen Mordes an Walter Lübcke und der Freispruch für Markus H. sind damit rechtskräftig. Für die Familie von Walter Lübcke, die die Verkündung heute von zu Hause aus verfolgt hat, ist das Urteil eine Enttäuschung. Die Witwe und die beiden Söhne hatten mit der Revision erreichen wollen, dass der Freispruch gegen Markus H. aufgehoben wird und es zu einem neuen Prozess kommt. Dirk Metz, Sprecher der Familie Lübcke „Professor Matt und ich haben eben mit der Familie telefoniert, die das natürlich auch jetzt intensiv verfolgt hat, die auch zum Glück zusammen ist. Das ist natürlich sehr, sehr schmerzlich, weil die Familie hat sich was anderes erhofft, weil sie unverändert davon überzeugt ist, dass beide die Tat gemeinsam geplant, vorbereitet und auch verübt haben. Und as für die Familie auch bitter ist, dass vieles offen bleiben wird. Nämlich die Frage, was ist in den letzten Sekunden des Lebens von Walter Lübcke passiert, hat es noch einen Wortwechsel gegeben?“ Holger Matt, Anwalt der Familie Lübcke „Selbstverständlich respektieren wir die Entscheidung des Bundesgerichtshofs uneingeschränkt. Die Analyse ergibt, diese Entscheidung bedeutet, dass eine weitere […]

  • Prozess um Hasskommentare: Angeklagter bittet um Entschuldigung

    Prozess um Hasskommentare: Angeklagter bittet um Entschuldigung

    Als im Januar bei Kusel zwei junge Polizeibeamte im Dienst erschossen werden, herrscht im ganzen Land Trauer. Zeitgleich beginnt in den sozialen Netzwerken aber auch eine Hasswelle. Mehr als 1.600 Hasskommentare hat die Polizei im Internet ermitteln können. Darunter auch zwei Videos, in denen zur Jagd auf Polizisten aufgerufen wurde. Der mutmaßliche Urheber steht inzwischen vor Gericht. Der sogenannte „Cophunting-Prozess“ ging heute vor dem Amtsgericht in Idar-Oberstein in die nächste Runde. Volker S. versteckt sein Gesicht auch heute wieder hinter einem Aktenordner. Nur wenige Minuten später, lässt er seinen Verteidiger eine persönliche Erklärung verlesen. Darin entschuldigt sich der 56jährige Angeklagte aus der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen dafür, dass er im Internet zur Tötung von Polizeibeamten aufgerufen hat. In zwei Videos wie diesen, hatte er angeboten, gegen eine Gebühr Polizisten auf einen Feldweg zu locken, wo sie dann erschossen werden könnten. Laut der Erklärung des Angeklagten sei das alles Satire gewesen, nicht ernst gemeint. Martin Nitschmann, Verteidiger: „Wenn jemand zum – so die Staatsanwaltschaft – zum Polizistenmord aufruft, dann meine ich, dass es ein bisschen gegen die Ernsthaftigkeit spricht, wenn man die Vorlage eines Waffenscheins fordert und wenn man das gewerblich anmelden möchte. Ja, also das spricht jetzt nicht unbedingt dafür, dass es in die Tat umgesetzt wird.“  Kurz vor diesem Hass-Aufruf im Internet waren zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle in Kusel erschossen worden. Diese beiden Todesopfer soll der Angeklagte in einer Mail an die Polizeiinspektion Idar-Oberstein beleidigt und ihr Andenken verunglimpft haben. Volker S. hat auch das zugegeben. Auch hierfür entschuldigte er sich heute. Bei der heutigen Verhandlung war auch eine psychiatrische Sachverständige anwesend. Sie soll nun klären, ob Volker S. voll schuldfähig ist oder nicht. In zwei Wochen wird ihr Gutachten erwartet. Bei einer Verurteilung drohen Volker S. bis zu vier Jahre Haft.

  • Prozess wegen Angriff auf Polizisten

    Prozess wegen Angriff auf Polizisten

    Vor zwei Jahren haben die Proteste im Dannenröder Forst gegen den umstrittenen Ausbau der A49 begonnen. 85 Hektar Wald wurden schließlich gerodet, begleitet von einem der größten Polizeieinsätze, die Hessen je gesehen hat. Dessen Bilanz: 450 Straftaten und über 1500 Ordnungswidrigkeiten. Diese beschäftigen die Gerichte noch immer. Heute startete vor dem Alsfelder Amtsgericht ein weiterer Prozess. Der Angeklagte David H. soll im Dannenröder Forst im November 2020 gezielt mit Steinen auf 2 Polizisten geworfen und ihnen dadurch Schmerzen zugefügt haben. Außerdem wird dem 22 jährigen ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz zur Last gelegt, weil er eine Rauchfackel mit sich geführt haben soll. Um die Vorwürfe zu klären, sichtet das Gericht heute mehrere Videos des Polizeieinsatzes im Dannenröder Forst. Die Identifizierung der vermummten Straftäter ist dabei oft schwierig. Volker Bouffier, Staatsanwalt: „Im vorliegenden Fall bin ich eigentlich sehr zuversichtlich, dass die Identifizierung hier im Rahmen der Hauptverhandlung gelingt, da der Angeklagte doch recht auffällig vermummt war und das Ganze auch sehr gut videografiert ist.“ Das sieht die Verteidigung anders. Sie teilt die Einschätzung der Staatsanwaltschaft nicht. Jannik Rienhoff, Verteidiger: „Bisher ist die Verhandlung sehr unergiebig. Wir haben Videos gesehen, auf denen eigentlich nichts zu erkennen ist. Man sieht, dass auf dem Rauch heraus irgendwas fliegt aber man sieht nicht wer es geworfen hat, wer getroffen wurde und was überhaupt war.“ Zu den Vorwürfen wollte und wird sich der Angeklagte, der sich inzwischen als nicht binär, also weder Frau noch Mann definiert, nicht äußern. Eine Stellungnahme soll aber trotzdem noch folgen. In anderen Prozessen zum Dannenröder Forst nutzten die Angeklagten ihre Aussage oft für politische Appelle zum Klimawandel. Das konkrete Strafmaß hängt davon ab, ob David oder wie sie sich heute nennt Jana H., nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird. Am nächsten Verhandlungstag in zwei Wochen sollen die geschädigten Polizisten aussagen und auch schon […]

  • Streit um Gutachter im Tankstellenmord-Prozess

    Streit um Gutachter im Tankstellenmord-Prozess

    Vor knapp einem Jahr wurde der junge Tankstellenmitarbeiter Alex W. in Idar-Oberstein erschossen. Der mutmaßliche Täter: Mario N.. Ihm wird vorgeworfen den 20-Jährigen wegen eines Streits um die Corona Maskenpflicht erschossen zu haben. Seit einem knappen halben Jahr steht Mario N. deshalb vor dem Landgericht in Bad Kreuznach. Dort wurde heute eigentlich das Plädoyer der Staatsanwaltschaft erwartet. Doch dazu kam es nicht. Markus Appelmann, Moderator: Unsere Reporterin Maike Dickhaus hat den Prozess begleitet und ist mir jetzt vom Landgericht in Bad Kreuznach zugeschaltet. Maike, was war da heute los. Wieso gab es keine Plädoyers? Maike Dickhaus, Reporterin: Ja, Markus, die Plädoyers können ja erst gehalten werden, wenn die Beweisaufnahme abgeschlossen ist, und das war Stand heute nicht der Fall. Es wurden zwar alle Zeugen jetzt vor Gericht gehört, aber die Verteidigung des Angeklagten Mario N. hat weitere Anträge gestellt. Und über zwei von diesen Anträgen muss das Gericht heute erst mal entscheiden. Unter anderem hat die Verteidigung des Angeklagten Mario N. heute beantragt, den psychiatrischen Sachverständigen Dr. Ralf Werner, der Mario N. begutachtet hat, wegen Befangenheit abzulehnen. Der Gutachter hatte Mario N. eine volle Schuldfähigkeit attestiert und das möchte die Verteidigung natürlich nicht so einfach hinnehmen. Das Gericht hat den Antrag der Verteidigung allerdings abgelehnt. Es sagt, die Voreingenommenheit des psychiatrischen Gutachters sei nicht erkennbar. Ja, und daraufhin hat die Verteidigung dann einen weiteren Antrag gestellt, und zwar dahingehend, dass sie möchte, dass ein zweites Gutachten zur Schuldfähigkeit des Angeklagten eingeholt wird. Außerdem haben sie dem psychiatrischen Sachverständigen eine mangelnde Sachkenntnis vorgeworfen. Er habe unter anderem nicht erkannt, dass der Suizid des Vaters von Mario N. Einfluss auf die psychische Verfassung während der Tat gehabt habe. Das Gericht hat sich dann drei Stunden, über drei Stunden Zeit genommen, um auch diesen Antrag zu beschneiden und ihn letztlich aber ebenfalls abgelehnt. […]

  • Prozess um Raub beim Autokauf

    Prozess um Raub beim Autokauf

    Im November 2020 soll ein junger Mann, der 20.000 Euro Bargeld bei sich hatte, in einem Park in Frankfurt zusammengeschlagen und ausgeraubt worden sein. Die Täter hätten ihn zu einem angeblichen Autoverkauf gelockt und dann angegriffen. Heute hat am Frankfurter Landgericht der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begonnen. Doch schon am ersten Verhandlungstag zeigt sich: Der Raub vor zwei Jahren lief offenbar anders als gedacht. Hier im Frankfurter Rothschildpark sollen die beiden 25- und 26-jährigen Angeklagten ihr Opfer mit Pfefferspray angegriffen haben. Dann sollen sie auf ihn eingetreten und eingeschlagen haben, als der junge Mann auf dem Boden lag. Neben dem Handy des Opfers sollen die mutmaßlichen Täter auch 20.000 € Bargeld gestohlen haben. Vor der Polizei gibt der 23-jährige Geschädigte an, er habe sich mit den beiden Angeklagten getroffen, um ein Auto zu kaufen. Die Staatsanwaltschaft wirft den mutmaßlichen Angreifern heute schweren Raub und gefährliche Körperverletzung vor. Drei Zeugen berichten während der Verhandlung, sie hätten den Angriff beobachtet. Das Gesicht von Opfer oder Tätern hätten sie wegen der Dunkelheit allerdings nicht erkennen können. Franziska Oeler, Reporterin „Doch dann entwickelt sich der Prozess ganz anders als von der Staatsanwältin erwartet. Denn das Opfer verweigert die Aussage, mit der Begründung, es wolle nichts sagen, weil es sich sonst möglicherweise selbst strafbar machen könnte. Damit dürfte es für die Richter sehr schwierig werden herauszufinden, was tatsächlich am Tatort passiert ist.“ Das 23-jährige Opfer sitzt zurzeit selbst eine Haftstrafe ab und sei in der Vergangenheit mehrmals mit Betäubungsmitteln in Berührung gekommen. Auch bei den beiden Angeklagten wurden im Auto Drogen gefunden. Dass es bei dem Treffen im Rothschildpark um einen Autokauf gehen sollte, lasse sich nicht nachweisen, wie ein Polizist heute im Gerichtssaal berichtet. Die Staatsanwaltschaft muss jetzt prüfen, ob sie die Anklage ändern oder sogar gegen das Opfer ermitteln muss.

  • Amokfahrer von Trier verurteilt

    Amokfahrer von Trier verurteilt

    Es passierte am 1. Dezember 2020: Plötzlich biegt ein Geländewagen in die Trierer Fußgängerzone ein, fährt mit hohem Tempo gezielt auf Menschengruppen zu, die vor Geschäften stehen. Am Ende sind fünf Menschen tot, darunter ein Baby. Viele werden verletzt, sind bis heute traumatisiert. Für diese Amokfahrt steht seit fast genau einem Jahr ein 52-Jähriger vor dem Trierer Landgericht. Heute – nach 41. Verhandlungstagen – haben die Richter ihr Urteil gesprochen. Eine lebenslange Haftstrafe – so lautet das Urteil gegen Bernd W. Außerdem stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen. Die Kammer sieht es als erwiesen an, dass der 52-jährige Mann aus Trier-Zewen mit seinem Auto in die Fußgängerzone raste, um möglichst viele Menschen zu töten. Für die Überlebenden und die Angehörigen der Opfer bedeutet der heutige Tag nur einen vorläufigen Abschluss. Ob und wann sie das Geschehene jemals verarbeiten können ist fraglich. Wolfgang Hilsemer, hat seine Schwester bei der Amokfahrt verloren „Ich bin jetzt echt erleichtert, dass das Ganze jetzt endlich vorbei ist. Zufrieden wäre ich, wenn ich nächste Woche mit meiner Schwester den 75. Geburtstag feiern könnte. Dann wäre ich zufrieden. So bin ich nur erleichtert und Gott sei Dank, dass es jetzt vorbei ist und ich ohne die Gerichtsterminen endlich wieder schlafen kann.“ Das Gericht ordnet für Bernd W. heute außerdem die Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie an. Sollte er daraus entlassen werden, käme der Verurteilte ins Gefängnis. So hatten es auch die Opferanwälte gefordert. Otmar Schaffarczyk, Anwalt der Nebenklage „Ja, es ist nicht nur ein Urteil im Namen des Volkes gefallen, sondern auch ein Urteil für alle Hinterbliebenen und für die Stadt Trier. Unsere Forderung hat sich erfüllt. Aus meiner Sicht wird er nie wieder in Freiheit kommen.“ Wolfgang Hilsemer, Angehöriger eines Todesopfers „Hauptsache der […]

  • Mordversuch mit Fleischerbeil

    Mordversuch mit Fleischerbeil

    Es war ein Angriff auf offener Straße – am helllichten Tag. Ein Syrer attackiert im August vergangenen Jahres seine von ihm getrennt lebende Frau an einem S-Bahnhof in Obertshausen mit einem Fleischerbeil und verletzt sie lebensgefährlich. Für diese Tat muss sich der 59-Jährige seit heute vor dem Landgericht in Darmstadt verantworten. „Ich wollte ihr die Schönheit nehmen“ – Mit dieser Aussage des Angeklagten beginnt heute der Prozess gegen den Mann, der in aller Öffentlichkeit mit einem Fleischerbeil auf seine Noch-Ehefrau eingeschlagen haben soll. Wieder und wieder – gezielt auf die Unterschenkel. Damit habe er sie dauerhaft entstellen und für andere Männer unattraktiv machen, sie aber nicht töten wollen. Staatsanwaltschaft und Nebenklage sehen in dem Angriff dagegen einen versuchten Mord. Ulrich Warncke, Opfer-Anwalt, Nebenklage „Wenn man versucht, jemandem beide Füße abzuhacken, dann muss man davon ausgehen, dass dabei so viel Blut austritt, dass das Opfer dabei auch versterben kann. Und das hat der Täter selbstverständlich gewusst.“ An einem Samstagnachmittag im vergangenen August lauert Sohil A. seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau am Bahnhof in Obertshausen auf und schlägt mit dem Beil auf sie ein. Das 44 Jahre alte Opfer wird dabei lebensgefährlich verletzt – der rechte Unterschenkel wird der Frau fast abgetrennt. Zahlreiche Menschen werden Zeugen der Bluttat, darunter auch kleine Kinder. Vor Gericht schildert heute eine Ärztin, dass das Opfer die Tat wohl nur deshalb überlebt hat, weil am Bahnsteig zufällig ein Arzt und eine Krankenschwester anwesend waren und erste Hilfe leisteten. Das Opfer leide bis heute physisch und psychisch schwer unter der Tat. Ulrich Warncke, Opfer-Anwalt, Nebenklage „Es geht ihr unglaublich schlecht. Und sie hat auch ausdrücklich um eine Videovernehmung gebeten, weil sie es nicht ertragen könnte, mit dem Täter in einem Raum zu sein. Und wir haben ja die behandelnde Ärztin gehört. Sie wird Folgeschäden davontragen. Sie wird […]

  • Razzia im Frankfurter Bahnhofsviertel

    Razzia im Frankfurter Bahnhofsviertel

    Das Frankfurter Bahnhofsviertel – auf der einen Seite Kult, auf der anderen Seite ein Ort, an dem es Drogenhandel, Prostitution und organisierte Kriminalität gibt. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Auseinandersetzungen auf offener Straße. Aus diesem Grund ist die Frankfurter Polizei am Wochenende mit einer großangelegten Razzia gegen die kriminelle Szene im Bahnhofsviertel vorgegangen. Großeinsatz im Frankfurter Bahnhofsviertel! Im Visier der Polizei: bekannte Brennpunkte, Bars und Laufhäuser – die Schauplätze illegaler Drogengeschäfte und der organisierten Kriminalität. Christoph Bosecker, Leiter regionale Einsatz- und Ermittlungseinheit, Polizei Frankfurt „Verschiedene Etablissements in der Taunusstraße, aber auch die Personen, die sich vor diesen Etablissements aufhalten. Insbesondere aber auch Personen, die sich im Kaisersack aufhalten. Die größten Probleme haben wir in verschiedensten Formen von Delikten. Das fängt an von Taschen- und Trickdiebstahl über Raubstraftaten bis hin zu Körperverletzungsdelikten.“ Die Bilanz der Razzia: 300 kontrollierte Personen, mindestens 60 Strafanzeigen und die Festnahme von neun per Haftbefehl gesuchten Personen. An diese Effizienz will die Polizei Frankfurt künftig anknüpfen und dafür noch enger mit der Stadt, der Deutschen Bahn und sämtlichen Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten. Thomas Hollerbach, Leiter Pressestelle Polizeipräsidium Frankfurt am Main „Im Bahnhofsviertel haben wir eine Multiproblemlage. Die ganz offensichtlichen Probleme: Verelendung von Suchtkranken auf der Straße, Müll, Gestank, Exkremente. Das sind alles Dinge, die wir mit unseren vollzugspolizeilichen Maßnahmen nicht lösen können werden. Da braucht es einen ganzheitlichen Ansatz. Das bedeutet, all unsere Sicherheitspartner und wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Während viele Gewerbetreibende dem Bahnhofsviertel bereits den Rücken gekehrt haben, halten einige weiter durch. So auch diese Schuhmacherei, die bereits seit 80 Jahren in der Münchner Straße, nur wenige Schritte vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt, zuhause ist. Hier blickt man mit Sorge auf den aktuellen Zustand des Viertels. Alexander Dohn, Junior Geschäftsführer Schuhmacherei Lenz „Die letzten Monate haben sich in der Hinsicht entwickelt, dass die Kriminalität auf […]