Kriminalität

  • Justizminister gibt Regierungserklärung ab

    Justizminister gibt Regierungserklärung ab

    Aktenstapel wie diese hier sind in Büros von Richtern und Staatsanwälten in Hessen und Rheinland-Pfalz keine Seltenheit. Hinter jedem Fall steckt eine Geschichte, eine Anklage und eine Entscheidung, die sorgfältig abgewogen werden muss. Doch in letzter Zeit ist die Justiz so überlastet, dass ein normaler Gerichtsbetrieb nicht mehr gewährleistet scheint. In Hessen soll sich das nun ändern. Es ist ein Fall, der die Justiz in Hessen erschüttert. Vor einem halben Jahr mussten sechs mutmaßliche Schwerverbrecher nach teilweise über einem Jahr Untersuchungshaft wieder freigelassen werden. Ihnen wird versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Grund: Das Landgericht Frankfurt schaffte es nicht den Beschuldigten den Prozess zu machen. Ein Fall der zeigt, wie überlastet die Justiz in Hessen ist. Seit Jahren klagen Gerichte über immer komplexere Verfahren und zu wenig Personal. Er möchte das verändern: Roman Poseck, hessischer Justizminister und ehemaliger Gerichtspräsident. So sollen in den nächsten zwei Jahren in der hessischen Justiz 500 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Im Landeshaushalt für 2023 und 2024 sind allein 100 Stellen für neue Richter und Staatsanwälte vorgesehen. Roman Poseck, CDU, Justizminister Hessen „Diese Rückendeckung braucht unsere Justiz, erst recht in Zeiten, in denen Teile der Gesellschaft Parallelwelten aufbauen und die Legitimation von Recht und Rechtsprechung in Frage stellen.“ Die hessische Landesregierung will die neuen Stellen auch möglichst schnell besetzen. So müssen Studierende im Examen nur noch 15 statt 16 Punkte erreichen, um bei der hessischen Justiz arbeiten zu können. Außerdem soll die Gehälter für Richter und Staatsanwälte steigen. Roman Poseck, CDU, Justizminister Hessen „Das heißt, dass mehr als 60% der Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte in Hessen davon profitieren werden. Das ist auch im Ländervergleich eine einmalige Verbesserung in der Besoldungsstruktur für Richter und Staatsanwälte.“ Der hessische Richterbund begrüßt die Pläne der Landesregierung. Die neuen Stellen würden die Justiz in Hessen deutlich entlasten, so […]

  • Prozess um Anlagebetrug in Koblenz

    Prozess um Anlagebetrug in Koblenz

    Vor dem Landgericht Koblenz müssen sich ab heute insgesamt sieben Angeklagte verantworten. Der Vorwurf: Online-Betrug im großen Stil. Es geht um sehr viel Geld. 9,9 Millionen Euro, erbeutet von insgesamt 134 Opfern deutschlandweit. Zwei Frauen und fünf Männer sollen zwischen 2014 und 2020 über Callcenter in Israel und Bulgarien Kunden dazu überredet haben, auf einer Online-Plattform für 250€ ein Handelskonto zu eröffnen und dann scheinbar risikolos Geld anzulegen. Aber: Susanne Schüler, Staatsanwaltschaft Koblenz „Nach dem Ergebnis der Ermittlungen kam es zu gar keinem Zeitpunkt zu dem tatsächlichen Investieren in ein Finanzprodukt. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen sind die vereinnahmten Gelder über Kryptowährungs-Börsen und Zahlungsdienstleister letztlich in die Taschen des Firmengeflechts der Angeklagten geflossen.“ Über Fernsehwerbung habe das vermeintliche Unternehmen Kunden auf sich aufmerksam gemacht. Einer dieser Kunden spricht am Rande des Prozesses mit uns. Er habe damals in Bitcoins investiert, eine Onlinewährung. Das Versprechen hoher Renditen sei ihm nicht unseriös erschienen. Vor der Kamera möchte er sich nicht äußern. Sonia Schmitt, Reporterin in Koblenz „Der 61-jährige Mann aus Nordrhein-Westfalen sagt mir, er ärgere sich vor allem über sich selbst. Er ziehe seinen Hut davor, wie professionell er hinters Licht geführt worden sei. Die Internetseite sei ihm technisch hochprofessionell und seriös erschienen. Nach den ersten Investitionen habe er immer wieder kleinere Beträge zurückerhalten, was sein Vertrauen gestärkt habe. Er habe keinerlei Verdacht geschöpft und immer wieder Geld überwiesen, insgesamt mehrere zehntausend Euro.  Irgendwann habe er eine Warnung von seiner Bank erhalten, sein Geld habe er trotz mehrfacher Versuche nicht zurückbekommen.“ Auch die Staatsanwaltschaft hebt in ihrer Anklage hervor, wie gut die mutmaßlichen Täter ihr Unternehmen strukturiert haben. Susanne Schüler, Staatsanwaltschaft Koblenz „Und war natürlich auch so aufgebaut, dass es Callcenter-Mitarbeiter gab, die die verschiedenen Anleger kontaktiert haben und auch immer wieder beruhigt haben und zu neuen Einzahlungen aufgefordert haben, sodass das […]

  • Zu lange Verfahrensdauer – verurteilter mutmaßlicher Mörder frei

    Zu lange Verfahrensdauer – verurteilter mutmaßlicher Mörder frei

    Wir starten mit einem Gerichtsbeschluss, der gerade in Rheinland-Pfalz die Gemüter erhitzt. Ein 19-Jähriger, den das Landgericht Frankenthal wegen Mordes, Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs zu zehn Jahren Haft verurteilt hat, ist wieder auf freiem Fuß. Zumindest vorübergehend. Denn das Oberlandesgericht in Zweibrücken hat den Haftbefehl gegen den Mann aufgehoben. März 2020. An diesem Weiher in Ludwigshafen soll der damals 17-jährige Lukas V. ein gleichaltriges Mädchen vergewaltigt und dabei so sehr gewürgt haben, dass es einen Tag später an den Verletzungen starb. Vor zwei Monaten verurteilt das Landgericht Frankenthal den Angeklagten wegen dieser Tat und drei weiteren Vergewaltigungen Minderjähriger zu zehn Jahren Haft – der Höchststrafe für Jugendliche. Doch rechtskräftig ist das Urteil rund zweieinhalb Jahre nach der Tat noch immer nicht, weil Staatsanwaltschaft und Verteidigung Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt haben. Gestern dann hebt das Oberlandesgericht Zweibrücken die Untersuchungshaft des mutmaßlichen Mörders auf, da sich das Verfahren zu lange hinziehe. Tanja Rippberger, Sprecherin Oberlandesgericht Zweibrücken „Die Hauptverhandlung habe 22 Monate gedauert und es sei an 57 Tagen verhandelt worden, davon 20 Mal nur in sogenannten Kurzterminen, das heißt weniger als zwei Stunden. Die dadurch eingetretene Verzögerung habe insgesamt sechs Monate betragen und sei nicht durch sonstige prozessuale Maßnahmen kompensiert worden.“ Bei Haftverfahren gilt ein sogenanntes Beschleunigungsgebot. Eine Verlängerung der U-Haft nach sechs Monaten ist nur aus wichtigen Gründen möglich. Die wäre aus Sicht des Oberlandesgerichts jedoch nicht verhältnismäßig gewesen. Tanja Rippberger, Sprecherin Oberlandesgericht Zweibrücken „Ein Angeklagter, der in Untersuchungshaft sitzt, hat das Recht, dass die Fortdauer der Untersuchungshaft überprüft wird. Gesetzlich ist das vorgeschrieben. Das nennt man Haftprüfung, wenn die Hauptverhandlung nicht binnen sechs Monaten nach Beginn der Untersuchungshaft begonnen hat.“ Das Landgericht Frankenthal begründet die Prozessdauer mit einer umfangreichen Beweisaufnahme. Schriftlich teilt eine Sprecherin mit: „Es waren viele Personen an dem Prozess beteiligt. […] Mit allen diesen mussten sämtliche 57 […]

  • Untersuchungsausschuss Lübcke befragt Ex-Verfassungsschutzchef

    Untersuchungsausschuss Lübcke befragt Ex-Verfassungsschutzchef

    Hätte der Mord am ehemaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke 2019 verhindert werden können, wenn die Behörden ihre Arbeit richtig gemacht hätten? Das ist die zentrale Frage im Lübcke-Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags. Dort stand heute der ehemalige Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort. Eines kann der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Roland Desch dem Untersuchungsausschuss heute bestätigen: Sowohl Stephan E. als auch Markus H. waren in seiner Behörde keine Unbekannten. Der Mörder von Walter Lübcke und sein mutmaßlicher Komplize standen sogar auf einer Liste mit den sechs gefährlichsten Rechtsextremisten Nordhessens. Ihm selbst seien die beiden Namen während seiner Amtszeit von 2010 bis 2015 aber nicht bekannt gewesen. Und das, obwohl sein Vorgänger Alexander Eisvogel in der Akte über Stephan E. handschriftlich vermerkt hatte: „Brandgefährlich“. Stefan Müller, FDP, Abgeordneter, stellv. Fraktionsvorsitzender „Die heutige Befragung des Zeugen hat das bestätigt, was wir in den letzten Sitzungen auch schon erfahren haben: Dass der Verfassungsschutz über Jahre hinweg nicht gut aufgestellt war. Weder personell noch qualitativ. Es ist definitiv möglich, über sechs Rechtsextremisten, die in einem Vermerk extra hervorgehoben wurden, auch bei einer Übergabe zu sprechen.“ Torsten Felstenhausen, Die Linke, Abgeordneter Landtag Hessen „Herr Eisvogel hat es richtig interpretiert: Brandgefährlich. Dass im Rahmen einer Übergabe so etwas nicht weiter besprochen wird, dass auch die nachgeordneten Abteilungen nicht darauf hinweisen, dass hier ein Leiter nicht auf die besondere Gefährlichkeit hingewiesen hat, lässt uns ziemlich fassungslos zurück.“ Roland Desch muss heute im Ausschuss zugeben, dass seine Behörde Stephan E. zwar auf dem Schirm gehabt habe, dieser aber „unter dem Radar geblieben sei“. Vom Verfassungsschutz sei Ernst als „abgekühlt“ eingestuft worden, weil jahrelang er nicht mehr auffällig geworden sei. Roland Desch, Verfassungsschutzpräsident Hessen 2010-2015 „Es wird immer nur die Hälfte dieses Zitates gebracht. Er sei ein brandgefährlicher Mann. Mein Vorgänger hat auch die Frage gestellt: Wie militant […]

  • Geschäftsleute sorgen für mehr Sicherheit

    Geschäftsleute sorgen für mehr Sicherheit

    Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist seit einigen Monaten wieder vermehrt in den Schlagzeilen – und zwar in den negativen. Die CDU-Fraktion der Stadt hat jetzt sogar eine Waffenverbotszone für Bereiche der Frankfurter Innenstadt beantragt, da die Zahl der Gewaltdelikte immer mehr zunehme. Drogenabhängigkeit und Kriminalität – das sorgt auch dafür, dass sich immer mehr Anlieger nicht mehr sicher fühlen. Einige von ihnen greifen inzwischen sogar auf private Sicherheitsdienste zurück. Aziz Abedalazis und Mustafa Ali auf Patrouille im Bahnhofsviertel. Die privaten Securities wurden von rund einem Dutzend Geschäften und Hotels entlang der Niddastraße engagiert. Ausgestattet mit Sicherheitswesten verscheuchen die beiden in ihrem Abschnitt Drogendealer und andere Herumlungernde. Doch trotz respekteinflößendem Äußeren haben die beiden ihre ganz eigene Art, auf die Menschen zuzugehen. Mustafa Ali, Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes „Das ist richtige Diplomatik. Ohne Stress, ganz locker, freundlich.“ Aziz Abedalazis, Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes „Wir reden mit denen höflich, mit Respekt, ohne Stress. Und die meisten kommen mit uns klar.“ Das Auftreten der beiden scheint zu wirken in einem Viertel, in dem die Kriminalität zuletzt wieder angestiegen ist: Im vergangen Jahr wurden dort mit knapp 8.000 Fällen vier Prozent mehr Straftaten registriert, der illegale Drogenhandel stieg um fast drei Prozent auf rund 2.700 Fälle. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Seit ein paar Wochen herrscht zumindest im Bereich von Aziz Abedalazis und Mustafa Ali Ruhe. Die Anlieger und Ladenbetreiber sind froh, die beiden Securities zu haben. Vor allem, weil vor ihrer Haustür nun keine Drogendealer mehr ihr Unwesen treiben. Tinsae Ghebreselasie, Betreiber eines Kosmetiksalons „Die haben gedacht, das ist ein Marktplatz für Drogen. Das war schlimm. Jetzt haben wir ein bisschen, sage ich mal – Ruhe.“ Vangelo Christus, Betreiber eines Pelzgeschäfts „Mit der Security in letzter Zeit ist es viel besser. Es ist ruhiger, sehr gut. Also wir sind zufrieden, ehrlich.“ Allerdings kann […]

  • Urteil wegen Mordes an vierjährigem Jungen

    Urteil wegen Mordes an vierjährigem Jungen

    Vor 34 Jahren soll eine Sekte in Hanau einen 4-jährigen Jungen in einen Sack gesteckt haben, in dem dieser erstickte. Das Landgericht Hanau verurteilte die Sektenchefin wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe. Doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf. Der Prozess muss wiederholt werden. Die Staatsanwaltschaft klagte aber auch die Mutter des Jungen an, auch sie müsse wegen des gemeinschaftlichen Mordes lebenslang hinter Gitter. Heute hat das Landgericht Hanau das mit Spannung erwartete Urteil verkündet.   Eva Dieterle, Moderatorin: Und vor Ort ist jetzt mein Kollege Michael Heide. Michael, welches Urteil ist gefallen? Michael Heide, Reporter: Das Gericht hat die Angeklagte hier gerade etwas überraschend freigesprochen. Claudia H., die mehr als anderthalb Jahre in Untersuchungshaft verbracht hat, hat das Gericht gerade als freie Frau verlassen. Eva Dieterle: Wir haben die Richter das Urteil begründet? Michael Heide: Im Prinzip nach zwei Grundsätzen.  Erstens „in dubio pro reo“, also im Zweifel für den Angeklagten, in diesem Fall die Angeklagte. Und: Freispruch aus Mangel an Beweisen. Mehr als 34 Jahre nach der Tat oder den Vorgängen könne man heute einfach nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren, was damals passiert ist. Zumal es auch widersprüchliche Zeugenaussagen gegeben habe. Und der ganze Prozess sei voll gewesen von Vermutungen. Aber es habe nur wenig Handfestes gegeben und zudem wisse man noch nicht einmal, wie das Kind ums Leben gekommen ist. Deshalb sei es auch völlig müßig, über mögliche Tatmotive zu spekulieren. Die Staatsanwaltschaft, die hatte lebenslange Haft wegen gemeinschaftlichen Mordes gefordert und ist dementsprechend jetzt unzufrieden, hat bereits angekündigt, das Urteil noch einmal zu prüfen. Eva Dieterle: Aktuelle Infos aus Hanau. Michael, vielen Dank dafür!

  • Bestohlener Hotelier macht Staatsanwaltschaft Vorwürfe

    Bestohlener Hotelier macht Staatsanwaltschaft Vorwürfe

    Erst beraubt, dann selbst unter Verdacht und nun wieder Kläger: Anfang 2021 werden aus einem der renommiertesten Weinkeller Deutschlands Flaschen im Wert von fast einer Viertel Millionen Euro gestohlen. Doch plötzlich ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Betreiber des Kronenschlösschens. Der Vorwurf: Sie sollen den Einbruch fingiert haben. Inzwischen wurden die Ermittlungen eingestellt, die Betreiber erheben nun selbst schwere Vorwürfe. Die Nacht auf den 14. Januar 2021. Im Gourmetrestaurant und Hotel Kronenschlösschen im hessischen Eltville werden über 200 Flaschen teuerste Weine gestohlen. Doch plötzlich durchsucht die Polizei das Nobelhotel und beschuldigt die Betreiber des Versicherungsbetrugs. Die Ermittlungen werden nach über 20 Monaten eingestellt, Erleichterung will sich beim Inhaber und seiner Tochter aber nicht wirklich einstellen. Hans B. Ullrich, Inhaber Kronenschlösschen „Wenn man in der Öffentlichkeit beschuldigt wird, ein Verbrechen begangen zu haben, so nach diesem Motto: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Leute, die uns nicht kennen, kommen dann schon ganz schnell zu dem Ergebnis: Naja, irgendwas wird ja wohl schon dran sein.“ Johanna Ullrich, Geschäftsführerin Kronenschlösschen „Ich sage mal so: Der Gang zum Supermarkt war schon ab und zu ein Spießrutenlauf mit Getuschel und so weiter. Eine Achterbahnfahrt, muss man wirklich sagen.“ Als die Ullrichs den Schaden bei der Gothaer Versicherung einreichen, will die den vermeintlichen Schaden nicht ersetzen und kontert mit einer Strafanzeige wegen Betrugsverdachts. Zunächst sieht auch die Staatsanwaltschaft Ungereimtheiten. Staatsanwaltschaft Wiesbaden „Grund hierfür war u.a. auch die unvollständig geführte Waren- und Inventarregistratur des Hotelbetriebes, aus der die Bestände vor und nach dem vermeintlichen Diebstahl nicht klar hervorgingen.“ Das Problem: Mehrere Flaschen etwa dieses über tausend Euro teuren Masseto aus der Toscana hatten die Betreiber als gestohlen gemeldet, das Inventar bis zur Polizei-Razzia vier Monate später aber wieder aufgefüllt. Die Ermittler sollen davon ausgegangen sein, die Flaschen seien genau dieselben. Johanna Ullrich, Geschäftsführerin Kronenschlösschen „Was dabei natürlich […]

  • Ex-Jugendtrainer wegen sexuellem Missbrauch angeklagt

    Ex-Jugendtrainer wegen sexuellem Missbrauch angeklagt

    Die Taten sind kaum in Worte zu fassen: Ein ehemaliger Jugendtrainer von Wehen Wiesbaden steht wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch seit heute vor dem Landgericht Frankfurt. Der 35-Jährige aus dem Main-Taunus-Kreis sitzt seit letztem Jahr in Untersuchungshaft. Die vielen Anklagepunkte machen sprachlos.   Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch und die Herstellung von Aufnahmen der Taten – so lauten die schwerwiegenden Vorwürfe gegen den Angeklagten Sven B., ehemaliger Jugendtrainer des Fußballvereins SV Wehen Wiesbaden. Die Opfer: Zehn Jungen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren, an denen sich der mutmaßliche Täter im Zeitraum von 2014 bis Oktober vergangenen Jahres vergangen haben soll. Die Anwältin einer Nebenklage kommentiert die Taten mit der Aussage: „Was hier gelaufen ist, ist einfach nur böse.“ Barbara Sauer-Kopic Rechtsanwältin Nebenklage     „Was hier wirklich aus dem Rahmen fällt ist dieses perfide Vorbereiten. Und die Art und Weise wie die Jugendlichen das unter Druck gesetzt wurden.“ Das mutmaßliche Vorgehen des Angeklagten: Er bedrohte die Jugendlichen über mehrere Messenger-Dienste anonym und bot ihnen anschließend mit seiner echten/wahren Identität Hilfe an. So habe er die Jugendlichen in seine Abhängigkeit gebracht und ihr Vertrauen missbraucht. Dominik Dertscheny Staatsanwaltschaft Frankfurt: „In mehreren Fällen soll er die Geschädigten hierbei zuvor mittels Schlafmittel und Alkohol zunächst betäubt haben und die sexuellen Handlungen sodann gefilmt haben.“ Die meisten Übergriffe durch den heute 35-Jährigen hätten in dessen Wohnung stattgefunden, sagt die Staatsanwaltschaft. Ein 16-Jähriger soll seit 2016 allein 50 Mal von Sven B. vergewaltigt worden sein. Der Angeklagt selbst schweigt zu den Vorwürfen. Keines der mutmaßlichen 10 Opfer war beim heutigen Prozessauftakt anwesend. Julian Beimel, Reporter: „Der Angeklagte beobachtet den Prozessbeginn ruhig und aufmerksam. Nur ab und zu senkt er den Blick, um die Anklagepunkte mitzulesen. Zwei Elternpaare von betroffenen Opfern sind heute bei der Verhandlung anwesend. Sie würdigen den Angeklagten keines Blickes. In einer Pause […]

  • Hunde in Frankfurter Park vergiftet

    Hunde in Frankfurter Park vergiftet

    Eine schreckliche Tat in Frankfurt: Bis zu 30 Hunde sollen in einem Park vergiftet worden sein, mindestens sieben sind tot. Die Polizei sucht nach dem Täter. Wir haben mit Betroffenen und Anwohnern gesprochen. Trauer im Bonifatiuspark im Frankfurter Stadtteil Riedberg. Viele Hundebesitzer und Anwohner können die entsetzliche Tat noch immer nicht begreifen. So wie Olaf Peukert. Er war am Freitagmorgen mit seinem Hund Blacky Gassi. Kurz darauf bricht der schwarze Mischling zusammen und ringt mit dem Tod. Olaf Peukert, verlor seinen Hund Blacky „Er hat mich mit großen Augen angeschaut, ja so: ‚Irgendetwas stimmt nicht mit mir, hilf mir!‘ Und dieses Gefühl dieser Ohnmacht. Ich habe ihn mir dann gleich gepackt, ins Auto und bin in die Klinik gefahren. Aber dieser hilfesuchende Blick, den kriege ich auch nicht mehr aus dem Kopf.“ Nach vier Stunden hat Blacky den Todeskampf verloren, er wird nur elf Monate alt. Auch viele andere Hundebesitzer sind an diesem Morgen im Park unterwegs, unter ihnen Beate Matzollek. Plötzlich entdeckt sie unter mehreren Parkbänken eigenartige Köder. Schnell ist ihr klar: Es könnte Gift sein. Sie sammelt so viele Köder wie möglich ein und bringt sie sofort zu einem Tierarzt. Beate Matzollek, Hundebesitzerin „Als ich in der Praxis ankam, saß da auch schon eine Familie, die ich kenne, wo der Hund dann auch ums Leben gekämpft hat. Dann habe ich das dem Doktor erzählt, habe ihm auch die Bilder gezeigt, die ich gemacht habe. Daraufhin hat er gemeint, ich soll ihm das Tütchen bringen, er will eine Schnellanalyse machen.“ Das Ergebnis des Schnelltests: ein Giftcocktail aus Heroin und Amphetamin. Beate Matzollek bringt die Köder zur Polizei, doch für viele Hunde kommt ihr Einsatz zu spät. Bei der Polizei werden sieben Todesfälle gemeldet, es könnten aber noch mehr sein. Die abschließende Giftanalyse der Polizei steht noch aus, die Fahndung […]

  • Toter bei Messerstecherei

    Toter bei Messerstecherei

    Am Abend rufen Bewohner im Frankfurter Gallusviertel die Polizei: Sie hören einen lauten Streit auf der Straße, kurz darauf stirbt ein Mann an den Folgen seiner Wunden. Er soll niedergestochen worden sein. Nach Angaben der Polizei ging alles sehr schnell. Der 44-jähriger Mann sitzt auf seinem Roller an der Idsteiner Straße und redet mit einer Frau. Das soll der 42 Jahre alte Lebensgefährte der Frau gesehen haben. Daraufhin soll der Tatverdächtige den Mann vom Roller zu Boden gerissen und mit einem Messer mehrfach auf das Opfer eingestochen haben. Die Frau soll nach Angaben der Polizei noch versucht haben dazwischenzugehen, wurde dabei aber an der Hand schwer verletzt. Manfred Füllhardt, Pressesprecher Polizeipräsidium Frankfurt „Wir hatten die ersten Anrufe schon als dieser Streit begann beim Notruf hier und das ging dann auch weiter, als die Messerstecherei begonnen hat. Aber wie gesagt, dass muss man sich als sehr schnell entwickelnd vorstellen.“ Der 44-Jährige stirbt noch im Krankenwagen vor Ort. Rettungskräfte haben vergeblich versucht ihn zu reanimieren. Warum der Tatverdächtige das Opfer niedergestochen haben soll, ist noch unklar. Fest steht, der Tatverdächtige ist der Lebensgefährte der Frau. Eine Beziehungstat kann nicht ausgeschlossen werden: Manfred Füllhardt, Pressesprecher Polizeipräsidium Frankfurt „Die Frage ist natürlich jetzt: Hat das damit was zu tun oder gibt es irgendwelche Dinge im Hintergrund, die wir nicht kennen und als Motiv dort hineinspielen.“ Nach dem Angriff ist der Tatverdächtige nicht geflohen, sondern am Tatort geblieben. Die Polizei konnte ihn ohne Widerstand festnehmen. Jetzt werden Zeugen befragt und Beweise gesammelt.

  • Mutmaßliche Schockanrufer vor Gericht

    Mutmaßliche Schockanrufer vor Gericht

    Würden Sie jemandem an der Tür einfach mal Tausende Euro geben, weil sie am Telefon dazu aufgefordert wurden? „Auf gar keinen Fall“, denken sich die meisten – und doch passiert es immer wieder: der Enkeltrick oder Schockanrufe. Kriminelle spielen meistens älteren Menschen am Telefon eine Notsituation vor, um an ihr Geld zu gelangen. Die Täter entkommen meistens. Im Mai konnte die Polizei in Konz zwei Trickbetrüger fassen, die eine 67-Jährige um 40.000 Euro erleichtern wollten. Heute wurde ihnen vor dem Amtsgericht Trier der Prozess gemacht. Zwei Jahre und neun Monate Haft wegen versuchtem gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs – dazu hat das Amtsgericht Trier heute Janusz und Emil L. verurteilt. Die beiden polnischen Staatsbürger gestehen heute, am geplanten Betrug an einer 67-Jährigen in Konz beteiligt gewesen zu sein, um 25.000 Euro zu erbeuten. Janusz und Emil L. waren Fahrer und sollten das Geld bei der Frau abholen. Wolfgang Spieß, Staatsanwaltschaft Trier „Soweit das Gericht der rechtlichen Einschätzung der Staatsanwaltschaft gefolgt ist, sind wir natürlich zufrieden, dass unsere Ansicht bestätigt wurde. Die Angeklagten wurden für ihre Tat schuldangemessen bestraft.“ Der geplanten Geldübergabe an der Haustür ging ein sogenannter Schockanruf voraus: Diese Anrufe treffen meist ältere Menschen. Am Morgen des 17. Mai klingelt es bei der 67-Jährigen. Daniele Castello, Reporter „Mit lautem Weinen und Geschrei habe eine weibliche Stimme gesagt ‚Mama, Mama, etwas ganz Schlimmes ist passiert, ich habe einen Radfahrer totgefahren.‘ Die 67-jährige Frau reagiert sofort. Sie hat ausgerechnet ein paar Tage zuvor im Fernsehen einen Bericht über Schockanrufe gesehen und sich dabei gedacht: ‚Hoffentlich rufen die Mal bei mir an‘. Ein weitere Tatsache hilft ihr bei der Enttarnung de Betrugs: Sie hat nämlich gar keine Tochter.“ Ein vermeintlicher Polizeibeamter erklärt am Telefon in fließendem Deutsch, dass die Mutter nun 40.000 Euro zahlen müsse, sonst drohe der Tochter Untersuchungshaft. Doch das Opfer […]

  • Krawalle bei Eintracht-Spiel in Marseille

    Krawalle bei Eintracht-Spiel in Marseille

    Es sollte ein toller Fußballabend werden – gestern Abend in Marseille: Die Eintracht zum ersten Mal auswärts in der Champions League. Doch die Freude über den 1:0-Sieg ist heute mehr als getrübt, denn im Stadion in Frankreich kam es zu schlimmen Szenen. Die beiden Fanlager lieferten sich eine regelrechte Pyro-Schlacht. Fackeln und Raketen flogen durch die Luft. Eintracht-Coach Oliver Glasner verurteilte die Ausschreitungen nach dem Spiel deutlich. Oliver Glasner, Trainer Eintracht Frankfurt „Ich denke, da gibt es auch keinen von uns, der eine andere Meinung hat, dass das einfach nicht geht. Aber ich sehe das nicht als Problem des Fußballs, sondern ich sehe, dass da ein paar Chaoten hier den Fußball einfach als Bühne missbrauchen, um ihre Gewaltaggressionen auszuleben. Und da habe ich natürlich – wie wir alle, denke ich – null Verständnis dafür.“ ——————————— Markus Appelmann, Moderator: Und vor Ort in Marseille, vor dem Stade Velodrome, spreche ich jetzt mit unserem Sportreporter Thorsten Arnold, der das Spiel gestern Abend live im Stadion verfolgt hat. Thorsten, wie hast du diese unschönen Vorkommnisse erlebt? Thorsten Arnold, Sportreporter: Ja, das hatte sich den ganzen Tag über gestern schon so hochgeschaukelt. Es herrschte in der Stadt wirklich eine sehr aggressive Stimmung, die Polizei war quasi dauerhaft im Großeinsatz und konnte an vielen Orten so das Schlimmste verhindern. Aber abends dann eben hier hinter mir im Stadion, da kam es zur totalen Eskalation, wenn man es mal so ausdrücken will. Da flogen also dutzendfach Leuchtraketen vom Marseille-Block Richtung Eintracht und umgekehrt. Und das war wirklich schrecklich mit anzuschauen, weil ich ja mit eigenen Augen gesehen habe, dass da eben gezielt Leuchtraketen auf Menschengruppen abgefeuert wurden. Ja, und einen Eintracht Fan, den hat es wohl ganz schlimm erwischt. Aus Friedrichsdorf kommt er, war mit seiner Lebensgefährtin hier ganz friedlich im Block gestanden, und den hat […]

  • Mutmaßliche Betreiber von Kinderpornonetzwerk vor Gericht

    Mutmaßliche Betreiber von Kinderpornonetzwerk vor Gericht

    Mit mehr als 400.000 Mitgliedern war die Darknet-Plattform „Boystown“ das weltweit größte Forum für den Austausch von Kinderpornografie. Seit heute müssen sich nun vier Männer im Alter zwischen 41 und 65 Jahren vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Sie sollen nicht nur die Plattform betrieben haben, sondern zum Teil auch selbst kleine Kinder jahrelang schwer sexuell missbraucht haben. Sexueller Missbrauch von Kindern, Herstellen von Kinderpornografie, bandenmäßige Verbreitung kinder- und jugendpornographischer Inhalte: Die Vorwürfe gegen die Angeklagten im Boystown-Prozess wiegen schwer. Bei ihren Ermittlungen war die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft in dem Darknet-Forum auf mehr als eine Million Fotos und Videos gestoßen, die vor allem schwersten sexuellen Missbrauch von Jungen im Alter von zwei bis vierzehn Jahren zeigen. Sebastian Zwiebel, Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt „Es ist von unserer Zentralstelle einer der größten Prozesse, die wir je angestrengt haben. Das merken Sie alleine an der Anklageschrift, die alleine 400 Seiten hat.“ Rund sechseinhalb Stunden dauert es heute, bis die Anklageschrift fertig verlesen ist. Dies geschieht teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um die Persönlichkeitsrechte der Opfer zu schützen. Etwa die eines Jugendlichen, der im Alter zwischen zehn und vierzehn Jahren von einem der Angeklagten schwer missbraucht worden sein soll. Walter Schäfers, Anwalt Nebenklage „Meinem Mandanten geht es auch heute noch schlecht. Er hat ausdrücklich den Wunsch geäußert, dass er nicht an der Verhandlung teilnehmen muss, weil ihn das wirklich noch einmal aufwühlen würde.“ Die Darknet-Plattform Boystown sollen die vier Männer aus verschiedenen Bundesländern äußerst professionell betrieben haben. Laut Anklage gab es Chatbereiche in verschiedenen Sprachen. Die Inhalte waren akribisch nach Themen geordnet. Das Vorgehen der Angeklagten: arbeitsteilig. Sebastian Zwiebel, Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt „Das war so, dass die Angeklagten ganz unterschiedliche Beiträge, ganz unterschiedliche Funktionen in dieser Gruppierung hatten. Der eine hat sich um die Administration gekümmert. Es gab den anderen, der die Kommunikation mit den Mitgliedern geführt hat. Also […]

  • Lebenslange Haft nach tödlichen Schüssen wegen Maskenpflicht

    Lebenslange Haft nach tödlichen Schüssen wegen Maskenpflicht

    Es ist ein Streit um die coronabedingte Maskenpflicht, die Alex W. das Leben kostet. Weil der junge Mitarbeiter einer Tankstelle in Idar-Oberstein einen Kunden auffordert eine Maske zu tragen, wird er im September des letzten Jahres bei der Arbeit erschossen. Der mutmaßliche Täter Mario N. musste sich deshalb vor dem Landgericht in Bad Kreuznach verantworten. Heute haben die Richter ihr Urteil gefällt. Eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes. So lautet das Urteil gegen den 50-jährigen Angeklagten Mario N. Die Richter sehen es als erwiesen an, dass er heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt hatte, als er Alex W. erschoss. Äußerlich ungerührt nimmt der Angeklagte das Urteil entgegen. Die Vorsitzende Richterin erläutert, dass Mario N. aus politischen Motiven gehandelt habe. Er sei staatsfeindlich eingestellt und trage rechtsradikales Gedankengut in sich. Daniel Wahn, Sprecher Landgericht Bad Kreuznach „Er soll sich schon seit Jahren radikalisiert haben und auch den Coronabeschränkungen sehr kritisch gegenüber gestanden haben. Der 20-jährige Tankstellenmitarbeiter soll im konkreten Fall lediglich ein stellvertretendes Opfer für die Politiker gewesen sein, an die der Angeklagte selbst nicht herankam.“ Er habe Gewalt als das einzige Mittel gesehen, ein Zeichen gegen die Corona-Einschränkungen zu setzen. Das sei besonders verwerflich und daher das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe erfüllt, so die Kammer. Eine besondere Schwere der Schuld stellte das Gericht allerdings nicht fest. Das bedeutet, dass der Angeklagte nach 15 Jahren die Möglichkeit auf eine Haftentlassung hat. Für die Mutter von Alex ist der heutige Tag besonders schwer. Sie hatte den Prozess als Nebenklägerin verfolgt. Meist sehr gefasst, brechen sich heute ihre Emotionen Bahn. Michaela Rech, Mutter von Alex W. „15 Jahre für ein Menschenleben. Egal wie das Urteil ausgegangen wäre, es hätte ja nichts daran geändert, was passiert ist und welcher Mensch verloren gegangen ist. Es bringt ja nie wieder mein Kind zurück. Von daher: Eigentlich ist […]

  • Aussage im IS-Prozess

    Aussage im IS-Prozess

    Vor knapp einem halben Jahr haben Polizisten die Syrien-Rückkehrerin Sahra M. am Frankfurter Flughafen festgenommen. Der Vorwurf: Sie soll zwischen 2014 und 2019 der Terrorgruppe Islamischer Staat angehört haben. Deshalb steht die 27-Jährige aus Idar Oberstein seit letzter Woche in Koblenz vor Gericht. Heute hat sie ausgesagt. Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. So lautet die Anklage gegen Sahra M. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz wirft der Angeklagten vor, 2014 nach Syrien gereist zu sein und sich dann dort dem sogenannten Islamischen Staat angeschlossen zu haben. Dort soll sie drei IS Kämpfer geheiratet und sich um den gemeinsamen Haushalt gekümmert haben. Dadurch habe sie ihren Männern ermöglicht, für den IS zu kämpfen, so die Anklageschrift. Zwei von ihnen seien im Gefecht gestorben, von dem Dritten habe sie sich scheiden lassen. Heute berichtet die Angeklagte vor dem Oberlandesgericht Koblenz aus ihrer Kindheit. Christopher Schulte-Holtey, Reporter „Wie schon zu Beginn des Prozesses wirkt Sahra M. heute sehr unsicher. Sie liest ihre handgeschriebene Aussage nur sehr leise und mit langen Pausen vor. Dabei berichtet sie von einer eigentlich glücklichen Kindheit, die aber durch den frühen Tod ihrer Mutter erschüttert worden sei. Danach habe sie sich immer weiter zurückgezogen und im Islam Halt gesucht. Dabei habe sie sich mit radikalen Predigern beschäftigt und auch bei ihrem Bruder Sadek einen Gleichgesinnten gefunden. Dieser habe sie dann noch mehr radikalisiert bis sie dann 2014 gemeinsam nach Syrien ausgewandert seien.“ Dort soll sie sich dann der Terrororganisation angeschlossen haben. Für die Verteidigung der Angeklagten könnte das noch wichtig werden, da noch unklar ist, ob in dem Prozess das Jugendstrafrecht angewendet wird, denn bei der Ausreise war Sarah M. erst 19. Michael Sertsöz, Verteidiger von Sahra M. „Das sind wichtige Punkte, weil wir als Verteidigung davon ausgehen, dass die Wurzel des Übels in der Jugendzeit liegt und da muss man […]