Hessen

  • Das Schicksal der „Kofferkinder“

    Das Schicksal der „Kofferkinder“

    In den 60er und 70er Jahren sind Millionen Menschen aus der Türkei, Griechenland und Italien nach Deutschland gekommen, um hier zu arbeiten. Die Geschichte dieser sogenannten Gastarbeiter ist weitgehend bekannt. Unbekannt sind jedoch die persönliche Schicksale dahinter, denn die Männer und Frauen haben oft Kinder zurückgelassen, die erst Jahre später nachgekommen sind. Die Geschichten dieser sogenannten „Kofferkinder“ werden jetzt in Ludwigshafen erzählt. „Meine Eltern versuchten ihre Liebe in Briefe zu packen. Aber das reichte mir nicht. Briefe atmen nicht, Briefe lachen nicht und schimpfen nicht, Briefe sehen dich nicht an. Briefe geben dir keine Wärme und umarmen dich nicht.“ Ein Schicksal von 700.000 Kindern, allein aus der Türkei. Festgehalten in Aquarellportraits von Fatma Biber-Born. Durch Fotografien und Erzählungen bekam die Künstlerin Zugang zu Themen, über die Jahrzehnte nicht gesprochen wurde. Fatma Biber-Born, Künstlerin „Erst wo sie jetzt über 40, 50 sind, denken sie auch darüber nach, was für ein Leben sie gelebt haben. Deswegen redet man jetzt auch ein bisschen mehr.“ So wie Hasan Özdemir und Aysel Sevda Mollaoğullari. Sie sind in der Türkei ohne ihre Väter aufgewachsen. Die haben in Deutschland gearbeitet. Eigentlich nur für ein paar Jahre, dann sind sie doch geblieben. Erste Jahre später wurden die Kinder nachgeholt. Aysel Sevda Mollaoğullari, Kofferkind „Mein Vater. Ich kannte ihn als Erzeuger, habe ihn immer mal wieder in den Urlauben gesehen und das war es. Und irgendwann als ich nach Deutschland kam und mich entschieden habe hier zu bleiben, war er für mich ein Fremder und ich war auch für meinen Vater eine Fremde. Bis zu seinem Tode waren wir nicht Vater und Tochter, wir waren einfach zwei Menschen, die biologisch zueinander gehören. Mehr war da nicht.“ Hasan Özdemir erinnert sich, wie sehr er sich gefreut hat, in Ludwigshafen zu sein. Als einer von vielen mit einer ähnlichen Geschichte. Doch […]

  • Test-Länderspiel Deutschland gegen Niederlande

    Test-Länderspiel Deutschland gegen Niederlande

    Heute Abend in Frankfurt: Testspiel für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf dem Weg zur Heim-Europameisterschaft im Sommer. Und das gegen den ewigen Rivalen, die Niederlande. Vor dem Duell scheinen die deutschen Kicker – nach langer Zeit – endlich wieder in die richtige Spur zurückgefunden zu haben. Beste Stimmung auf dem DFB-Campus in Frankfurt, sowohl bei den Nationalspielern als auch bei der sportlichen Leitung. Mit dem jüngsten 2:0-Sieg gegen Vize-Weltmeister Frankreich ist eine große Last von den Schultern gefallen. Bundestrainer Julian Nagelsmann tritt aber auf die Bremse, zumindest etwas. Julian Nagelsmann, Bundestrainer „Ich will mich von dieser Hysterie nicht anstecken lassen. Ich bin aber auch keiner, das war ich noch nie, der irgendeine Euphorie bremst. Ich will auch kein Mahner sein. Ich finde, dass die Mannschaft absolut in der Lage ist, die Dinge richtig einzuordnen, dass es ein sehr gutes Spiel war gegen eine Topmannschaft.“ Soll heißen: Die gute Leistung nun gegen die Niederlande bestätigen und einen weiteren Schritt gehen. Herausgestochen hat zuletzt vor allem Robert Andrich, der gemeinsam mit Toni Kroos ein neues Traumduo im Mittelfeld bildet. Der Leverkusener Andrich gibt sich hinter dem Star von Real Madrid aber ganz bescheiden. Robert Andrich, Nationalspieler „Man hat jetzt auch wieder gegen Frankreich gesehen, dass er ein unfassbarer Spieler ist. Und ich versuche einfach mit meiner Spielintelligenz ihm so zuzuarbeiten, dass er sich so entfalten kann, dass er für uns unfassbar wichtig ist.“ Neben der neuen Achse dürfte heute Abend wieder die gleiche Startelf auflaufen. Mit einer Mischung aus Erfahrung und jungen Wilden wie dem Debütanten Maximilian Mittelstädt. In der zweiten Reihe dürfte Robin Koch von Eintracht Frankfurt wieder auf der Reservebank Platz nehmen. Vor allem aber von Fans und Medien heiß diskutiert: Das neue pinke Ersatztrikot, das heute Abend erstmals getragen wird und bereits ein Verkaufsschlager ist. Julian Nagelsmann, Bundestrainer „Ich hab’s […]

  • Zehnjähriger pflanzt neuen Wald

    Zehnjähriger pflanzt neuen Wald

    Und jetzt stellen wir Ihnen noch Lenny aus Karben in der Wetterau vor. Bei einem Urlaub auf Kreta bemerkte der Zehnjährige, dass dort alle Bäume vertrocknet waren. So ein Bild sollte es in seiner Heimat nicht geben! Und so machte er sich auf, seinen eigenen Wald zu pflanzen – mit Tausenden Bäumen. Gegen den Ehrgeiz von Lenny Kraut ist kein Kraut gewachsen.. Dass hier am Rande des Klein-Karbener Waldes 13.000 Setzlinge aus dem Boden sprießen gehen, ist sein Verdienst. Für ihn ist es jetzt schon: Lennys Wald. Lenny Kraut (10 Jahre), Gymnasiast „Ich bin selbstverständlich stolz drauf. Und das fühlt sich super toll an, wenn man zurückdenkt und sich bewusst macht, was ich hier geschafft habe.“ Die Idee hatte der Zehnjährige, als er acht war: Nachdem er in Kreta die Auswirkungen einer Dürre gesehen hat, will er in Deutschland Bäume pflanzen. Er schreibt einen Brief an den Bürgermeister und bittet um Unterstützung. Lenny Kraut (10 Jahre), Gymnasiast „Ich glaube, die haben sich gedacht, ja okay wir gucken mal was draus wird.“ Guido Rahn (CDU), Bürgermeister Karben „Am Anfang haben wir gedacht, naja lass ihn mal machen. Der sammelt dann für 10 Bäume für 20 und dann darf die setzen, aber dass so ein Projekt draus geworden ist, ist super. Wenn das mehr machen würden wie er, dann würde alles besser laufen.“ Der Bürgermeister unterstützt Lenny, etwa bei Anträgen beim Forstamt und den Naturschutzbehörden. Alles das hält der 8-Jährige durch – und er geht mit seinen Eltern auf Spendensuche, von Haustür zu Haustür und auf den Sozialen Medien. Lenny Kraut (10 Jahre), Gymnasiast „Hi, ich bin der Lenny aus Karben und ich möchte Bäume pflanzen, dafür sammle ich Spenden, dass mache ich, um gegen den Klimawandel anzukämpfen und es wäre toll, wenn du mich dabei unterstützt.“ Lenny sammelt insgesamt 30.000 Euro. […]

  • Gold-Pythons im Frankfurter Zoo

    Gold-Pythons im Frankfurter Zoo

    Frankfurt hat zwei neue Einwohner. Fast drei Meter sind sie lang und kommen ursprünglich aus Indonesien. Die Rede ist von zwei Seram-Pythons, die wegen ihrer schimmernden Farbe auch Gold-Pythons genannt werden. Vor ein paar Tagen hat das Schlangenpärchen aus privater Haltung sein neues Zuhause im Frankfurter Zoo bezogen. Neugierig erkunden die beiden noch namenlosen Tiere ihr neues Reich, wie dieses Video eines Pflegers zeigt. Mittlerweile haben sie ihre Lieblingsplätze gefunden. Das Weibchen oben im Baum, das Geschehen immer im Blick. Ihr Partner hat lieber seine Ruhe. Nico Saar, Tierpfleger Zoo Frankfurt „Die Tiere kommen halt aus keinem Schaubetrieb, das darf man auch nie vergessen. Ich meine, Schlangen sind unglaublich feinfühlig, was Erschütterungen und sowas angeht. Und hier sind ja immer eine ganze Menge Menschen. Und natürlich, wie jetzt im Fall beim Männchen, dann suchen die natürlich ihre Rückzugsmöglichkeiten auf, in denen die sich sicher fühlen. Und ich meine, das Weibchen scheint da ein bisschen abgebrühter zu sein, die zeigt sich wunderbar präsent, auch für die Besucher hier vorne.“ Dass die beiden Seram-Pythons im Frankfurter Zoo gelandet sind, ist eine wahre Sensation. Nur zwei weitere europäische Zoos halten diese Schlangenart und auch weltweit gibt es nicht viele Exemplare in Zoohaltung. Benannt sind die Tiere nach ihrem Herkunftsort, der Insel Seram in Indonesien. Das vergleichsweise kleine Verbreitungsgebiet und der hohe Preis auf dem Schwarzmarkt sprechen dafür, dass sie auch in freier Wildbahn gefährdet sind. Viel wissen die Forscher aber nicht über die Schlangenart. Nico Saar, Tierpfleger Zoo Frankfurt „Unser Ziel ist es natürlich, die Art in Zoos erhalten zu können, um halt auch so mehr über die Tiere erfahren zu können. Du kannst halt nur über die Zeit von den Tieren lernen und halt deine Erfahrungen damit machen, um das dann vielleicht auch ummünzen zu können, dass es eventuell auch so in […]

  • Umstrittene Cannabis-Freigabe

    Umstrittene Cannabis-Freigabe

    Am kommenden Montag ist es soweit, dann soll das neue Cannabis-Gesetz in Kraft treten. Der Bundesrat hat am Freitag den Weg dafür frei gemacht. Doch die Diskussionen um das Gesetz reißen nicht ab. Kritik kommt vor allem von der CDU, aber auch von der Gewerkschaft der Polizei. Für die einen ist es eine „Kehrtwende in der Drogenpolitik“, für die anderen schlicht eine „Katastrophe“. Durch das neue Gesetz wird  Konsum, Besitz und Anbau von Cannabis teilweise erlaubt. Jeder Erwachsene darf dann auf der Straße 25 Gramm Cannabis zum eigenen Gebrauch bei sich tragen. In der Öffentlichkeit darf auch konsumiert werden, aber nicht im Umkreis von 100 Metern um Schulen, Kitas und Sportstätten. Zu Hause dürfen 50 Gramm aufbewahrt werden. Zum Eigenanbau werden drei Cannabispflanzen erlaubt.  Außerdem sollen auch Cannabis-Vereinigungen zum gemeinschaftlichen Anbau erlaubt werden. Für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist das Gesetz ein wichtiger Schritt. Die jetzige Drogenpolitik sei in Sachen Cannabis klar gescheitert. Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister am 22.3.2024 „Aus meiner Sicht eine überfällige Maßnahme. Wir werden einen besseren Kinder- und Jugendschutz einführen. Wir werden Anbauvereinigungen ermöglichen, sodass der Schwarzmarkt austrocknen kann.“ Laut Lauterbach hilft das neue Gesetz außerdem dabei, die Qualität der Drogen zu überwachen, Jugendliche vor kriminellen Drogenhändlern zu schützen und die Justiz zu entlasten. Entlastung der Justiz? Ganz im Gegenteil, sagt der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin. Denn das Gesetz sieht auch eine sogenannte Amnestie vor. Bereits begangene Straftaten sollen rückwirkend erlassen werden. Eine Mammutaufgabe. Herbert Mertin (FDP), Justizminister Rheinland-Pfalz „Man kann kein Gesetz verabschieden, was zum 1. April in Kraft tritt und den betreffenden Behörden ganze vier Arbeitstage Zeit lässt, um rund 10.000 Akten zu überprüfen und die notwendigen Schlüsse daraus zu ziehen. Das ist in der verbliebenen Zeit schlichtweg unmöglich.“ Besonders kompliziert wird es laut Mertin bei sogenannten „Mischtatbeständen“. Herbert Mertin (FDP), Justizminister Rheinland-Pfalz „Wenn zum Beispiel […]

  • Unfälle auf eisglatter Straße

    Unfälle auf eisglatter Straße

    „Das kam überraschend“, dachten sich gestern Abend wohl einige Autofahrer, die auf einer Bundesstraße im hessischen Vogelsbergkreis unterwegs waren, denn eine Gewitterzelle hatte die Fahrbahn vereist. Die Folge: mehrere Unfälle. Die B275 zwischen Gedern und Grebenhain. Am Sonntagabend gerät ein 22-Jähriger mit seinem Seat Ibiza auf spiegelglatter Fahrbahn ins Schleudern, rutscht in den Graben und prallt gegen einen Baum. Der Fahrer wird bei dem Unfall leicht verletzt und kommt ins Krankenhaus. Doch dabei bleibt es nicht. Später am Abend bekommt ein 20-Jähriger Autofahrer Probleme. Er gerät – ebenfalls in einer lang gezogenen Linkskurve – ins Schlingern. Der Mann kommt mit seinem VW Polo von der Fahrbahn ab und landete im Straßengraben – ganz in der Nähe des ersten Unfalls. Die Ursache ist auch hier vermutlich Glätte. Auf derselben Strecke kracht es nur wenig später zum dritten Mal, allerdings in entgegengesetzter Fahrtrichtung. Ein 38-Jährige verliert in einer Kurve die Kontrolle über seinen 3er BMW und landet im Graben. Fast genau an der gleichen Stelle, wie der Fahrer des Seat. Die beiden Insassen des BMW bleiben allerdings unverletzt. Der Gesamtschaden an allen drei Fahrzeugen beläuft sich auf rund 10.000 Euro. Zur Beseitigung der Gefahr streut die Straßenmeisterei den Bereich. In allen drei Fällen ermittelt nun die Polizei, ob die Wetterbedingungen die alleinige Ursache für die Unfälle sind.

  • Evangelische Kirche will Zeichen für Demokratie setzen

    Evangelische Kirche will Zeichen für Demokratie setzen

    Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau will ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt setzen. Wie hier in Ober-Erlenbach werden in den kommenden Tagen rund 200 Gemeinden und Einrichtungen der Kirche Banner und Flaggen aufhängen, die für Demokratie, Menschenwürde und eine offene Gesellschaft werben. Für diese Werte setzten sich die Mitglieder der Evangelischen Kirche auch aufgrund ihres Glaubens ein. Volker Jung, Präsident Evangelische Kirche Hessen und Nassau „Das ist jetzt gerade in dieser Zeit außerordentlich wichtig, wo uns rechtsextreme Gedanken dazu führen neu darüber nachzudenken, wie wichtig es ist, sich für Demokratie einzusetzen und diese Positionierung zurückzuweisen. Das kommt mit dieser Aktion zum Ausdruck.“

  • Bei Schlaganfall schnell reagieren

    Bei Schlaganfall schnell reagieren

    Ein Thema, das jedes Jahr rund 270.000 Menschen bundesweit betrifft: Es geht um Schlaganfall. In einer solchen Situation ist Eile geboten, andernfalls drohen langfristige Gesundheitsschäden oder der Tod. Karol Kulczynski aus Seligenstadt hatte Glück. Seine Geschichte zeigt, dass – wenn auch deutlich seltener – schon junge Menschen einen Schlaganfall erleiden können und dann ist die medizinische Akutversorgung immens wichtig. Karol Kulczynski hat seinen Schlaganfall überlebt, im Alter von gerade mal 38. Als er hier ins Frankfurter Universitätsklinikum eingeliefert wird, kann er nicht sprechen, ist halbseitig gelähmt. Die Blutversorgung des Gehirns ist gestört, sofort leiten die Ärzte Notfallmaßnahmen ein. Gut anderthalb Stunden zuvor: Dachdecker Karol Kulczynski ist auf dem Weg zur Arbeit. Gerade losgefahren, merkt er plötzlich, dass er seinen rechten Fuß und seine rechte Hand nicht mehr bewegen kann. Er schafft es gerade noch, das Auto zu wenden und wieder abzustellen. Karol Kulczynski, Schlaganfallpatient aus Seligenstadt „Das war irgendwie so mal bisschen Panik, weil da hab ich ja nicht gewusst, was los ist. Dann habe ich die Tür aufgemacht, dann bin ich direkt rausgefallen. Und das war’s. Da konnte ich gar nix mehr sagen, gar nix mehr machen. Und Gott sei Dank hat ein Nachbar, der da drüben, hat mich dann gefunden. Weil da hat er gemeint, ich habe noch einmal ‚Aua‘ geschrien und das war’s. „ Der vom Nachbarn gerufene Rettungsdienst trifft wenige Minuten später ein und bringt Karol in die Klinik. Dort erhält er ein Medikament gegen das Blutgerinnsel in seinem Gehirn, das anschließend mit einem Katheter entfernt wird. Damals wie heute, rund sieben Monate später, ist Oberarzt Ferdinand Bohmann an seiner Seite. Das Blutgerinnsel war durch ein Loch im Herzen entstanden. Nach erfolgreicher Operation zeigt sich die Schlagader weiter unauffällig. Solche Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig, … Dr. Ferdinand Bohmann, Universitätsklinikum Frankfurt „… denn alle Patienten, die einen Schlaganfall […]

  • 50 Jahre Hip-Hop in der Schirn

    50 Jahre Hip-Hop in der Schirn

    Hip-Hop – das verbinden viele Leute mit Rap, mit Sprechgesang. Doch Hip-Hop ist viel mehr: Eine Bewegung, die auch die Kultur beeinflusst hat. Die Frankfurter Kunsthalle Schirn zeigt zum 50. Geburtstag des Hip-Hops jetzt eine Ausstellung mit zeit-genössischer Kunst. Zusammen-gestellt von Kuratoren aus den USA, dem Ursprungsland des Hip-Hop. Hip-Hop – eigentlich keine Musikrichtung, Hip-Hop ist eine Jugendkultur. Die Coolness, das Scratching, die Pose gehören dazu. Und noch viel mehr. Asma Naeem, Kuratorin der Ausstellung „Hip-Hop ist der gereimte Sprechgesang, das Auflegen, der Breakdance. Die Sprache des Hip-Hops ist das Graffiti. Also ja, Hip-Hop ist so viel mehr als Musik. Es ist eine wichtige, authentische Art und Weise, zu protestieren. Voller Lebensfreude, aber auch Kritik.“ Hip-Hop hat viel beeinflusst, auch die Haute Couture. Goldschmuck ist wichtig, sogar für die Zähne. Breakdance, rappen. In Deutschland wird das in den 80er Jahren so richtig populär. Die Ursprünge des Hip-Hops sind die schwarzen Gettos in den USA, Anfang der 1970er Jahre. Sebastian Baden, Direktor Kunsthalle Schirn Frankfurt „Hip-Hop ist eine politische Bewegung. Sie kommt ja aus der Bronx, aus New York, aus einer Community, die sich Zugang zu einer Gesellschaft verschaffen wollte, weil sie auch ausgeschlossen wurde, weil sie Diskriminierungserfahrung gemacht hat und die schwarze Kultur hat Hip-Hop geprägt. Und hat sie damit weltweit als Bewegung zu einer ganz anerkannten Popkultur gemacht.“ Eine Black-Power-Bewegung, die bunt und schrill sein kann. Eine Bewegung, zu der Statussymbole, wie PS-starke Luxusschlitten, dazu gehören, die auch die bildende Kunst beeinflusst und das seit 50 Jahren. Asma Naeem, Kuratorin der Ausstellung „Meine Hoffnung ist, dass sich Hip-Hop nicht nur weiter ausbreitet, sondern immer auch eine kritische Kraft sein wird, die die Geschichten der Menschen am Rande der Gesellschaft erzählt.“ „The Culture“ heißt die Ausstellung in der Kunsthalle Schirn. Gezeigt werden über 100 Werke von internationalen Künstlern. Bis zum […]

  • Bessere Chancen nach Ende der Schulzeit

    Bessere Chancen nach Ende der Schulzeit

    Immer noch beenden viele Schüler ihre Schullaufbahn, ohne eine Ausbildungsstelle zu haben. Um das zu ändern, probiert das Land Hessen nun gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit neue Wege aus: Die direkte Ansprache dieser Schüler. Wie Motivation für ein Berufsbild funktionieren kann – das zeigt jetzt unser Beispiel aus Nordhessen. Hier an der Louis-Peter-Schule in Korbach werden den Schülern verschiedene Berufe näher gebracht: Ob ein Interview führen, kochen, oder sägen. Den Schülern gefällt es, nicht nur trockene Theorie in der Schule zu lernen. Sara, 12 Jahre alt „Mal etwas anders zu machen, als nur im Unterricht zu sitzen und was zu schreiben. Auch mal was zu bauen und auch andere Sachen kennenzulernen.“ Alexander, 15 Jahre alt „Mir hat das sehr geholfen. Ich konnte mich orientieren, welchen Beruf ich machen will. Ich konnte verschiedene Kurse von verschiedenen Berufen besuchen und wusste dadurch, welcher Beruf zu mir passt und konnte dann meine Entscheidung auf den Elektroniker genau treffen.“ Einen klaren Plan wie Alexander hat nicht jeder Schüler. In Hessen beenden in jedem Jahr rund 2.000 Schüler die Schule ohne Abschluss und werden direkt arbeitslos. Frank Martin, Bundesagentur für Arbeit Hessen „Aber genauso schlimm: Direkt in Arbeit gehen und vorher keine Ausbildung gemacht haben. Denn das ist ja keine soziale Sicherheit für 1.700 Euro in Schichtarbeit am Airport Kisten zu sortieren oder herumzukommissionieren. Das mag kurzfristig eine Möglichkeit sein Geld zu verdienen, ist langfristig aber keine sichere Plattform, auf der man sicher stehen kann und auf der man sicher sagen kann: Man wird nicht langzeitarbeitslos.“ Deswegen ermöglicht das Land Hessen jetzt eine Neuerung: Die Weiterleitung von Name und Adresse von Schulabbrecher an die Bundesagentur für Arbeit. Sie kann jetzt die Jugendlichen direkt anschreiben und zur Berufsorientierung einladen. Bisher mussten sich die Jugendlichen selbst an die Behörde wenden. Hessen ist das erste Flächenbundesland, in […]

  • NFL-Star Tyreek Hill bei Football-Camp in Frankfurt

    NFL-Star Tyreek Hill bei Football-Camp in Frankfurt

    Es war ein riesiges Spektakel im vergangenen November in Frankfurt: Die amerikanische Football-Liga NFL war zu Gast und trug zwei Spiele im ausverkauften Deutsche Bank Park aus. Die Spiele und etliche Events drumherum zogen Zehntausende Besucher in die Stadt. Gestern durften sich in Frankfurt einige Fans wieder über Besuch aus der NFL freuen. Einer der Top-Stars der Liga kam, der in der Vergangenheit allerdings nicht in jeder Hinsicht als Vorbild getaugt hat. Er nennt sich selbst „Cheetah“, englisch für Gepard. Und das aus gutem Grund. Tyreek Hill gilt als einer der schnellsten Spieler der NFL. Doch der 30-Jährige kann nicht nur schnell laufen, sondern auch verdammt gut Bälle fangen. Wie man so wird wie er, bringt der NFL-Star gestern Abend auf dem Trainingsplatz der Frankfurt Galaxy Kindern und Jugendlichen im Rahmen seines Football-Camps bei. Tyreek Hill, NFL-Star „Du musst beständig sein in dem, was du tust. Ich habe mir in jeder Saisonpause den Arsch aufgerissen, habe nie aufgehört, an Dingen zu arbeiten, die mein Spiel besser machen. Egal ob fangen oder laufen. So wie ich trainiert wurde, so wie meine Großeltern mich großgezogen haben, das hat mich anders gemacht. In allem, was du tust, musst du anders sein.“ In der vergangenen NFL-Saison sorgt der Wide Receiver der Miami Dolphins in gleich mehreren Statistiken ligaweit für Bestwerte. Beim NFL-Gastspiel in Frankfurt im vergangenen Jahr ist Hill eines der Aushängeschilder. Ihn persönlich zu treffen und mit ihm zu trainieren – für die Teilnehmer seines Camps geht ein Traum in Erfüllung. Maximilian, 12 Jahre alt „Richtig krass, Tyreek Hill zu treffen. Ich mein, der kommt aus den USA und wir sind hier in Deutschland. Ist sehr cool, dass er hier ist.“ Christiano, 11 Jahre alt „Er ist auch richtig gut und ich war, als er hier in Deutschland gespielt hat, war ich auch […]

  • Tanzfestival Spring Forward in Darmstadt

    Tanzfestival Spring Forward in Darmstadt

    ‚Spring Forward Festival‘ – eins der wichtigsten Nachwuchsfestivals der Tanzbranche, das zum ersten Mal nach Deutschland kommt. Auf den Bühnen in Mainz, Darmstadt und Wiesbaden können sich die talentiertesten Choreografen Europas präsentieren. Mit dabei: eine Tanz-Performance auf Rollschuhen. „Cabraqimera“. Science Fiction auf Rollen. Über eine halbe Stunde ziehen die Tänzer ihre Bahnen und erforschen die Auswirkungen von Geschwindigkeit. Es geht um Themen wie Zukunftsforschung, Todestrieb aber auch den Willen zu leben. Wie wollen wir miteinander umgehen, wie zusammenleben? Fragen, die die portugiesische Choreografin Catarina Miranda mit dem Stück aufwerfen möchte. Catarina Miranda, Choreografin „Cabraqimera“ „Ich vermute, dass das Stück die Zuschauer in einen hypnotischen Zustand oder eine Art Traumzustand versetzt, in dem die Zuschauer auch ihre eigene Vorstellungskraft mit einbringen können. Es ist eintönig, es ist emotional und ich hoffe, dass es einen Zustand der Schärfe und des Selbstgefühls vermittelt.“ So geht es auch darum, dem Zuschauer durch die Musik und die Lichteffekte ein bestimmtes Gefühl mitzugeben. Nur eins von 20 Stücken von insgesamt 700 Bewerbern aus ganz Europa. Alle mit einem eigenen Charakter. Schon seit 1996 veranstaltet das Netzwerk Aerowaves das Festival, um aufstrebenden Künstlern eine Bühne zu bieten. Catarina Miranda, Choreografin „Cabraqimera“ „Für mich und das ganze Team von ‚Cabraqimera‘ ist das eine große Möglichkeit hier zu sein. Aber nicht nur selbst hierher zu kommen sondern auch andere Stücke zu sehen.“ Denn es geht auch darum, sich zu vernetzen. Über 200 Fachbesucher kommen zu den Veranstaltungen. Bruno Heynderickx, Direktor Hessisches Staatsballett „Die Zuschauer werden nicht alles sehen können, weil es auch ein Festival für Profis ist. Aber viele Shows sind auch geöffnet für normales Publikum. Man sieht Choreografien von Nachwuchskünstlern. Das ist die zweite, dritte Arbeit. Aber Arbeit, die schon auf einem Niveau ist, dass sie international touren kann.“ Doch nicht nur für die Künstler sondern auch für […]

  • Tote bei Motorradunfällen

    Tote bei Motorradunfällen

    Mehrere Menschen sind in der vergangenen Nacht in Hessen bei Motorradunfällen ums Leben gekommen. Auf einer Landstraße bei Lautertal im Odenwald kam ein 23-Jähriger von der Straße ab und stürzte. Dabei erlitt er so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb. Und auch für zwei weitere Biker endete die Fahrt tödlich. Es ist früher Abend, als ein 20-jähriger Motorradfahrer auf der Landstraße bei Obertshausen unterwegs ist. Laut Polizei fährt er aus bislang ungeklärter Ursache auf einen anderen Motorradfahrer auf. Durch die Kollision stürzen beide Biker. Der 20-Jährige kann zwar am Unfallort noch reanimiert werden. Seine Verletzungen sind aber so schwer, dass er in der Nacht im Krankenhaus stirbt. Der zweite Fahrer erleidet leichte Verletzungen. Auch er wird ins Krankenhaus gebracht. Ein Gutachter soll jetzt klären, wie es zu der verhängnisvollen Kollision kam. Bei einem weiteren Unfall ist am späten Abend ein 25-Jähriger uns Leben gekommen. Auf der A5 zwischen dem Frankfurter Kreuz und der Abfahrt Niederrad will er ein Fahrzeug überholen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei verliert er dabei die Kontrolle, das Motorrad stößt gegen die Leitplanke und der Fahrer wird von seinem Bike geschleudert. Er erliegt noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Die Autobahn wird in Richtung Kassel für vier Stunden gesperrt. Auch hier dauern die Ermittlungen zur Unfallursache noch an.

  • DFB-Elf vor Länderspielen

    DFB-Elf vor Länderspielen

    Sechs Neulinge hat Bundestrainer Julian Nagelsmann für die beiden Länderspiele gegen Frankreich und Holland in seinen Kader berufen. Zwei von ihnen mussten vom DFB-Campus in Frankfurt bereits mit Verletzungen wieder abreisen. So kann sich einer, der in der Bundesliga in dieser Saison für ordentlich Furore sorgt, auch beim DFB aktuell in den Vordergrund spielen. Er könnte bei der Europameisterschaft auf Torejagd für Deutschland gehen – Mittelstürmer Deniz Undav. In der Bundesliga für den VfB Stuttgart schon mit 14 Toren und sieben Assists und jetzt, kurz vor seinem ersten Spiel, im DFB-Dress. Deniz Undav, Stürmer „Also mir war von vornherein klar, dass ich eher für Deutschland spielen will, weil ich hier aufgewachsen bin. Mir geht es hier sehr gut. Ich habe sehr wenig Bindung zur Türkei um ehrlich zu sein. Deswegen, für mich war es so, dass Deutschland die klare Option A ist und Türkei dann die Option B und ich halt theoretisch nur auf den Anruf gewartet habe vom Bundestrainer und dann natürlich umso glücklicher war, als er angerufen hat.“ Neben Waldemar Anton, Chris Führich und Maximilian Mittelstädt ist Undav einer von vier nominierten Stuttgartern. Die Schwaben, sportlich derzeit auf einem Höhenflug. Deniz Undav, Stürmer „Die haben sich gefreut für uns. Die Leute im Verein sind alle stolz auf uns und wir versuchen die halt auch gut zu repräsentieren. Und jetzt schauen wir mal, wie es weitergeht.“ Im Angriff muss sich Undav vor allem gegen Kai Havertz von Arsenal London und gegen den Dortmunder Niclas Füllkrug durchsetzen. Niclas Füllkrug, Stürmer „Wir haben jetzt auch schon die ein oder andere Trainingseinheit zusammen bestritten und waren auch zusammen im Team. Das hat dann teilweise ganz gut harmoniert. Hat mir auch gut gefallen, weil er auch schon jemand ist, der immer den Drang nach vorne hat.“ Gibt es vorne jetzt gleich mehrere Optionen, […]

  • Fuchsbabys bei der Wildtierhilfe Mücke

    Fuchsbabys bei der Wildtierhilfe Mücke

    Der Frühling erwacht und viele Widtiere freuen sich aktuell über Nachwuchs. Manche der Kleinen haben allerdings einen schweren Start ins Leben, verlieren ihre Mutter, werden verstoßen oder verletzt aufgefunden. Bei der Wildtierhilfe von Tanja Schäfer in Mücke im Vogelsberg kümmert man sich um sie. Das Trinken will bei Bubble noch nicht so ganz klappen. Er schluckt zu viel Luft – den Blasen um seinen Mund hat der kleine Rotfuchs seinen Namen zu verdanken. Knapp drei Wochen ist Bubble alt. Wie bei den meisten Wildtieren, die Tanja Schäfer und Tochter Tamara pflegen, wissen sie nicht genau, was mit ihm passiert ist. Das gilt auch für diese gerade einmal eineinhalb Wochen alten Geschwister. Tanja Schäfer, Wildtierhilfe Schäfer e.V. „Das ist eigentlich eine ganz dubiose Geschichte. Die wurden in einem Weinfeld gefunden und das ist überhaupt kein typischer Ort für Fuchswelpen und da lag leider der Verdacht nahe, dass die irgendjemand da hingelegt hat, weil Mama war weit und breit nicht, die waren schon ausgekühlt.“ Alle drei Stunden brauchen die Kleinen hier ihre Milch, Tag und Nacht. Eine ehrenamtliche Arbeit, durch Spenden finanziert. Tanja Schäfer, Wildtierhilfe Schäfer e.V. „Das hier werden tatsächlich mal klassische Rotfüchse und oftmals wird auch gedacht, das sind Hundewelpen, was aber sehr gut zu erkennen ist beim Fuchswelpen, die haben immer eine weiße Schwanzspitze und daran erkennt man immer ein Fuchsbaby.“ Es ist Frühling, die Wildtierbaby-Saison geht gerade so richtig los. Bald werden alle Pflegeplätze belegt sein. Tanja Schäfer, Wildtierhilfe Schäfer e.V. „Was ich dazu sagen muss, ist, dass 80 Prozent aller Wildtiere, die zu uns in die Station kommen, durch menschliches Verschulden zu uns kommen. Bei den Eichhörnchen sind es dann auch oftmals Baumfällarbeiten oder die Leute wollen die Babys tatsächlich nicht dort haben, wo sie waren, und dann rufen die uns an und sagen: ‚Hier ist gerade […]