Hessen

  • Inklusiver Hochseilgarten: Klettern für Menschen mit Behinderung in Marburg

    Inklusiver Hochseilgarten: Klettern für Menschen mit Behinderung in Marburg

    Bei gutem Wetter im Hochseilgarten zwischen den Bäumen klettern – das findet fast jeder toll. Außer vielleicht Menschen mit Höhenangst. Und Menschen, die aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen dazu nicht in der Lage sind. In Marburg gibt es jetzt einen inklusiven Hochseilgarten, in dem sogar Menschen, die im Rollstuhl sitzen, klettern können. Sechs Meter Höhe, vier wackelige Bretter und ein Rollstuhl, der hier rüber soll. Wenn die Kinder unten nicht mit der genau passenden Kraft an den Seilen ziehen, hat Sascha keine Chance. Das geht nur mit  Mut und Zusammenhalt. Die ersten zwei Bretter sind geschafft, doch dann kommt die Lücke rüber zur zweiten Etappe. Sascha kämpft mit sich, alles ist total  instabil und der Boden liegt weit unter ihm. Und Sascha will. Er traut sich. Am Ende klappt das Zusammenspiel noch nicht gut genug. Sascha ist trotzdem froh, dass er es versucht hat. Sascha, 11 Jahre „Selbst, wenn ich Angst habe, ich probiere es erst mal. Weil vielleicht klappts ja. Vielleicht verpasse ich in den Moment eine richtig tolle Lebenserfahrung. Und wenns dann schiefgeht, dann ist es ein Schock, aber das war auch eine richtig wichtige Erfahrung da. Also wenn ich falle, ich bin dann sicher.“ Lars Kietz und sein Team vom Hochseilgarten Marburg, möchten es jedem ermöglichen hier zu klettern. Je nach Beeinträchtigung überlegen sie sich individuelle Lösungen. Für Rollstühle gibt es Rampen und Sicherungsanlagen. Für Menschen, die den Aufstieg nicht aus eigener Kraft schaffen, hat der Hochseilgarten Gewichtsreduktionsanlagen. Lars Kietz, pädagogische Leitung Freizeitgelände Stadtwald Marburg „Wir wollen vielen Menschen eben in außeralltäglichen Erfahrungssituation neue Erfahrungen ermöglichen. Fußgänger, vermeintlich gesunde Menschen als auch Menschen irgendwie, die als beeinträchtigt gelten können gemeinsam neue Erfahrungen sammeln, weil es eben im Alltag ja nicht ne übliche Fortbewegungsform ist.“ Und wenn mal was nicht klappt, sollen die Kinder an den Situationen wachsen. […]

  • Sieben Jahre nach Ekelwurst-Sandal: Ehemalige Wilke-Chefs in Kassel vor Gericht

    Sieben Jahre nach Ekelwurst-Sandal: Ehemalige Wilke-Chefs in Kassel vor Gericht

    Es ist einer der schwersten Lebensmittelskandale Deutschlands, der vor knapp sieben Jahren ans Licht kommt. Verunreinigte und vergammelte Fleischwaren der Firma Wilke-Wurst aus dem nordhessischen Twistetal soll elf Menschen das Leben gekostet haben. Seit heute stehen nach langer und komplizierter Beweisführung nun mit den Wilke-Chefs drei mutmaßlich Verantwortliche in Kassel vor Gericht. Ihnen wird unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen. Verschimmelte Wurst – ekelerregende Zustände. Diese Bilder haben Mitarbeiter vor der Schließung der Wilke-Wurstfabrik aufgenommen, sie tauchen nach Bekanntwerden des Skandals im Jahr 2019 auf. Elf Menschen sterben, Dutzende erkranken. Ex-Wilke-Mitarbeiterin „Ich habe teilweise in meinen Bereich Missstände gemeldet. Es hat keinen interessiert.“ Andreas Kampmann, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten „Der Geschäftsführer hat den Betrieb geführt mit Schrecken und Angst. Hat die Mitarbeiter unter Druck gesetzt. Diejenigen, die mal was gesagt haben wurden entweder zusammengeschrien oder der Geschäftsführer ist weggelaufen.“ Der Ex-Geschäftsführer, seine Stellvertreterin und der Produktionsleiter sitzen seit heute auf der Anklagebank. Moritz Teschner, Staatsanwaltschaft Kassel „Den Angeklagten wird in mehreren Fällen fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung, die versuchte gefährliche Körperverletzung durch Unterlassen, gewerbsmäßiger Betrug sowie Straftaten gegen das Lebensmittelrecht vorgeworfen.“ Die Wilke-Chefs sollen von der Gesundheitsgefahr ihrer Ware gewusst haben. Sie sollen außerdem bereits verdorbene Wurst mit neuen Ablaufdaten etikettiert haben. Die Staatsanwaltschaft nennt wirtschaftliche Interessen als Motiv. Moritz Teschner, Staatsanwaltschaft Kassel „Die Angeklagten sollen verantwortlich dafür gewesen sein, dass im Betrieb schlechte hygienische Zustände geherrscht haben sollen, die die Vermehrung und Verbreitung von Listerien begünstigt haben sollen. Mit der weiteren Konsequenz, dass diese Listerien auch auf die Fleisch- und Wurstwaren übergegangen sein sollen.“ Selbst der Umstand, dass bei internen  Kontrollen  Salmonellen und Listerien  festgestellt wurden, hätte  die Angeklagten nicht gestoppt. Listerien sind Bakterien, die für ältere und geschwächte Menschen lebensgefährlich sein können. Viele der Betroffenen waren Patienten in Krankenhäusern oder Bewohner von Pflegeheimen, die von Wilke beliefert wurden. Der gewaltige Umfang des […]

  • Hessens Infrastruktur: Bei diesen Projekten drückt der Verkehrsminister aufs Gas

    Hessens Infrastruktur: Bei diesen Projekten drückt der Verkehrsminister aufs Gas

    Hessens Straßen sind marode und in die Jahre gekommen. Das das soll sich nun langfristig ändern. Der hessische Verkehrsminister Kaweh Mansoori hat heute in Wiesbaden das Sanierungsprogramm für die kommenden vier Jahre vorgestellt. Insgesamt 850 Millionen Euro sollen vor allem in Landesstraßen fließen, 140 Millionen kommen aus dem schulden-finanzierten Sondervermögen des Bundes. Rund 450 Kilometer Strecke sollen saniert werden, zahlreiche Brücken instand gesetzt und Orts-Durchfahrten gemeinsam mit den Kommunen sicherer gemacht werden. Kaweeh Mansoori (SPD), Verkehrsminister Hessen „Dass investrert werden muss, davon können sich ja viele im Land ein eigenes Bild machen. Das Landesstraßenbild ist tatsächlich besser geworden in den letzten Jahren. Trotzdem haben wir einen großen Sanierungsstau, den wollen wir jetzt  angehen mit diesem Programm, in das 850 Millionen Landesmittel fließen.“

  • Nachrichten vom 06.07.2026

    Nachrichten vom 06.07.2026

    Frankfurt: Lebenslange Haft wegen Mordes an früherer Ehefrau — Neue Regeln für Handys an Schulen in Rheinland-Pfalz — Verfrühte Getreideernte in der Pfalz Anmoderation: Zwei Haftbefehle, viele Anzeigen und sichergestellte Vermögenswerte von insgesamt rund 95.000 Euro – das ist die Bilanz der hessischen Aktionswoche gegen den Missbrauch staatlicher Leistungen. Insgesamt waren etwa 300 Mitarbeiter von Strafverfolgungs-Behörden, Gewerbe- und Ordnungsämtern, Steuerfahndung und Jobcentern landesweit zu Kontrollen ausgeschwärmt. Innenminister Roman Poseck mahnte: Wer sich Sozialleistungen erschleiche, der betrügt uns alle. Sozialkriminalität sei kein Kavaliersdelikt! Und jetzt schauen wir auf weitere Meldungen von heute. Lebenslange Haft wegen Mordes Das Landgericht Darmstadt hat heute einen 57jährigen Mann wegen Mordes an seiner früheren Ehefrau zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Laut Gericht hatte der Mann Ende August vergangenen Jahres die 34jährige Frau in Heppenheim mit 12 Messerstichen tödlich verletzt.  Er wohnte noch mit ihr und den gemeinsamen Kindern zusammen, die Tat ereignete sich im Treppenhaus.  Zuvor hatte der 57jährige erfahren, dass die Frau einen anderen Mann kennengelernt hatte und sich um einen Platz in einem Frauenhaus bemühte. Neue Regeln für Handys an Schulen Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig plant, die private Nutzung von Handys während der Schulzeit mindestens bis zum Ende der 10. Klasse zu verbieten. Das schließe auch die Pausen und Wege auf dem Schulgelände ein. Ein allgemeines Handyverbot lehne sie ab. Mobiltelefone könnten aus Sicherheitsgründen für die Erreichbarkeit auf dem Schulweg und für die Nutzung des ÖPNV bei Verspätungen wichtig sein. Eiling-Hütig will die neuen Regelungen bis zum nächsten Schulhalbjahr vorlegen. Verfrühte Getreideernte In der Pfalz hat die Weizenernte zehn Tage früher als üblich begonnen. Wegen der extremen Hitze der vergangenen Wochen ist das Korn vorzeitig reif geworden. Die frühe Ernte soll den Schaden durch die sogenannte Notreife verringern. Sie kann die Qualität und die Erntemenge des Getreides stark beeinträchtigen. Die Pflanzen stellen ihr […]

  • DFB: Nagelsmann zurückgetreten - kommt Klopp?

    DFB: Nagelsmann zurückgetreten – kommt Klopp?

    Die Meldung des Tages erreicht uns heute direkt aus der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt: Julian Nagelsmann ist nicht länger Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft! Nachdem ihm gestern die DFB-Spitze nach einer langen Sitzung den Rücktritt nahegelegt hatte, war es dann heute soweit. Um den Posten des Bundestrainers neu zu besetzen, will der DFB nun mit Jürgen Klopp Gespräche führen und ihn aus seinem laufenden Vertrag als weltweiter Fußball-Chef von Red Bull herauskaufen. Jener Jürgen Klopp also, der hier in Mainz erst als Spieler von Mainz 05 die Knochen hinhielt und dann als Trainer Weltkarriere machte. Und – der hier bei uns in der Sportredaktion von 17:30 SAT.1 LIVE tatsächlich als Praktikant seine ersten Gehversuche im Fernsehen startete. Er und wir erinnern uns noch gerne. Unser Kloppo –  möglicher Bundestrainer. Wir haben heute die Mainzer gefragt, wie sich das für ihre Ohren anhört. Max Truppe: „Ja, es ist auf jeden Fall Bombe. So als Mainzer, gutes Gefühl.“ Iga Rakowski: „Vor allem bringt er glaube ich auch sehr viel Erfahrung mit sich. Und dann ist ist auf jeden Fall ein guter Kandidat dafür. Und als Mainzer ist es natürlich schon echt cool.“ Jürgen Wehming: „Es ist eine Bürde. Und Zutrauen? Ja, klar, trau ichs ihm zu.“ Mustafa Lala: „Er kennt ja einige dieser Spieler. Er hat sie ja auch sehr persönlich trainiert. Jürgen Klopp das ist der beste Trainer eigentlich für mich und kann die deutsche Nationalmannschaft nur nach vorne bringen.“ Johanna Mattu: „Also ich hab wirklich keine Ahnung. Aber das, was ich hab, finde ich, ist es doch egal, ob es ein Nagelsmann oder Klopp ist. Warum ist der jetzt wieder der Beste auf einmal? Der kann sowieso nichts mehr retten. Was will der retten? Das ist vorbei. Fertig! Müssen wir uns mit abfinden!“ Anna Weyer: „Mainz kennt er, Mainz liebt er. Mainz hat er gut vorangebracht.“ – „Und meinen Sie, dann gibt […]

  • Kelkheimer Flag-Footballer sorgen für Furore

    Kelkheimer Flag-Footballer sorgen für Furore

    Von der Weltmeisterschaft jetzt zu Olympia – Flag Football steht vor dem größten Schritt seiner Geschichte. 2028 wird die Sportart in Los Angeles ihr olympisches Debüt feiern. Die Kelkheim Lizzards gehören dabei zu den erfolgreichsten Teams Deutschlands – und stellen gleich mehrere Nationalspieler. Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit und Explosivität – genau das braucht es beim Flag Football. Die kontaktlose Variante des American Football setzt auf Tempo statt harte Tackles. Philip Klein ist Quarterback und Teil der deutschen Nationalmannschaft. Philip Klein, Nationalspieler Flag Football „Faszinierend finde ich diese Kombination aus Athletik, man bewegt sich und dem Denksport auch so ein bisschen. Gerade für mich als Quarterback ist der Faktor Köpfchen doch auch sehr relevant.“ Gespielt wird beim Flag Football fünf gegen fünf, körperliche Kontakte sind tabu – wer den Ballträger stoppen will, muss ihm stattdessen eine der beiden Flaggen vom Gürtel ziehen. Trainiert wird gemeinsam, im Wettkampf spielen Frauen und Männer aber getrennt. Neun Spielerinnen und Spieler der Kelkheim Lizzards stehen im Kader der Nationalmannschaften. Eine von ihnen ist Hannah Bahn. Die kommende Heim-Weltmeisterschaft in Düsseldorf ist für sie etwas ganz Besonderes: Hannah Bahn, Nationalspielerin Flag Football „Dann eben diesen Adler auf der Brust zu tragen und zu sagen ich spiele für mein Land, ich dar mein Land jetzt hier vertreten, das ist für mich was ganz Besonderes. Und natürlich jetzt mit dem Augenmerk auf Olympia 2028, wir können uns jetzt bei der WM das erste Mal für Olympia qualifizieren, das ist dann natürlich nochmal eine andere Motivation.“ Im August findet die WM statt. Die beiden besten Teams lösen dort direkt das Ticket für die Olympischen Spiele 2028. Der Weg dahin war lang: Denn lange galt Flag Football als reine Amateursportart, inzwischen entwickelt sich der Sport jedoch rasant und wird zunehmend professioneller. Hannah Bahn, Nationalspielerin Flag Football „Wir haben vor paar Jahren mit […]

  • Reaktionen auf das Reformpaket der Bundesregierung

    Reaktionen auf das Reformpaket der Bundesregierung

    Endlich tut sich mal was – sagen die einen, von einer politischen Mogelpackung sprechen die anderen. Die Bundesregierung hat heute – nach monatelangem Stillstand – ein Reformpaket mit über 30 Maßnahmen auf den Tisch gelegt. Ob das nun der große Wurf ist? Wir schauen auf die wichtigsten Punkte, um die es geht. „Wir wollen Deutschland wieder flott kriegen. Jetzt ist klar, dass das möglich ist“, so sagt es Bundeskanzler Friedrich Merz heute in Berlin: Doch wie soll das gelingen? Die drei wichtigsten Punkte sind: Entlastung der Wirtschaft Verhinderung von Sozialleistungsmissbrauch Einkommenssteuerreform 1 Entlastung der Wirtschaft Unternehmen sollen durch die Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten entlastet werden. Der Datenschutz auf ein Mindestmaß gestutzt. Das kommt bei den Unternehmen in Rheinland-Pfalz gut an. Karsten Tacke, Hauptgeschaftsführer LVU Rheinland-Pfalz: „Also Bürokratie ist ein wesentlicher Belastungsfaktor, der uns auch bei der Wettbewerbsfähigkeit weit nach hinten wirft.     Wichtig ist erstmal, dass die Bundesregierung das erkannt hat. Natürlich sind die konkreten Umsetzungsmaßnahmen noch vage aber die Absichtserklärungen sind auf jeden Fall schon     sehr gehaltvoll. Ganz wichtig ist hier auch der Rückbau der Lieferkettenregulierung auf das europäische Maß. Das ist schon ein sehr deutlicher Schritt in die richtige Richtung.“ Zudem sollen Arbeitsverträge künftig doppelt so lange befristet werden dürfen. Vier statt bislang zwei Jahre. Reformen, die bei der rheinland-pfälzischen Arbeitnehmervertretung auf wenig Gegenliebe stoßen. Susanne Wingertszahn, Vorsitzende DGB Rheinland-Pfalz: „Ja, an der Stelle ist man falsch abgebogen, weil eine Verdopplung der Befristung bedeutet vier Jahre Unsicherheit vor allem     für junge Menschen. Und das bedeutet vier Jahre Unsicherheit bei der Lebensplanung. Vor allem aber noch mehr Schwierigkeiten auf dem Wohnungsmarkt, weil es mit einem     befristeten Vertrag noch noch viel schwieriger ist, eine Wohnung zu finden.“ 2 Verhinderung von Sozialleistungsmissbrauch Dazu zählt, dass es keine Sozialleistungen bei unrechtmäßigem Aufenthalt geben soll. Außerdem wird die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abgeschafft. […]

  • Im Studio: 17:30 SAT.1 LIVE-Chefredakteur Philipp Stelzner

    Im Studio: 17:30 SAT.1 LIVE-Chefredakteur Philipp Stelzner

    Eingeordnet wird das Reformpaket der Bundesregierung von 17:30 SAT.1 LIVE-Chefredakteur Philipp Stelzner.

  • Neue Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit

    Neue Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit

    An heißen Tagen wird ein Tipp besonders großgeschrieben: Zuhause bleiben. Äußerst problematisch wird es aber dann, wenn es gar kein Zuhause gibt. Über 1.700 Menschen leben in Hessen auf der Straße, sind obdachlos. Zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit stellt das hessische Sozialministerium heute ein Maßnahmenpaket vor: Es sollen Millionen fließen. Frankfurt Anfang der Woche: Mit sofortiger Wirkung wird plötzlich die Schlafstelle für Obdachlose in der U-Bahn Station Eschenheimer Tor dicht gemacht. Der plötzliche Grund: Eine Neubewertung des Brandschutzes. Provisorische Zelte sollen jetzt aushelfen. Mindestens 34.000 Menschen sind in Hessen von Wohnungslosigkeit betroffen. Die meisten sind in Wohnunterkünften wie diesen untergebracht. Mindestens 1.700 leben jedoch auf der Straße. Für den Vorsitzenden der Hessen Caritas fehlt diesen Menschen ein grundlegender Baustein für ihr Leben. Jörg Klärner, Vorsitzender Hessen Caritas „Ich glaube es hat was mit Selbstwertgefühl zu tun, mit Sicherheit, mit Würde, mit Freunden, Begegnungen, Familien. Also all das wie gesagt ich glaube jeder Mensch braucht ein Zuhause und das ist glaube ich ein Dach über dem Kopf.“ Zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit stellt das hessische Sozialministerium heute 15 Modellprojekte vor. Darunter sechs zur Wohnraumsicherung, bei denen Menschen beraten werden, deren Mietverhältnis durch Kündigungen oder Streit mit dem Vermieter gefährdet ist. Nicht präventiv, sondern direkt sollen sechs weitere Projekte helfen: Nach dem „Housing-First-Ansatz“ Heike Hofmann (SPD), Sozialministerin Hessen „Housing-First sagt, erstmal bekommst du eine Wohnung und dann bist du geschützt. Du hast ein Dach über dem Kopf und wir begleiten dich und unterstützen dich darin, dass du diese Wohnung auch behalten kannst. Zum Beispiel durch Sozialarbeiter, durch Sozialpädagogen, durch Schuldnerberatung. Erstmal ein Dach über dem Kopf, dann sind wir an deiner Seite, damit du deine Wohnung auch behalten kannst.“ Zusätzlich fördert das Land Hessen einen geschützten Tagesaufenthalt für wohnungslose Frauen. Insgesamt investiert das Land jetzt über sechs Millionen Euro bis 2028. Die 15 Modellprojekte […]

  • Frankfurter Forscher entdecken neuartige Krebs-Therapie

    Frankfurter Forscher entdecken neuartige Krebs-Therapie

    Weltweit erhalten jedes Jahr etwa 20 Millionen Menschen die Diagnose Krebs. Eine sehr komplexe Krankheit, in der viele Faktoren und Körperfunktionen eine Rolle spielen. Deshalb ist es bislang auch nicht möglich, das eine Heilmittel zu finden. Besonders Immuntherapien müssen sehr individuell auf die Krebsart und den Patienten abgestimmt sein. Forscher der Goethe-Universität Frankfurt haben nun einen Therapieansatz entwickelt, der gleich mehreren Millionen Patienten auf einmal helfen könnte. Es soll der Schlüssel sein. P53, ein Protein in unseren Zellen, das uns vor Krebs schützt. Hier als Kristall gezüchtet, um es besser untersuchen zu können. Krebsforscher haben schon lange ein Auge auf diesen sogenannten Wächter des Genoms geworfen. Denn er spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Krebs – nämlich dann, wenn er seine Funktion nicht erfüllt. Rund die Hälfte aller Krebsfälle ist auf ein defektes p53 zurückzuführen. Andreas Joerger und Volker Dötsch von der Goethe Universität Frankfurt haben nun einen Weg gefunden, mutierte Genom-Wächter in Laborversuchen wieder zum Laufen zu bringen. Volker Dötsch, Krebsforscher Uni Frankfurt: „Es ist natürlich begeisternd, wenn man so etwas findet, weil man weiß, dass man damit wirklich Einfluss haben kann, dass man damit wirklich nicht nur die Neugier eines Wissenschaftlers befriedigen kann, sondern wirklich was für die Gesellschaft machen kann.“ Um zu verstehen, wie der neue Therapieansatz wirkt, müssen wir uns anschauen, wie Krebs entsteht. [Grafik:] Die Zellen in unserem Körper teilen sich kontinuierlich. Manchmal entstehen dabei Kopierfehler im Genom, also unserem Erbgut. Hier kommt p53 zum Einsatz: Das Protein erkennt, dass etwas nicht stimmt und versucht entweder den Schaden zu beheben oder meldet dem Immunsystem, dass es die kaputte Zelle töten soll. Ist p53 jedoch mutiert, kann es diese Aufgabe nicht mehr erfüllen. Die Zelle mit dem kaputten Erbgut kann sich also ungestört weiter teilen und den Schaden weitergeben. Es entsteht Krebs. Die Wurzel […]

  • Täglich in ihrem Element - Extremschwimmerin Kerstin Kuntze

    Täglich in ihrem Element – Extremschwimmerin Kerstin Kuntze

    Kerstin Kuntze aus Karben im Wetteraukreis betreibt den Extremsport Eissschwimmen. Und stürzt sich dafür in Gewässer mit Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt. Vor kurzem hat sie die in ihrer Sportart berüchtigte „Eismeile“ gemeistert. Und das als erste Hessin überhaupt. Kerstin Kuntze: „Diese quasi drei Grad, die sind…das kann man sich nicht vorstellen. Das ist einfach unfassbar kalt. (…) Das ist einfach komplett überwältigend. Und schaffen kann man das halt nur, wenn man ordentlich trainiert hat und wenn man Vertrauen in seinen eigenen Körper hat.“  Zug um Zug im freien Gewässer. Bei ein Wassertemperatur von gerade mal 3,6 Grad. Extreme Kälte, die den menschlichen Körper an seine Grenzen bringt. Das Bewältigen der „Eismeile“ Mitte März im Achensee in Österreich – eine Ausnahmeleistung, für die die gebürtige Kölnerin fünf Jahre lang täglich trainiert. An fünf von sieben Tagen hier, im Trais-Horloffer See im Landkreis Gießen. Kerstin Kuntze, Extremschwimmerin „Fünf mal die Woche war ich im See. Und zwar zu jeder Jahreszeit. Und im See ging es natürlich vor allem darum, weil da muss man ganz ehrlich sagen, da kann man kein Tempotraining machen. Bei unter fünf Grad ist das obsolet. Da ging es mir vor allem entspannt, mit guten Gedanken im Kopf, weil der Kopf trägt einen durch das Wasser, dass das funktioniert. Und das funktioniert durch Wiederholung.“  In 49 Minuten meistert Kuntze 1710 Meter in eiskaltem Wasser. Und ist damit eine von nur 685 Menschen weltweit, die die Eismeile geschafft haben. Den Zeitpunkt für diese extreme Herausforderung – und zwar im Alter von 60 Jahren – wählt Kerstin Kuntze bewusst aus. Kerstin Kuntze, Extremschwimmerin „60 ist halt so ein Alter, wo man sagt: Naja, nun ist das Mütterchen schon ein bisschen älter. Mal sehen ob sie überhaupt noch was kann. (…) Das ist genau das, was ich eben nicht will. Ich finde […]

  • Ende des Tankrabatts - Sprit wieder deutlich teurer

    Ende des Tankrabatts – Sprit wieder deutlich teurer

    Zwei Monate lang galt ein Tankrabatt in Deutschland, mit dem die Bundesregierung die Autofahrer bei den explodierenden Spritpreisen entlasten wollte. Doch der ist heute ausgelaufen und viele befürchten Preise wie im April, als ein Liter Diesel an der Zapfsäule zeitweise bis zu 2,40 Euro gekostet hatte. Hochbetrieb an dieser Tankstelle im Hessischen Bad Soden. Kurz vor zwölf will hier jeder noch einmal an die Zapfsäule. Und das, obwohl der Preis bereits gestern kräftig auf über zwei Euro den Liter Benzin gestiegen war. Andrea Merz „Es ist zwar schon wieder über zwei Euro, allerdings kann es ja auch wieder auf 2,25, 2,29 steigen. Deswegen dachte ich: okay, zuschlagen!“ Ingrid Marloth „Also ich finde es eigentlich eine Unverschämtheit, weil gestern war der Preis noch bei 1,78. Da hatte ich noch überlegt ob ich tanke, aber da hatte ich dann keine Zeit mehr. Und jetzt sind es heute 20 Cent Unterschied und in den Tanks von den Tankstellen ist noch das gleiche Benzin drin.“ Pünktlich um zwölf Uhr dann auch der erwartete Preisschock: 16 Cent mehr kostet der Liter Benzin und auch der Diesel knackt die Zwei-Euro-Marke. Für Tankstellenexperten Herbert Rabl ist das ein Skandal, schließlich fällt die Steuererleichterung für die Ölkonzerne erst dann weg, wenn ihre Spritreserven aufgebraucht sind. Herbert Rabl, Tankstellen-Interessenverband e.V. „Das Fazit der letzten drei Tage ist: Aufregung, Ärger und ich könnte kotzen, weil die Mineralölkonzerne bereichern sich in den letzten drei Tagen in einer Art und Weise, dass es zum Himmel schreit und eine Unverschämtheit ist. Weil der Sprit, der noch unter den Tankstellen liegt, ist noch mit 17 Cent Steuerrabatt belegt und wird momentan verkauft für deutlich über zwei Euro.“ Armand Zorn sitzt für die SPD im Bundestag und hat den Tankrabatt mit verhandelt. Rückblickend zieht er kein positives Fazit für die Entlastungsmaßnahme. Armand Zorn (SPD), Bundestagsabgeordneter aus Frankfurt […]

  • Halbzeitbilanz der hessischen Landesregierung

    Halbzeitbilanz der hessischen Landesregierung

    Nach einem Jahrzehnt schwarz-grüner Regierung ist die SPD in Hessen in die Regierungsverantwortung zurückgekehrt. Seit zweieinhalb Jahren regieren CDU und SPD gemeinsam. Ihre Ziele: die Digitalisierung vorantreiben, Gesetze modernisieren und den Staat bürgernäher, schneller und effizienter gestalten. Heute haben die Vorsitzenden der beiden Landtagsfraktionen in Mainz-Kastel Bilanz gezogen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft hat in diesen heißen Tagen viel zu tun. Die Wasserrettung in Hessen lebt dabei vor allem vom Ehrenamt – ein Engagement, auf das das Land Hessen stolz ist. Auch bei anderen Themen nutzen die Fraktionschefs von CDU und SPD die Halbzeitbilanz, um ihre gemeinsame Arbeit hervorzuheben. Tobias Eckert (SPD), Fraktionsvorsitzender Landtag Hessen „Wir haben in den letzten zwei Jahren in den Bereichen, wie werden wir schneller, im Bereich Bauen und Verkehr in den Mittelpunkt gerückt. Wir haben den sozialen Zusammenhalt gestärkt in schwierigen Zeiten. Die Herausforderung weltweit nehmen zu und wir sorgen für eine gute Zukunft gemeinsam und geben die Antworten, die notwendig sind auch über den Koalitionsvertrag hinaus.“ Eine positive Bilanz der gemeinsamen Arbeit, die das Leben der Menschen in Hessen einfacher machen soll. Maßgeblich verantwortlich seien dafür konsequente Reformen, wie das Frauensicherheitspaket. Ein Teil davon: die Fußfessel bei Tätern, die Frauen vor Gewalt durch Partner oder Ex-Partner schützen soll. Die Koalitionsfraktionen verweisen auch auf das Hessengeld, das den ersten Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum erleichtern soll. Ines Claus (CDU), Fraktionsvorsitzende Landtag Hessen „Sie kriegen als Erwachsener 10.000 Euro und wenn sie noch Kinder haben 5.000 Euro. Das ist eine konkrete Erleichterung. Da haben wir knapp 18.000 Anträge und somit Haushalte, die neu in Hessen entstanden sind. Das ist die Größe ungefähr von der Stadt Wetzlar. Das ist ein konkreter Erfolg. Oder wenn sie dann bauen wollen, dann sagen wir wenn die Baubehörde sagt der Antrag ist noch nicht vollständig und das dauert zu lange, dann gilt der einfach als […]

  • Neue Jungfalken an der Greifenwarte Edersee

    Neue Jungfalken an der Greifenwarte Edersee

    Im Wildpark am Edersee wird Freiflug und Beutefang geübt. Denn die Greifenwarte hat Nachwuchs: Zwei junge Luggerfalken sind hier frisch angekommen. Shadow und Light – sie sind die neuen Stars der Greifvogelstation am Edersee. Oder sollen es zumindest noch werden. Gerade einmal 14 Wochen sind sie alt und schon ausgewachsen. In freier Wildbahn müssten sie längst selbst jagen, hier in der Greifvogelstation ist das anders. Jana Zulauf – Falknerin „Wir ziehen die per Hand groß. Das bedeutet die kriegen das Futter über die Pinzette jedes Mal in direktem Kontakt von uns Falknern.“ Und dieser direkte Kontakt ist wichtig: So bauen die Wildvögel Vertrauen auf, denn für sie ist das Falkner Ehepaar Jana und André Elternersatz. Und wie es sich für Kleinkinder gehört, machen Shadow und Light ordentlich Lärm. Jana Zulauf – Falknerin „Das ist der Kontaktlaut. Das kann man übersetzen, wie bei einem Kleinkind, was sagt: Mama, Papa, Mama, Papa. Per Hand großgezogen. Das lässt aber nach, je älter die werden.“ Mama und Papa sind aber nicht nur für die Fütterung zuständig. Sie wollen Shadow und Light auch trainieren, damit die zwei Falken am Flugprogramm des Wildparks teilnehmen können. Doch bevor trainiert wird, muss Jana die Jungfalken wiegen. So kontrolliert sie, ob die Vögel gesund sind. 740 Gramm – das passt. Jetzt dürfen Shadow und Light in den Freiflug starten. Jana Zulauf – Falknerin „Top. Fantastischer Start.“ Dann schnell hinterher: Bis zu 120 km/h schnell können Luggerfalken fliegen. Jana trainiert unterschiedliche Kommandos: Futter im freien Flug fangen, möglichst lange fliegen und landen auf dem Handschuh. Futter dient dabei als Anreiz und Belohnung. Die Falknerin ist zufrieden. Jana Zulauf – Falknerin „Weil die Vögel sich trotz der Wärme sehr viel bewegt haben. Beide, obwohl sie Jungvögel sind, sehr gut in der Luft gefangen haben, das ist ja etwas, was sie noch […]

  • Große Bahn-Streckensanierung in den Startlöchern

    Große Bahn-Streckensanierung in den Startlöchern

    Die vielen Einschränkungen bei der Deutschen Bahn haben nicht nur Negatives. Denn: der Plan steht, die Deutsche Bahn soll zuverlässiger werden. Und deshalb bringt sie deutschlandweit ihr Streckennetz in Schuss. Die Strategie lautet: gebündelte Bauarbeiten statt Dauerbaustellen. Bald startet ein weiteres Projekt in unserer Region. Auf der rechten Rheinseite wird – von Nordrhein-Westfalen kommend – der Abschnitt bis Wiesbaden saniert. Noch rollen die Züge – aber entlang der rechten Rheinstrecke laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Baustellenflächen werden eingerichtet und die Logistik für eines der größten Bahnprojekte in der Region organisiert. Am 10 Juli starten dann die Bauarbeiten zwischen dem nordrhein-westfälischen Troisdorf und Wiesbaden. Frank Schmidt ist Projektleiter für den Abschnitt zwischen Unkel und Wiesbaden. Frank Schmidt, Projektleiter DB InfraGO „Die Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke ist eine Bündelung von Einzelmaßnahmen, die wir in den nächsten fünf Monaten auf dieser Strecke während einer Totalsperrung umsetzen. Dabei werden wir rund 80 Kilometer Gleise erneuern, über 120 Weichen erneuern, alle 36 Verkehrsstationen attraktivieren und auch die Leit- und Sicherungstechnik erneuern.“ Betroffen sind vor allem Güterverkehr und Regionalzüge – Fernverkehrszüge fahren regulär nicht über die rechte Rheinstrecke. Frank Schmidt, Projektleiter DB InfraGO „Die rechte Rheinstrecke ist eine der meistbefahrenen Güterverkehrsstrecken in ganz Europa und damit eben auch ein Nadelöhr auf dieser Tangente zwischen Rotterdam und Genua. Und hat die Besonderheit, dass sie eben in einem Tal liegt und das macht es besonders herausfordernd für uns, für die Baumaßnahme die Logistik hier auch sicherzustellen, weil Flächen links und rechts der Bahn sehr rar gesät sind.“ Insgesamt 320 Baustelleneinrichtungsflächen wie diese in Neuwied, hat die DB InfraGo entlang der rechten Rheinstrecke geschaffen. Hier sollen alte und neue Baumaterialien gelagert werden. Insgesamt investiert die Deutsche Bahn rund 1,4 Milliarden Euro in das Projekt – mit dem Ziel, die Strecke langfristig zuverlässiger und weniger störanfällig zu machen. Für […]