Aprikosenernte in der Südpfalz

Umgehen mit schwierigem Wetter – das ist die Herausforderung für die Bauern dieses Jahr. Ganz besonders für die Landwirte, die etwas anbauen, was eigentlich beständiges Sommerwetter braucht – wie die Aprikose. Nicht viele Obstbauern wagen sich an die Diva unter den Steinfrüchten. Wir haben einen der wenigen Aprikosenbauer in der Südpfalz besucht.

Qualitätstest direkt in der Plantage. Ein Muss für Gerd Pfaffmann. Und eine durchaus angenehme Aufgabe. Der Landwirt liebt Aprikosen.
Gerd Pfaffmann, Obstbauer
„Ist sehr saftig, sehr aromatisch, nicht zu fest, genau richtig.“
Südländisches Flair in Impflingen. Seit Anfang Juli werden hier Aprikosen geerntet. Die orangefarbenen Früchte sind wahre Vitamin-B-Bomben. Sie sind gut für Haare, Nägel und schützen unser Immunsystem. Geschützt werden müssen aber auch die Früchte selbst, alle reifen unter Hagelnetzen.
Gerd Pfaffmann, Obstbauer
„Insgesamt haben wir sieben Sorten. Das sind die Kioto. Kioto ist eine sehr reich tragende Sorte, hat eine wunderschön rote Backe, wenn er reif ist. Sieben Sorten haben wir, weil sie unterschiedliche Reifezeitpunkte haben und dadurch ernten wir acht Wochen insgesamt.“
Impflingen liegt an der südlichen Weinstraße. Hier herrscht normalerweise ein mildes Klima. Gut für Aprikosen. Sie wachsen traditionell im Mittelmeerraum und der Türkei. Die kugelrunden Früchte mögen es heiß und trocken. Gerd Pfaffmann baut Aprikosen auf einer Fläche von sechs Hektar an. Damit ist er der größte Aprikosenbauer in der Pfalz.
Gerd Pfaffmann, Obstbauer
„Aprikosen sind eine der schwersten Früchte im Steinobstanbau. Deswegen wird sie auch als Diva bezeichnet. Sie ist empfindlich gegen zu viel Wasser, sie ist empfindlich gegen zu viel Sonne. Sie ist empfindlich gegen eigentlich alles. Man braucht immer einen guten Mittelweg und sehr viel Erfahrung.“
24 Grad, Sonne mit ein paar Wolken, ein leichter Wind: optimales Aprikosenwetter. Wird es diesen Sommer bestimmt auch noch öfter geben. Bisher sah es allerdings selbst in der sonnenverwöhnten Südpfalz oft eher trüb aus. So viel Regen wie noch nie, bedeutet extreme Ernteeinbußen.
Gerd Pfaffmann, Obstbauer
„Dieses Jahr ernten wir so um die 15 Tonnen. In guten Jahren sind es dann tatsächlich 80 Tonnen. 60 bis 80 Tonnen.“
2024 ist kein gutes Jahr für Obstbauern. Aber die Aprikosen, die dem Wetter trotzen konnten, die sind qualitativ 1A. Deshalb wird es trotz schlechter Ernte auch im kommenden Jahr wieder Aprikosen in der Südpfalz geben.
Gerd Pfaffmann, Obstbauer
„Ich mache es jetzt seit elf Jahren, habe sehr viel gelernt und lerne jedes Jahr noch was Neues dazu. Die Aprikose ist einfach schwierig. Aber dafür ist sie auch die beste Steinfrucht, die es gibt, meiner Meinung nach.“
Wie auch immer der Sommer sich entwickelt – in Impflingen wird die Diva unter den Steinfrüchten bis September geerntet.