Staatstheater Mainz ist „Opernhaus des Jahres“

Gleich zwei Opernhäuser aus Hessen und Rheinland-Pfalz haben Grund zum Feiern: Das Frankfurter Opernorchester ist zum „Orchester des Jahres“ gewählt worden – und die Oper des Staatstheaters Mainz trägt sogar den Titel „Opernhaus des Jahres“. Jedes Jahr stimmen internationale Kritiker über die besten Opernhäuser Europas ab. Für das Mainzer Staatstheater ist diese Auszeichnung ein außergewöhnlicher Erfolg.

Orchesterprobe gestern Abend in Mainz. Richard Wagners „Lohengrin“ steht kurz vor der Premiere. Eine aufwändige, romantische Oper. 4 Stunden lang, mit großem Orchester und Extrachor.
Glauben konnte hier niemand, dass internationale Kritiker dem Mainzer Staatstheater den Titel „Opernhaus des Jahres“ verleihen. Für den Intendanten ist eine gesunde Selbsteinschätzung das Geheimnis des Erfolgs.
Markus Müller, Intendant Staatstheater Mainz
„Ich weiß um meine eigene Beschränktheit und weiß, wie großartig es ist, wunderbare Menschen an meiner Seite zu haben., die wirklich ganz toll in der Lage sind, mit mir gemeinsam so ein Haus zu führen, einen Spielplan zu entwickeln und in einem echten Gemeinschaftsgefühl hohe Qualität entstehen zu lassen.“
Das Magazin „Opernwelt“ hat 40 Kritiker befragt und die loben Mainz zum Beispiel für „Der Chronoplan“ und „Kaiser von Atlantis“ als Werke jüdischer Komponisten, oder „Die tote Stadt“ als Psychothriller. Insgesamt sei der Spielplan der Oper „politisch wach“. Wichtig für die Chefdramaturgin des Staatstheaters ist die richtige Mischung.
Sonja Westerbeck, Chefdramaturgin der Oper
„Inhaltlich: Es sollen packende, schöne Stoffe sein. Wir suchen auch nach Neuem, dass wir auch so ein bisschen ausloten können, wo gehen wir denn mit unserem Publikum auch hin in der Zukunft. Da ist es natürlich schön, wenn man Stoffe findet, die man auf der Kommunikationsebene nach außen gut vermitteln kann.“
Wissen über „Lohengrin“ vermittelt Sonja Westerbeck Abonnenten in einer Einführung. Im vergangenen Jahr ist das Opernhaus Zürich zur Oper des Jahres gewählt worden. Das Budget des Schweizer Musiktheaters ist um ein Vielfaches höher als das des Mainzers.
Gabriel Venzago, Generalmusikdirektor Staatstheater Mainz
„Es ist die höchste Auszeichnung, die man sich vorstellen kann. Das gab es noch nie für die Hausgröße und das macht auf der einen Seite natürlich sehr stolz, aber auf der anderen Seite ist auch ein gewisser Druck dann da, weil das will man ja halten, das Niveau.“
Aber den Titel nimmt den Mainzern niemand mehr weg! Auch in Zukunft soll die Oper vor allem die Zuschauer verzaubern.
Markus Müller, Intendant Staatstheater Mainz
„Wir versuchen ganz gelassen und konzentriert weiter, Musiktheater auf hohem Niveau zu machen, und lassen uns von diesem Ansporn nur beflügeln und nicht unter Druck setzen.“
Die Premiere von „Lohengrin“ findet am Sonntag um 17.00 Uhr im Opernhaus des Jahres 2026 statt.