Pilotprojekt: Informatik in Förderschulen

Künstliche Intelligenz und digitale Welt – ab dem kommenden Schuljahr wird das in Hessen ein Pflichtfach. Rheinland-Pfalz ist ein Schuljahr später dran. Ab 2028 steht „Informatik“ auf dem Stundenplan. Einige Schulen testen das Fach schon jetzt – heute erstmals auch eine Förderschule in der Vulkaneifel.

„Was war nochmal die Null und die Eins? Der Binärcode, genau. Dann komm mal her.“
Informatikunterricht am Hubertus-Rader-Förderzentrum in Gerolstein. Zwei Lehrkräfte bringen den Schülern spielerisch den Binärcode näher. Der Informatikunterricht hier an der Förderschule findet in dieser Form gerade zum ersten Mal statt:
Tim Kellmann, Lehrer Hubertus-Rader-Förderzentrum
„Die Schülerinnen und Schüler lernen hier das grundsätzliche Verständnis von Informatik. Wie sind Computer aufgebaut, wie sind Handys aufgebaut. Also so Sachen, die sie im Alltag eigentlich ständig brauchen.“
Der Informatikunterricht hier: Noch ein Pilotprojekt. In zwei Jahren wird dieser Unterricht aber für alle weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz zur Pflicht: Vier Stunden verteilt auf die Klassenstufen sieben bis zehn. Das Ziel: Digitale Teilhabe.
Ute Eiling-Hütig (CDU), Bildungsministerin RLP
„Digitale Teilhabe ist, dass wir das System verstehen, was Digitalisierung eigentlich ausmacht. (…) Warum funktioniert das? Warum erscheint am Bildschirm ein G, wenn ich auf die Tastatur drücke. Und das sind alles so Voraussetzungen, die hier beigebracht werden und wenn ich das binäre System verstanden habe und was man damit eigentlich alles machen kann, hat man wirklich grundlegende Dinge verstanden.“
Sanierte Klassenräume, digitale Tafeln: So modern wie hier sieht es nicht in allen Schulen in Rheinland-Pfalz aus. Im Koalitionsvertrag haben sich CDU und SPD für eine 1:1 Ausstattung geeinigt. Jeder Schüler soll mit einem Laptop oder Tablet ausgestattet werden.
Ute Eiling-Hütig (CDU), Bildungsministerin RLP
„Das jetzt noch nicht in der Vollständigkeit ausgebaut, das ist vollkommen klar, aber wenn ich mich gerade noch zurückversetze in den Schulraum, wir haben die entsprechenden Boards. Das ist in vielen Schulen schon alles ausgestattet, viele sagen auch wir fahren noch zweigleisig, wir haben dahinter auch noch die grüne Tafel, dass man da auch noch ein bisschen mit der Kreide rumkratzen kann.“
Und wie finden die Schüler ihren ersten Informatikunterricht?
Mia
„Also ich fand das sehr cool, weil das auch mal Abwechslung gibt, nicht nur immer Mathe und Deutsch.“
Kamber
„Mir hat Informatik super Spaß gemacht.“
Nele
„Ich finde es interessant, dass wir halt nicht immer Schreiben müssen, sondern auch ausprobieren dürfen. (…) Weil man später wahrscheinlich immer mehr mit Computer und Technik machen muss und dann wird’s immer wichtiger.“
Die sechste Klasse des Hubertus-Rader-Förderzentrums in Gerolstein. Vielleicht sitzen hier schon die Informatiker von Morgen.