Hessens Wälder sollen widerstandsfähiger werden

Fast die Hälfte von Rheinland-Pfalz und Hessen ist Wald. Er liefert Holz, bietet Erholung – und steht massiv unter Druck. Hitze, Dürre und Schädlinge verändern die Wälder zunehmend. HessenForst reagiert darauf nun und will den Wald fit machen – für längere Hitzeperioden

Hitze, Dürre und Schädlinge haben Hessens Wäldern stark zugesetzt. Um gegenzusteuern, setzt HessenForst auf ein großes Umbaukonzept – so wie hier im Forstamt Rüdesheim. Nach den schweren Schäden stehen vor allem Wiederbewaldung und Pflege im Mittelpunkt, allen voran der gezielte Umbau der Baumarten. Für Forstminister Ingmar Jung ein zwingend notwendiger Schritt.
Ingmar Jung (CDU), Forstminister Hessen
„Wenn wir dem Wald sich selbst überlassen, würde er nicht mit dem Klimawandel zurechtkommen, deshalb müssen wir ihn klimaresilient aufbauen. Wir brauchen Mischwälder, wir brauchen eine Risikoverteilung über verschiedene Baumarten, damit wir eben auch in Jahrzehnten den Wald noch so vorfinden mit all seinen Funktionen, wie wir ihn heute kennen.“
Vor allem die Buche leidet unter der Hitze, weil sie viel und regelmäßiges Wasser braucht – das in den letzten Jahren ausgeblieben ist. Die Lösung: Weg vom reinen Bestand, hin zum Mischwald. Geschädigte Buchen werden entnommen und durch die Eiche ersetzt. Sie wurzelt tief im Erdreich, greift nach dem Grundwasser und hält Trockenperioden deutlich besser stand. Ein zweiter, entscheidender Hebel beim Umbau: Wasser im Wald halten wie beispielsweise durch solche Versickerungsmulden.
Dr. Bernhard von Finckenstein, Direktor des Landesbetriebs HessenForst
„Das Thema Wasser im Wald spielt eine sehr große Rolle: einmal, um Wasser für die Bäume und Pflanzen verfügbar zu haben, aber auch ein feuchter Wald ist natürlich ein Wald, der sehr viel weniger anfällig ist, zum Beispiel für Waldbrand. Deshalb bemühen wir uns, Wasser im Wald zu halten, wo immer es geht.“
Der Umbau von Monokulturen hin zu stabilen Mischwäldern ist eine generationenübergreifende Aufgabe. Bis Hessens Wälder komplett klimaresistent sind, wird es noch viele Jahre dauern.