Neuer Tankrabatt gilt ab heute

Der Staat dreht an der Zapfsäule den Preis runter – zumindest auf dem Papier. Seit heute Nacht gilt der Tankrabatt. Autofahrer sollen deutlich weniger zahlen. Doch die entscheidende Frage ist: Kommt die Entlastung wirklich bei ihnen an – oder bleibt ein Teil bei den Ölkonzernen hängen? Milliarden kostet die Maßnahme. Aber wer am Ende tatsächlich profitiert, ist längst nicht ausgemacht. Wie der erste Tag heute gestartet ist, haben wir uns in Mainz angeschaut.

Lange Schlangen heute Morgen an dieser Tankstelle in Mainz-Laubenheim. Alle wollen sich die günstigen Preise sichern. Der Liter Super E10 kostet hier seit Mitternacht unter zwei Euro. Diesel liegt bei 2,15 Euro. Dementsprechend gut gelaunt greifen viele Autofahrer zum Zapfhahn.
Gerd Müller
„Ja, auf das Gefühl habe ich lange genug gewartet heute Morgen. Das heißt auf die Preisreduzierung. Und so bin ich jetzt hier und freue mich, dass es ja fast 0,20 € billiger geworden ist.“
Andreas Gehrmann
„Da ich mit dem Zug zur Arbeit fahre und das Auto eigentlich nur privat nutze, so in meiner Freizeit, macht es bei mir tatsächlich nicht so viel aus.“
Anja Jacobi
„Es ist gut, es ist eine kleine Unterstützung und besser als wenn man halt 2,30 € oder 2,35 zahlen muss.“
Karlheinz Bahr
„Jetzt heute unter 2. 1,97. Muss man mitnehmen.“
Erika Reitz
„Nee, wir tanken nicht viel, muss ich sagen. Und weil’s jetzt günstig ist, mach ich ihn grad voll. Also mir isses eigentlich egal.“
Bei manch einem Unternehmen bringt der Tankrabatt dagegen einiges an Entlastung. Und so kommen heute sogar Landwirte an die Tankstelle, um ihre großen Maschinen zu füllen. Schornsteinbauerin Nicola Grimm ist an diesem Morgen bereits zum dritten Mal da.
Nicola Grimm, Dackdeckermeisterei & Schornsteinsanierung Mainz
„Das ist für unsere Baustellenfahrzeuge halt auch. Da brauchen wir halt immer mal Kanister auch. Und ja, wenn dann jetzt schon mal leer ist, dann gleich ausnutzen. Also wir haben eine große Firmenflotte, von daher, da geht’s schon um viel Geld.“
Allerdings – es gibt auch kritische Stimmen unter den Autofahrern.
Herr Ratgeber
„Ich bin so oder so gegen diesen Tankrabatt. Es wird zu viel Steuergeld dafür benutzt.“
Werner Singer
„Ich find’s blöd, weil der Porschefahrer hat viel mehr davon.“
Einige halten den Tankrabatt für ungerecht, andere befürchten, dass er nicht vollständig an die Kunden weitergegeben wird. Insgesamt 2,5 Milliarden Euro lässt sich der Bund den Tankrabatt kosten.
Tankstellenpächter Jens Emmermann ist froh, dass jetzt vermutlich wieder mehr Kunden kommen. Am Sprit verdient er zwar nicht viel mit, aber:
Jens Emmermann, Pächter der Tankstelle in Mainz:
„Wenn der Spritpreis hoch ist, überlegen sich die Leute halt im Shop weniger zu kaufen. Damit verdienen wir eigentlich unser Geld. Und dann ist da der Rückgang halt spürbar. Weil wenn die Leute so hoch getankt haben, dann holen sie sich kein Eis mehr, kein Getränk mehr, so Sachen. Das merkt man halt dann.“
Der Tankrabatt gilt nun bis Ende des Jahres. Jens Emmermann wäre es allerdings lieber, wenn sich die Lage grundsätzlich wieder entspannen würde. Denn auch die 12-Uhr-Regelung macht ihm als Pächter zu schaffen.
Jens Emmermann, Pächter der Tankstelle in Mainz
„Jeder versucht noch schnell zu tanken, bevor er 12:00 Uhr kommt. Und wenn dann einer zwischen rein schießt, ja dann ging es heute schon laut draußen her. Es konzentriert sich halt jetzt alles auf vor zwölf. Da ist der Anfang sehr hoch und nach zwölf ist dann erst mal tote Hose.“
So auch heute. Die Situation kurz vor 12 Uhr – und kurz nach 12 Uhr. Da steigen die Preise pro Liter um rund 30 Cent. Für die meisten Autofahrer heißt es jetzt also wieder warten. Auf Tag 2 des Tankrabatts.