Immer mehr Angriffe auf Klinikpersonal und Sanitäter
Sie helfen, retten, schützen – und werden dabei immer öfter selbst angegriffen. Gewalt gegen Rettungskräfte und Polizei gehört für viele inzwischen zum Einsatzalltag. Wie können Betroffene besser geschützt und nach solchen Erfahrungen gestärkt werden? Darum geht es heute bei einer Fachtagung in Mainz.
„Brutale Angriffe auf Pflegepersonal in der Notaufnahme der Mainzer Unimedizin“
„Rettungssanitäter bei Einsatz angegriffen und verletzt“
„Tödlicher Angriff auf Polizisten“
Alles längst keine Einzelfälle mehr, sondern ein alarmierender Trend. Die Gewalt gegen diejenigen, die anderen helfen, nimmt zu. Auch Philipp Köhler beobachtet diese Entwicklung. Er ist Rettungssanitäter im Kreis Rheinhessen-Nahe und schildert seine Erfahrungen auf der Fachtagung in Mainz.
Philipp Köhler, Rettungssanitäter Kreis Rheinhessen-Nahe
„Wir mussten uns in den vergangenen Jahren schon an eine rauere Umgebung gewöhnen, das fängt an von Menschen, die unbedingt ihren Willen durchsetzen wollen, dass wir in ein bestimmtes Krankenhaus fahren, das die Behandlungen in einer bestimmten Art und Weise ablaufen sollen, wo man dann letztendlich verbal angegangen wird. Es kommt auch mal zu Schubsereien. Ich glaube es steigert sich vor allem auf der verbalen Ebene, schwere Gewaltdelitike sind bei und Gott sein Dank wirklich selten.“
Im Polizeialltag sind körperliche Gewalttaten traurige Realität – allein 2025 zählte Rheinland-Pfalz rund 1.658 Delikte gegen Polizeibeamte. Das Problem trifft das gesamte System: Wer Einsatzkräfte attackiert, beschädigt staatliche Institutionen und die Grundlagen unseres Zusammenlebens.
Genau hier setzt die Tagung an: Diskutiert werden konkrete Lösungsansätze – von einer sicheren Ausstattung des Arbeitsumfelds bis hin zu Deeskalationstrainings.
Rückenwind für härteres Durchgreifen kommt dazu heute aus Berlin: Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach Angriffe auf Rettungs- und Pflegekräfte im Strafrecht künftig ähnlich streng geahndet werden sollen wie Attacken auf Polizisten.
Doch Gesetze allein ändern die Haltung auf der Straße nicht, betont das Mainzer Innenministerium.
Dirk Herber (CDU), Staatssekretär Innenministerium RLP
„Ich glaube es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, da müssen alle Bürger hinschauen, es braucht ein Zivilgesellschaftliches Engagement, um dem entgegenzutreten, um sich auch mal vor ne Einsatzkraft oder neben eine Einsatz Kraft zu stellen und zu sagen hört zu nein, derjenige will dir helfen, helfen wir demjenigen auch.“


