Wie mit Drohnen Trauben geerntet werden

Drohnenpiloten werden immer öfter benötigt – werden doch Drohnen zum Beispiel im Katastrophenschutz eingesetzt. Ganz neu sind Drohnen im Weinbau. Wir haben an der Mosel einen Winzer begleitet, der auf einen fliegenden Helfer setzt.

Abflug für den neuen Erntehelfer. Rund 80 Kilo wiegt die Agrardrohne, genauso viel kann sie noch einmal zusätzlich an Last transportieren. In Windeseile geht es für sie steil bergauf. Oben im Weinberg wartet bereits ein Mitarbeiter mit einer Wanne voller Trauben, die zuvor klassisch von Hand gelesen wurden. Und dann geht alles ganz schnell. Die Wanne wird in die Transportbox eingeschoben – und Abflug. Wieder am Boden angelangt, kann sie einfach entnommen und entleert werden. Das Ganze dauert ein bis zwei Minuten. Als einer der ersten Winzer an der Mosel testet Nik Weis gerade die Drohne. Er ist überzeugt: Das ist die Zukunft.
Nik Weis, Winzer aus Leiwen
„Wir suchen natürlich zum einen nach Arbeitserleichterung. Wir versuchen aber auch, die Qualität unserer Arbeit zu verbessern. Das heißt, man kann in einem kleineren Zeitrahmen viel mehr erreichen. Da hilft die Drohne sehr. Und betriebswirtschaftlich hat es auch Vorteile, weil es günstiger ist.“
Die Bewirtschaftung von 50 Hektar Rebflächen, davon ein Drittel Steillage, ist aufwändig, technische Hilfsmittel sind nur begrenzt einsetzbar. So werden die Trauben bei der Lese bislang vor allem zu Fuß transportiert. Bis zu 50 Kilo auf dem Rücken, acht Stunden am Tag – für Erntehelfer Daniel Blendea ein Knochenjob. Der 36-jährige Rumäne freut sich über die Unterstützung aus der Luft.
Daniel Blendea, Erntehelfer
„Es geht sehr schnell mit der Drohne. Das ist besser für uns, weil wir nicht den ganzen Tag hoch- und runterrennen müssen. Es ist eine neue Art der Traubenlese. Eine gute Idee.“
Dass die Drohne ihm den Rang abläuft, davor hat er keine Angst. Auch ohne das Schleppen gebe es für ihn im Weinberg genug zu tun. Und auch das Fliegen der Spezial-Drohne will gelernt sein. Führerschein, Betriebsgenehmigung und eine extra Schulung braucht es – aus gutem Grund.
Jens Weber, Drohnentrainer
„Die Herausforderung ist auf jeden Fall die Kommunikation und auch die Sicht. Ich hab natürlich die Drohne im Blick. Ich hab auch ne Kamera an Bord der Drohne. Aber ich muss mich auf meinen Kollegen verlassen können, der mir hier über Funk dann Bescheid gibt: Jetzt ist die Drohne beladen, jetzt ist sie bereit zum Abflug. Weil er steht oben im Berg und hat natürlich noch ne viel bessere Sicht als ich von hier unten.“
Die Anschaffung – aktuell noch recht kostspielig, je nach Modell werden zwischen zwanzig- und vierzigtausend Euro fällig. Für Winzer Nik Weis gut investiertes Geld. Er kann sich sogar eine zweite Drohne vorstellen, um künftig Hänge parallel zu bewirtschaften und die Lese weiter zu beschleunigen.