Mehr Kamera-Überwachung in Wiesbaden

Mehr Videoüberwachung gegen Kriminalität in Innenstädten – darauf setzen immer mehr Städte. Auch Wiesbaden verstärkt jetzt die Kontrollen an einem zentralen Brennpunkt: Seit heute sind dort drei mobile Kameraanlagen im Einsatz. Sie sollen vor allem Straftaten verhindern.

Drei solcher 360-Grad-Kameras, montiert auf mobilen Anhängern, bis zu sechs Meter hoch – ab sofort haben sie den Luisenplatz in der Wiesbadener Innenstadt rund um die Uhr fest im Blick. Denn die Polizei registriert hier immer mehr Fälle von Körperverletzung, Diebstahl und Drogenkriminalität. 73 Straftaten allein im vergangenen Jahr. Viele Wiesbadener fühlen sich hier nicht mehr sicher.
„Man wird oft angepöbelt, steht oft Müll rum. Viele müssen hier auch schlafen. Es ist einfach unangenehm, durchzugehen.“
Bernhard Haag
„Es geht nicht nur um Alkoholiker, sondern auch Drogenhandel. Und das, finde ich, ist eine Sache, die bekämpft werden muss.“
Einen Kampf, den Stadt und Polizei nun gemeinsam ausweiten. Die mobilen Kameras sollen die Polizeipräsenz rund um den Luisenplatz verstärken. Bereits im vergangenen Jahr habe man damit positive Erfahrungen gemacht.
Björn Gutzeit, Präsident Polizeipräsidium Westhessen
„Man reduziert Tatgelegenheiten dadurch, dass Taten an diesem Platz dann so nicht mehr stattfinden können oder weniger stattfinden. Und dadurch werden wir mit Sicherheit, das ist der Effekt, den wir oft mit diesen Anlagen verbinden, einen Rückgang der Gesamtkriminalität in diesen Bereichen auch feststellen.“
Die Aufnahmen werden nur bei möglichen Straftaten gespeichert und ausgewertet, ansonsten automatisch wieder gelöscht. Die Anhänger, aktuell von verschiedenen Polizeipräsidien geliehen, könnten künftig durch eine stationäre, dauerhafte Videoüberwachung ersetzt werden.
Gert-Uwe Mende (SPD), Oberbürgermeister Wiesbaden
„Es ist eine Frage von Kosten und Nutzen. Das muss man gegeneinander abwägen. Und man kann diese Abwägung besser vornehmen, wenn man tatsächlich auf der Basis von Erkenntnissen argumentiert. Und diese Erkenntnisse werden uns die drei mobilen Videoschutzanlagen liefern.“
Die bleiben vorerst bis Ende November stehen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob der Luisenplatz wieder mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität für alle bietet.