Wie Unternehmen ausländische Fachkräfte gewinnen sollen
Zu den drängendsten Herausforderungen für Unternehmen gehört nach wie vor die Suche nach geeigneten Fachkräften. Politik und Wirtschaft arbeiten deshalb an neuen Strategien, um zusätzliche Talente zu gewinnen. Das Wirtschaftsministerium, die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern starten nun eine gemeinsame Kampagne zur internationalen Fachkräftegewinnung.
Er setzt bereits auf internationale Fachkräfte – Puya Yousefi Romiani. In seiner Kfz-Werkstatt in Sinzig beschäftigt er insgesamt zehn Mitarbeiter, zwei davon kommen aus dem Ausland. Bei der Suche nach geeigneten Fachkräften hat sich Romiani vom Welcome Center Koblenz beraten lassen.
Puya Yousefi Romiani, Unternehmer
„Die helfen auch bei der Wohnungssuche, bei dem Deutschkurs, wenn die dann sich weiterbilden sollten. Die Handwerkskammer bietet dann auch zusätzliche Kurse, wo die sich dann auch fachlich weiterbilden können. Also im Großen und Ganzen ist es ein komplettes Paket.“
Die Einrichtungen dienen als zentrale Anlaufstellen sowohl für Unternehmen als auch für internationale Fachkräfte und stehen deshalb auch im Mittelpunkt der neuen Kampagne. Häufig beginnt die Beratung ganz unkompliziert mit einem Telefonanruf.
Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin IHK Rheinhessen
„Und so kommt dann sozusagen die Beratungsmaschine ins Laufen, weil wir wissen natürlich für Unternehmen gerade mittelständische Unternehmen oder kleinere Unternehmen, die vielleicht gar keine eigenen Personalbereiche haben, ist es oft schwierig und die haben aber händeringend suchen sie nach Personal und könnten hier tatsächlich gut Unterstützung gebrauchen.“
Die neue Kampagne soll in Usbekistan, auf den Philippinen, in Kenia und in Kolumbien ausgespielt werden. Deutschland hat mit diesen Staaten bereits Migrationsabkommen, zudem verfügen sie über eine vergleichsweise junge Bevölkerung und einen hohen Anteil an Menschen mit guten Englischkenntnissen. Die Kampagne läuft ausschließlich digital.
Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin IHK Rheinhessen
„Natürlich ist es so wenn man international rekrutiert, muss man sich mit den lokalen Gegebenheiten vertraut machen, wie spricht man dort an? Auch hier Social Media ganz wichtig, so wie bei uns auch sich natürlich Bewerbungsverfahren verändert haben, so ist das auch weltweit so.“
Denn: Die deutsche Gesellschaft wird zunehmend älter. Gleichzeitig dürfte auch die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte in den kommenden Jahrzehnten deutlich zurückgehen. Internationale Fachkräfte gewinnen deshalb für den deutschen Arbeitsmarkt weiter an Bedeutung. Auch wenn mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz bereits neue Möglichkeiten geschaffen wurden, sieht die rheinland-pfälzische Landesregierung weiterhin Handlungsbedarf. Vor allem die Verfahren seien noch zu kompliziert und dauerten zu lange.
Michael Ebling (SPD), Wirtschaftsministe RLP
“Man darf nicht vergessen wir befinden uns auch hier weltweit in einem Wettbewerb. Es werden Standorte von Talenten auch verglichen. Komme ich nach Deutschland? Komme ich in ein anderes Land? Deshalb wollen wir auf alle Fälle als Rheinland-Pfälzer vorlegen. In Rheinland-Pfalz gibt es Chancen und wir sind ein weltoffenes Land. Wir heißen genau diese Talente auch willkommen.“
So auch Puya Yousefi Romiani.
Puya Yousefi Romiani, Unternehmer
„Man braucht immer gute Leute. Wir sind auch ständig am Wachsen. Wir haben da angefragt einen Facharbeiter, einen Kfz-Mechaniker aus dem Kosovo. Der Prozess ist noch am Laufen. Da sind wir noch dran.“


