Marode Brücke sorgt für Verkehrsstaus in Speyer

Es war ein Schock für viele Pendler aus Speyer und Umgebung, als vor neun Tagen die B9 und damit die wichtigste Verkehrsader der Gegend plötzlich voll gesperrt wurde – und das wegen einer maroden Brücke. Zunächst wusste niemand wie es weitergehen soll, doch ab heute gibt es zumindest einen ersten Zeitplan.

Wo pro Tag sonst mehr als 60.000 Fahrzeuge fahren herrscht aktuell gähnende Leere. „Weil die Brücke im Westen von Speyer seit fast zehn Tagen voll gesperrt ist, ist nicht nur die B9 dichtg, sondern auch die L528, die unter der maroden Brücke liegt, kann nicht mehr befahren werden.“ Der Landesbetrieb Mobilität – kurz LBM – hatte bei Routinekontrollen ungewöhnliche Risse gefunden und festgestellt, dass zahlreiche Metalllitzen wie diese hier zerbrochen waren. Die Brücke wurde sofort gesperrt.
Martin Schafft, Leiter LBM Speyer
„Wir wollen vermeiden, dass die Brücke versagt, deswegen werden wir sie notunterstützen. Das sieht so aus, dass wir drei Reihen Notstützen unter der Brücke anbringen, so dass der Verkehr gefahrlos drüber fahren kann. Wir werden anfangen mit dem westlichen Bauwerk, das ist die Fahrtrichtung Süden. Da rechnen wir damit, dass wir Ende Oktober mit den Arbeiten fertig sind. Dass der Verkehr auf diesem Teil Bauwerk dann wieder laufen kann.“
Mitte November soll dann auch die andere Seite wieder befahrbar sein. Immerhin eine Perspektive für die Autofahrer und Anwohner in Speyer, die bereits jetzt unter dem Umleitungsverkehr leiden.
Stefanie Seiler (SPD), Oberbürgermeisterin von Speyer
„Und da hat sich schnell herausgestellt, dass wir dringend ein LKW-Durchfahrtverbot benötigen, weil zahlreiche LKW versucht haben, durch die engen Wohnquartier zu fahren. Ein Beispiel ist tatsächlich: Ein LKW hat sich eingekeilt und die Anwohnern mussten abends alle rausgeklingelt werden, um ihre Autos wegzufahren, damit der LKW sich irgendwie wieder freifahren kann.“
Langfristig muss die marode Brücke ersetzt werden. Der Verkehrsminister verspricht heute, dass es beim Neubau möglichst schnell gehen soll.
Achim Schwickert (CDU), Verkehrsminister RLP
„Da ist unser Ziel: zwei oder zweieinhalb Jahre. Das gelingt nur dann, wenn man ein kurzes Planverfahren hinbekommt. Dafür ist wiederum laut dem Bundesfernstraßengesetz die Voraussetzung, dass wir die Brücke in ihren jetzigen Dimensionen belassen, also ersetzen und nichts dazu an der Seite nehmen. Dann kriegen wir ein kurzes Verfahren und dann denken wir, dass wir in dem Zeitraum auch die Brücke neu bekommen, also einen Ersatzbau.“
Die Planung für die neue Brücke hat bereits begonnen. Die Kosten wird der Bund tragen.