Medien-Triennale Südwest diskutiert über künstliche Intelligenz

Mit der Künstlichen Intelligenz sind Chancen und Risiken verbunden. Einerseits werden die autonomen Computerprogramme Produktion und Verwaltung optimieren. Andererseits befürchten Experten, dass die KI außer Kontrolle geraten und unsere Demokratie gefährden könnte. Damit hat sich heute in Kaiserslautern auch die Medien Triennale Südwest beschäftigt, eine Konferenz der Medienanstalten von Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland.

Bei der Medien Triennale Südwest wird klar, wie stark die Künstliche Intelligenz unsere Zukunft prägen wird. So kann die KI in vielen Wirtschaftsunternehmen die Produktivität erhöhen und die Kosten senken.
Prof. Andreas Dengel
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
„Fast in allen Bereichen eine sehr gute Chance, ein Stückweit zu automatisieren, zu rationalisieren. Aber auch den Menschen in Co-Kreativität zu unterstützen. Wir müssen KI als mächtiges Werkzeug verstehen, das in allen Bereichen eben als Leistungsverstärker angesehen werden muss. Und dem Menschen dann viel Entlastung geben kann.“
Gleichzeitig befürchten KI-Unternehmen, dass die Künstliche Intelligenz den Menschen in vielen Bereichen die Kontrolle entreißen könnte. In Kaiserslautern diskutieren die Fachleute deshalb viel über die Widerstandskraft der Demokratie. Die KI könne durch Algorithmen, Chatbots und Deepfakes die öffentliche Meinung und damit Wahlen beeinflussen – und so die Demokratie gefährden. Deshalb sei es notwendig, Künstliche Intelligenz durch Gesetze zu regulieren.
Dr. Marc Jan Eumann
Direktor Medienanstalt Rheinland-Pfalz
„Wir brauchen Spielregeln. Spielregeln, die uns als Nutzende von KI die Sicherheit geben: Ja, ich kann das vertrauensvoll nutzen. Die Spielregeln müssen aber gleichzeitig so flexibel sein, dass Wertschöpfung, dass Industrie auf der Basis von KI auch neue Geschäftsmodelle, neue Dienstleistung entwickeln kann.“
Bei der Regulierung seien die Europäische Union und Deutschland schon auf einem guten Weg, so Bundesjustizministerin Stefanie Hubig. Die Bundesregierung werde das Regelwerk weiter verbessern.
Stefanie Hubig (SPD)
Bundesjustizministerin
„Ich habe einen Gesetzentwurf vorgelegt zum digitalen Gewaltschutz, wo es um pornografische Deepfakes geht, die durch KI hergestellt wurden. Hier schärfen wir nach, was die Strafbarkeit anbelangt. Und geben den Menschen auch wirklich mehr Rechte, sich dagegen zu wehren.“
Die Fachleute sind sich einig, dass auch eine bessere Bildung vor den KI-Gefahren schützen kann. So informiert etwa die Initiative „klicksafe“ Lehrer, Schüler und Eltern über den richtigen Umgang mit digitalen Medien. Vermittlung von Medienkompetenz sei aber eine Aufgabe für alle gesellschaftlichen Gruppen.
Albrecht Bähr
Vorsitzender Versammlung der Medienanstalt Rheinland-Pfalz
„Wir dürfen das auch nicht als ‚nice to have‘ sehen. Das ist eine der zentralen Herausforderungen, schon im Kindergartenalter begonnen, dass der Zugang zu den Medien so vermittelt wird, dass er den Menschen hilft und nicht schadet.“
Nur eine wirksame Regulierung und mehr Wissen könnten dazu führen, dass die Künstliche Intelligenz in Zukunft nicht als Gefahr, sondern vor allem als Chance wahrgenommen werde.