Junges Talent im Schlauchbootslalom

Mit dem Schlauchboot Vollgas geben und über das Wasser rasen. Für Finn Kremer aus Lörzweiler ist das nicht nur Spaß, sondern auch anstrengender Sport. Und den macht er auf Wettkampfbasis. Dieses Wochenende fährt er bei der Deutschen Meisterschaft in Brandenburg wieder um Medaillen. Vorher haben wir ihm beim Training in Wiesbaden besucht.

Mit Vollgas um die Bojen herum – eine ganz bestimmte Strecke, von der er nicht abweichen darf. Keine Bojen berühren, eine Rückwärtsübung, dann noch das Mann-über-Bord-Manöver und durch die Ziellinie. Möglichst schnell muss Finn Kremer den Parcours passieren, denn jede Sekunde zählt. Je schneller, desto besser. Und bloß gegen keine Boje stoßen und dadurch Strafsekunden riskieren.
Finn Kremer, Schlauchboot-Sportler: Man muss ungefähr wissen, wann man das Gas wegnehmen muss, wann man einlenken muss, wann man wieder Gas geben muss und wie lang man auf dem Gas stehen bleiben kann. Und wie man lenken muss. Beim Rückwärtstor, wie lang man im Rückwärtsgang bleiben muss, dass man nicht zu weit rein fährt, weil sonst verliert man zu viele Sekunden.
Seit fünf Jahren fährt Finn Kremer das motorisierte Schlauchboot. Sein Vater trainiert die Jugendlichen des Wiesbadener Yachtclubs.
René Kremer, Vater und Trainer von Finn: Der Knackpunkt ist meistens so das Rückwärtstor beim Rückwärtsfahren. Das ist so ein Thema, wo immer mal gerne ein Fehler gemacht wird ne Boje berührt wird und bei dem sogenannten Mann über Bord, wo der Rettungsring über den Kopf gehoben wird, dass da das Boot nicht immer richtig aufgestopt wird und dass es da auch wieder zu nem Fehlerpunkt kommt.
Wer nach 2 Durchläufen die wenigsten Punkte hat, gewinnt im Wettkampf. In Deutschland darf man nur bis 27 teilnehmen, bei internationalen Wettbewerben sogar nur bis 18. Finn ist jetzt 16 Jahre alt, ein bisschen Zeit bleibt ihm noch für die großen Titel.
Stadtmeisterschaft, Hessenmeisterschaft, Deutsche Meisterschaft, Nationalkaderausschied – bei allem war Finn schon dabei und hat sich schließlich für die Weltmeisterschaft qualifiziert, die im August in Litauen war.
Finn Kremer, Schlauchboot-Sportler: Es war ne besonderer Erfahrung auf der WM. Es war alles ganz anders gewesen, es waren ein bisschen anderer Boote gewesen. Der Parcours war anders. Da muss man sich immer so ein bisschen auf den anderen Parcours einstellen.
Für einen Titel hat es noch nicht gereicht. Das möchte Finn aber ändern. Jetzt am Wochenende steht die Deutsche Meisterschaft in Brandenburg an, bei der er sich einen guten Platz sichern will. Damit kann er sich dann nochmal für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Vater René ist sich zumindest sicher: sein Sohn wird  am Wochenende auf dem Treppchen stehen.