Festival Grenzenlos in Mainz

In knapp zwei Stunden startet am Mainzer Staatstheater das Festival „Grenzenlos Kultur“. Bereits zum 28. Mal gibt es in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt inklusives Theater. Das Festival mit behinderten und nicht behinderten Künstlern ist das älteste Festival seiner Art. Gezeigt werden nationale und internationale Produktionen.

Bobbi Byrne und Soso Ní Cheallaigh proben für ihren Auftritt morgen Abend im Mainzer Staatstheater. Eine Uraufführung. Die Iren bringen eine Tanz-Performance auf die Bühne. In „Variationen für zwei behinderte Menschen“ geht es darum, nicht der Norm zu entsprechen, und um Freundschaft, denn die beiden Künstlerinnen sind auch beste Freunde.
Bobbi Byrne, Künstlerin mit Beeinträchtigung
Seit zwei, nein, drei Jahren. Wir haben uns auf einem inklusiven Tanzkurs in Cork kennengelernt. Wir haben es einfach sehr genossen, zusammen Zeit im Studio zu verbringen. Dann haben wir uns eine Wohnung geteilt. Dabei ging es auch darum, die Unterschiede, also die Symmetrie und Asymmetrie unserer Körper, kennenzulernen. Daraus ist das Stück entstanden.
Soso Ní Cheallaig schreibt auch Gedichte. In der Zusammenarbeit mit der transfemininen Künstlerin Bobbi Byrne geht es auch um Sprache.
Soso Ní Cheallaig, Künstlerin
Die Aufführung ist auch ein bisschen Sprechtheater. Mit viel Text und Gebärdensprache, um allen den Tanz näherzubringen.
Auf dem inklusiven Festival werden insgesamt 18 Produktionen aufgeführt. Mal wird’s akrobatisch. Mal machen sich die Künstler selbst über ihre Beeinträchtigung lustig. 
Bitte alle aufstehen, zu Ehren der Frau. Nein, Leute, bleibt sitzen.
Auch draußen vor dem Mainzer Staatstheater wird gespielt. 11 Tage lang Theater für alle, denn die verschiedenen Spielstätten sind barrierefrei zugänglich und es gibt Gebärdensprachdolmetscher. Die Schwestern Elisabeth und Christina Schelhas leiten das Festival zum ersten Mal.
Christina Schelhas, Festivalleiterin
Es ist einfach eine besondere Atmosphäre hier im Haus, wenn so viele tolle Gruppen hier einziehen. Und das Publikum auch mit einem Theater konfrontieren, was Dinge hinterfragt, neue Perspektiven aufstellt, etwas Neues anregt. Das ist schon besonders und die Stücke, die hier gezeigt werden, egal, ob man sie mag oder nicht, aber man geht, raus und sagt sich: „War gut, dass ich hier war. Das habe ich noch nie vorher gesehen in meinem Leben.“
Auf der Bühne wird das Licht für die Vorstellung heute Abend eingerichtet. Eine Produktion aus Großbritannien. Um 19.30 Uhr startet das älteste deutsche Festival mit behinderten und nicht-behinderten Künstlern.