Auf römischen Spuren von Bingen nach Trier

Mainz, Bingen, Koblenz und Trier: So unterschiedlich die Städte in Rheinland-Pfalz auch sind, eines verbindet sie: Ihre römische Geschichte. Besonders eindrucksvoll zeigt sie sich in Trier mit der „Porta Nigra“. Genau dieses Stadttor aus dem Jahr 180 n. Chr. hat sich Conrad Lunar aus Neuwied als Ziel einer ganz besonderen Wanderung ausgesucht. Er will es diese Woche auf dem Ausonius-Weg zu Fuß von Bingen bis nach Trier schaffen – Und zwar nicht in modernen Wanderklamotten, sondern in der traditionellen Kleidung eines römischen Soldaten. Wir haben ihn auf seiner historischen Wanderung begleitet.

 

Etwa 25 Kilo Gepäck, ein Schwert und historische, mit Nägeln beschlagene Schuhe aus Ziegenleder. Vor allem die machen den sechstägigen Marsch zu einer Herausforderung.
            Conrad Lunar: „Die wiegen alle beide über ein Kilo, das heißt man muss den ganzen Tag an jedem Fuß ein Kilo hochheben. Und wir haben heute über 20 Kilometer, das macht es anstrengend. Ich habe eine lange Hose an, eine Tunika und bei der Hitze macht das natürlich wenig Spaß.“ 
Ein Rom-Enthusiast, so würde sich Conrad Lunar am ehesten bezeichnen. Durch den 120 Kilometer langen Marsch auf dem Ausoniusweg wollen er und sein Weggefährte auf die römische Geschichte aufmerksam machen, die in Rheinland-Pfalz besonders präsent ist.
            Conrad Lunar: „Viele der rheinland-pfälzischen Städte haben römische Wurzeln: Koblenz, Confluentes. Moguntiacum, Mainz. Rigomagus, Remagen. Bodobrica, Boppart. Es gibt so viele Orte am Rhein, aber auch an der Mosel, wie Augusta Treverorum, Trier. Diese Kultur und Geschichte zu vermitteln, die auch bis heute hier in unsere Region hineinreicht, der Weinbau sei da angesprochen, das ist so die Idee.“ 
Der Name Ausoniusweg geht auf den römischen Dichter und Beamten Magnus Ausonius zurück. Sein Gedicht ‚Mosella‘ aus den Jahr 371 n. Chr. ist der erste antike Reisebericht über die Mosel..
      Von Bingen geht es über Rheinböllen nach Kirchberg. Von da aus weiter nach Morbach und Gräfendhron. Zuletzt nach Fell und dann nach Trier. Die Tagesetappen sind zwischen 13 und 23 Kilometern lang.
Wenn es um die Römerzeit geht, ist Conrad Lunar ein wandelndes Lexikon. Die gesellschaftlichen und technischen Errungenschaften der Römer faszinieren ihn bis heute.
            Conrad Lunar: „Den Luxus, den die Römer schon damals hatten, wie Thermalbäder, Glasscheiben, auch medizinische Versorgung, Bildung. Das ist alles, was für einen größeren Teil der Bevölkerung möglich war. (…). Das haben wir erst seit 100, 150 Jahren wieder. Und das ist halt das Spannende, das es das vor fast 2000 Jahren schon hier gab.“  
Nach dem sechstägigen Marsch haben die beiden Wanderer Trier erreicht. (Bild) Die letzten Meter ging es dann in voller römischer Kampfmontur bis zur Porta Nigra.