Schaltgespräch mit Maike Willeitner, ADAC, zum Thema Spritpreise
Ein Thema, dass die Autofahrer umtreibt und deshalb hat sich auch der ADAC eingeschaltet und deshalb ist mir jetzt Maike Willeitner vom ADAC Hessen-Thüringen zugeschaltet
Eva Dieterle: Guten Abend.
Maike Willeitner, ADAC Hessen-Thüringen: Guten Abend, Hallo
Eva Dieterle: Frau Willleitner, seit einiger Zeit gibt es die sogenannte Zwölf-Uhr-Regel, das heißt, dass nur noch einmal am Tag die Spritpreise erhöht werden dürfen. Der ADAC spricht sich jetzt für eine Abschaffung dieser Regel aus. Warum?
Maike Willeitner, ADAC Hessen-Thüringen: Richtig, wir haben uns die vergangenen Monate einmal genauer damit beschäftigt, inwieweit diese Regelung tatsächlich Einfluss auf die Spritpreisentwicklung hatte und haben dabei eben festgestellt, dass bereits auch im April absehbar war, dass diese Regelung nicht zu einer Vergünstigung an den Tankstellen führt. Das heißt durch die verringerte Flexibilität im Preisgeschehen dadurch, dass nur noch einmal am Tag der Preis angepasst werden darf sind die Preise generell gestiegen und das ist eben dem ursprünglichen Sinn dieser Regelung gegenläufig. Das heißt, für die Verbraucher hat sich hier keine Preissenkung eingestellt, sondern eben eine Erhöhung.
Eva Dieterle: Bislang weiß man ja aber durch diese Regelung wenigstens, dass es vormittags definitiv am günstigsten ist. Wenn das wieder wegfallen würde, dann fehlt diese Sicherheit doch?
Maike Willeitner, ADAC Hessen-Thüringen: Das war natürlich ein sehr positiver Punkt bei dieser Regelung, dass wir wissen um 12 Uhr ist einmalig, der Preis geht ja nach oben, danach sinkt er. Allerdings können wir das auch bei dem bisherigen Modell, was wir davor hatten eben sehen. Das heißt, natürlich gibt es hier verschiedene Preisspitzen im Verlauf des Tages. Aber grundsätzlich könnte man auch hier sagen, dass zu den Abendstunden so zwischen acht oder neun Uhr der Preis am günstigsten war. Also auch da konnten die Verbraucher sich darauf verlassen.
Eva Dieterle: Große Einigkeit herrscht dabei, dass sich an den hohen Spritpreisen etwas ändern MUSS. Deshalb noch mal ganz konkret, was fordert der ADAC jetzt ganz konkret von der Bundesregierung, um die Autofahrer zu entlasten?
Maike Willeitner, ADAC Hessen-Thüringen: Der ADAC sieht den aktuellen neuen Tankrabatt, der ab 1. Oktober kommen soll, als derzeit positive Maßnahme einfach aus dem Grund, da es eine Maßnahme ist, die momentan direkt an die Verbraucher weitergegeben werden kann. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Mineralölkonzerne tatsächlich zeitnah, also direkt mit Einsetzen dieses Tankrabatts, auch die Reduzierung weitergeben und auch im vollen Umfang. Das ist besonders wichtig, um eben da die Entlastung auch wirklich schaffen zu können. Allerdings ist diese Maßnahme auch kein dauerhaftes Projekt, sondern muss eben über lange Zeit, müssen andere Maßnahmen geschaffen werden, um den Preis auch stabil zu halten.
Eva Dieterle: Wir sind gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird und werden das weiter beobachten. Frau Willeitner, für heute erst mal vielen Dank.
Maike Willeitner, ADAC Hessen-Thüringen: Danke schön.


