Polizei kontrolliert E-Scooter

Vor knapp einem Jahr sterben zwei Brüder bei einem E-Scooter-Unfall in Frankfurt, ein junger Mann wird schwerstverletzt. Nur einer von insgesamt 16.496 EScooter-Unfällen mit Personenschaden aus dem Jahr 2025. Es gibt immer mehr E-Scooter im Straßenverkehr und damit auch immer mehr Unfälle – Im Vergleich zum Jahr davor ist die Zahl der Unfälle drastisch gestiegen – um 38 Prozent. Um vor allem junge Fahrer für die Regeln zu sensibilisieren und über die Gefahren aufzuklären, führt die Polizei in Speyer gerade vermehrt Kontrollen durch.

„Hallo! Ihr beide wisst schon, warum wir euch anhalten, oder?“ – „Ja!“ – „Warum?“ – „Aja, wir sind zu zweit gefahren.“ – „Genau.“
Zu zweit auf einem E-Scooter – der Klassiker. Aber verboten! Polizeikommissar Thiele und sein Kollege Kevin Götz kontrollieren in Speyer zwei junge Frauen, 16 und 17 Jahre alt.
Freistehend: „Das Ganze kostet 10 €. Ist ein Verwarnungsgeld, das ihr im Prinzip vielleicht was daraus lernen könnt.“
Im Vordergrund der Kontrollen steht nämlich nicht die Strafe, sondern die Aufklärung. Auch bei diesen beiden jungen Männern aus Griechenland, die ebenfalls zu zweit auf einem Roller unterwegs sind.
Freistehend Englisch [untertitelt]: „Es ist sehr gefährlich, wenn Sie einen Unfall haben. Zum Beispiel mit einem Auto. Wenn sie ein Auto anfährt und Sie sind mit einer anderen Person auf dem Escooter, dann ist es noch gefährlicher.“
Auch diese Beiden müssen 10 Euro zahlen – ein Denkzettel.  
Kevin Götz, Polizeiinspektion Speyer: „Zum einen wird die Kontrolle, weil es auch ein bisschen länger gedauert hat und auch der Eindruck von Medien und Presse mit dabei war, im Gedächtnis bleiben. Und da bin ich mir sicher, auch zusätzlich mit dem Verwarngeld, was sie bekommen haben, werden sie das so schnell nicht mehr vergessen und zukünftig auch besser machen.“
Die Polizisten kontrollieren an diesem Tag außerdem, ob alle E-Scooter das vorgeschriebene Versicherungskennzeichen haben oder ob technische Mängel vorliegen. Bei diesem Herrn ist aber alles in Ordnung, er darf nach kurzer Zeit weiterfahren.
Simon Barth: „Gehört definitiv noch ein bisschen nachgeschärft, was erlaubt ist und was nicht. Aber das überhaupt kontrolliert wird, schon richtig.“
Auch in der Speyrer Fußgängerzone patrouilliert die Polizei. Hier dürfen zwar Fahrräder fahren – E-Scooter aber nicht.
Kevin Götz, Polizeihauptkommissar: „Durch die steigende Anzahl an E-Sootern haben wir gerade hier im Fußgängerbereich natürlich auch eine steigende Gefahr oder eine Gefahrenquelle für die Fußgänger. Wenn ein Fahrzeug, was relativ leise und doch relativ schnell hier unterwegs ist, vermehrt hier fährt.“
Insgesamt 16 Verstöße registriert die Polizei hier innerhalb kürzester Zeit. Für diejenigen, die die Vorschriften kennen und sich daran halten, gibt’s aber auch lobende Worte.
Ronaldo Kuqari: „Yes I know. I know very well. The police stopped me before. And talking to me. And now I know. Now I’m going on the other side, where it is okay driving. But here not more.“
„Ja ich kenne die Regeln sehr gut, weil die Polizei mich schon vor einiger Zeit angehalten hat und es mir erklärt hat. Jetzt fahre ich einfach auf der anderen Straße, wo es okay ist zu fahren und hier nicht mehr.“
Dieser Junge hält sich nicht an die Regeln. Er wird kontrolliert. Wie sich herausstellt ist er 12 Jahre alt. Erlaubt ist das Fahren von E-Scootern aber erst ab 14 Jahren. Und es gibt noch weitere Probleme, wie Polizist Kevin Götz dem herbeigerufenen Vater des Jungen erklärt.
Freistehend: „E-Scooter dürfen höchstens 20 Km/h fahren. Der fährt schneller! Der fährt über 30. Dann die Bremse hier vorne, gucken Sie mal. Ist nicht angeschlossen. Geht nicht. Das ist lebensgefährlich für ihr Kind. Du hast es auch verstanden?“ „Ja verstanden! Ich machs nicht mehr.“
Auf den Vater kommt jetzt ein Bußgeld von 90 Euro und 1 Punkt in Flensburg zu. Erstmal heißt es: Nach Hause schieben.
Insgesamt kontrolliert die Polizei an diesem Tag 31 E-Scooter – in nur vier Fällen gibt es keinen Verstoß. Das zeigt, Kevin Götz und seine Kollegen müssen noch viel Arbeit leisten, bis die Regeln wirklich bei allen Fahrern ankommen.