Spritpreise gehen durch die Decke

Nach Benzin ist jetzt auch Diesel so teuer wie nie zuvor. Die hohen Spritpreise setzen Autofahrer weiter unter Druck. Bundeskanzler Friedrich Merz hat diese Woche eine rasche Entlastung angekündigt – doch noch ist nicht ganz klar, wie. Während die SPD weiter von einer Übergewinnsteuer träumt, will die Union eher die Mehrwertsteuer senken.

Heute Mittag um 12 Uhr an einer Mainzer Tankstelle: Der Liter Diesel 2,59, E10 2,43 und Super 2,49 Euro. Um die 20 Cent steigen hier die Spritpreise vom einen auf den nächsten Tag. Für die Mainzer Bürger unverständlich.
Maria Silvestra
„Fast unverschämt. Sagen wir mal so: Wir haben ein Auto. Das ist im Hof zugedeckt. Wir versuchen zu laufen oder mit dem Fahrrad so gut es geht. Was in Mainz im Moment immer noch nicht so ist, weil ich bin Rentnerin, mein Mann ist Rentner und das ist…Wenn man einmal tankt …“
Alvin Sachse
„Wenn ich sehe, was die Konzerne da dran verdienen und was an Steuer pro Liter an den Staat geht, ist für mich unverständlich.“
Felix Tamm
„Gerade ist ja kein Ende in Sicht. Das wird ja tendenziell immer nur teurer. Grade jetzt mit dem Fahrdienst muss man drauf achten, dass man nicht zu teuer tankt und es ist halt eigentlich immer nur steigend aktuell.“
Tobias Vogt
„Warum kriegen wir erzählt, dass es an dem Krieg liegt, wenn es an den Steuern liegt?“
Eine Steuersenkung, eine Übergewinnsteuer oder ein Spritpreisdeckel. Vorschläge, die auf Bundesebene diskutiert werden. Wann genau was passiert, ist jedoch unklar.
Der aktuelle Rohölpreis und der Euro-Dollar-Wechselkurs – zwei Faktoren, die die Spritpreise maßgeblich beeinflussen- könnten die aktuellen Preise jedenfalls nicht rechtfertigen, sagt Oliver Reidegeld vom ADAC.
Oliver Reidegeld, ADAC Hessen:
„Gerade wenn man sich die aktuellen Rohölpreise anguckt, die sind noch davon entfernt, ein Allzeithoch zu erreichen. Aber wir sind mittlerweile bei dem Allzeithoch bei Superkraftstoffen und bei Diesel nicht allzu weit entfernt. Also irgendwas kann da nicht stimmen. Und die Leute fühlen sich zurecht abgezockt.“
Er rät Verbrauchern, spritsparend zu fahren, vor 12 Uhr zu tanken und die Preise zwischen den einzelnen Tankstellen zu vergleichen. Trotzdem: Um hohe Preise wird wohl vorerst kein Autofahrer herumkommen.