Hessischer Friedenspreis wird verliehen
Um große Weltpolitik geht es heute im Hessischen Landtag. Der armenische Premierminister Nikol Pashinyan ist dort heute mit dem Hessischen Friedenspreis ausgezeichnet worden. Er erhält den Preis für seinen Einsatz für Demokratie und für seinen Beitrag zur friedlichen Lösung des jahrzehntelangen Konflikts mit Armeniens Nachbarland Aserbaidschan.
Hoher Besuch heute im Wiesbadener Landtag: Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan lässt es sich nicht nehmen, den Hessischen Friedenspreis persönlich entgegenzunehmen – vielleicht auch, weil sein Land seit seinem Amtsantritt vor acht Jahren verstärkt die Nähe zur Europäischen Union sucht. Doch das ist hier heute nur ein Randaspekt: Gewürdigt wird Premier Paschinjan vor allem für den Friedensvertrag mit Aserbaidschan, der erstmals seit vielen Jahren etwas Ruhe in die zwischen beiden Staaten heftig umkämpfte Grenzregion Berg-Karabach gebracht hat.
Nikol Paschinjan, Premierminister Armenien
„Zunächst einmal glaube ich, der Frieden ist nicht nur eine Leistung Armeniens. Es ist ein gemeinsamer Erfolg von Armenien und Aserbaidschan. Die Menschen beider Völker haben viel dazu beigetragen. Deshalb hat Aserbaidschans Präsident Aliyev den Preis eigentlich genauso verdient. Und auch US-Präsident Donald Trump hatte erheblichen Anteil daran, den Konflikt mit Aserbaidschan zu lösen.“
Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahrzehnten kriegerische Auseinandersetzungen in Bergkarabach gegeben. Völkerrechtlich gehört die Region zu Aserbaidschan, sie wurde aber lange hauptsächlich von Armeniern bewohnt. Nach dem Friedensvertrag vom Sommer 2025 haben die meisten armenischstämmigen Bewohner das Konfliktgebiet inzwischen verlassen. Ein schmerzhafter Prozess für viele Armenier – gleichzeitig aber auch das Ende der bewaffneten Gewalt mit unzähligen Toten und Verletzten.
Daniela Sommer (SPD), Vizepräsidentin Hessischer Landtag
„Frieden ist etwas, was wir viel zu oft viel zu selbstverständlich nehmen. Ich bin in einer Generation groß geworden, die eigentlich nur Frieden kennt oder im Frieden aufgewachsen ist. Frieden ist aber nicht selbstverständlich. Frieden muss jeden Tag aufs Neue erkämpft werden. Wir haben heute gesehen: Dazu braucht es Mut. Mutige politische Entscheidungen. Und vor allen Dingen Haltung.“


