Große Müllsammelwoche in Neuwied

Am Sonntag ist World Cleanup Day – also der Welttag des Saubermachens. Im rheinland-pfälzischen Neuwied macht man daraus gleich eine ganze Aktionswoche. Dort sind rund 1.200 Einwohner unterwegs um aufzuräumen.

Bewaffnet mit Handschuhen und Zange machen sich heute um die zwanzig Personen ans Müllsammeln. Bewohner der Flüchtlingsunterkunft, des Friedensdienstes EIRENE und des Migrationsbeirats. Rund um die Flüchtlingsunterkunft in Neuwied-Block wird sauber gemacht.
Volker Schölzel, Cleanup Neuwied
„Es sieht einfach nicht in Ordnung aus. Es liegt hier Verpackungsmüll. Es liegen Altreifen in der Gegend, es liegt Sperrmüll am Glascontainer.“
Osama Altawil, Syrischer Geflüchteter
„Ich bin hier weil es ist wichtig für die Umwelt. Und auch ich finde, das ist sehr wichtig, um sauber zu halten unsere Neuwied Stadt. Und auch gemeinsam zu helfen.“
Gemeinsam anpacken – darum geht es. Egal, ob Schulklasse, Verein oder Freundeskreis – jeder kann sich beteiligen. Organisiert wird die Aktion von der Bürgerinitiative Cleanup Neuwied. Mit der Aufräum-Woche will man mehr Aufmerksamkeit erzeugen.
Volker Schölzel, Cleanup Neuwied
„Ich glaube in vielen Fällen handelt der ein oder andere, sage ich mal, unbewusst. Er ist sich vielleicht nicht bewusst, was er damit antut, wenn er seine Zigarette einfach wegschnippt. Da gehen dann gerade mal 7000 Chemikalien ins Land oder ins Grundwasser. Das hat vielleicht sicherlich der eine oder andere nicht im Blick.“
Manches wird aber wohl auch ganz bewusst einfach irgendwo abgeladen – Hauptsache weg. So wie etwa dieser Kinderschminktisch, den die Gruppe im Gebüsch findet.
Locker 20 Kubikmeter Müll kommen innerhalb der Aktionswoche zusammen, so viel wie 200 Badewannen.
Willi Luttenberger, Mitglied Migrationsbeirat Neuwied
„Also, das meiste, was wir gefunden haben, waren Plastikmüll, Plastiktüten.“
Mansor Hakimi, Afghanischer Geflüchteter
„Es gibt viele kleine Sachen auf dem Boden, wie Zigaretten, Plastikdosen, die wir finden.“
Mahmoud Edriss, Sudanesischer Geflüchteter
„Ich hab eine Jacke gefunden. Und verschiedene Sachen, zum Beispiel Toilettenpapier und so.“
Iyad Asfour, Projekt „EIRENE – Starke Nachbarn“
„Bei der heutigen Sauberkeitsaktion habe ich Holz gefunden, wo man normalerweise bei Schreiner findet. Und ich frage mich, was denkt man, wenn ihr Holz in die Natur so wirft?“
Gabriel Israel, Mitarbeiter Flüchtlingsunterkunft Neuwied
„Und am kuriosesten war glaube ich, ich hab eine E-Vape gefunden und eine Toilettenschüssel, die lag hinten im Gebüsch.“
Eine Toilettenschüssel und 10 Säcke Müll – das ist die Ausbeute an diesem Tag. Am Cleanup-Day am Sonntag sind dann alle Bürger aufgerufen aufzuräumen – egal, ob in Neuwied oder einfach vor der eigenen Haustür.