Der 17:30-Sporttalk mit Thorsten Arnold

Unser Sportreporter wirft einen Blick auf das kommende Bundesliga-Wochenende.

Markus Appelmann, Moderator:
Gestern hat Bundestrainer Jürgen Klopp in Frankfurt seinen XXL-Nationalmannschaftskader vorgestellt für die anstehenden Länderspiele in den kommenden zwei Wochen. Vorher ist aber noch mal Bundesliga und darüber spreche ich jetzt mit unserem Sportreporter Thorsten Arnold. Ja Thorsten, das Rhein-Main Duell zwischen Mainz und Frankfurt am vergangenen Wochenende hatte die Eintracht ja am Ende klar für sich entschieden. Wie sehr hat das den Nullfünfern einen Dämpfer versetzt?
Thorsten Arnold, Sportreporter:
Na ja, gut, ganz chancenlos waren sie ja nicht. Wenn Nadiem Amiri seinen Elfmeter rein schießt, dann kann’s auch ganz anders ausgehen. Von daher musste vor dem Spiel in Gladbach Trainer Urs Fischer seine Mannschaft nicht wieder groß aufrichten. Zumal er noch ne ganz einfache Erklärung für die Niederlage parat hatte.
Urs Fischer, Trainer FSV Mainz 05
„Du hattest das Gefühl, jeder Ball springt denen vor die Füße und nicht uns. Aber sich das zu erklären? Das macht doch keiner absichtlich. Es war nicht unsere Herangehensweise, dass wir die erste Hälfte mal ein bisschen zuschauen. Wir haben es einfach nicht auf den Platz bekommen. Das muss man akzeptieren und es versuchen, beim nächsten Mal besser zu machen.“
Arnold:
Ja, das nächste Mal ist morgen um 15:30 Uhr bei Borussia Mönchengladbach. Die ja ihren Trainer Eugen Polanski rausgeschmissen haben, der war ja mal Spieler in Mainz. Und der aktuelle Interimstrainer Jan-Moritz Lichte, auch de musste in dieser Funktion bei den Nullfünfern mal einspringen – da sehen wir ihn, im Mainzer Trainingsanzug. Also da gibt’s noch etliche alte Verbindungen.
Appelmann:
Schauen wir zur Frankfurter Eintracht, die haben jetzt natürlich Rückenwind.
Arnold:
Na klar, und der ist auch nötig. Morgen kommt der aktuelle Tabellenführer, der SC Freiburg. Für den Trainer Adi Hütter voll des Lobes ist.
Adi Hütter, Trainer Eintracht Frankfurt
„Sie verteidigen richtig gut nach Ballverlust, sind einfach eine laufstarke Mannschaft. Deswegen schwer zu knacken, wenn wir zu langsam spielen. Wenn wir schnell spielen, dann haben wir auch die Qualität, dass wir dem Gegner weh tun können. Wir freuen uns auf dieses Duell, wir kommen auch mit einem wichtigen Sieg raus und das Spiel vor der Länderspielpause ist natürlich für beide Mannschaften sehr, sehr wichtig.“
Arnold:
Dann haben wir diese Woche noch was Interessantes gesehen beim Eintracht Training: es ist ja mittlerweile sehr in Mode, den gegnerischen Torwart beim Eckball zuzustellen, so dass er beim Rauslaufen behindert wird. Und guck mal, da haben sie für Noah Atubolu was aufgebaut: da sieht man ihn kaum noch, da muss er sich durchboxen im wahrsten Sinne. Bin mal gespannt, ob es hilft. Die Freiburger sind jedenfalls keine Luftkissen, die haben schon einige Kanten dabei.
Appelmann:
Thorsten, lass uns rasch in die zweite Liga schauen, denn da ist ja gleich schon Anpfiff für den SV Darmstadt 98.
Arnold:
Ja, beim VfL Wolfsburg, die sich ja eine ganz gute Mannschaft zusammenkaufen konnten für diese Saison. Aber Lilien-Trainer Florian Kohfeldt sieht’s ganz gelassen.
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98:
„Ja, gut, sie haben das Geld. Deswegen ist es legitim, es auch auszugeben, also da will ich mich nicht beschweren. Wir würden es auch machen, wenn wir‘s hätten, da müssen wir ehrlich sein. Natürlich haben sie individuell mit weitem Abstand die höchste Qualität in dieser Liga. Das ist völlig klar. Und zwar fast auf jeder Position. Und trotzdem ist es ein Spiel.“
Arnold:
Genau das ist der Punkt! Also wenn die Lilien in Wolfsburg neun von zehn Spiel verlieren -vielleicht ist ja heute Abend genau das eine, in dem es mal in die andere Richtung läuft. Halb sieben geht’s los.
Appelmann:
Und wir schauen noch zum 1. FC Kaiserslautern. Die haben morgen ein Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig.
Arnold: Ja, und da war Trainer Torsten Lieberknecht ja insgesamt 15 Jahre lang Spieler und Trainer. Da kommen natürlich immer wieder schöne Erinnerungen hoch.
Torsten Lieberknecht, Trainer FC Kaiserslautern
„Es gab damals eine Situation, als in Braunschweig das Kapitel beendet war, weiß ich noch: zwei ganz junge Mädels haben bei uns zu Hause an der Haustür geklingelt und haben sich bedankt für die Zeit. Dass sie sagen können, sie sind die ‚Generation Lieberknecht‘. Das ist dann sowas, was sehr prägend ist, was heute noch so nachwirkt, welche Identifikation man dort neben dem sportlichen Erfolg eben auch aufgebaut hatte. So, und das wünsche ich mir hier beim FCK auch.“
Arnold:
Na, dann gucken wir mal, wann es beim Trainer wieder mal klingelt an der Haustür. So wie ich die FCK-Fans kenne: unter Aufstieg in die erste Liga geht da nix. Aber dann stehen bestimmt ein paar Hausbesuche an.
Appelmann:
Wir sind gespannt, wie es ausgeht und drücken unseren heimischen Teams wie immer fest die Daumen. Thorsten, vielen Dank für deinen Ausblick aufs anstehende Bundesliga Wochenende!