Forum der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie Rheinland-Pfalz
Über 100 Milliarden Euro investiert Deutschland im kommenden Jahr in die Rüstung. Viel Geld, von dem auch die Industrie profitieren will. Viele Mittelständler sehen – gerade in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten – im Rüstungsmarkt ein neues Geschäftsmodell. In Mainz treffen sich heute Unternehmen und Militärs, um über Kooperationen zu beraten.
Mit Sprengstoff bestückte Drohnen, die ein mit Rüstungsgütern für die Ukraine beladenes Flugzeug angreifen sollten. Der Vorfall am Leipziger Flughafen zeigt, wie real die Bedrohung längst ist, sagt heute der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling. Die Bundesregierung reagiert mit Aufrüstung. Im kommenden Jahr wird so viel in die Verteidigung investiert wie noch nie zuvor. Von diesen Investitionen will auch Rheinland-Pfalz profitieren.
Michael Ebling (SPD), Wirtschaftsminister RLP
„Es ist eine Chance für unsere Unternehmen in Rheinland-Pfalz, darüber nachzudenken, welche Produkte, die es schon gibt, sind im Bereich der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie gut einsetzbar. Wir wollen aber auch Hürden senken. Sich im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu engagieren, stellt gegebenenfalls neue Fragen in Richtung Geheimhaltungspflichten oder Zuverlässigkeit.“
Die zentrale Frage für viele Firmen: Wie komme ich überhaupt an einen Rüstungsauftrag? Mit dabei heute in Mainz: eines der führenden Rüstungsunternehmen Europas, MBDA, die auch einen Standort in Hermeskeil haben. Sie stellen unter anderem die Taurus-Marschflugkörper her, wachsen schnell und suchen neue Zulieferfirmen.
Guido Brendler, Vorstandsmitglied der MBDA Deutschland
„Wir suchen den deutschen Mittelstand. Wir wissen, dass der deutsche Mittelstand sehr leistungsfähig ist. Er ist nicht nur innovativ, sondern auch sehr leistungsfähig. Wir suchen also Technologien, aber auch Produktionskapazitäten.“
Kapazitäten, die beispielsweise in der kriselnden Autoindustrie frei werden. Für MBDA ein Glücksfall.
Guido Brendler, Vorstandsmitglied der MBDA Deutschland
„Die Ingenieure, die sehr gut ausgebildet sind, können bei uns hervorragende Beiträge leisten, mitzuarbeiten, in der Massenproduktion. Aber auch in den Fertigungsprozessen, die die Automobilindustrie hat. Der Bedarf ist in der Rüstungsindustrie erheblich gestiegen.“


