Erster Kader von Bundestrainer Klopp

In Frankfurt hat der neue Bundestrainer Jürgen Klopp heute erstmals seinen Nationalmannschafts-Kader nominiert. In dem Fall für die vier anstehenden Nations-League-Spiele. Und der Bundestrainer hatte dabei auch Profis von unseren beiden Bundesligisten Eintracht Frankfurt und Mainz 05 auf seinem Zettel. Ganze 44 Spieler zählt der mit Spannung erwartete XXL-Kader, der heute veröffentlicht wurde.

Markus Appelmann, Moderator:
Und einer, der das heute ganz genau im Blick hatte, ist unser Sportreporter Julian Beimel. Er ist jetzt für uns vor Ort am DFB-Gelände. Julian, so ein großes Aufgebot hat man selten gesehen. Warum hat der Bundestrainer heute so viele Spieler auf einmal nominiert?
Julian Beimel, Sportreporter:
Ja, Markus, das ist ein Neuanfang, ein Neustart unter Jürgen Klopp, der von Beginn an möglichst vielen Spielern das Gefühl geben will, wichtig zu sein, dazuzugehören. Außerdem will er vielen jungen Talenten die Chance geben, sie austesten. Und außerdem kann er so auch die Belastung steuern. Denn auf das DFB-Team warten innerhalb von elf Tagen vier Spiele in der Nations League. Und deshalb wird dieser 44 Mann große Kader auch in zwei Kaderblöcke unterteilt und die teilen sich dann diese vier Spieler und die Belastung auf. Insgesamt gibt es ja elf Debütanten, elf Neulinge im DFB-Dress. Und einer sticht für uns dann natürlich ganz besonders raus. Und das ist Eintracht-Stürmer Younes Ebnoutalib, wirklich mit einer Wahnsinnsgeschichte, das muss man mal so sagen. Der gebürtige Frankfurter hat im Sommer 2024 seine Schuhe noch für den FC Gießen in der Regionalliga geschnürt. Dann ging es über Elversberg nach Frankfurt. Und jetzt, zwei Jahre später, steht er im Kader der Nationalmannschaft. Also wirklich ein Märchen, wie es sie heute nur noch selten gibt. Ja, und Jürgen Klopp wurde heute auf der Pressekonferenz gefragt, warum er den 23-Jährigen unbedingt dabei haben wollte, was er an ihm schätzt. Und das war die Antwort des Bundestrainers:
Jürgen Klopp, Bundestrainer:
Younes kam aus Elversberg nach Frankfurt. Ich habe das Spiel zufällig gesehen, sein erstes Spiel. “Watt? Wo haben die den denn her.?” So – und dann mal kurz nachgeguckt. wo kommt er her, was hat er gemacht?Und als wir im Trainerteam diskutiert haben, war es am Ende keine Diskussion, sondern es ging : “Ja, wollen wir machen.” Seine Art zu spielen., seine Bereitschaft, alles rauszuhauen, seine Schlauheit, was das Spiel auf der letzten Linie angeht, ohne häufig im Abseits zu sein, trotzdem immer da zu sein.
Beimel:
Ja, und damit nicht genug. Zwei weitere Frankfurter sind mit dabei, unter anderem der Stürmerkollege von Ebnoutalib Jonny Burkhardt, der mit Leistungen zuletzt in der Bundesliga überzeugt hat. Jetzt wird er für diese Leistungen von Jürgen Klopp belohnt. Für ihn gilt es jetzt aber erst mal längere Zeit auch fit und unverletzt zu bleiben, um diese Form auch halten zu können. Und dann der dritte Frankfurter im Bunde des DFB: Torhüter Noah Atubolu. Der war 2025 zwar auch schon mal dabei, wurde nachnominiert, landete da aber nicht im Spieltagskader, war nur Trainingsgast. Das könnte jetzt anders ausgehen. In diesen vier Spielen könnte auch er Spielzeit bekommen.
Appelmann:
Der Bundestrainer war zuletzt ja auch zu Gast im Training von Mainz 05, dem Verein, für den Jürgen Klopp etwas mehr als sieben Jahre selbst als Trainer an der Seitenlinie stand. Und bei seinem Besuch hatte er einen Spieler besonders im Fokus, oder?
Beimel:
Absolut. Und zwar Mittelfeldmann Nadiem Amiri – er ja auch schon unter Julian Nagelsmann bei der vergangenen Weltmeisterschaft mit dabei als Spieler, der auch mal von der Bank kommen und den Unterschied machen, er jetzt also auch bei Jürgen Klopp an Bord, weil er bei Mainz 05 als Spielmacher den Spielen in der Bundesliga immer wieder seinen Stempel aufdrückt und mit Leistung überzeugt.
Appelmann:
Dann sind wir gespannt, wie viel Spielzeit er und die andere Nominierten bekommen werden und wie sie ihre Chance dann nutzen. Julian, ich danke dir für deine Eindrücke vor Ort.
Beimel:
Gerne. Markus.