Vermüllte Altkleidercontainer
Was tun mit ausgemisteten Klamotten? Eine Möglichkeit ist, sie an gemeinnützige Organisationen zu spenden, indem man sie in Altkleidercontainer wirft. Ein einfaches Prinzip – wenn sich jeder an die Regeln halten würde. Doch die Organisationen, wie das Deutsche Rote Kreuz, verzweifeln immer mehr an vermüllten Containern und müssen jetzt ihre Konsequenzen ziehen.
Säcke voll mit Müll, alte Teppiche, ein kaputter Globus. Dinge, die hier nicht hingehören. An jeder Ecke in Frankfurt stehen Altkleidercontainer, wie die vom Roten Kreuz. Meist umgeben von Müll. Für das Rote Kreuz ein riesen Problem.
Dierk Dallwitz, DRK Frankfurt
„Das führt zum einen zu einem größeren Handlingsaufwand. Die Kolleginnen und Kollegen müssen mehr anpacken, im wahrsten Sinne des Wortes. Es sind aber auch Entsorgungskosten, die auf uns zukommen. Und das ist sozusagen das Hauptproblem, dass wir das nochmal separat trennen müssen und auch kostenpflichtig entsorgen müssen.“
Im mittleren fünfstelligen Bereich liegen die Kosten dafür im Jahr. Geld, das sozialen Projekten verloren geht.
Oft stecke nicht mal eine böse Absicht dahinter, wie bei diesen Büchern, vermutet der Geschäftsführer des DRK Frankfurt. Trotzdem haben die Bücher an der Altkleidertonne nichts verloren.
Dierk Dallwitz, DRK Frankfurt
„Ich glaube, derjenige, der es da hingelegt hat, der hat es nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Aber das ist der falsche Ort. Stellen Sie sich vor, es regnet gleich, dann ist es nass, dann ist es gar nicht mehr zu verwenden. Also es ist sozusagen die ganze Bandbreite von gutgemeint und einfach nur ignorant Müll entladen, ist nicht mehr mein Problem, weg damit.“
Das DRK Marburg-Gießen musste bereits Konsequenzen ziehen und hat im Sommer seine Altkleidercontainer abgebaut. Hier können Klamotten nur noch persönlich in den Kleiderläden abgegeben werden. Auch in Kassel musste das Rote Kreuz bereits viele Container abbauen. So weit ist es in Frankfurt noch nicht gekommen. Eine Erleichterung könnte sein, wenn sich auch die Hersteller an Kosten beteiligen müssen.
Dierk Dallwitz, DRK Frankfurt
„Wir machen das jetzt noch, bis sich klar herausstellt, wie gibt’s die Veränderung aus der erweiterten Herstellerverantwortung. Und vor allem, werden wir auch von der öffentlichen Hand in dem Bereich weiter unterstützt, beziehungsweise werden wir überhaupt unterstützt in dem Bereich, beispielsweise was das Thema Müllentsorgung angeht. Nur wenn das kommt, können wir es auch dauerhaft weiterführen.“


