Kamera gegen wilden Müll
In Bad Nauheim sind jetzt sogenannte „Wildmüllblitzer“ im Einsatz. Kameras mit Künstlicher Intelligenz sollen erkennen, wenn Müll illegal abgeladen wird – und somit natürlich mögliche Verstöße dokumentieren. Doch wie werden Müllsünder nun auf frischer Tat ertappt – wie funktioniert das Ganze?
Ein Mann holt einen Plastikkorb mit Gerümpel aus seinem Kofferraum, stellt ihn am Straßenrand ab und fährt dann einfach weg. Ihm droht jetzt ein Bußgeld von bis zu 500 Euro, denn er wurde beobachtet.
Steffen Schneider, Leiter Kur- und Servicebetrieb Bad Nauheim
„Wir müssen mit ein bis zwei Personen jeden Tag diese Plätze kontrollieren und Müllablagerungen entsorgen und das kostet den Steuerzahler eine hohe fünfstellige bis sechsstellige Summe und deshalb haben wir hier eine Überwachung mit einem Kamerasystem – einen sogenannten Wildmüllblitzer installiert.“
Der „Wildmüllblitzer“ verfremdet alles, was er aufzeichnet. Dann sucht eine KI in den vielen Stunden Material nach typischen Situationen, in denen Menschen etwas einfach auf dem Gehsteig zurücklassen. Ob eine Aktion strafbar war, entscheidet dann ein Sachbearbeiter, erklärt Benjamin Woite, der den Blitzer mit seiner Firma erfunden hat.
Benjamin Woite, Geschäftsführer Celective
„Die Computer-Vision erzeugt nur das erste Verdachtsmoment und es ist wichtig, dass der Mensch noch einmal darauf schaut, um tatsächlich Vertrauen zu haben. Häufig ist es so, dass KI so komplexe Prozesse noch nicht einhundertprozentig beurteilen kann.“
Festinstallierte und mobile Geräte sollen dem illegalen Müllabladern in Bad Nauheim zukünftig das Handwerk legen, Das Interesse an den neuartigen Geräten ist deutschlandweit groß.
Steffen Schneider, Leiter Kur- und Servicebetrieb Bad Nauheim
„Wir haben unheimlich viele Anfragen aus ganz Deutschland bekommen. Das zeigt mir, dadurch dass die Resonanz aus kleineren, auch aus größeren Städten, teilweise aus Großstädten kommt, dass das ein sehr prekäres und drängendes Thema ist in vielen Städten in ganz Deutschland.“


