Expertennetzwerk für die Medizin der Zukunft
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Damit es dazu gar nicht erst kommt und UM die Lebensqualität von Patienten zu verbessern, sucht ein Expertennetzwerk aus der Rhein-Main-Pfalz-Region jetzt nach neuen medizinischen Lösungen – auch mit der Hilfe Künstlicher Intelligenz.
Was kommt dabei heraus, wenn digitale Spieleentwickler und Ärzte Hand in Hand arbeiten? In diesem Fall eine App, die im Zusammenspiel mit einer Smart Watch Gesundheitsdaten wie den Puls von Patienten mit einer Herzschwäche erfasst.
Prof. Dr. Daniel Dürr, Leiter Kinderherzchirurgie Universitätsmedizin Mainz
„Was sich in der Patientenversorgung verbessern würde, wäre, dass die Patienten eben in Echtzeit wissen, wie’s ihnen geht und eben darauf reagieren können. Und eben zum Arzt gehen können, wenn der Bedarf da ist und nicht, wenn der Zeitpunkt im Kalender gekommen ist. Also, die Punktgenauigkeit der Behandlung, wenn die Krankheit fortschreitet.“
Dazu gibt’s von der App spielerische Ernährungstipps und Erinnerungen an regelmäßige Sporteinheiten und Medikamenteneinnahme, vom Arzt individuell an den Patienten angepasst. Intelligente Lösungen wie diese sollen im Rahmen des Netzwerks curATime entwickelt werden, das Experten aus den Bereichen medizinische Forschung, Künstliche Intelligenz und Industrie vereint.
Prof. Dr. Wolfram Ruf, Wissenschaftlicher Direktor Centrum für Thrombose und Hämostase Universitätsmedizin Mainz
„Die meisten Patienten werden behandelt, sehr gut heutzutage schon. Aber es gibt immer noch, trotz dieser guten Behandlung, immer wieder Herzinfarkte. Wir sind dran interessiert: Was, wenn wir mit dieser normalen Behandlung, den Patienten jetzt sehen, was fehlt denn da? Was kann man noch zusätzlich tun?“
Genau da, wo bisherige Therapien nicht verfangen, setzen Grundlagenforschung und KI-basierte Datenanalysen nun gemeinsam an.
Prof. Dr. Andreas Dengel, Geschäftsführender Direktor Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz
„Wir haben beispielsweise jetzt aus über tausend Quellen weltweit Daten zusammengebaut in einem großen Wissensgrafen, wo biologische Zusammenhänge zwischen Genen, zwischen RNA und DNA, zwischen Krankheiten und Medikamenten eben dargestellt werden. Und auf diesen Daten kann man ganz neue Erkenntnisse gewinnen, wie man schon existierende Medikamente beispielsweise für ganz neue Krankheiten einsetzen kann.“
So könnten passende Medikamente deutlich schneller entwickelt und Patienten besser versorgt werden. Für den rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister Clemens Hoch sind weitere 15 Millionen Euro vom Bund und 1 Million Euro vom Land auch volkswirtschaftlich gut investiert.
Clemens Hoch (SPD), Wissenschafts- und Gesundheitsminister RLP
„Wenn Menschen krank werden, geben wir sehr, sehr viel Geld aus, um sie wieder gesund zu machen oder den Krankheitsfortschritt zu unterbinden. Wenn wir aber früher erkennen, welche Prozesse zur Krankheit führen, dann können wir schon viel früher intervenieren. Und diese Intervention spart am Lebensende ganz viel Geld und wir müssen weniger Ressourcen einsetzen.“


