Waldkunstpfad in Darmstadt
Wann haben Sie Ihren letzten Waldspaziergang gemacht? Falls das schon zu lange her ist, haben wir jetzt eine Empfehlung für Sie! Denn im Darmstädter Wald findet zurzeit der 13. Internationale Waldkunstpfad statt. Und der zeigt, ganz kostenfrei, die Werke von Künstler aus aller Welt und der Region.
Kunst als Zugang zur Natur. In luftiger Höhe. Aus dem Boden sprießend. Oder wie hier – direkt mit der Natur verbunden. Unter dem Motto „Demokratischer Wald“ will der diesjährige Waldkunstpfad Fragen stellen.
Ute Ritschel, Kuratorin
„Wie können wir der Natur, dem Wald eine Stimme geben? Welchen Willen hat der Wald selber? Wie kann er selber überleben? Wie können wir ihm dazu helfen, dass er das auch weiter tun kann? Braucht der Wald Demokratie? Oder ist es demokratisch, dass wir hier im Wald sein können?“
Der Waldkunstpfad zeigt auf zwei Kilometern die Werke von 42 Künstlern aus 16 Ländern. Darunter das Werk der ungarischen Künstlerin Reka Szabo. All diese ursprünglich abgebrochenen Äste hat sie hier im Wald vom Boden aufgesammelt, bearbeitet und dann zu einem rund 6 Meter langen neuen „Baum“ zusammengefügt. Das Werk betont den schlechten Zustand, in dem sich der Darmstädter Wald an einigen Stellen befindet.
Ute Ritschel, Kuratorin
„Es ist alles zerfallen. Viele Bäume sind auch tot, die hier stehen. Und was wir jetzt mit der Kunst versuchen, ist diese Fragestellung auch weiterzugeben. Und zu sagen: Welche Rechte hat der Wald? Welche Pflichten haben wir, ihn zu erhalten? Und wie gehen wir überhaupt damit um, dass dieser Wald in diesem Zustand ist?“
Der Wald als Nahrungsquelle. Der Wald als Zufluchtsort. Bei Uli Muders zweiteiligem Kunstwerk – bestehend aus den Druckplatten und den damit bedruckten Flaggen – spielt das Material ein wichtige Rolle.
Uli Muders, Künstler
„Für mich war es schon wichtig, dass hier ein Holz, was dem Wald genommen wurde, praktisch auch wieder zurückkommt. Also es hat ja so ein bisschen den technischen Charakter schon noch. Aber durch einzelne, wie die beschnittenen Ränder, habe ich versucht, dass es wieder ein bisschen aussieht, als sei es ein aufgesägter Baum.“
Ein wichtiges Element für Demokratie – ein klares Nein. Der Norweger Trond Solberg zeigt dieses „Nein“ in verschiedenen Formen und Sprachen. Am Boden Und in der Luft. Und immer aus Holz gefertigt.
Die Darmstädter Künstlerin Dina Rautenberg arbeitet hingegen mit Textil, das sich – ähnlich wie Moos – organisch an den Baum anschmiegt. Ihr Werk „Naturdom“ soll bei seinen Betrachtern eine Reaktion hervorrufen.
Dina Rautenberg, Künstlerin
„Dass sie aus dem Wald rausgehen und einen Mehrwert haben. Und da vielleicht, wenn sie das nächste Mal an einem anderen Baum vorbeigehen, sich vorstellen: Ah, da könnte jetzt auch…Also es ist hoffentlich so, dass es nachhaltig wirkt.“


