Konferenz zur aktuellen Situation des Rheins

Ja, die niedrigen Pegelstände waren heute natürlich auch Hauptthema in der achten „Länderkonferenz Rhein“ in Wiesbaden. Dort haben sich die Verkehrsminister aus allen vier Ländern, durch die der Rhein fließt, zusammengesetzt und über die aktuellen Herausforderungen beraten.

 

Um die 140 cm zeigt der Pegelstand heute in Mainz. Nach einer kurzer Erholung Ende August ist der Wasserstand nun wieder sehr niedrig. An anderen Orten am Rhein sieht es noch schlimmer aus: der Engpass in Kaub hatte zwischenzeitlich ein Rekordtief von unter 20 Zentimetern. Während der Niedrigwasserperiode konnten nur 13 Schiffe den Rhein durchgängig befahren.
Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – Die vier Bundesländer, die am Rhein liegen, fordern heute vom Bund mehr Geld für die Binnenschifffahrt. Das System Wasserstraße habe einen jährlichen Bedarf von 2,5 Milliarden Euro verteilt auf ganz Deutschland.
Kaweh Mansoori (SPD), Verkehrsminister Hessen: Es wird vor allem um die Schifffahrtsstraßen gehen, auch um die Hafeninfrastrukturen. Das alles muss ertüchtigt werden. Und gleichzeitig treten wir ja auch mit dem Bund in das Gespräch ein zur Modernisierung veralteter Flotten. Themen wie Niedrigwasser werden aufgrund des Klimawandels künftig häufiger vorkommen. Und gerade moderne Schiffe kommen mit solchen Niedrigwassern besser zurecht.
Die Ausfälle in der Binnenschiffahrt haben große wirtschaftliche Schäden zur Folge, die momentan noch nicht berechenbar seien.
Achim Schwickert (CDU), Verkehrsminister Rheinland-Pfalz: Eine solche Niedrigwasserphase hat natürlich die Auswirkung auf alle die Güter, die in dieser Zeit über die Schiffe transportiert worden wären. Das sind insbesondere Güter, die sehr schwer sind und die in großen Mengen auf Schiffen verlagert werden. Das erspart eine Menge an LKW-Verkehr. Es geht aber auch um Güter, die eine Größenordnung haben, die Sie auf dem Schiff ganz gut transportieren können.
Der Rhein habe eine besonders hohe Kapazität für den Gütertransport. Die Binnenschifffahrt habe bislang aber zu wenig politische Beachtung bei der Planung von Infrastruktur bekommen, sagt Magnus Bünning von der Initiative System Wasserstraße.
Magnus Bünning, Initiative System Wasserstraße: Ich glaube, dass der Ball jetzt aber beim Bund liegt zu sagen, was tun wir, wie viel tun wir, wann tun wir es. Und so viel Zeit bleibt nicht mehr, die nächsten Niedrigwasser kommen. Jeder, der der Wissenschaft etwas vertraut, weiß, dass klimatische Veränderungen auch Niedrigwasser und Hochwasserphasen mit sich bringen. Und dann wird das irgendwann eine Zwangsläufigkeit zu handeln. Es geht nur darum, den Punkt schnellstmöglich zu wählen.
In den nächsten Tagen wird der Pegelstand des Rheins wohl erstmal wieder leicht sinken, bevor die Flüsse im Herbst und Winter wieder voller werden. Langfristig müssen sich die Rheinanrainer wohl aber auf immer längere Niedrigwasserperioden einstellen.