Flugzeuglegende Junkers F-13 in Mainz-Finthen

Sie ist das erste zivile Verkehrs-Flugzeug der Welt. Die Junkers F-13, entwickelt vom deutschen Luftfahrt-Pionier Hugo Junkers. 1919 fliegt sie zum ersten Mal durch die Lüfte und wird dann in über 40 Länder ausgeliefert. Heute gibt es nur noch drei flugfähige Modelle der F13 – und eines davon macht an diesem Wochenende Station in Mainz.

 

Mit der Junkers F13 beginnt eine neue Ära in der Luftfahrt. Mit ihrer innovativen Konstruktion – komplett aus Leichtmetall – revolutioniert sie den zivilen Luftverkehr und wird zum Wegbereiter des modernen Passagierflugs. 1926 wird die Deutsche Luft Hansa gegründet und setzt dabei vor allem auf die F13 um ihre Passagiere zu befördern. Später wird das Modell dann von der heute noch bekannten Junkers 52 –  der „Tante Ju“ abgelöst. Die F13 gerät in Vergessenheit.
Doch seit einigen Jahren ist sie wieder in der Luft. Der Nachbau einer Junkers F13 schwebt heute am Flugplatz in Mainz-Finthen ein. Am Steuerknüppel sitzt Uwe Schmuck. Er ist einer von nur sechs Piloten, die den Nachbau der historischen Maschine fliegen dürfen. Von außen sieht das Flugzeug zwar aus wie das Original – ausgestattet ist der Flieger aber mit modernster Technik.
Uwe Schmuck, Pilot Junkers F13: „Es ist natürlich gegenüber Wind und Wetter bisschen anfälliger als andere Flugzeuge. Und die Besonderheit des Spornrads ist halt die Richtungsstabilität am Boden. Aber das haben alle Spornrad-Flugzeuge. Insofern ist das Flugzeug eigentlich gar nicht anspruchsvoll zu fliegen. Anspruchsvoll ist an diesem Flugzeug eigentlich nur das ein Aussteigen.“
Denn die Piloten müssen durch die Front rein- und rausklettern, sie fliegen im offenen Cockpit – ohne Scheibe.
Uwe Schmuck, Pilot Junkers F13: „Man sitzt im Freien und zwar die ganze Zeit. Man kann sich also nicht irgendwo schützen gegen Wind und Wetter, sondern man sitzt immer im Freien, hat natürlich durch die Turbulenzen auch entsprechend Geräuschkulisse auf dem Ohr.“
Zwei Luftfahrtenthusiaten, die dieses besondere Gefühl der Junkers F13 hautnah erleben wollen, haben sich heute einen 20-minütigen Rundflug gebucht. Maximal vier Passagiere passen in die Kabine – die beiden Piloten nehmen vorne Platz.
Und schon hebt die Maschine ab. Allerdings ist es heute sehr windig. Daher ruckelt es ganz schön. Die Sicht ist dagegen fantastisch. Von Mainz Finthen aus geht es entlang des Rheins über die Mainzer Innenstadt und dann in einer Schleife über Rheinhessen wieder zurück. Die Landung klappt, trotz böigem Wind.
Joachim Deutenberg, Rundflug-Passagier aus Hofheim: „Na gut, es ist halt ziemlich windig, aber ist alles schön laut. Aber es macht einen riesen Spaß. Man sieht halt viel, man fühlt die Luft, man fühlt das Fliegen. Ist halt noch richtig Fliegen pur.“
Wilfried Manthey, Rundflug-Passagier aus Zornheim: „Es ist langsam Und man merkt jede Kurve. Die Höhe hat er ja gehalten. Es war eigentlich angenehm dann, weil wir haben heute herrliche Sicht da über Mainz. Und war wirklich schön. Den Start fand ich das unangenehmste.“
Um in den Genuss eines Rundflugs zu kommen, muss man allerdings lange genug Mitglied im Verein sein, der die Junkers F13 betreibt. Er wurde eigens gegründet, um die Nachbauten des ersten Ganzmetall-Verkehrsflugzeugs der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Bernd Huckenbeck, Vereinsvorsitzender Junkers Luftverkehr: „Das ganz Markante ist ja die Wellblechform. Die, die wir haben. Und die hat Hugo Junkers ja damals mitentwickelt für den Flugzeugbau. Und das hat ja dann auch nachher bis zur JU 52 gehalten. weil das einfach mit sehr dünnem Material sehr viel Steifigkeit zu erzielen ist. Und sehr stabile Flugzeuge zu bauen so.“
Wer die Faszination Junkers F13 erleben will; am Flugplatzfest am Wochenende in Mainz-Finthen gibt’s die Gelegenheit dazu. Allerdings nur vom Boden, denn die Rundflüge sind bereits ausgebucht.