Staubsaugermuseum in Bruchmühlbach-Miesau

Und jetzt nehmen wir sie mit nach Bruchmühlbach–Miesau. Dort ist ein Museum einem Haushalthelfer gewidmet, ohne den wir uns alle das Leben gar nicht mehr vorstellen könnten: dem Staubsauger. Ein weiterer Teil unserer Serie „Jenseits der Klassiker – ungewöhnliche Museen“.

Faszination… Staubsauger. Früher hat Alois Steffgen Industriesauger verkauft, heute schlägt sein Herz vor allem für die historischen Haushaltshelfer. 1901 wurde der erste Staubsauger als Patent angemeldet – damals noch ohne Strombetrieb.
Alois Steffgen, Staubsauger-Sammler: „Aufbau des Saugers ist immer: Vorratsbehälter, Filter, hier sitzt der Filter drin, und eine Antriebseinheit. Also kein Elektro, sondern hier wurde über einen Pump-Blasebalg die Saugluft erzeugt. // Hier hab ich einen der wurde so betrieben“
Ein regelrechter Hygiene-Hype wurde losgetreten. Um 1910 wurden so viele Patente für Staubsauger angemeldet wie für Automobile. Denn während der Besen nur den groben Staub erwischt, bekam man mit dem Staubsauger auch den feinen Staub weg. Für manche Modelle hat es gleich zwei Personen gebraucht. Der eine kurbelt und treibt die Membranen an, der andere saugt. Ein Luxus-Teil.
Alois Steffgen, Staubsauger-Sammler: „man geht davon aus, dass drei Monatslöhne nicht gereicht haben für so eins.“
Ab 1920 lösten die elektrischen die handbetriebenen Staubsauger ab. Für sein Museum hat Alois Steffgen rund 100 Exponate gesammelt. Angefangen hat alles mit diesem hier, Baujahr 1930, das seinem Vorbesitzer lieb und teuer war. Dann kam der Krieg.
Alois Steffgen, Staubsauger-Sammler: „und er konnte den Staubsauger nicht mit auf die Flucht nehmen. Er selber war Schreiner und hat den im Garten vergraben und als der nach einem Jahr wieder zurück in den Wohnort durfte, dann hat er den Sauger ausgegraben und hat bis 1993 damit gesaugt.“
Alle Staubsauger hier hat Alois Steffgen geschenkt bekommen. Nur Geräte mit einer Geschichte dürfen ins Museum und keine Kunststoff-Massenprodukte. Der Staubsauger von früher war ein echtes Multifunktionsgerät. Denn er saugt nicht nur Luft rein, er bläst sie auch sauber wieder raus.  
Alois Steffgen, Staubsauger-Sammler: „An den Austrittskopf kann ich einen Schlauch dran machen und mit der Luft, die dort raus kommt, kann ich Geräte betreiben: Küchenmaschine, Mixer, Autolackierpistole.“
All das gibt’s zu sehen im Staubsaugermuseum in Bruchmühlbach–Miesau.