Junge Klaviergenies aus Darmstadt

Egal ob Chopin, Mozart oder Beethoven – für Yad und Shad aus Darmstadt kein Problem, denn Musik ist ihre Muttersprache. Sie gelten als Wunderkinder am Klavier und sind damit wahrscheinlich auch die jüngsten Komponisten aus Hessen.enn sie in die Tasten hauen, wird einem schon beim Zuschauen schwindelig. Das sind Yad und Shad Barzinjy. Die Brüder leben für das Klavierspiel und stellen die Musikwelt auf den Kopf.

Sie spielen und interpretieren die Musik nicht nur, sondern sie lassen sie durch Improvisation im Moment entstehen. Eine große Hilfe ist da auch ihr absolutes Gehör. Die Improvisation ist Yads große Stärke. Alles, was er dafür braucht – eine kleine Melodie.
Yad Barzinjy, 15, Pianist. „Das wären dann die Töne E,F,A,C, H,G, A. und das würde shcon reichen, um darüber zu improvisieren.“
So entsteht eben mal so ein neues Stück, mit unterschiedlichen Rhythmen und Tonarten. Sein außergewöhnliches Talent bleibt nicht lange unentdeckt. Seit er elf Jahr alt ist, studiert er als Jungstudent an der Hochschule in Frankfurt. Und das alles neben seiner normalen schulischen Laufbahn. Sein Antrieb – die Liebe zur Musik.
Yad Barzinjy, 15, Pianist: „Beim Improvisieren muss ich mich an Baukastenprinzipien halten, oder ich muss mir keine Formen ausdenken, was ich alles spielen werde, sondern ich kann mich einfach auf die Intuition verlassen, dass ich auch nicht irgendwas spiele, sondern, dass ich in dem Moment wirklich ganz viele Ideen hab.“ 
Sein jüngerer Bruder Shad ist erst dreizehn Jahre alt. Seine besondere Leidenschaft gilt der Komposition. Alles, was er für das Komponieren braucht, ist sein Tablet und eine erste Idee.
Shad Barzinjy, 13, Pianist und Komponist: „Meistens erst eine kleine Melodie, aber während dem Schreiben kommen immer weitere Ideen dazu und so entsteht ein fertiges Stück. Die Suche nach dem eigenen Stil ist ein lebenslanger Prozess, da man sich weiterentwickelt verändert sich der Stil auch immer. Aber bei mir würde ich grundsätzlich sagen im klassisch-romantischen Stil.“
Oliver Kolb ist Klavierdozent an der Akademie für Tonkunst und hat die beide Klavierwunderkinder vor sieben Jahren entdeckt und fördert ihr Talent noch heute.
Oliver Kolb, Klavierdozent Akademie für Tonkunst: „Bei den beiden war das sehr stark erkennbar, dass die Musik in sie reinfloss und war drin. Also in einem Ausmaß wie man es selten findet. Das ist ein bisschen auch so ne Göttergabe, sag ich mal. Das können nur ganz wenige.“ 
Eine besondere Leidenschaft der Brüder: die Arbeit mit kurdischen Liedern, die sie eigenständig für das Klavier neu arrangieren. Sie selbst haben einen kulturellen kurdischen Hintergrund und wollen die Melodien weiterverbreiten.
Yad Barzinjy, Pianist: „Es gibt leider auch seit Jahrhunderten eine systematische Unterdrückung, dass man versucht diese Musik zu verbieten und zu unterdrücken und da kommt nochmal diese Ebene dazu, dass man auch dagegen sozusagen ankämpft, dass man die Musik trotzdem verbreitet und, dass man damit auch ganz neue Werke formt.“ 
Obwohl beide in ihrem jungen Alter schon viel erreicht haben, richten sie ihren Blick nach vorne und wollen unter anderem ein Buch schreiben und mit ihren selbstkomponierten Stücken viele Menschen mit ihrer Musik begeistern.