Frankfurter Tramfahrer trainiert für Straßenbahn-EM

In zwei Wochen findet in Warschau eine doch sehr außergewöhnliche Europameisterschaft statt: die Tram-EM, also die Europameisterschaft im Straßenbahn fahren. Für Deutschland tritt in diesem Jahr ein Fahrer der Frankfurter Verkehrsgesellschaft an. Wir haben ihn im Trainingslager besucht.

Vollgas! Zielen! Und: volle Punktzahl! Das ist Straßenbahn-Bowling, eine von sechs Disziplinen bei der Tram-Europameisterschaft. Für Deutschland tritt in diesem Jahr der Frankfurter Robin Hepp an. In einem Vorentscheid hat er sich durchgesetzt. Seine größte Stärke:
Robin Hepp – Straßenbahnfahrer aus Frankfurt
„Die Ruhe hilft mir schon sehr. Dass ich mich nicht so leicht aus der Fassung bringen lasse, dass wird mir allgemein helfen beim Wettbewerb.“
Also ein ganz entspannter Typ. Und das muss er auch sein, bei diesen Disziplinen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Bei voller Fahrt bremsen und dabei so wenig Wasser, wie möglich verschütten.
Das war ziemlich perfekt.
Das Ziel einmal bei der Europameisterschaft teilzunehmen, hat Robin seit er Straßenbahn fährt.
Robin Hepp – vertritt Deutschland bei der Tram-EM
„Ich fahre Straßenbahn seit knapp dreieinhalb Jahren. Kurz danach war auch hier in Frankfurt die Straßenbahn Europameisterschaft. Damals war ich noch nicht lang genug dabei, um mich zu bewerben. Dann habe ich gesagt: Beim nächsten Mal, wenn Frankfurt wieder teilnimmt.“
Und jetzt zwei Jahre später hat es geklappt.
Wie hier 2024 in Frankfurt, nur dieses Jahr eben in Warschau, kämpfen bei der Tram-EM 25 Teams um den Titel: bester Straßenbahnfahrer Europas. Und der Heimvorteil kann durchaus entscheiden. Denn gefahren wird mit den Bahnen der Austragungsstadt.
Robin Hepp – Straßenbahnfahrer aus Frankfurt
„Wir fahren hier mit unseren Fahrzeugen, die wir aus dem Alltag gewohnt sind. Vor Ort ist es ein anderer Hersteller und wir kennen die technischen Voraussetzungen der Bahnen nicht. Jede Bahn fühlt sich anders an, jede Bahn bremst anders, jede Bahn beschleunigt anders.“
Und: die austragende Stadt darf sich neue Disziplinen überlegen. Wie damals in Frankfurt das Straßenbahn-Billiard.
Also viel Unbekanntes, das in Warschau auf Robin zukommt. Mehrmals die Woche trainiert er deshalb mit dem Fahrlehrer der Frankfurter Verkehrsbetriebe. Der hat große Ziele.
Peter Schulz – Fahrlehrer der Frankfurter Verkehrsbetriebe
„Frankfurt spielt dieses Jahr in Warschau international und mal schauen, wie weit es geht. Wir wollen ziemlich weit hochfliegen.“
Der zweite Platz ist bislang die beste Platzierung der Frankfurter bei einer Tram-EM. Vielleicht gibt es mit Robin Hepp in diesem Jahr den ersten deutschen Straßenbahn-Europameister.