Schaltgespräch mit Opel-Chef Florian Huettl

Das Richtfest des GreenCampus ist ein wichtiger Tag für Rüsselsheim und für Opel – und am Rande der Veranstaltung habe ich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Opel-Chef Florian Huettl.

Eva Dieterle: Guten Tag.
Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Guten Tag, Frau Dieterle. Grüße nach Mainz.
Eva Dieterle: Herr Huettl, ist so ein modernes Verwaltungsgebäude auch wirklich ein langfristiges Versprechen für die Zukunft des Standorts Rüsselsheim?
Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Definitiv. Wir feiern hier heute das Richtfest unseres Green Campus hier in Rüsselsheim. Auf dem historischen Grund, auf dem Opel seit 127 Jahren arbeitet. Dieses Gebäude, das wir heute mit dem Richtfest feiern, ist der erste Teil der gesamten Green Campus Entwicklung. Das Risiko, dass es ein klares Bekenntnis heute zum Standort Rüsselsheim und zum Standort Deutschland. Denn hier entsteht die Architektur, die Infrastruktur, die Opel und Stellantis in Zukunft braucht, um entsprechend hier aus Rüsselsheim heraus in Deutschland wieder arbeiten zu können. Also ein großes Investment, eine große Investition, ein klares Zeichen, dass wir hier Zukunft schaffen für Opel, für Stellantis, für Rüsselsheim, für Deutschland.
Eva Dieterle: Ursprünglich haben mal über 40.000 Menschen am Standort in Rüsselsheim gearbeitet, jetzt sind es noch rund 7.000. Können Sie denn heute sagen, dass zumindest diese Stellen am Standort auch in den kommenden Jahren sicher sind?
Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Wir haben in den letzten Jahren hier Opel ja so aufgestellt, wie es für die Zukunft aufgestellt sein muss. Opel als Teil eines weltweiten Konzerns oder auch eines weltweiten Entwicklungsnetzwerks. Und es ist uns hier gelungen, in den letzten Jahren eine klare Strategie zu entwickeln, was hier in Rüsselsheim entstehen muss, was unser Entwicklungszentrum leisten muss. Dafür haben wir uns aufgestellt. Dafür schaffen wir hier die Bedingungen mit einem neuen Entwicklungszentrum, mit einem neuen Design im Rahmen des Green Campus und mit diesem Aufbau, mit dieser Struktur ist Opel so aufgestellt, dass wir das leisten können, was wir in Zukunft leisten müssen, nämlich jeden Opel federführend hier zum Entwickeln zu designen. Und im Falle des Astra, den wir schon angekündigt haben, auch hier in unserem Stammwerk in Rüsselsheim bauen zu können.
Eva Dieterle: Um auch die Arbeitsplätze zu sichern?
Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Und hier eben auch Zukunft zu schaffen für unser Unternehmen, für unsere Mitarbeiter, für das Know how, das die Entwicklungsteams von Opel, die Designteams von Opel und die Stellantis in Deutschland auszeichnet und die wir hier entsprechend in die Zukunft mitnehmen.
Eva Dieterle: Eine Frage in die Zukunft gerichtet: Auch die nächste Generation des Opel Astra bleibt in Rüsselsheim. Werden dann Verbrenner UND Elektro-Astra gebaut? Denn ihr damaliger zu ambitionierter Umstieg auf die Elektromobilität wollten die Kunden ja nicht mitgehen….
Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Also zunächst mal: Es ist uns in der Tat gelungen, hier in Rüsselsheim durch harte Arbeit auch einen Werk so aufzustellen auf der Kostenseite, auf der Qualitätseite und in punkto Flexibilität, dass wir hier in der Lage sind, auch die nächsten Astra konkurrenzfähig zu bauen. Das ist das Ergebnis der Arbeit, der Teams und darauf sind wir sehr stolz. Wir haben also verkündet, dass wir den neuen Astra hier bauen werden. Der neue Astra wird in verschiedenen Antriebsvarianten entwickelt und produziert werden, natürlich in einem sehr wettbewerbsfähigen Elektroantrieb, aber auch mit anderen Varianten, die wir dann entscheiden im Rahmen des Entwicklungsprozesses. Abhängig davon, wie sich der Markt entwickeln wird. Wir bauen Autos, die den Erwartungen unser Kunden entsprechen. Elektromobilität entwickelt sich sehr, sehr stark in den letzten Monaten, aus vielen Gründen. Aber wir sehen auch nach wie vor Bedarf an modernen Hybrid-Motoren. Und wir werden diesen Bedarf auch mit dem Astra entsprechend bedienen.
Eva Dieterle: Sagt der Chef des Rüsselsheimer Autobauers Opel, danke Florian Huettl.
Florian Huettl, Geschäftsführer Opel: Ja, vielen Dank, Frau Dieterle