Junge Mönche in Maria Laach

Wenn man Kinder fragt was sie später mal werden wollen, bekommt man Antworten wie: Polizist, Arzt oder Astronaut. Kaum jemand wird wohl mit MÖNCH antworten. Im Kloster Maria Laach gibt es aktuell aber eine hohe Nachfrage von jungen Menschen, die genau diesen Weg einschlagen wollen. Und das in Zeiten in denen die Zahl der Kirchen-Austritte immer weiter steigt. Was zieht also junge Menschen ins Kloster?

Das Kloster Maria Laach: Ein Ort an dem die Zeit irgendwie langsamer zu laufen scheint. Zwischen dicken Mauern und alten Büchern leben aber auch junge Menschen. Bruder Jonas ist 32 Jahre alt und lebt seit sechs Jahren im Kloster. Mit ihm 27 weitere Mönche zwischen 24 und 95 Jahren. Eine Gemeinschaft, die Bruder Jonas zum Bleiben bewegte.
Bruder Jonas Hilger OSB (Mönch des Benediktinerordens) : „Solange ich denken kann, waren wir irgendwie jedes Jahr hier zu Besuch bei der Verwandtschaft. In dem Zuge gehörte Maria Laach immer dazu und ich habe dann nach und nach die Mitbrüder kennengelernt und habe dann hier unter Pater Philipp im Chor mitgesungen in der Capella Lacensis. Und so ist man irgendwie in diese Gemeinschaft hineingewachsen und man hat gemerkt: Okay, das sind alles irgendwie auch normale Leute.“ 
Das Klosterleben ist strukturiert. Der Morgen beginnt bereits um 5 Uhr. Fünfmal am Tag wird gebetet – dazwischen gearbeitet. Doch in diesem Alltag sieht Bruder Jonas Freiheit.
Bruder Jonas Hilger OSB (Mönch des Benediktinerordens): „Bei vielen Menschen ist glaube ich im Moment ein Problem, dass sie einfach zu viel haben. Also wir haben irgendwie alles und trotzdem sind wir nicht zufrieden. Stichwort: politische Situation. Wenn man sich ein bisschen einschränkt, entsteht darin eine große Freiheit. Etwas weniger Handykonsum zum Beispiel oder sich mal Zeiten für Stille zu nehmen und das ist eine Chance, die unser Kloster bietet.“ 
Aktuell studiert Bruder Jonas Theologie in Salzburg. Wenn er dann in der Eifel ist, spielt der Kirchenmusiker Orgel, arbeitet im Garten und übernimmt Aufgaben, die eben anfallen. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach dem Mönchsleben gewachsen. Gerade unter jungen Menschen. Der Prior der Abtei sieht den Grund dafür vor allem in der immer schneller werdenden Zeit und dem Bedürfnis nach Entschleunigung.
Prior P. Maximilian Krenn OSB (Prior des Benediktinerordens): „Dahinter suchen Menschen wieder nach Lebensentwürfen – und das ist ja nicht nur bei uns so –, die tiefer gehen, die sich nicht nur als Konsumenten verstehen. Und ich glaube, davon profitieren wir auch, dass Menschen sagen: Was ist denn echt? Was gibt mir Halt? Was hat vielleicht vor Jahrhunderten auch schon Geltung gehabt? Also man sucht auch danach wieder.“ 
Doch nicht jeder der im Kloster ankommt bleibt auch. Wer interessiert ist, kann für eine Woche unter den Mönchen leben und Teil der Gemeinschaft werden.
Prior P. Maximilian Krenn OSB (Prior des Benediktinerordens): „Bis zur endgültigen Bindung dauert es hier 6 Jahre. Das ist schon eine ordentliche Zeit. In der Zeit muss man rechnen, dass der ein oder andere auch wieder geht. Das sagt die Erfahrung. Weil nicht jeder der es sich anschaut, ist vielleicht geeignet oder erkennt dann: Ja das ist wirklich meins.“ 
Im nächsten Jahr steht für Bruder Jonas die feierliche Profess an. Damit bindet er sich lebenslang an Gott und das Klosterleben als Benediktiner. Ein Schritt auf den er sich freut und den in Zukunft wohl immer mehr junge Menschen gehen könnten.