Umsetzung der Krankenhausreform in Rheinland-Pfalz

Kommen wir jetzt zu einem Dauer-Patienten: unserem Gesundheitssystem. Deutschland hat so viele Krankenhäuser, wie kaum ein anderes Land in Europa. Doch allein in Rheinland-Pfalz schreiben zwei Drittel der Kliniken rote Zahlen – und immer wieder müssen Krankenhäuser schließen. Der Bund hat deshalb beschlossen, die Krankenhaus-Landschaft umzukrempeln. Rheinland-Pfalz setzt die umstrittene Reform nun als erstes Bundesland nach Nordrhein-Westfalen um.

 

Das Krankenhaus Marie Stern in Remagen: eine von insgesamt acht Kliniken in Rheinland-Pfalz, die im vergangenen Jahr schließen mussten. Der Grund: gestiegene Energie- und Personalkosten und zu wenig belegte Betten. Probleme, mit dem viele Kliniken im Land kämpfen.
Und hier soll die Krankenhausreform ansetzen: Kliniken sollen in Zukunft nur noch Leistungen abrechnen können, die ihnen vom Land zugewiesen wurden.  So sollen Personal und Betten effizienter genutzt und Kliniken stärker spezialisiert werden. Nicht mehr jedes Krankenhaus soll zum Beispiel Hüft– oder Knie-OPs anbieten. Die Idee: durch die Spezialisierung steigt auch die Qualität der Behandlung.
Die Kehrseite: Es wird künftig weniger klassische Krankenhäuser geben und die Wege für Patienten weiter werden. Zwar sollen alle rund 80 Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz erhalten bleiben, sieben jedoch zu sogenannten Regiokliniken verkleinert werden: Hermeskeil, Bingen, Boppard und Kirn waren bereits geplant, neu hinzu kommen jetzt BernkastelKues, Bad Dürkheim und Frankenthal.
Regiokliniken haben keine Notaufnahmen, keine Möglichkeit Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu behandeln und insgesamt weniger Abteilungen und Betten. Sie sollen stattdessen die Grundversorgung in wenig bewohnten Regionen sichern – bei Alltagsnotfälle wie Verletzungen beim Sport oder im Haushalt.
Für die Landesregierung ein Weg, unwirtschaftliche Krankenhäuser zumindest in abgespeckter Form zu erhalten. Die betroffenen Regionen befürchten dagegen: eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung.