Lebenslang für Mord an Amy Lopez

Jahrzehnte lang war es ein Cold Case – ein ungelöster Kriminalfall: 1994 finden spielende Kinder die Leiche der US-Amerikanischen Touristin Amy Lopez, halbnackt und brutal ermordet. Vom Täter: Keine Spur. Jetzt ist der Mord um Amy Lopez gelöst: Heute hat das Landgericht Koblenz sein Urteil verkündet. 

 

Mehr als 30 Jahre hat es gedauert: Jetzt ist der 81-jährige Hans Joachim S. zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Sein Mord an Amy Lopez – laut Gericht: Heimtückisch und zur Befriedigung des Geschlechtstriebes.
Kathrin Kienle, Anwältin der Familie von Amy Lopez  
„Das Urteil kann selbstverständlich nicht die Tat nicht ungeschehen mache, es kann auch Amy nicht mehr zurückbringen aber der Vater und der Bruder von Amy haben mir mitgeteilt, dass sie eigentlich über die ganze Zeit hinweg eigentlich nie den inneren Frieden finden konnten, solange wie der Täter nicht gefasst war.“
Das Gericht sieht auch die besondere Schwere der Schuld, weil sich Hans Joachim S. mit Handschellen und Messer regelrecht auf die Jagd nach einer Frau begeben hat. 
Rückblick: Im September 1994 war die US-Amerikanerin auf Europa-Reise – hat den Trip von ihrem Vater zum College-Abschluss geschenkt bekommen. Auch in Koblenz macht sie Halt. Besucht die Festung Ehrenbreitstein. Hier trifft sie zufällig auf den damals 49 Jahre alten Hans Joachim S.
Mit dem Vorwand eine Abkürzung zu kennen, führt er sie ins abseits gelegene General-von-Aster-Zimmer. Hier fesselt er sein Zufallsopfer mit Handschellen, sticht ihr neun Mal in die Brust und schlägt sie mit einem Stein mehrmals auf den Kopf. Amy Lopez verblutet innerlich. Vor und nach ihrem Tod vergewaltigt er sie.
Die Fahndung – auch nach ihren gestohlenen Gegenständen – verläuft erfolglos. Erst durch neue DNA-Analysemethoden konnte Hans Joachim S. jetzt als Täter identifiziert werden.
Andrea Maier, Staatsanwaltschaft Koblenz 
„Ich muss sagen, wir sind heilfroh gewesen, als wir die Tat nach so vielen Jahren aufklären konnten (…) und ich denke das sind wir den Opfern und auch deren Hinterbliebenen – wie man auch im heutigen Fall sehen konnte schuldig.“
Vater und Bruder von Amy Lopez reisen für die Urteilsverkündung aus den USA an – möchten aber nicht gefilmt werden. Sie treffen heute im Gerichtssaal auf den Mörder.
Er: Bereits mehrfach verurteilt, zuletzt 1999 wegen einer versuchten Vergewaltigung. Er gesteht alles, akzeptiert das Urteil heute vollumfänglich.
Volker Klein, Anwalt des Angeklagten
„Man kann es ja nicht mehr gutmachen. Man kann das Leben nicht mehr zurückgeben aber er wollte – indem er auf Rechtsmittel verzichtet erklären, dass er sich schuldig gemacht hat und dafür geradestehen wird.“
Alle Prozessbeteiligten verzichten darauf Rechtsmittel einzulegen – das Urteil damit rechtskräftig. Der Mörder von Amy Lopez ab sofort lebenslang im Gefängnis.