Aktion gegen Hundehaufen in Speyer

Einen Riesenärger um Hundehaufen gibt es gerade am Russenweiher in Speyer. Weil viele Hundehalter dort zwar gerne Gassi gehen, sich aber eher ungern um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner kümmern, herrscht akute Tretminen-Gefahr. Das wollen Anwohner und der örtliche Angelverein nicht länger hinnehmen: Um zu zeigen, wie groß das Problem ist, markieren sie die Hundehäufchen jetzt Farbe.

Alarmstufe Kot am Russenweiher in Speyer. Hier ist die Kacke ordentlich am Dampfen: Ein Hundehaufen liegt hier praktisch direkt neben dem nächsten. Das stinkt doch zum Himmel, finden Siegfried Steinbrenner und Marius Wille von den Anglerfreunden Speyer. Seit ein paar Wochen markieren sie die tierischen Hinterlassenschaften mit roter Sprühfarbe, um sie sichtbar zu machen. Denn die Haufen sind nicht nur eklig: Sie sind auch eine Gefahr für das empfindliche Öko-System Russenweiher.
Siegfried Steinbrenner, Anglerfreunde Speyer e.V.: „Das Hauptproblem ist: Dieser Weiher ist sehr sensibel. Wir haben jetzt auch sehr wenig Wasser drin. Es sind ein Haufen Fische drin. Es leidet auch der Weiher dran. Weil: Es regnet. Der ganze Mist, der ganze Kot wird reingespült. Und das führt natürlich zu Verunreinigung und zu vielen anderen Problemen. Und das muss nicht sein.“ 
Vor gerade einmal zwei Jahren war der Russenweiher nach einer längeren Hitzeperiode quasi über Nacht umgekippt: Der Sauerstoffgehalt sank drastisch, kaum ein Fisch im Teich überlebte. Das soll hier nicht nochmal passieren: Auch deshalb nun die Markierungsaktion. Bei der roten Signalfarbe handelt es sich übrigens um Sprühkreide: Die ist biologisch abbaubar und wird beim nächsten Regen wieder weggespült. Bis zu 100 frische Kackhäufchen finden und markieren die Anglerfreunde bei jedem Rundgang um den Weiher – und das, obwohl Hundehalter wie überall sonst auch in Speyer gesetzlich dazu verpflichtet sind, die Hinterlassenschaften ihrer Fellnasen einzusammeln. Passende Tüten gibt es kostenlos am Spender – doch das scheint viele Herrchen und Frauchen nicht im Geringsten zu interessieren. Auf frischer Tat Erwischte reagieren sehr unterschiedlich.
Siegfried Steinbrenner, Anwohner Russenweiher: „Manchmal sage ich einfach nur: Hallo, schau mal, Du hast hier was verloren. Und dann: Ups, ja! Und manche gucken auch: Er macht gerade was hin… ist jemand in der Nähe? Lasse ich liegen… dann: Hallo, hier! Viele sind einsichtig. Manche nicht. Dumme Antworten auch schon gekriegt: Ich zahle doch meine Hundesteuer. Und diese Dinge gibt es natürlich auch.“ 
Jetzt haben die Anglerfreunde das Problem erstmal selbst in die Hand genommen. Mit Erfolg: Seit Beginn der Markierungsarbeiten vor etwa sechs Wochen sei die Zahl der Hundehaufen bereits spürbar zurück gegangen. Gerade bei Unbelehrbaren helfe letztlich aber wohl nur der starke Arm des Gesetzes.
Siegfried Steinbrenner, Anwohner Russenweiher: „Ich glaube, es müsste auch kontrolliert werden. Die Stadt ist da auch gefordert. Ich glaube, bei manchen Leuten geht es wirklich nur, wenn es ein paar Pfennig kostet.“ 
Siegfried Steinbrenner und Marius Wille wollen jedenfalls auch weiterhin Hundehaufen rund um den Teich ansprühen – denn derzeit sei die Situation noch ziemlich beschissen.