Diskussion über Sicherheitskonzept für Kaiserslautern

Wie sicher fühlen Sie sich in ihrer Stadt? Das wurden die Menschen in Kaiserslautern im Rahmen einer Studie gefragt. Denn die Daten der Kriminalstatistik und das tatsächliche Sicherheitsgefühl der Bürger gehen auseinander. Die Stadt will herausfinden, wo genau die Brennpunkte sind und dort die Sicherheit erhöhen. Erste Ergebnisse der Studie wurden jetzt in einer offenen Sitzung im Rathaus vorgestellt.

Vor der Mall und rund um das Rathaus fühlen sich die Kaiserslauterer im Dunkeln besonders unsicher. 78 Prozent der Studienteilnehmer fürchten, sie könnten in der Innenstadt einmal Opfer von Bedrohung oder körperlichen Angriffen werden. Interessierte Bürger konnten sich die Präsentation der Studienergebnisse im Rathaus gestern anhören. Einige von ihnen wurden selbst Zeuge von Gewaltausbrüchen. So wie diese Frau, die unerkannt bleiben möchte. Aus dem Fenster ihres Arbeitsplatzes in der Innenstadt beobachtet sie, wie ein Streit eskaliert und tödlich endet, erzählt sie uns. Vor allem abends fühle sie sich in Kaiserslautern nicht mehr sicher.
„Wenn ich zum Beispiel nach der Arbeit auch noch dann irgendwo hin essen gehe und mich mit Freunden treffe und dann den ÖPNV nutze und man ist einfach achtsam, man schaut, gehe ich jetzt diesen Weg entlang oder sehe ich da irgendwelche Gruppierungen oder gehe ich jetzt außen rum.“
Damit ist sie nicht alleine. Auch Vorfälle wie der tödliche Messerangriff am Fackelbrunnen im vergangenen März dürften wesentlich zu den Ergebnissen beigetragen haben. Er fand genau während des Befragungszeitraums statt. Bürgermeister Manfred Schulz versteht die Verunsicherung.
Manfred Schulz (CDU), Bürgermeister Kaiserslautern
„Wir hatten hier ein Beschäftigter der Stadtverwaltung, der hier zusammengeschlagen und beraubt wurde, also ein Raubüberfall direkt auf dem Rathausvorplatz. Wir alle erinnern uns noch an die Massenschlägerei vor der Mall, wir erinnern uns an die Messerattacke am Fackelbrunnen, das bleibt bei den Menschen im Gedächtnis hängen, das brennt sich da ein und insofern war es für mich keine große Überraschung, dass die Ergebnisse nicht besonders gut ausfallen.“
Als Hauptprobleme für ein unsichereres Gefühl gaben die Befragten Schmutz, herumlungernde Personen und Vandalismus an. 2.442 Menschen haben sich an der offenen Online-Befragung beteiligt. Die Leiter der Studie betonen jedoch, dass die Ergebnisse nicht repräsentativ für die gesamte Bevölkerung von Kaiserslautern sind. Denn es hätten vor allem Menschen teilgenommen, die bereits negative Erfahrungen gemacht haben. Trotzdem ist auch aus Sicht der Polizei ist die Studie wertvoll. Denn die Kriminalstatistik sagt etwas anderes.
Hans Kästner, Präsident Polizeipräsidium Westpfalz
„Dass wir eine sichere Stadt sind, dass wir eine Stadt sind mit gleichbleibenden, teilweise sinkenden Fallzahlen, die Polizei hat hier sehr hohe Aufklärungsquoten und das passt halt nicht zu dem subjektiven Sicherheitsgefühl, wie es die Studie ergeben hat. Und jede Bürgerin und jeder Bürger in Kaiserslautern, die die Stadt meidet, weil das schlechte Gefühl da ist, das ist eine beziehungsweise einer zu viel und das ist unser Auftrag.“
Im nächsten Schritt sollen persönliche Interviews die Studie ergänzen. Ziel ist es, Maßnahmen abzuleiten, die das Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern sollen. Seit Mai gibt es bereits eine Waffenverbotszone.