Winzer in Sorge wegen höherer Schaumweinsteuer

Sekt ist traditionell ist immer dabei, wenn es etwas zu feiern gibt. Doch der Genuss könnte schon bald deutlich teurer werden. Die Bundesregierung plant, die Schaumweinsteuer um 20 Prozent anzuheben. Vor allem kleinere, handwerklich arbeitende Sektmacher sehen die Pläne kritisch – und warnen vor den Folgen für die ohnehin schon gebeutelten Winzer.

Spritzig und perlig – so kennen wir Sekt. Doch bis er ins Glas kommt, steckt viel Handarbeit dahinter. Bei Winzer Stefan Braunewell in Essenheim stehen die Flaschen derzeit auf den Rüttelpulten. Wochenlang dreht er jede einzelne von Hand. Eine Tradition, die sich für ihn auszahlt: Inzwischen macht Schaumwein rund ein Viertel seines Umsatzes aus.
Stefan Braunewell, Winzer & Sektmacher
„Für die Weingüter und die kleinen handwerklichen betriebe läuft Schaumwein die letzten Jahre extrem gut das ist auch ein extrem wachsendes Segment. Insofern sind wir da natürlich auch bedacht drauf zu schauen, dass es auch so weiterlaufen kann. Und da wird die Schauweinsteuererhöhung jetzt so ein richtiger Nackenschlag.“
Die Bundesregierung plant, die Schaumweinsteuer zum 1. Januar 2027 um 20 Prozent zu erhöhen. Für eine Flasche Sekt, Champagner oder Prosecco steigt die Steuer damit von 1,02 Euro auf rund 1,22 Euro. Inklusive Mehrwertsteuer bedeutet das einen Aufschlag von etwa 24 Cent pro Flasche.
Die zusätzlichen Einnahmen sollen helfen, Lücken im Bundeshaushalt zu schließen. Auf Anfrage teilte das Bundesfinanzministerium außerdem mit:
Bundesfinanzministerium
„Die Gesetzesänderung erfolgt auch aus gesundheitspolitischen Erwägungen. Ungeachtet dessen ist sich die Bundesregierung der schwierigen Situation des deutschen Weinbaus sehr bewusst und unterstützt die Branche mit zahlreichen Maßnahmen. So wird auf Wein auch weiterhin keine Verbrauchsteuer erhoben.“
Für Braunewell greift das zu kurz. Zwar macht Wein den weitaus größeren Teil seiner Produktion aus. Die traditionelle Sektbereitung ist für sein Weingut trotzdem ein wichtiges Standbein. Er fordert deshalb, einen anderen Umgang mit der Steuer.
Stefan Braunewell, Winzer & Sektmacher
„Es gibt andere Länder, die in den letzten Jahren die Schaumweinsteuer komplett abgeschafft haben, wenn man nach Holland schaut, zum Beispiel. Die haben die Schaumweinsteuer auf null reduziert, da gibt’s die nicht mehr. Und das hat natürlich auch dazu geführt, dass man diese leichter bekömmlichen Schaumweine deutlich mehr in Fokus gerückt hat. Und ich glaub das könnt auch ein Thema sein, wo sich die Politik Gedanken machen muss. Brauchts diese Steuer überhaupt oder können wir nicht einfache, unbürokratischer Steuern in Deutschland erheben.“
Noch ist die Erhöhung nicht beschlossen. Der Entwurf des Finanzministeriums muss zunächst ins Kabinett – danach entscheiden Bundestag und Bundesrat. Stefan Braunewell hofft, dass die Politik ihre Pläne noch ändert.